Von Hendaye, …. letzte Station in Frankreich, nach Spanien …. Olé

Am 18.06. haben wir Capbreton bereits um 07.00 Uhr (06.10 Uhr war Hochwasser) verlassen. Wiederum war der Himmel kurze Zeit später blau. Wir hatten als Ziel Hendaye, was nur 23 Sm südlicher liegt. Wir hatten Zeit, da wir bei angehendem Hochwasser in den Hafen einfahren wollten, weil die Zufahrt zum Teil nur 1,50m tief ist und wir somit Wasser brauchten. Der 7 bis 10 Knoten starke SO-Wind ermöglichte ein angenehmes Segeln, zum Teil motorunterstützt.

Strecke von Capbreton nach Hendaye

 

 

 

 

die Pyrenäen lassen grüßen…..

 

 

 

 

 

Um 13.00 Uhr hatten wir im Hafen von Hendyae angelegt. Die erste Aktion von Guus war, die Überprüfung des Steuerstandes. Wir waren sehr erfreut, als er feststellte, dass kein Tropfen Öl mehr im Innenbereich zu finden war. Hier fiel uns ein großer Stein vom Herzen! Der Hafen war toll gelegen, Hendaye liegt am Atlantik (Golf von Biskaya) direkt an der spanischen Grenze, die hier durch den Fluss Bidassoa gebildet wird. Vom Liegeplatz aus konnten wir bei Hochwasser den spanischen Ort Hondarribia sehen.

Blick vom Schiff aus bei Niedrigwasser
und bei Hochwasser

Vom Hafen Hendaye fuhr ein Wassertaxi  nach Hondarribia, samstags sind wir mit unseren Rädern mit dem Taxi rüber (gute 5 Minuten) und abends sind wir zurück gefahren, rd. 12 Km. Hondarribia ist eine hübsche Gemeinde und auf den Plätzen und Terrassen war die „Hölle“ los. Es sah so aus und vor allem hörte es sich so an, als ob sämtliche Einwohner sich dort bei Tapas, Wein und Bier befanden und unterhielten, aber es war eine gemütliche Atmosphäre, der man sich gerne anschloß.   

eines der vielen hübschen Häuser mit vielen Blumen geschmückt            

 

 

Von einer oben auf einem Hügel gelegenen Terrasse, wo wir uns einen leckeren Sangria gönnten, hatte man einen guten Blick auf den Hafen von Hendaye.

Blick auf den Hafen von Hendaye

Auch wurde eine Radtour nach St. Jean-de-Luz/Ciboure unternommen, ein in Frankreich berühmter Badeort. Die Bucht wird durch starke Dämmen vor den wuchtigen Wellen des Atlantiks geschützt. Wenn man die enormen Beton- oder Granitblöcke sieht, möchte man sich eigentlich die mögliche Gewalt des Wassers nicht vorstellen.

rund um den Pier wurden 20.000 Blöcke deponiert
unterwegs entlang der Küste, bizarres Gestein sichtbar bei Niedrigwasser

 

 

 

Am 25.06. sind wir mit dem Zug nach der ca. 25 Km entfernten Stadt Biarritz gefahren. Wir wollten die Strecke nicht mit dem Rad fahren, weil keine Radwege dorthin führten, sondern man nur auf die relativ schmalen Straßen, wo ziemlich viel Autoverkehr ist, fahren kann. Vom Bahnhof in Biarritz, der ziemlich außerhalb der Stadt liegt, fährt man mit sehr kostengünstigen Bussen in die Stadt. Biarritz ist nach wie vor ein sehr mondäner Badeort, wo sich schon früher sehr betugte Leute aufhielten. Die Preise sind immer noch übertrieben hoch, z.B. 2 normale Tassen Cappuccino € 9,80! …..Aber, insbesondere die Küste bzw. die Strände sind schon imposant und es ist ein Paradies für Surfer.

Im Hintergrund der „Rocher de la Vierge“, ein Felsenriff via einer Brücke, die von Gustave Eiffel konstruiert wurde, mit der Stadt verbunden

Am Donnerstag, 27.06.19 ging es weiter zum nächsten Hafen bzw. nach Spanien. Wir bedauerten, Frankreich verlassen zu „müssen“. Am 6.07. im letzten Jahr war unser erster Hafen in Frankreich „Dunkerque“. Insgesamt haben wir in 36 französischen Häfen angelegt. Wir haben viel Neues von dem Land erfahren und wir konnten uns mittlerweile gut mit den Franzosen unterhalten.

