Route von Gibraltar nach Lagos (PT)

Fünf Tage Aufenthalt in Gibraltar, bzw. im Hafen Alcaidesa auf der spanischen Seite in der Stadt La Linea de la Concepcion hat uns gut getan

Wir haben uns den Kern von Gibraltar nochmals angeschaut und ferner festgestellt dass, der Ort La Linea in den letzten Jahren Outfitmäßig aufgewertet wurde (schöne kleinere Parkanlagen, restaurierte Häuser, kleinen Innenplätze etc., was uns gut gefiel.

Blick auf Hafen La Linea und Gibraltar (Foto Poster)
Liegeplatz
kleiner Innenplatz in La Linea
und nochmals Gibraltar mit aufgehendem Mond

Im Hafen hatten wir als Nachbarn, das Schweizer Ehepaar Susanne und Louis von der SY Naviot, die wir in 2021 auf der Azoren Insel Santa Maria kennen gelernt hatten. Wir haben einen netten Abend verbracht.

Susanne zeigte uns unseren Eintrag in deren Gästebuch, den wir in Santa Maria erstellt hatten; eine nette Erinnerung

Sonntag, 28.06. hatten wir vor der Fahrt nach Barbate bei einer Tankstelle in Gibraltar unsere Dieseltanks (insgesamt 1.100 Lt. Volumen) aufgetankt zu einem sehr gnädigen Dieselpreis.

da macht das Tanken „Spaß“ Dieselpreis 1,061£ = 1,24€ !!

Der Hafen von Barbate war 38 Sm entfernt. Sonniges Wetter und frischer Wind machten die 7 Stunden Fahrt sehr angenehm. Es war auch in Barbate schon das 3. Mal, dass wir dort angelegt hatten.

Am 30.06. ging es weiter zum Hafen von Chipiona, 52 Sm Entfernung. Wiederum eine angenehme und schnelle Fahrt bei mäßigem Wind und Welle, nach 8 Std. hatten wir bereits unser Ziel erreicht, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von guten 7 Knoten bedeutet.

Chipiona, Stadt und Hafen kannten wir bereits auch schon, hat uns wieder sehr gefallen.

Leuchtturm von Chipiona, 1869 gebaut und mit 69 Metern der höchste Leuchtturm in Spanien
das Castillo de Chipiona, eine historische Festung aus dem 15. Jahrhundert, heute ein Museum
die historischen „Coralles de Pesca“ (Fischreusen) in Chipiona. Diese steinernen vor 600 Jahren errichteten Fischfangvorrichtungen sind immer noch aktiv. Bei Ebbe werden eine Vielzahl an Meerestieren, u.a. Kraken, Krebstiere u.a. gefangen
dto.
Sonnenuntergang in Chipiona

Donnerstag, 02.07. ging es bereits um 06.45 Uhr los nach Vila Real de Santo António, Portugal, direkt an der Grenze zu Spanien. Der Fluß Guadiana bildet die Grenze. Für die 63 Sm, quer über den Golf von Cadiz, benötigten wir bei einer ruhigen Fahrt, was Wind und Welle angeht, 9,5 Stunden, auch wieder ein guter Schnitt.

Wir befinden uns jetzt wieder in Gewässer, wo sich die Gezeiten bemerkbar machen und die Fahrt in den Fluß Guadiana und vor allen die Einfahrt in den Hafen hatten es wegen der starken Strömung und auflaufendes Wasser in sich. Der Skipper meisterte die Aufgabe mit Hilfe des Marineros im Hafen, aber souverän. Vila Real ist ein kleines, früheres Fischerdorf, wo natürlich heute auch wieder der Tourismus für Auskommen sorgt. Der Ort wurde Anfang des 17. Jahrhunderts durch ein Seebeben vollständig zerstört. In 1774 wurde in nur fünf Monaten eine neue Stadt nach dem Reißbrettverfahren gebaut.

Liegeplatz in Vila Real de Santo António
Nachbarn im Hafen, Spanischer Eigner mit einem Französischen und einem Australischen Freund, hatten Pech. Sie hatten Benzin statt Diesel getankt. Der Tank musste somit ausgepumpt werden. Guus konnte behilflich sein, indem er den Skipper eine elektrische Handpumpe lieh um den Benzin in Kanister zu pumpen. Dieser kam mit dem Ganzen jedoch nicht so richtig parat, sodass Guus weitere Hilfe leistete, was ziemlich viel Zeit in Anspruch nahm. Er erhielt als Dank einen warmen Händedruck und zum Abschied wurde fleißig gewunken.

