Fahrt ab 1.05.26 ab Werft Port-de-Bouc (nahe Marseille) bis Valencia

Seit dem 16.04.26 wieder an Bord, d.h. auf dem „Trockenen“ auf der Werft in Port-de-Bouc. Ausführung von Arbeiten am Unterwasserschiff etc. und am 29.04. wurde die GusAnne wieder ins Wasser gekrant.

Guus bei der Arbeit
Abschied von dem sehr freundlichen Team der Werft, von links: Bérénice, Eric, Guus, Elias, Dewe und Anneke   

Ziel unserer diesjährigen Reise ist die Überführung der GusAnne zu den Niederlanden, nach Zeeland zum Hafen von Bruinisse. Da wir u.a. die gesamte Küste von den Niederlanden bis Marseille bereits befahren haben, werden wir uns unterwegs in den einzelnen Häfen nicht lange aufhalten und hoffen spätestens in September in Bruinisse zu sein.

Nach 10 schönen erlebnisreichen „Boots“-Jahren möchten wir -solange wir Gesund bleiben- noch andere Reisen machen und erleben, die zu weit weg sind und zuviel Zeit in Anspruch nehmen um mit dem Schiff dorthin zu gelangen.

Wir haben einen niederländischen Makler beauftragt die GusAnne zu veräußern. Es könnte also theoretisch auch der Fall sein, dass sie unterwegs zu den Niederlanden  verkauft wird, wir warten es einfach ab. Der Makler wird die GusAnne am 22.05. in Valencia besichtigen. Dort haben wir ferner am 20.5. bereits einen Termin mit einer Firma vereinbart, welche den Vetus-Deutz Motor warten wird, die 2000-Stunden-Wartung. Also haben wir 19 Tage Zeit um die rd. 400 Sm Abstand zwischen Port-de-Bouc und Valencia zu schaffen.

Am Freitag, 1.05.26 begann die 1. Fahrt, Ziel Hafen „Palavas-les-Flots“ in der Nähe von Montpellier, 50 Sm. Vor allem die ziemlich unruhige See im Bereich der Mündung der Rhône bestätigte, dass wir beide trotz der Pause seefest geblieben sind. Nach 8,5 Stunden erreichten wir den Hafen, jedoch meldete sich niemand der Marineros per VHF.  Da uns wegen der Bestätigungsmail unser Liegeplatz bekannt war, sind wir dorthin. Es war ein Platz für ein sehr großes Schiff und man mußte mit dem Bug an zwei -weit auseinander stehenden- Dalben festmachen und das Heck an Klampen am Steg. Wir -insbesondere Guus- benötigten 1,5 Stunden um anzulegen, dabei konnte nur die Dalbe an Steuerbord belegt werden. Im Hafenbüro erfuhren wir dann, dass der Liegeplatz anderweitig benötigt wurde wegen einer stattfindenden Regatta. Zwei Alternative, die geboten wurden, kamen überhaupt nicht in Frage und weil wir eine schriftliche Bestätigung des Liegeplatzes von der Capitainerie erhalten hatten, beschlossen wir einfach liegen zu bleiben. Am nächsten Morgen -niemand hatte sich am Abend oder in der Nacht gemeldet- sind wir ohne uns abzumelden zum nur 10 Sm weiter gelegenen Hafen Frotignan, kurz vor Sête, gefahren. Ein kleiner Ort den wir noch nicht kannten. Sind dort 4 Tage geblieben.

Liegeplatz im Zufahrtskanal zum Hafen in Frotignan
dto.

Am 06.05. führte uns die 3. Fahrt rd. 67 Sm weiter nach Port Vendres. Sind quer über den Golf von Lyon gefahren bei zum Teil 20 Knoten NW-Wind. Nach 10,5 Std. Fahrt kamen wir müde in den schönen Stadthafen an. Drei Tage haben wir uns dort erholt und u.a. eine schöne Wanderung entlang der Küste, die Route „Cap Béar – Runde von Port Vendres“ gemacht. 10 Km mit 220m Steigung hatten es schon in sich.

Weiter ging es am 09.05. nach Sant Feliu de Guixols, 52 Sm südwestlicher. Fahnenwechsel erfolgte, Spanien ist jetzt angesagt.

Fahnenwechsel

Beim Anlegen im Hafen merkten wir, dass das Bugstrahlruder nicht richtig funktionierte bzw. irgendwann komplett ausfiel, neues Problem?  Wir hatten jedoch einen Liegeplatz am einem Kopfsteg, sodass das Anlegemanöver, außerdem mit Hilfe eines Hafenboys, kein Problem war. Den Ort hatten wir bereits in 2023 mit einem Mietwagen besucht als wir in Port Ginesta (nahe Barcelona) lagen.

