Von Tanger nach Rabat, dann Mohammedia und Safi

Entschuldigung bitte, dass wir uns erst jetzt wieder melden, aber das WLAN in Marokko ist nicht so dolle oder es gibt gar keins in den Häfen. Auch trotz unser Reservehandy mit Prepaidsimkarte klappt es nicht immer so richtig. Im Moment sitzt Anneke in der Marina von Agadir in einer Poolbar und mit deren W-LAN klappt es. Also, dann  …….

und los gehts

Nach einer Woche Aufenthalt in Tanger stand als Nächstes eine längere Fahrt nach Rabat auf unserem Plan. 126 Sm, d.h. ein Tag und eine Nacht nonstop. Am 20.1. ging es mittags los, nachdem Polizei und Douane unser Schiff kontrolliert hatten und wir den „Sortie“-Stempel in unseren Pässen erhalten hatten. Sie kamen sogar mit einem Hund, der unsere GusAnne auf evtl. vorhandene Drogen erschnüffeln sollte. Trotzdem wir die Fender entfernt hatten und das Schiff somit ganz nah am Steg lag, und dem Hund Leckerlis gegeben wurden, traute er sich nicht an Bord zu springen, sodass Herrchen und Hund nach mehreren Versuchen unverrichteter Dinge wieder gingen. Mit Wind aus Nord, später aus Nord-Ost bis zu 20 Knoten kamen wir gut voran. Um 20.00 Uhr waren wir auf der Höhe von Laroche. Wir konnten einen schönen Sternenhimmel genießen. Ab Sonnenaufgang zeigte sich der Himmel blau und es war angenehm warm. Rabat, Marokkos Hauptstadt, liegt an dem südlichen Ufer des Flusses „Bouregreg“ und an den Atlantischen Ozean. Die stark differierenden Meerestiefen verursachen eine starke Brandung mit überschlagenden Wellen im Bereich der Hafenzufahrt. Der Empfehlung, den Hafen bei Hochwasser und keinem starken NW-Wind hineinzufahren, sind wir nachgekommen, sodass wir problemlos in der Hafenzufahrt hineinfahren konnten. Dienstagmittag um 11.30 Uhr wurde am Visitor-Steg angelegt und die Procedure; Besichtigung des Bootes durch Polizei und Douane, Ausfüllen von vielen Formularen, wiederholte sich. Nach 1 1/2 Stunden lagen wir dann in der Marina an einem Steg im Hafen „Bouregreg“ in der Stadt Salé, direkt gegenüber Rabat an der anderen Flussseite, an. Da war erst mal eine Runde Schlafen angebracht. 

Zufahrt zum Hafen vom Atlantik her
Blick auf Marina „Bouregreg“     

Rabat ist neben Fès, Meknés und Marrakesch eine der vier Königsstädte. Das Wahrzeichen von Rabat ist der „Tour Hassan“ aus dem 12. Jh. Direkt in der Nähe das Mausoleum van Mohammed V. und Hassan II, Großvater und Vater des jetzigen Königs Mohammed VI.  

Tour „Hassan II“ bei Tag ……..

 

 

 

 

 

 

 

….. und bei Nacht
das Mausoleum (ganz links)    

Wenn man in die Hafenzufahrt bzw. in den Fluss Bouregreg hinein fährt, fährt man an der oben auf einem Felsen liegenden „Kasbah Oudaya“ vorbei. Es ist das Altstadtviertel von Rabat. Die Kasbah wurde im 12. Jh. als Wehrburg errichtet.   

die Kasbah des Oudayas
in der Kasbah, einer der vielen Gassen  

Vom 27.01. bis 31.01. hatten wir ein PKW gemietet und sind zunächst über Landstraßen nach Meknès, man nennt es „das einstige Versailles Nordafrikas“, gefahren. Das „Bab Mansour“, Wahrzeichen der Stadt, wurde im 17. Jh. errichtet und soll eines der Schönsten von Marokko sein. Die 3 Bögen sind mit Keramiken und Marmor verziert.

„Bab Mansour“

Von einer Terrasse aus konnte man auf den arabischen Markt „Souk“ schauen, wo es Schlangenbeschwörer, einen Strauß, Affen und jede Menge Verkaufsstände mit Kleidung, Töpfer- und Essenswaren gab. Eine bunte Angelegenheit mit den unterschiedlichsten Gerüchen. 