Zwei Tage später fuhren wir kurz nach Hochwasser nach Lagos, wo wir eine Woche verbleiben wollen. 70 Sm standen an, sodass wir bereits 05.30 Uhr portugiesischer Zeit ( eine Stunde früher als in Deutschland) losfuhren. Wir hatten jedoch erneut Glück mit dem Wetter, bis zu 17 Knoten Wind aus der richtigen Richtung (NNO), ebenso die Wellen. Zu Beginn der Fahrt waren Letztere ziemlich hoch, sodass Anneke nach langer Zeit ein wenig mit Seekrankheit zu kämpfen hatte.  Mit einem erneuten „Rekord“ erreichten wir bereits nach 10 Stunden Lagos.

unterwegs nach Lagos, Leuchtturm „Alfanzina“

Ja, auch in Lagos sind wir jetzt bereits zum 3. Mal, aber ein guter Hafen zum Ausruhen und Einkaufen. Wir planen eine Woche zu bleiben, bevor wir die Westküste von Portugal und Spanien bis A Coruna angehen, das sind von hier aus gerechnet rd. 450 Sm.

Guus Freund Tissy kommt am 09.07. zu Besuch und segelt mit uns bis nach Lissabon. Darauf freuen wir uns.

Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße aus Lagos

 

 

 

 

 

Madeira (unser zweiter Besuch)

Sonntag, 30.04.23 um 10.00 Uhr hieß das Kommando „Leinen los“, Kurs auf Madeira, Hafen Funchal. Bei sonnigem Wetter und Wind aus NO bis zu max. 12 Knoten war es ein angenehmes Segelwetter, nur mit gesetzter Genua kamen wir gut voran. Auch in den beiden Nächten war der Wind moderat und die Wellen mäßig bewegt. Sowohl bei der Abfahrt in La Palma sowie bei der Ankunft in Madeira wurden wir von Delfinen verabschiedet bzw. begrüßt. Nach gute 50 Stunden Fahrt kamen wir am 2.05. gegen 12.00 Uhr in Funchal an und nach einer kurzen Wartezeit vor der Marina erhielten wir mit Hilfe eines sehr freundlichen Marineros unseren Liegeplatz.

Madeira bzw. Funchal in Sicht
das „Empfangskomitee“

IMG_7028         hier klicken um Video zu öffnen

Liegeplatz

Wir waren bereits vom 4.10.21 bis 14.01.22 auf Madeira und hatten dort eine schöne Zeit. Wegen den besseren Windverhältnissen -meistens der NO-Passat-Wind sind wir jetzt von den Kanarischen Inseln erst nach Madeira um von dort zum Festland, nach Lagos in Portugal zu gelangen. Bei den vorerwähnten Windverhältnissen bedeutet dies für uns einen am-Wind-Kurs oder sogar halber-Wind-Kurs, und ein zweites Mal Madeira ist ganz sicherlich keine „Strafe“.

Seit wir mit der GusAnne unterwegs sind, haben wir unseren Segelfreund Harald mehrmals an verschiedenen Orten getroffen, so auch jetzt wieder in Funchal. Er verbrachte mehrere Tage mit weiteren 8 Freunden/Freundinnen in einem schönen Haus mit tollem Blick auf die Stadt. Wir waren an einem Abend zum Grillen eingeladen und haben uns sehr wohl dabei gefühlt.

     

Eine Gegeneinladung erfolgte einige Tage später, als die Freundesgruppe eine Fahrt mit einem Katamaran gemacht hatten. Auf der GusAnne gab es Finderfood und Drinks.

es wurde ein wenig eng auf der GusAnne,  Trudi und Claudia fehlten leider

 

Auf ein nächstes Wiedersehen, Harald

Im Hafen lag knapp eine Woche lang, das 89m lange Segelschulschiff der Deutschen Marine, die „Gorch Fock“ II. 

Gorch Fock

Mit dem Sessellift von Funchal sind wir zu der oberen Station, Monte, 560m Höhenunterschied, gefahren. Dort oben haben wir den „Tropical Garden“ besucht. Der Garten erstreckt sich über eine Fläche von 70.000 m², wo man u.a. exotische Pflanzen aus aller Welt findet, aber auch ein Museum mit Mineralien- und Edelsteinsammlungen, sowie eine Steinskulpturensammlung aus Simbabwe.

ein Eindruck des Tropical Gardens
dto.
dto.    