Der erste Hafen in Spanien, den wir anfuhren war Getaria, ca. 21 Sm von Hendaye entfernt. Direkt nachdem wir den Hafen verlassen hatten, wurde die französische Gastflagge gegen eine Spanische ausgetauscht, so wie dies eine ordentliche Seemannschaft vorsieht.

Der NO-Wind bis zu 13 Knoten und erneut sonniges Wetter bis 24° C besorgten uns wiederum eine schöne Fahrt, wobei wir die tolle spanische Nordküste bei guter Sicht genießen konnten. Großsegel und Genua wurden gesetzt. Aufgrund des später achterlichen Windes wurde das Groß wieder hereingeholt und die Genua mit dem Spibaum versehen, bzw. ausgebäumt. d.h. gegen den Wind offen gehalten. Ca. 5 Sm vor dem Hafen Getaria kam mit großer Geschwindigkeit ein Zodiak bzw. großes Schlauchboot mit 3 Mann Besatzung auf uns zu, und jawohl, diesmal die spanische Douane. Das Boot fuhr direkt neben uns und durch Handzeichen wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass sie an Bord wollten. Zwei Männer stiegen auf unserem Boot und Boots- und Versicherungspapiere sowie Reisepässe mussten vorgelegt werden. Das gleiche Prozedere wie in den Niederlanden und Frankreich. Auch diesmal natürlich alles in Ordnung.

 

 

Liegeplatz in Getaria

Um die Mittagszeit haben wir den Hafen Getaria erreicht. Nach einer Pause ist Guus zum Hafenmeister und erfuhr dort, dass man max.  2 Nächte im Hafen verbleiben darf. Da waren wir ein wenig enttäuscht, weil wir uns vorgenommen hatten, nicht nur den Ort und die nähere Umgebung zu besichtigen, sondern wir wollten auch nach dem ca. 20 Km weiter gelegenen Ort San Sebastian.

Aber…… da hat uns unsere GusAnne  aufgrund ihres „Charmes“ geholfen. Wie so oft, wurde sie, diesmal von zwei Männern bewundert und diese fragten Guus, welche Bauart etc. unser Schiff hat. Es war eine längere Unterhaltung und Guus lud die Beiden ein, sich das Schiff auch von innen anzuschauen. Bei dem Gespräch äußerten wir unser Befremden, dass man hier nur 2 Nächte liegen bleiben darf und dass wir aufgrund dessen unsere Planung nicht realisieren konnten. Der Ältere der Beiden sagte dann, er würde sich darum kümmern. Es stellte sich heraus, dass er eine größere Persönlichkeit im Ort war und seine Motoryacht lag uns direkt gegenüber. Am nächsten Tag erhielten wir einen Anruf von dem jüngeren Mann, der auch englisch sprach, der uns dann mitteilte, dass wir weitere zwei oder drei Tagen liegen bleiben durften. Das war natürlich toll. Wir sind mit dem Fahrrad nach Zumaia, nur knapp 8 Km weit entfernt, gefahren. Auch ein schöner Hafen und Ort.

Hafenzufahrt nach Zumaia, hier kann man auch sehen, wie sehr die Mole verstärkt wurde, um die Gewalt des Atlantiks zu bändigen

Im Ort Getaria selber, ist der „Berg“ Mont San Anton. Diesen kann man über verschiedene Pfade „beklimmen“. Von ganz oben hat man eine schöne Aussicht auf den Hafen und den Ort.

Blick auf den Hafen, ganz links oben unsere „GusAnne“       

 

 

 

 

 

 

 

Am Mittwoch sind wir mit dem Bus nach San Sebastian, ca. 50 Minuten Fahrt. Der Ort liegt im äußersten Norden der iberischen Halbinsel an der Bucht „La Concha“  (die Muschel). Es ist die Hochburg der baskischen Küche und ist für seine sehr hohe Dichte an Michelin-Sterne bekannt.

Tapas und Pintxos (Tapas ähnlich) in Hülle und Fülle
Blick von den Arkaden aus auf den Strand

Wir waren froh, dass wir die Gelegenheit hatten, die Zeit zu bekommen um diesen Ort zu besichtigen. Der 13 Km lange Fußmarsch durch den Ort hatte sich gelohnt. Am 1.07. geht es weiter nach Bermeo. Obwohl wir diesen Beitrag in Bermeo schreiben, berichten wir im nächsten Bericht über die Fahrt dorthin usw. Zum Teil haben wir in Spanien Probleme mit dem Internet. W-Lan wurde in beiden Häfen nicht angeboten. Adios!