Töpferware „en masse“, inbesondere „Tajines“ (aus Lehm gebranntes Schmorgefäß“ mit Deckel)
ein Teil des arabischen Markts (Souk)
Kräuter….. Oliven…. toll dekoriert    

Interessant war auch die „Ville Impériale“, das einstige Herrscherzentrum, welches von einem Sultan im 17. Jh. errichtet wurde (im Übrigen im Jahre 1996 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen). Ein riesiges Areal, wo sich auch eines der Paläste des jetzigen Königs befindet, welches jedoch durch hohe Mauern abgeschottet war. Ferner ein „Königlicher Golfplatz“, ein großer Teich, ein Mausoleum, im welchem der Sultan, der dies alles geschaffen hat, ruht. Sehr beeindruckend waren die „Greniers et Ecuriers de Moulay Ismail“. Letzteres ist ein vom bereits erwähnten Sultan geschaffenes Gebäudekomplex, ein riesiger Vorratsspeicher mit anschließenden Stallungen (400 x 400m groß) und einem großen Wasserbecken. In den Stallungen wurden bis zu 12.000 Pferde und Kamele untergebracht. Toll anzuschauen.

endlose Gänge, links und rechts jeweils die Stallungen für die Pferde und Kamele (das Ganze war früher überdacht)

die Getreidespeicher (genau an einer Ecke fotografiert)
das Wasserbecken, direkt an den Stallungen grenzend

In Meknès haben wir zwei Nächte in einem schönen typischen marokkanischen Hotel „Riad“ übernachtet. Wir fühlten uns wie in 1001er Nacht. Am 29.01. sind wir -wieder über kleinere Strassen- via El-Hajeb und Azrou nach Fés, drittgrößte Stadt Marokkos, gefahren. 

unterwegs von Meknès nach Fés
unterwegs von Meknés nach Fès (ausgestreckte Täler)

Auch in Fès wieder eine lebhafte Medina mit engen, verwinkelten Gässchen, tolle alte Stadttore „Babs“ und vielen Moscheen. Vom Königspalast in Fès konnten wir wenigstens einen Blick auf einer der Zugangstore ergattern, der Rest wurde wieder durch hohe Mauern gegen Einblicke „geschützt“.

eines der vielen „Bab“s
der Eingang des königlichen Palastes in Fès

Das Gerberviertel in Fès „La Tannerie“ ist das bekannteste im Land. Die Gerber stehen in bunten Becken und bearbeiten das Leder, eine Knochenarbeit und das stets verbunden mit einem strengen Geruch.

die Tannerie

Nach zwei Übernachtungen ging es am 31.01. zurück nach Rabat via Moulay Jacoub und Volubilis. In Volubilis haben wir die gut erhaltenen römischen Ruinen besichtigt. Der Ort wurde um das Jahr 25 n. Chr. gegründet und erlebte im 3. Jh. seine Blütezeit. 

Die Ausgrabungsstätte liegt am Fuß des Zerhoun-Gebirges
das Kapitol
der Triumphbogen

Wieder an Bord haben wir uns noch 2 Tage in Salé, wo die Marina war, umgeschaut. Im Vergleich zu der gegenüberliegenden Stadt Rabat war dies eine wesentlich weniger betuchte Stadt.

Beginn der alten Stadtmauer und Festung,  zu Beginn des 17. Jh. eine Piratenhochburg, die den Europäern den Dshihad (Kampf) erklärten und auch ausübten.
hinter der schützenden Stadtmauer …
und davor ….