 

dto.
„Afrikanische Leidenschaft“
auch eine „Leidenschaft“,  aus Anneke’s Sicht natürlich

Mai ist der Monats des Blumenfestes auf Madeira. Verschiedene Straßenveranstaltungen und Aufführungen fanden statt, und es gab einen Markt mit Blumen und regionalen Produkten. 

eine Gruppe Blumenmädchen
Blumenmarkt mit Blumenteppich

Am 11.05. kamen Eric, Guus Neffe und seine Lebensgefährtin, Claudia auf der GusAnne zu Besuch. Claudia hatte eine Woche Urlaub und Eric, selbst Segler, bleibt an Bord und fährt/segelt mit uns nach Lagos, bevor er dann auch wieder nach Hause fliegt. Insbesondere für Guus ist die Hilfe von Eric eine Entlastung.

Zu viert haben wir Ausflüge gemacht und auch wieder Sachen entdeckt, die wir noch nicht kannten.

hier entspannen wir in „Fajá dos Padres“, vorher mit der Sesselbahn ca. 300m zur Küste
Gebirge Encumeada, jetzt toll gelb blühend
dto.
Insel „Ilhéu Mole“ bei Porto Moniz
Seixal, Ort im Nordosten
sichtbare Felsen bei Niedrigwasser, Küste bei Seixal

 

 

 

ebenfalls an der Küste von Seixal
„Wasserfall von Anjos“, der über den Rand einer Klippe auf eine schmale Küstenstraße stürzt, die auf eigene Gefahr betreten werden kann. Unser Leihwagen wird geduscht.

und zusammen mit Claudia und Eric Sushi genossen an unserem Hochzeitstag

Wettermäßig sieht es so aus, dass wir am Dienstag, 23.05. unseren Törn nach Lagos, Südküste Portugal,  starten können. Für Samstag, 27.05. haben wir einen Liegeplatz in der Marina Lagos gebucht, der auch bereits bestätigt wurde. Guus und Eric machen zusammen „klar Schiff“, bevor es los geht.

hier haben die Beiden die Luftfilter gesäubert

Das ungewöhnliche bedrohliche Verhalten der Orkas im Bereich der Küste Portugals einschl. der Straße von Gibraltar hat natürlich unsere Aufmerksamkeit erregt und wir haben uns entsprechend vorsorglich informiert. Orkas attackieren Boote und haben insbesondere bei GFK- bzw. Polyesterbooten Ruderblätter beschädigt, wobei sogar, zum Glück wenige, durch Wassereintritt gesunken sind. Wir setzen bei einer evtl. Begegnung voll auf unser Stahlschiff.

Unseren heutigen Beitrag beenden wir mit einem Blumengruß aus Madeira.

Schöne Pfingsttage im Voraus!

 

Es geht bzw. wir fahren weiter ………..

Der Aufenthalt in Pasito Blanco dauerte doch länger als wir gedacht hatten. Guus durfte noch einige -nicht alle geplant- Arbeiten erledigen. Von zu Hause hatten wir neue Treppenkantenprofile mitgebracht. Anstatt der zu schwachen und zum Teil schon gebrochenen Kunststoffprofile, welche die Werft angebracht hatte,  hat Guus Aluminiumprofile angebracht, die auch besser zum Schiffsinnere passen.

Dann haben wir festgestellt, dass der Windsensor, der ganz oben im Mast angebracht ist und der auf dem Plotter angibt, welche Windstärke es zum jeweiligen Zeitpunkt gibt, nicht funktioniert. Guus ist den Mast hoch, den er eh wegen des starken Kalimawindes auf Lanzarote und den damit verbundenen Sand, sauber machen wollte. Und ja, der Windimpeller an den Windsensor fehlte, irgendwie, irgendwann runtergefallen. Und …… wie unsere Wegwerfgesellschaft heute nun mal so ist, kann man nur einen komplett neuen Windsensor kaufen. 

