Roscoff bis Le Havre

Problem mit dem WordPress-Programm besteht noch immer, leider keine Fotos oder Videos möglich. Trotz vielem Hin und Her und e-Mail-Verkehr mit dem Softwarehaus keine Lösung, nur ein neues Programm würde helfen.  Dies wollen wir jedoch  jetzt, wo unsere 10-jährige Segelreise in Kürze endet, nicht noch installieren. Somit können wir nur berichten, leider!

 

In Roscoff, wo wir drei Tage -an einem Wochenende- verbrachten, war ziemlich voll los. Der Ort war voller Touristen, die das schöne Wetterwochenende vor allem im Hafenbereich genossen. Unsere französische  bzw. bretonische Freude Philipp und Dali besuchten uns am Freitag, 14.08. Es gab seit unserem letzten Treff bei uns zu Hause zu Beginn des Jahres vieles zu erzählen. Wiederum eine schöne Begegnung!

Am Sonntag, 16.08. sind wir zu dem Hafen in Perros-Guirec gefahren, nur 23 Sm weiter. Man kann nur ca. 2 Std. vor bis 2 Std. nach Hochwasser in den Hafen gelangen,  indem man über eine Barre (Schwelle) fahren muss. Wir waren bereits um 17.40 Uhr im Bereich des Hafens und konnten erst gegen 20.00 Uhr hinein. Sind bis dahin ein wenig in der Bucht vor dem Hafen herum getuckert. Auch diesen Hafen hatten wir bereits in 2018 besucht. Trotzdem waren nur noch teilweise Erinnerungen an den Ort vorhanden. Kein Wunder, weil wir in den 10 Jahren so viele Häfen gesehen haben, diese können wir uns offensichtlich nicht alle im Einzeln merken,

3 Tage später wollten wir bereits morgens früh los fahren zu der Insel Jersey, eine Strecke von 60 Sm. Unsere Abfahrtzeit in Perros-Guirec passte nicht mit der Tide bzw. der Öffnung der Barre überein, sodass wir bereits am Vorabend, als die Barre gegen 21.00 Uhr frei gegeben wurde, den Hafen verließen und in der Bucht vor dem Hafen für eine Nacht an einer Mooring lagen. Am nächsten Morgen sind wir bereits um 07.00 Uhr los. Leichter Regen begleitete uns bis ca. 11 Uhr. Wind und Welle und eine Strömung von 2 Knoten mit sorgten für einen guten Speed. Bereits um 15.15 Uhr waren wir im Vorhafen des Hafens in St. Helier in Jersey, aber auch dort mussten wir auf  Hochwasser warten um dann über eine Barre (Sill) in den Hafen zu gelangen. Um 21.30 Uhr war es dann so weit. Mittlerweile warteten an die 20 Boote auf die Einfahrt, es war alles ziemlich chaotisch, keine Hafenboys zu sehen. Jeder fuhr los und …. kein Liegeplatz mehr frei für die GusAnne an den bei der Reservierung vorgegeben Stegen G und H. Wir haben an einem französischen Segelboot festgemacht und lagen eine Nacht im „Päckchen“. Am nächsten Morgen fuhren einige Boote weg, sodass auch die GusAnne einen eigenen Liegeplatz bekam.  Sind viel durch die Hauptstadt St. Helier spaziert, die wir ja auch schon kannten. Auf der Hinfahrt in den Süden waren wir über eine Woche auf Jersey und haben die Insel mit einem Leihwagen erkundet.

Freitag, 21.08. also 2 Tage später sind wir bei Hochwasser in den Vorhafen, haben dort günstig für € 1,38 je Liter rd. 560 Liter Diesel getankt und im Vorhafen, der immer genug Wassertiefe hat, angelegt und dort eine Nacht verbracht. So konnten wir uns, wie geplant und unabhängig vom Hochwasser, am nächsten Morgen bereits um 06.20 Uhr (Jersey-Zeit = 1 Std. früher) auf den Weg machen. Der Hafen von Cherbourg war unser Ziel, 64 Sm.