Am 04.02. hatten wir vor, von Rabat nach Mohammedia zu fahren, eine  Strecke von rd. 35 Sm. Viele Häfenalternative gibt es in Marokko nicht. Eigentlich nur 3 richtige Marinas;Tanger, Rabat und Agadir. Mohammedia ist ein Seehafen und hat eine kleine Privatmarina, wie wir im Hafenhandbuch gelesen hatten. Am Tag vor der Abreise aus Rabat hatte Guus im Hafenbüro sowie bei der Douane Bescheid gegeben. Wir sollten uns um 8.00 Uhr morgens  bei der Douane melden, bzw. an deren Steg anlegen, was wir auch pünktlich nachgekommen sind. Aber, erstmal waren die betreffenden Beamten noch nicht da, und der, welcher im Büro war, fragte, für uns unverständlich, ob wir vom Hafenbüro das OK bekommen hätten, um herauszufahren. Das war nicht der Fall, also fuhr der Beamte mit Guus zum Hafenbüro. Dort hieß es, dass die Brandung am Hafeneingang sehr stark war und wir aus Sicherheitsgründen bis zum Hochwasser, 11.00 Uhr, warten sollten. Gegen 10.00 Uhr kam ein Motorboot des Hafenbüros und nahm Guus sowie ein anderer Skipper eines französischen Segelbootes mit, um an der Hafenzufahrt selber feststellen zu können, ob ein Verlassen des Hafens zu verantworten sei. Der französische Skipper und Guus waren beide der Meinung, dass dies möglich wäre, also zurück zum Schiff und kurze Zeit später bekamen wir unseren Ausreisestempel und die Douane nebst Hund kontrollierten unser Schiff. Dann ging es los. Wir wurden von dem Motorboot der Marina begleitet bzw. diese fuhren vorweg und das französische Segelboot fuhr hinter uns her. Die Brandung bzw. der Schwell am Hafeneingang war dann doch noch ziemlich stark. Guus hatte vorsorglich angeordnet, dass wir beide uns neben den angelegten Rettungswesten, auch mit unseren Sicherheitsgurten an die Laufleine anpinnen.  Kurz vor der Ausfahrt des Hafenzuganges kamen dann kurz nacheinander drei mindestens 3m hohe, steile Wellen, die dafür sorgten, dass wir zunächst rd. 45 Grad „den Berg“ hoch fuhren und danach das Gleiche wieder runter, es kam einer Achterbahnfahrt sehr nahe. Die Wellen überschlugen sich am Bug und sorgten dafür, dass das komplette Schiff und wir beide hinten in der Plicht nass wurden. Ansonsten alles gut. Wieder im Ozean meldeten sich die Franzosen über Funk und fragten, ob auch wir so schön nass geworden wären wie sie, und wünschten uns eine gute Weiterfahrt. Und die war auch gut, der Wind war zwar nicht stark genug, sodass wir den Motor mitlaufen lassen mussten. Gute 6 Stunden später wurde in der Privatmarina angelegt. Der Hafenmeister, Douane, Polizei etc. waren natürlich auch in kürzester Zeit da. Die Liegegebühr war für marokkanischen Verhältnisse happig. Sie verlangten umgerechnet über € 50,- pro Tag (zum Vergleich: in Rabat € 9,-), mit der Erklärung, wir müssten sowohl die Liegegebühr für die Privatmarina als auch für den Seehafen bezahlen. Na, ja, dem sei denn so. Die Hafenstadt Mohammedia mit etwa 200.000 Einwohnern lebt überwiegend vom Hafen. Neben der Altstadt war eine ältere Moschee sehenswert, wo es Guus sogar erlaubt wurde, diese von innen zu besichtigen.

    

Der Hafen war ziemlich laut, große Frachtschiffe legten an und brachten ihre Ware. Ständig hörte man Motor- und/oder Generatorengeräusche. Drei Tage später sind wir dann auch wieder los mit dem Ziel Safi. Entfernung 150 Sm, somit annähernd 30 Std. Fahrt. Eigentlich wollten wir schon einen Tag früher los. Geplant war abends um 19.00 Uhr. Als wir uns eine Stunde vorher bei der Douane meldeten, teilten diese uns mit, dass diese uns aus „Sicherheitsgründen“ nicht erlauben würden, abends zu fahren. Das Wetter war einwandfrei und die „Sicherheitsgründen“ waren einfach fehlende Beamten, die schon Feierabend hatten. Also blieb uns nichts anderes übrig, als eine weitere Nacht in Mohammedia zu verbringen. Am 7.02., um 10.00 Uhr morgens, wurde abgelegt. Leicht bewölkter Himmel, aber 17° warm. Wind leider nur bis max. 10 Knoten. Gegen 13.00 Uhr sind wir an Casablanca vorbei gefahren. Leider war es im Küstenbereich etwas diesig, sodass wir die „Hassan-II-Moschee“, eines der größten Moscheen der Welt, nicht so ganz deutlich sehen und aufnehmen konnten.

Casablanca

Die Nacht war toll, Vollmond! Samstags erreichten wir um 14.30 Uhr den Hafen von Safi. Wir konnten an einem alten Frachter im Päckchen anlegen, dies bedeutete natürlich Klettern um an Land zu kommen. Die marokkanische Besatzung des Frachters war aber sehr freundlich und behilflich beim Anlegen. 

