Von Valencia nach Gibraltar -Marina Alcaidesa in La Linea de la Conceptión-

Insgesamt waren wir 19 Tage in Valencia, doch leider ohne eine Reparatur des Bugstrahlruders. Die Firma, welche die Motorwartung ausgeführt hatte, teilte mit, dass sie die nächsten 2 Wochen keine Zeit hätten. Die Werft, die die GusAnne aus dem Wasser holen sollte und die Reparatur auch ausführen könnte – wann, wie teuer etc. wurde uns nicht gesagt- , teilte mit, dass nur sie an dem Schiff arbeiten durften, Guus als Eigner nicht. Der Skipper beschloss weiter zu fahren und die Reparatur in einem anderen Hafen ausführen zu lassen, weil das Ganze zu lange dauern würde und unbefriedigend war.

Liegeplatz in Valencia. Zunächst hatten wir einen Platz im Nordhafen. Weil der Steg, an dem wir lagen, demontiert wurde -der Hafen wird umgebaut- erhielten wir einen Liegeplatz in dem Stadthafen. Dieser war wegen den vielen Cafés und Kneipen abends bis spät in die Nacht sehr laut, eine Zumutung!
noch ein Letztes aus Valencia: dieses „Street-Art“ Kunstwerk zeigt die ikonische Stencil-Figur (Schablonenfigur) „The Photographer“, die man auf vielen Mauern und Wänden in der Stadt sieht

Also ging es am Sonntag, 07.06. weiter zum Hafen von Denia, eine 48 Sm-Fahrt. An sich eine ruhige Fahrt bei sonnigem Wetter, die letzten 2 Stunden hatten wir dann aber doch mit höheren Wellen zu kämpfen. Die Hafenstadt an der Costa Blanca hat rd. 28.000 Einwohner und ist ein beliebtes Urlaubsziel.

Das „Castillo de Deniá“ direkt am Hafen beherbergt ein archäologisches Museum und wurde im 11. und 12. Jahrhundert von den Maurern über eine früheren römischen Anlage erbaut.

das Castillo von Denia
dto.
das Rathaus an der Plaza de la Constitución, neoklassiztissche Architektur. Was man heute sehen kann, ist das Ergebnis einer Reform zwischen 1812 und 1848

Zwei Tage später, 9.06.26 war unser Ziel der Hafen von Allicante, 57 Sm weiter. Die 10-Stunden Fahrt bei mäßigen Wind und See führte an einer schönen Küste vorbei.

Küste auf Höhe der Stadt Xàbia
dto.
unterwegs

Allicante, ebenfalls an der Costa Blanca zählt rd.370.000 Einwohner, die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf Tourismus und Weinproduktion.

Blick auf Hafen und Stadt Allicante
im Hafen mit Blick auf das Castillo de Santa Barbara, oben auf dem Hügel Benacantil
hübsches Gebäude
die Promenade „Explanada de España“ insgesamt bestehend aus 6,5 mio Marmorsteinchen, wirkt optisch gewölbt

Spannend war auch der Besuch des „Museo de las Ilusiones“.  Das Museum ist eine interaktive Attraktion, die Wissenschaft, Kunst und Unterhaltung verbindet. Optische Täuschungen stellten die Sinne auf die Probe. Sehr unterhaltsam und interessant.

Wiederum zwei Tage später, 11.06. ging unsere Reise weiter nach Cartagena. Diesmal 67 Sm. Aufgrund des günstigen Windes und trotz hoher Wellen absolvierten wir eine regelrechte Rauschefahrt und erreichten unser Ziel bereits nach 10 Stunden. Cartagena hatten wir bereits in Juli 2023 besucht,  dort eine Woche verbracht und damals vieles über die historische Stadt berichtet. Wir haben die Zeit zum Ausruhen genutzt und natürlich auch eine Wanderung durch die uns bekannte Stadt gemacht.

Samstag, 13.06.26 hieß es erneut „Leinen los“ und die Fahrt führte uns zu dem 51 Sm weiter gelegenen Hafen von Garrucha.

Im Hafen werden Gips, Quarzsand, Marmorpulver und Sand umgeschlagen, diese Rohstoffe werden aus der Umgebung aus den nahegelegen Steinbrüchen in Sorbas mit LKWs zum Hafen transportiert und von dort aus in aller Welt verschifft. Wir kamen am Wochenende dort an, wo kein Betrieb war, aber am darauffolgenden Montag fuhren hunderte von LKWs mit den Ladungen zum Hafen. Dort wurden die Rohstoffe in große Frachtschiffe geladen. Die Ladung eines großen Frachtschiffes dauerte gut 14 Stunden. Man kann kaum verstehen, was an Gewinn übrig bleibt bei dem Einsatz von all den LKWs, Maschinerien, Arbeiter, Transporte etc.

 

Der kleine Ort selber hat außer einen langen weißen Sandstrand nichts zu bieten, im Sommer brummt der Ort vor Touristen.