Anfangs hatten wir eine leichte Gegenströmung. Die See war jedoch ruhig und gegen 09.00 Uhr war der Wind um die 12 – 16 Knoten unterstützend. Gegen 15.00 Uhr fuhren wir um das Cap de la Hague, welches für starke Strömungen bekannt (berüchtigt) ist und hatten eine Strömung mit von über 5 Knoten und machten einen Speed von ca. 10 Knoten! Die See war kreuzhaft, sodass die GusAnne von links nach rechts kippte und am Bug stark eintauchte, eine reine „Kirmesfahrt“. Grund war auch Wind gegen Strömung. Der Skipper hat das Ganze mit mehr Motorleistung ein wenig beruhigen können. Fazit, bereits nach guten 10 Stunden hatten wir die Strecke von 64 Sm absolviert und  in Cherbourg an einem Kopfsteg mit schönem freiem Blick auf den großen Hafen festgemacht.

Die Strömung am Cap de la Hague (bekannt als „Raz Blanchard“) gehört mit Geschwindigkeiten von bis zu 12 Knoten zu den stärksten Gezeitenströmungen Europas. Man muss also die Passage nach Gezeitenatlas planen, um nicht abgetrieben zu werden oder in schwere Grundseen zu geraten.

Als wir in 2018 ca. 1 Woche im Hafen von Cherbourg waren, hatten wir  einige schöne Abende mit einem  französischen Ehepaar verbracht, die dort  mit ihrem selbst gebauten Katamaran lagen. Zuvor hatten wir uns in Honfleur kennen gelernt. Wir haben in den damaligen Blogbeitrag darüber berichtet. Wir dachten natürlich  an die Beiden als wir in de Hafen waren und haben ein Segelpärchen, die oft mit ihrem Boot in Cherbourg sind, gefragt, ob sie den Katamaran mit der auffälligen Farbe Rosa kannten. Die Beiden erzählten uns dann die traurige Geschichte, dass der Katamaran in Dezember 2022 im Hafen frühmorgens aufgrund eines vermuteten Kurzschlusses oder defekte Heizung abgebrannt ist. Die Feuerwehr hat die beiden Eigner tot geborgen, von deren Hund fehlte jede Spur. Aufgrund des sich entwickelten Kohlenmonoxids haben sie den Brand wohl nicht bemerkt und konnten sich nicht in Sicherheit bringen.  Die Geschichte hat uns beide sehr mitgenommen.

Vier Tage später sind wir am Mittwoch, 26.08. weiter gefahren nach Le Havre. Eine Route von 75 Sm. Also sind wir morgens bereits um 06.00 Uhr los. Wetter war sonnig und 21 – 24°C warm. Die See war uns gnädig und ebenso der Wind und die Strömung, sodass wir die Strecke bereits nach knapp 11 Stunden geschafft hatten. Très bon!

Die Stadt im Nordwesten des Ärmelkanals ist Standort des Hafens Le Havre, nach Marseille der zweitgrößte Hafen von Frankreich. Le Havre ist ferner die größte Stadt der Normandie. Sie wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, sodass keine Altstadt vorhanden ist. Der Stadtkern weist viel getönte Betonbauten auf. Auch die bekannte St. Josef Kirche wurde komplett aus Beton errichtet. Den Kirchenraum bildet ein durch tausende Glasbausteine farbig ausgeleuchteter 107m hoher Betonturm. Von innen sehr schön anzusehen.

Zufällig hatten Bert und Marlene von dem Schiff „Heimkehr VII“ auch den Hafen von Le Havre angesteuert, sodass wir die Beiden nach fast 10 Jahren wieder getroffen haben. Auf den Weg zu dem Hafen erhielten wir eine WhatsApp von Marlene, dass sie uns auf den AIS gesehen hatten und hinter uns fuhren. Sie hatten ein Problem, ein dickes Fischernetz hatte sich in eine der beiden Schrauben verheddert. Marlene hat bei einem Tauchgang ein Großteil weg schneiden können, aber ein weiterer Teil war fest um die Schraube gewickelt. Zum Glück haben sie 2 Schrauben, sodass sie weiterfahren konnten. Das Problem wurde im Hafen gelöst.

Neben der Mitgliedschaft in dem Verein Trans-Ocean e.V. wo wir uns auf einem Seminar kennen gelernt hatten, waren es die Beiden auch, die wir in 2017 auf unseren ersten Törn mit der GusAnne in Helgoland getroffen hatten. Jetzt auf unseren letzten Törn zu den Niederlanden treffen wir Schiff und Crew wieder, was ein Zufall!!