Zwei Tage später ging es weiter nach Port el Masnou, 40Sm Fahrt. Aufgrund des günstigen Windes und mit Hilfe der Hafenboys gelang das Anlegen (römisch-katholisch) recht gut ohne Bugstrahlruder. Hier blieben wir nur eine Nacht, früh ins Bett um am nächsten Tag bereits gegen 06.45 Uhr die Reise bzw. Fahrt nach Cambrils zu starten. Rd. 68 Sm standen an. Günstiger SO-Wind bis zu 17 Knoten garantierten eine konstante 6 Knoten Fahrt, sodass wir bereits nach 11 Stunden um 17.30 Uhr im Hafen von Cambrils ankamen. Um 15.30 Uhr war der Himmel über Tarragona (10 Sm nördlich von Cambrils) sehr dunkel und wirkte bedrohlich;  Gewitter war vorhergesagt. Wir blieben jedoch von diesem Wetter verschont, lediglich mussten wir beim Ankunft im Hafen ein starker Regenguss über uns ergehen lassen. Der Hafenmeister hatte unser Problem mit dem Bugstrahlruder beachtet und wir erhielten eine Kopfstegliegeplatz. Gracias Señor! Cambrils liegt an der Costa Daurada in der Region Katalonien und hat eine lange Tradition als Fischerdorf.

Auch hier verweilten wir 2 Tage bevor es zum Hafen in Benicarló ging, 58 Sm weiter. Es war eine ruhigere Fahrt, wettermäßig gesehen, als vorhergesagt. Max. Windgeschwindigkeit vormittags 21 Knoten aus NW ab 13.00 Uhr wurden es max. 8 Knoten, dann aus SO. Auch erhielten wir in diesem Hafen einen Liegeplatz an einem Längssteg.

Samstag, 16.05. hatten wir uns den Hafen in Castellon, eine 37 Sm Fahrt, ausgesucht im Real Club Nautico Castellon. Die 7 Stunden Fahrt konnte aufgrund des NW-Windes nur mit einem Hart-am-Wind-Kurs absolviert werden, aber „wat mutt dat mutt“. Der Hafen lag ca. 7 Km vom Ort selbst entfernt, somit war ein Fußmarsch angesagt. Nachdem wir dem Ortskern besichtigt und uns entsprechend gestärkt hatten ging es mit dem öffentlichen Bus zurück zum Hafen.

das Wahrzeichen von Castellon oder auch Castello de la Plana. „El Fadri“, der 58m hohe Glockenturm der Konkathedrale Santa Maria
prächtige mit Mosaik bestückte Bänke in einem Park in Castellon
dto.
die ehem. Stierkampfarena Castelló, im Jahre 1887 eingeweiht. Hat einen Durchmesser von 49m und bietet Platz für 13.000 Menschen

Wiederum 2 Tage später sind wir dann die letzte Fahrt bis Valencia gefahren, rd. 37Sm, sodass wir pünktlich zum Termin für die Motorwartung im Hafen Marina Port Valencia waren. Der Hafen und die Stadt sind uns sehr vertraut, weil wir ja in 2023 die Zeit von Juli bis Oktober hier verbracht haben.

Die hiesige Firma, eine Vertretung von Vetus, hat die Wartung durchgeführt und am Freitag, 22.05. kam der niederländische Makler und hat die GusAnne ausführlich besichtigt, fotografiert, Videos gemacht und postet dies in 19 verschiedenen Internetportalen.

bevor der Makler kam, hatte Guus das neue Bimini (Sonnendeck), welches wir bei einem niederländischen Segelmacher haben herstellen lassen, montiert. Passt prima!
dto.

Bezüglich des defekten Bugstrahlruders hat Guus festgestellt, dass der E-Motor und der Propeller in Ordnung sind, jedoch die Antriebsübertragung erneuert werden muss. Das entsprechende Teil wurde bei Vetus Niederlanden bestellt und wird per Express zugestellt. Für die Installation muss das Schiff jedoch aus dem Wasser, sodass wir auch einen Termin mit der hiesigen Werft vereinbaren müssen. Also werden wir noch ein Weilchen hier bleiben müssen. Die Reparatur ist wichtig, weil die 21 Tonnen schwere GusAnne im Hafen bei der dort erforderlichen geringen Fahrt ohne Bugstrahlruder schwierig zu handeln ist.

Bis zum nächsten Beitrag; Euch allen auch weiterhin schönes Sommerwetter!!!