Dienstag, 16.06. waren wir schon wieder mit unserer GusAnne auf Achse und fuhren zum Hafen „Puerto de Roquetas de Mar„, 58 Sm. Eine ruhige windunterstützte 9-Stunden Fahrt.

unterwegs, einer der vielen dort stehenden Türme, hier der Torre Atalaya del Peñón, oder auch Teufelsturm genannt, ein historischer Nasriden-Wachturm aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Er steht auf einer Klippe zwischen Mojácar und Carboneras in der Provinz Almeria
die Bauruine des geplanten Hotels „El Algarrobico“, 4km nördlich von Carboneras. Fläche 16 ha, ein Gebäude mit 21 Stockwerken und 411 Zimmern. Mit dem Bau wurde 2003 begonnen und 2005 gestoppt. Nach einem zehnjährigen Rechtsstreit wurde das Projekt für illegal erklärt. Toll! Grund, es wurde ohne Genehmigung in einem Naturschutzgebiet gebaut

Trotz vorheriger telefonischer Reservierung hieß es von den Marineros bei der Einfahrt im Hafen Roquetas „closed“ bzw. „cerrado“. Wir wussten uns aber zu wehren und dann ging es doch. Wie sich herausstellte, hatte das Hafenbüro die beiden nicht von unserer Ankunft in Kenntnis gesetzt.

Auch dieser Ort lebt überwiegend vom Tourismus und hat ebenfalls lange weiße Sandstrände im Angebot.

Für unser „Bugstrahlruder“-Problem gab es hier jedoch eine wunderbare Lösung. Die kleine Werft im Hafen konnte die GusAnne am nächsten Tag auf dem Trockenen bringen und Guus hat die Reparatur selber -und mit Erfolg- durchgeführt. Am folgenden Tag war das Schiff schon wieder im Wasser.

die GusAnne -wieder- auf dem Trockenen
Blick von Bord aus -auf der Werft- auf den Hafen
und die andere Seite, Blick auf das Castillo de Santa Ana
Bewohner oder blinder Passagier auf einem Nachbarboot auf der Werft

Freitag, 19.06. führte die Fahrt nach Motril. 55 Sm standen an, die bei mäßiger See mit einem „Hart-am-Wind-Kurs“ gut und schnell gemeistert wurden. Unterwegs haben wir einen springenden Marlin (Schwertfisch) gesehen. Er war leider zu schnell untergetaucht um fotografiert zu werden.

Motril ist eine Stadt in der Provinz Granada, liegt 50Km südlich von der Stadt Granada, und hat ca. 60.000 Einwohner.

Hafen von Motril
unser Liegeplatz
Vogelperspektive des Hafens (vom Poster aufgenommen)

Weiter ging es am übernächsten Tag, 21.06.26 zum Hafen von Fuengirola. Auch auf dieser Strecke waren wir schnell, 64 Sm in 9,5 Std. geschafft! Die Stadtgemeinde, eine der 100 selbständigen Gemeinden der Provinz Málaga an der Costa del Sol, mit 85.000 Einwohnern auf einer Fläche von nur 10 qKm war voller Touristen. Die Straße entlang des mehr als 7km langen Strandes war voller Buden, Restaurants, Kneipen, Spielplätze für Kinder, Boutiquen, Shops etc. Dieser Touristenrummel hat uns nicht gefallen, aber wir haben den Ort wiederum nur als Zwischenstopp gesehen.

die Kirche „Nuestra Señora del Rosario“ an dem Plaza de la Constitutión. Der Plaza liegt mittig in dem älteren Teil des Ortes. Es gibt jedoch keine richtige Altstadt

Ein wenig ausgeruht sind wir am 23.06. morgens um 7.00 Uhr losgesegelt nach Gibraltar. Insgesamt 53sm  sind wir bei diesigem Wetter gefahren mit jedoch milden Witterungsbedingungen. Unterwegs viele Delphine gesehen, schön!

Es ist jetzt das 3.Mal, dass wir in Gibraltar, d.h. im Hafen Alcaidesa auf der spanischen Seite, im Ort La Linea de la Concepcion sind. Bleiben 4-5 Tage. Wir haben jetzt gut 1/3 gleich 890 Sm der Gesamtstrecke Port-de-Bouc bei Marseille bis Bruinisse in den Niederlanden geschafft!

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die kurzen Aufenthalte von nur 1 – 2 Nächte nicht reichen um uns erholen zu können. Übermüdung und Schlaflosigkeit machen sich bemerkbar. Daher die jetzigen 5 Tage hier in Gibraltar. Der nächste längere Stop planen wir in Lagos.

Gibraltar südlich passiert
Liegeplatz in Marina Alcaidesa

Auch wir haben mit der Wärme bzw. Hitze zu kämpfen, obwohl dies in den hiesigen Regionen und in der jetzigen Jahreszeit normal ist im Vergleich mit den Temperaturen, die momentan bei Euch herrschen. Im Schiff ist es mit der Klimaanlage prima auszuhalten und während der Fahrt sorgt der Wind für Erfrischung.

Wir wünschen euch alle, dass die Hitze irgendwie erträglich bleibt ……..

Pffffff ……….