Das Wetter ist in den Tagen, die wir hier verbringen so-là-là. Eigentlich wollten wir heute, Samstag 29.08. los, aber das starke Regenwetter und der starke Wind halten uns davon ab. Wir planen die Weiterfahrt nach Dieppe am Sonntag, 30.08., sind 55 Sm.

Es geht also gut voran mit unserer Reise von Marseille nach Zeeland in den Niederlanden! Wir berichten natürlich bis zum Schluß!

Beste Grüße an alle von uns Beiden!

 

 

 

 

Von Muros (ES) nach Roskoff (Fr)

Vorwort:  wir haben ein Problem mit unserem WordPressprogramm, mit welchem wir unseren Blog schreiben. Fotos können nicht mehr geladen werden. Sind dabei das Problem zu lösen, somit zunächst nur Text als weiteren Info für die, die unseren Blog verfolgen. Vielleicht klappt es später auch mit Bildern, wir bemühen uns.

 

Am Montag 27.07.26 haben wir morgens um 08.30 Uhr in Vigo abgelegt und Kurs auf Muros genommen, 44 Sm nördlicher. Sonniges Wetter. Zunächst  ruhige See, die jedoch gegen 11.00 Uhr relativ hohe Wellen brachte. 18 Knoten Wind aus NNW; fuhren somit einen Am-Wind-Kurs. Bei Ankunft im Hafen Muros gegen 16.00 Uhr (bei 30°C) meinte der Skipper, es war eine „sportliche“ Segelfahrt.

Auch in Muros hatten wir schon in 2018 während unserer Reise in den Süden angelegt. Muros liegt 60km westlich von Santiago de Compostela, sodass mann in einigen Straßen die Hinweisschilder der Route dorthin findet. Waren am nächsten Tag  in einem uns vom Hafenmeister empfohlenen Fischrestaurant, welches sich „Vila de Muros“ nannte, essen. Dies war sehr gut, wir hatten u.a. zusammen eine 1/2 größere Seebrasse vom Grill, die wir  dann jedoch mit € 90,- (Beilagen extra) in Rechnung gestellt bekamen!            Tja, spanische Fische sind wohl teuer. 😳

Am 29.07. fuhren wir zum Hafen von Muxia, 36 Sm nördlicher. Eine kurze Fahrt von nur 5 Stunden. Muxia kannten wir noch nicht. Der Ort liegt an der „Costa da Morte“, einen Abschnitt der nordwestspanischen Atlantikküste. Leider wurde die Küste von Muxia durch den Untergang des Öltankers „Prestige“ in November 2002 stark verunreinigt und gehörte zu den am stärksten betroffenen Gebieten. Heute ist dies glücklicherweise nicht mehr erkennbar.

Weiteres großes Pech folgte, als am Abend des 25.12.13 ein Feuer nach einem Blitzeinschlag während eines Weihnachtssturms den Dachstuhl und einen Teil des Sanktuariums der Kirche „Virxe  da Barca“ (Marienheiligtum der Schiffsjungfrau) zerstörte. Natürlich wurde die Kirche restauriert bzw. war man zum jetzigen Zeitpunkt noch damit beschäftigt. Ein netter kleiner Ort.

Freitag, 31.07. fuhren wir die GusAnne nach La Coruña (oder A Coruña wie die Galizier sagen). Eine 7,5 Stunden-Fahrt mit bis zu 10 Knoten Wind und die letzten 3 Stunden eine unruhige See mit über 2m hohen Wellen.

Die eine Woche, die wir in La Coruña verbrachten nutzten wir insbesondere zur Vorbereitung für die Überfahrt über den Golf von Biskaya, die ca. 2 1/2 Tage dauern wird.

Guus ist in den Mast und hat dort alle Anschlüsse etc. nachgeschaut und gereinigt. Der Motor wurde entsprechend kontrolliert sowie sämtliche Bilgen. Es wurde gut gebunkert und Anneke hat Mahlzeiten für während der Fahrt vorbereitet. Hungern werden wir nicht.

Natürlich haben wir auch einige Touren mit dem Fahrrad gemacht und uns die Altstadt etc. zu Fuß angeschaut. Da wir auf der Hinfahrt in 2018 mehr als zwei Wochen in La Coruña verbrachten, war uns vieles in guter Erinnerung geblieben.