Hafeneinfahrt
angelegt an dem alten Frachter
Fischerboote, soweit das Auge reicht
auch größere Fischerboote, zu 5 – 6 im Päckchen

Safi ist nach Casablanca wichtigster Hafen und Industriestandort von Marokko. Das Hinterland ist sehr phosphatreich. Dadurch, dass die felsigen Böden großflächig gesprengt und abgebaggert werden um das Phosphat zu gewinnen, und die Verladung der Schiffe, verursachten eine enorme Verschmutzung. So dreckig war unsere GusAnne noch nie! Safi ist auch bekannt für seine Keramik-Industrie und -Märkte. 

Blick von der Stadt auf den Hafen
auch hier eine starke Brandung
links im Bild ein alter Töpferofen, aber noch in Betrieb. Im Hintergrund eine alte Moschee

Vom 12.02. bis zum 16.02. hatten wir einen PKW gemietet und sind zunächst der Küste hoch nach El Jadida. Besonderheit hier war die im Jahre 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobene portugiesischen Altstadt (Cité Portugaise), eine Befestigungsanlage aus dem 15. bis 18. Jh.

Tags darauf sind wir weitergefahren nach Beni Mellal, wo wir übernachtete und danach weiter nach Marrakesch. Der Weg bis dahin führte durch das“Hohe Atlasgebirge“und war wunderschön. Es war Valentinstag und da ließen wir es uns nicht nehmen in das“Tal der Glücklichen“ zu fahren in Demnate. Wenn schon, denn schon.

Blick auf die portugiesische Festung

hier waren wir schon ziemlich hoch im Atlas Gebirge
ein Stausee in Azilal
Blick auf die schneebedeckte 4000er

Marrakesch, bekannt als „rote Stadt“ oder „Perle des Südens“. Marrakesch ist ein Wort aus der Sprache der Berber und bedeutet in etwa „das Land Gottes“. Die größte Moschee von Marrakesch ist die „Koutoubia-Moschee“. 

die Moschee wurde 1158 eingeweiht

Gegen Abend sind wir auf die Hauptattraktion der Stadt, die „Djemaa el Fna„, ein mittelalterlicher Markt- und Henkersplatz. Heute erlebt man dort Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer und Gaukler. Und natürlich jede Menge größere und kleinere Restaurants und Bars. Es ging dort sehr lebendig zu.

hier freute Guus sich zu früh, die Dame wollte eigentlich nur „money“
Strasse in der „Roten Stadt“
in der Medina

Dann haben wir noch den Garten „Jardin Majorelle“ besucht, ein ca. 4000 m² großer botanischer Garten, der in 1980 von dem Modedesigner Yves Saint Laurent und seinem Lebensgefährten gekauft und mittlerweile verwildert,  wiederhergestellt wurde. Auch gibt es dort ein Berbermuseum.

     

 

    

Bevor wir am nächsten Tag wieder Richtung Safi gefahren sind, haben wir noch die „Menara“-Gärten besucht. Es handelt sich um einen etwa 100 ha großen öffentlichen Stadtpark. Die Gärten wurden von den Almohaden, eine Beberdynastie, im 12. Jh. als Olivenplantage mit einem besonderen Bewässerungssystem angelegt. Ein Kanalsystem führt von einem See in die Gartenanlagen. Die Gärten wurden 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Pavillon an den erwähnten See. Dieses Gebäude erfüllt keine Aufgabe mehr, es wurde früher von hohen Stadtbeamten genutzt, wenn sich diese zur Erholung in den Gärten aufhielten.

Insgesamt haben wir weitere rd. 900 Km Innenland von Marokko kennengelernt und dies sehr genossen.

auf dem Rückweg nach Safi

Mittwoch, 19.02. geht es mit unserer GusAnne weiter nach Agadir, rd. 140 Sm südlicher. Darüber erzählen wir in unserem nächsten Beitrag.

       Abschiedsgrüße aus Safi

Von Gibraltar nach Ceuta und weiter nach Tanger

Am 8.01.20 haben wir uns nach Ceuta, eine spanische Exklave in Marokko, aufgemacht. Dies bedeutete, die Überquerung der Straße von Gibraltar, Abstand rd. 16 Sm. Bevor wir Gibraltar verlassen haben, wurde natürlich zunächst taxfree Diesel getankt. Für umgerechnet € 0,70 je Liter war dies eine lukrative Angelegenheit.

rd. 600 L nachgefüllt

Vor unserer Abfahrt aus La Linea hatten wir uns am 6.01. noch mit Manuela und Christian aus der Schweiz getroffen. Die Beiden haben eine „Noordkaper“, somit bis auf das Heck, ein ähnliches Schiff wie wir. Wir hatten uns 2018 bereits in Jersey, danach in diesem Jahr in La Coruna und in Cádiz gesehen. Wir wussten, dass sie im Stadthafen von Gibraltar waren und hatten sie kurz nach unserer Ankunft besucht. Am 6.01. erfolgte der Gegenbesuch. Sie bleiben noch bis Ende Februar in Gibraltar und wollen dann bis zu Beginn der Hauptsaison zu den Balearen, danach zu den Kanaren. Vielleicht sehen wir uns dort wieder?