Wir hatten, was sowieso geplant war, zwei Tage einen PKW gemietet und sind nach Las Palmas gefahren und uns dort einen neuen Windsensor besorgt. Nach Montage funktioniert auch dies alles wieder.

der defekte Windsensor, rechts ist normalerweise ein Impeller, welches sich im Wind dreht und so die Windstärke misst
Guus ganz oben in den 19m hohen Mast in einem Bootsstuhl, der über Leinen mit der Winsch verbunden ist, die Anneke bedient hat. Alles gut geklappt!

In den zwei Tagen, an welchen wir ein PKW gemietet hatten, haben wir die nordwestliche Küste gesehen und am zweiten Tag sind wir ins Landesinnere bzw. in das zentrale Bergland. Letztere Tour war wesentlich interessanter. Von Maspalomas aus ging es zunächst in das Freilichtmuseum „Mundo Aborigen“, einen Wiederaufbau eines alten kanarischen Dorfes, welches sich ausschließlich mit den Ureinwohner der Kanaren befasst. Sehr interessant und umgeben von der Schönheit der Aussicht auf die Schlucht von Fagata, die größte und spektakulärste Schlucht der Insel.

Beispiel einer der früheren Behausungen, hier wurde insbesondere die Dachkonstruktion gezeigt
Blick von dem ehem. Dorf auf einen Teil der Schlucht

 

Die Route GN-60 ist insgesamt 60 Km lang und einfach nur toll. Vorbei an das nette Städtchen Fagata und San Bartolomé de Tirajana auf ca. 900m Höhe am Talausgang. Weiter ging es zu dem Roque Nublo auf 1813m Höhe. Die markante Felsnadel, gleicht einer geballten Faust, liegt genau im Zentrum der Insel und ist ein besonderes Wahrzeichen Gran Canarias.

der Roque Nublo
und die schöne Aussicht von dort oben

Weiter ging es zu dem Pico de las Nieves, dem höchsten Berg der Insel (1949m). Die Aussicht dort war ebenso atemberaubend.

Blick auf den Roque Nublo und im Hintergrund Teneriffa

Insgesamt zwei schöne Tage und da hatte Guus auch wieder die Muße um als vorerst letzten Akt, das noch fehlende Leesegel anzubringen. Im Hafen hatten wir ein schwedischer Seglerpärchen kennengelernt, Sanna und Svante auf Ihrer „Black Pearl“. Svante ist u.a. Seglermacher und hat das Leesegel für uns gefertigt. Ein Leesegel ist ein Segeltuch, welches verhindert, dass man bei einer starken Krängung aus einer Koje fällt. Dies benötigen wir für Nachtfahrten, in welchen wir nicht in unserem Bett in der Eignerkabine übernachten, sondern abwechselnd in der Deckskajüte. Das Tuch wurde an einer Seite unter der Sitzbank fixiert und kann mittels Karabiner an den am Tisch befestigten Ösen angebracht werden. So kann man auch bei starker Krängung im Schlaf nicht von der Bank herunter rutschen oder fallen. Danke Svante!

Svante und sein Hund Cocos
wenn das Leesegel nicht benötigt wird, können wir dies zusammenrollen und in einem Hohlraum unter der Sitzbank verstauen.

Am 1. Weihnachtstag hatte der Hafen Puerto de Mogán, rd. 10 Seemeilen südwestlich, Platz für unsere GusAnne. Nach insgesamt 6-monatigen Aufenthalt, zumindest für unser Schiff, sind wir gegen 11.30 Uhr los aus Pasito Blanco und die Strecke bei schönem Sonnenwetter und rd. 24°C bei mäßigen Wellen nach Mogán gesegelt. Eine herrliche entspannte Segelfahrt.

Ausfahrt Hafen Pasito Blanco
Kurz vor der Hafeneinfahrt in Puerto de Mogán
gesegelte Strecke von Pasito Blanco nach Puerto de Mogán
Liegeplatz ins Puerto de Mogán
Blick von der Kaimauer auf die Hafeneinfahrt
dito

Puerto de Mogán ist ein ehem. Fischerdorf, jetzt Hafen- und Ferienort. Die Stadt Mogán liegt 12 Km landeinwärts. Wir planen 2 – 3 Wochen hierzubleiben um feststellen zu können, was der südwestlichen Bereich der Insel zu bieten hat.

Allen nochmals schöne Feiertage und kommt gut in das Neue Jahr, was in Bezug auf die Bekämpfung von Covid-19 aufgrund der Vakzine hoffen lässt.

Bis zum nächsten Mal!!