Einige Tage vor de Abfahrt haben wir uns die Wettervorhersagen auf die Apps „Windy“, „Prediktwind“ und „Windfinder Plus“ angeschaut und kamen zu dem Entschluss am Freitag, 07.08.26 die Überfahrt nach Camaret-sur-Mer in der Westbretagne zu beginnen. Am Tag vorher haben wir nochmals Diesel getankt und Freitagmorgen um 05.15 Uhr ging es los.

Der erste Tag war wettermäßig dann doch wieder anders als vorhergesagt. Gegen 11.00 Uhr hatten wir sehr hohe Wellen und 16 Knoten Wind aus SO später O. Die Folge war, dass die GusAnne am Bug sehr stark abgehoben wurde und vorwärts stampfte und viel Bewegung ins Schiff brachte, was sehr unangenehm war und wir lange nicht mehr erlebt hatten. Das Ganze hielt gute 11 Stunden an. Danach wurde es etwas ruhiger, sowohl Wind- als auch Seemäßig. Anneke wurde leicht seekrank und war der erste Tag so gut wie abgemeldet. Der Skipper hingegen war standhaft 👍

Das erste Etmal schafften wir 129 Sm. Der zweite Tag, ebenfalls bei sonnigem Wetter bis zu 26°C bot mäßiger Wind und eine ruhige See ……….. sehr angenehm. Wir kamen gut voran, sodass das 2. Etmal ein Resultat von 151 Sm brachte! Haben wir so gut wie keine andere Sportboote gesehen, nur nachts waren einige Frachter über den Radar zu beobachten.

Am Morgen des letzten Tages war der Atlantik spiegelglatt, total schön anzusehen. Bei einem leichten Wind aus NNW -und natürlich von Motor unterstützt- ging es wieder gut vorwärts. Delfine haben uns von weitem gesehen, kamen zum Schiff und begleiteten uns eine Weile. Leider können wir das schöne Video momentan nicht zeigen.

Um 15.15 Uhr am 09.08.26 rief der Skipper „Land in Sicht“. Später stellten wir fest, dass dies noch nicht das Festland war, sondern die der bretonischen Westküste vorgelagerte Insel „Île de Sein“ war. Gute 4 1/2 Stunden später hatten wir dann unser Ziel Camaret-sur-mer nach insgesamt  60 1/4 Stunden erreicht. Den Abend haben wir an Deck verbracht und Revue passieren lassen, im Großen und Ganzen war es eine gute Überfahrt.

Nachdem wir uns gut erholt und den schönen Ort Camaret-sur-mer nochmals genossen hatten ging unsere „Heim“-Reise am Donnerstag, 13.08. weiter nach Roscoff. Diesmal standen 65 Sm an, die wir in 9 1/2 Stunden schafften.

Die Tour hatte es aber in sich. Wir fuhren bei leichtem Nebel los, der jedoch stärker wurde und bis ca. 14.00 Uhr anhielt.  Ferner war ab dem Kap „Ponte de St-Mathieu“ eine starke Gegenströmung bis zu 4 Knoten, gegen die trotz höhere Motordrehzahl schwer anzukommen war. Zum Teil hatten wir nur 1 Knoten Fahrgeschwindigkeit. Wir dachten schon, dass wir erst abends spät im Zielhafen ankommen würden. Gute 3 Stunden später lies die Strömung erfreulicherweise nach, sodass wir wieder unsere „normale“ Geschwindigkeit von 5 -6 Knoten fahren konnten.

Dann kam aber eine Route im nordwestlichen Bereich der Bretagne, die weit in den Atlantik hinein reichenden hohen Felsen und Untiefen beinhaltet. Es war für den Skipper eine sehr achtsame und in voller Konzentration zu fahrende Strecke, wobei sich der Nebel noch nicht gelichtet hatte.

Gegen 16.00 Uhr hatten wir dann noch eine stärkere Strömung mit, was uns eine Fahrgeschwindigkeit von bis zu 9 Knoten brachte! Die „verlorene“ Zeit wurde wieder Wett gemacht und um 17.30 Uhr hatten wir den Hafen von Roscoff schon erreicht. Erholung am Abend war angesagt!

Bleiben hier 3 Tage und planen dann eine Weiterfahrt über Perros-Guirec (Bretagne) zur Kanalinsel Jersey. Darüber erzählen wir im nächsten Beitrag.

Wir hoffen, unser WordPressproblem klärt sich, damit wir Euch die schönen Bilder, die wir noch in Petto haben, hochladen können. Aber… shit happens.