Tschüs, Ihr Beiden und Auf Wiedersehen.

Die Überquerung der Straße von Gibraltar erfolgte problemlos. Durch die permanente starke Strömung Richtung Mittelmeer wurde die GusAnne jedoch leicht versetzt, sodass wir insgesamt 18,4 Sm gefahren sind, anstatt die ausgemessenen 16 Sm. Nach 3 Stunden haben wir in der Marina „Hercules“ in Ceuta festgemacht. Ceuta ist 18,5 Km²groß, liegt auf der Spitze einer Halbinsel, hat rd. 85.000 Einwohner, gehört zur EU und ist vom Zollgebiet der EU ausgenommen. Ceuta hat einen hohen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern.

Überfahrt von Gibraltar nach Ceuta
Liegeplatz in der Marina „Hercules“
Blick auf Hafeneinfahrt aufgenommen während einer Wanderung im  Park „de San Amaro“
bei guter Sicht; Gibraltar in der Ferne

Die wichtigsten Wirtschaftszweige in Ceuta sind die Fischzucht in Aquakulturen und die Fischverarbeitung. Das historische Zentrum wurde als Kulturgut anerkannt. 

eine Befestigungsanlage aus dem 16. Jahrhundert „Fosa de San Felipe“
von innen aufgenommen
auch eine Art „Firewall“

Neben den üblichen vielen Kirchen, Kathedralen etc. sind auch moderne Objekte in der Stadt zu bestaunen.

Wohnhochhaus „Pret a Porter“

 

Casa de los Dragones

Sonntag, den 13.01. haben wir die Stadt Tétouan in Marokko, ca. 40 Km entfernt, besucht. Um 09.00 sind wir mit einem spanischen Taxi zur Grenze. Dort musste man ca. 500 – 600m über einen durch hohe Gitterzäune abgetrennten Weg zur Douane wegen dem Einreisestempel im Reisepass. Insgesamt wurden wir 4x kontrolliert. Ein marokkanisches Taxi brachte uns dann für umgerechnet € 12,- nach Tétouan. Auf dem Weg zur „Medina“ (historische Altstadt) begleitete uns -unaufgefordert- ein älterer Deutsch sprechender Marokkaner. Er war sehr nett und führte uns u.a. zu der Medina, zum Judenviertel, zum königlichen Palast. Irgendwann nach etwa einer Stunde erwähnte er dann, dass er normalerweise für eine derartige Führung umgerechnet € 50,- berechnet, er von uns jedoch nur € 30,- verlange. Guus diskutierte dann kurz mit ihm, dass dies nicht abgemacht wäre und wir uns hintergangen fühlten. Wir könnten den Weg ja auch alleine gehen, dann gab er sich mit € 10,- zufrieden und Guus zahlte schließlich € 15,-. Wir hatten im Reiseführer gelesen, dass man mit diese „Aufdringlichkeiten“ rechnen müsse. Mohammed, so wie er sich nannte, hatte es ganz geschickt eingefädelt. Er hat uns zwar einiges gezeigt und erklärt, aber das Tempo, welches er vorgab, war für uns aufgrund der vielen neuen Eindrücke, zu schnell. Anschließend sind wir dann auf eigene Faust weiter. 

Guus und „Mohammed“ vor dem Zugangstor zur Medina

Die Medina ist seit 1997 als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt. In den engen verwinkelten Gässchen wimmelte es von Straßenverkäufern aller Art. 

Zugänge zu den höher gelegenen Wohnungen oder Häuschen
manche Zugänge waren sehr liebevoll hergerichtet

 

 

 

 

 

die Bogengänge sowie die Überdachungen der Gassen, wo die Straßenverkäufer sind, werden momentan restauriert mit Geldern von der Unesco           
Blick vom Marktplatz aus auf die Häuser im Hang

Im Übrigen haben wir am 09.01. in Ceuta den 69. Geburtstag von Guus gefeiert.     

na, denn Prost….. auf den captain

Die mittlerweile 48. Fahrt führte am 296. Reisetag nach Tanger, knapp 30 Sm westlich, also komplett durch die Straße von Gibraltar. Zunächst hatten wir einen stärkeren Gegenstrom bis 2 Knoten. Der Ostwind, für uns somit achterlich und natürlich unser „Deutzi“ (Deutz Motor) kamen jedoch gut dagegen an. Nach 2 1/2 Std. sah die Welt anders aus, wir hatten Strömung mit, bis zu 5 Knoten, und einen Speed von bis zu  12 Knoten! Um 14.15 Uhr haben wir in der „Tanja Marina Bay International“ angelegt und wurden sehr freundlich begrüßt. Die Einklarierung ging schnell von statten, es kamen jedoch 4 Douane- und Polizeibeamten an Bord und inspizierten sämtliche Schränkchen und Bilgen. Es wurde insbesondere gefragt, ob wir Drohnen, Waffen oder Spirituosen an Bord hatten. Dies war natürlich nicht der Fall, sodass die „Durchsuchung“ auch schnell erledigt war.

Strecke von Ceuta nach Tanger
direkt an der Grenze von Ceuta nach Marokko wurde die marokkanische Flagge gehievt
unterwegs nach Tanger
Liegeplatz in der Tanja Marina, wir konnten an den langen Rezeption-Steg liegen bleiben
…und von einem anderen Blickwinkel. Hinter uns lag das Segelboot „Persephone“ von Karen und Nigel aus der UK, wir haben zwei nette Abende miteinander verbracht

Tanger, eine Millionenstadt, ist eine Hafen- und Handelsstadt. Aber die Menschen leben dort auch von Handwerk, Dienstleistungen aller Art, Tourismus und das Pulen von Nordseekrabben. (Nordseekrabben pulen in Marokko, stimmt hier die Öko-Bilanz??)

alte Stadtmauer von Tanger
Am „Grand Socco“, großer Marktplatz befindet sich die Moschee „Sidi Bouabaid“ mit ihrem bunten Minarett
Großzügige Grünflächen zwischen der Avenue Mohammed VI (links) und die Strandpromenade (rechts) mit Blick auf die moderne Stadt

Mit den Rädern sind wir zu der 20 km westlich von Tanger an der Küste gelegene „Herkules-Grotte“. Mythen gemäß, hat in dieser Grotte Herkules übernachtet, nach getaner Arbeit, und zwar hat er mittels seiner Kraft die Strasse von Gibraltar geschaffen, indem er die Erdteile auseinander schob…….. 

Wenn man in der Grotte ist und zum Ozean hinausschaut gleicht die Öffnung die Konturen von Afrika.

man kann sagen, dass dies stimmt…

Der Weg zur Grotte ging Berg hoch und runter, vorbei an oben im Berg gelegenen Prachtvillen mit riesigen Gärten bzw. Parks. Man kann sehen, und dies wurde uns auch von einigen Marokkanern bestätigt, mit denen wir ins Gespräch kamen, dass es in Marokko sehr reichen und sehr armen Menschen gibt. Eine Zwischenschicht ist unter repräsentiert.

auf dem Weg zur Herkules-Grotte

Am 18.01. sind wir mit dem Zug nach Asilah gefahren, etwas mehr als 40 Km von Tanger entfernt. Asilah ist einer der wichtigsten Touristenorte von Marokko. Die Attraktion ist die gut erhaltene Altstadt mit Häusern südeuropäischen Charakters. Eine Stadtmauer mit Wehrtürmen umgibt die Altstadt bzw. Medina.

einer der Türme der Stadtmauer
Häuserreihe in der Medina
Schmucker geht fast nicht mehr…
… Teppiche im Angebot ……

Natürlich sind wir auch zum Hafen. In einem Segelartikel berichteten Segler darüber, dass sie mit einem Katamaran in den Fischerhafen  gefahren wären und dort geankert hätten. In der Marina von Tanger hatte man uns jedoch davon abgeraten, da das Wasser im Hafen dort sehr untief sei. Dies war auch der Fall, und wir waren froh, dass wir das nicht ausprobiert hatten.

Blick von der Mole aus. Nur kleinere Fischerboote lagen im Hafen vor Anker.

Asilah hat uns sehr gut gefallen. Als wir wieder an Bord waren, sind wir an dem Tag insgesamt 18 km gewandert. 

Am 20.01. sind wir nach einer Woche Tanger weiter nach Rabat, eine Fahrstrecke von rd. 120 Sm, d.h. 24 Stunden. Hierüber erzählen wir im nächsten Beitrag.

      „Salâm“ und bis zum nächsten Mal….