Agadir, Rundreise im südöstlichen Bereich Marokkos und Überfahrt nach Lanzarote

Mittwoch, 19.02. haben wir um die Mittagszeit in Safi die Leinen los gemacht und die 140 Sm lange Fahrt nach Agadir gestartet. Wir hatten einen Tag und eine Nacht an benötigte Zeit einkalkuliert. Zunächst sind wir ca. 10 Sm von der Küste weg gefahren um das Risiko zu umgehen, in Fischernetze zu geraten, die dort ausreichend vorhanden waren. Wind kam aus NNO, somit achterlicher Wind, bis zu 20 Knoten. Die Wellen waren zunächst grob, nachts war der Ozean dann wieder mäßig bewegt und der Wind ließ etwas nach. Um 14.00 Uhr am nächsten Tag haben wir in der Marina von Agadir angelegt.

unterwegs, kurz vor Agadir, ging es wieder Richtung Küste
die Bucht von Agadir, direkt am Hafeneingang. Im Berg steht -nachts hell beleuchtet-                  „Allah   Vaterland    König“.  Ähnliches haben wir während unserer Rundfahrt im Landesinneren des Öfteren gesehen. Ganz oben sieht man die restlichen Mauern der Kasbah

Die Hafenstadt Agadir ist im Vergleich zu den anderen marokkanischen Großstädte eine neue, moderne Stadt. Sie wurde nach dem verheerenden Erdbeben in 1960 verwüstet und hat daher heute  nur noch wenige historische Bauten.

Blick von oben von der Kasbah auf den Küstenbereich der Stadt
und auf die Marina

In der Zeit vom 25.02. bis 02.03. hatten wir ein Auto gemietet, um den südöstlichen Bereich Marokkos kennen zu lernen. Die Strecke führte durch den „Hohen Atlas“ bzw. den Bereich zwischen den „Hohen- und den Anti Atlas“ bis kurz vor der Algerischen Grenze und dann etwas südlicher über  einen Teilbereich der Sahara, wieder zurück zur Küste, ca. 170 Km südlich von Agadir und danach zurück nach Agadir. Insgesamt sind wir etwas mehr als 2.000 Km durch eine faszinierende, einzigartige Berglandschaft mit ausgestreckten Tälern und Wüstenlandschaften gefahren. Marokko, insbesondere der südlichen Teil ist eine Reise wert!!

Erste Station hatten wir in der Stadt „Ouarzazate“ gemacht, wo als Hauptsehenswürdigkeit die „Kasbah Taourirt“ einen Besuch Wert war. Ein großes Lehmdorf. Viele Teile der Siedlung sind heute noch bewohnt, andere zerfallen. Aber es wurde auch noch im traditionellen Sinne, mit Stroh und Lehm, restauriert.

die Kasbah
einige Hauswände waren mit Verzierungen und Motive geschmückt
Blick auf die Kasbah aus der Ferne
unterwegs nach Ouarzazate
Ziegen in einem Arganbaum. Sie lassen sich die Argannüsse schmecken.
Foto mit dem Hirtenjunge, der zwar sehr freundlich war, aber anschließend nach „money“ fragte

Am nächsten Tag ging es weiter zu der Stadt „Tinghir„, nachdem wir vorher durch die „Gorges du Dadès„, traumhafte Oasengärten mit schönen Kasbahs, gefahren sind. Die Dadès-Schlucht ist für die tollen Felsformationen bekannt. 

    

Tinghir liegt in knapp 1400m Höhe mitten in den Bergen.

Tinghir

Am nächsten Tag, 27.02. sind wir durch die „Gorges du Todhra„, eine Schlucht, wo zwei Steilwände fast aufeinander stoßen, und eine der schönsten Oasen des Landes.

Blick von oben in die Oase bzw. Schlucht
in der Schlucht
eine Hirtin mit ihren Ziegen und Söhnchen
oben auf dem Berg war eine Hotel, zwar mit tollen Ausblick auf die Schlucht aber leider ohne Elektrizität

An dem Tag sind wir bis „Erg Chebbi„, eine durch Wind geformte Dünenlandschaft gefahren. Mit 200m hohe Dünen gehört der Erg Chebbi zu den größten Dünenlandschaften Marokkos. Wir sind bis zu dem am Rand der Dünen gelegen Ort „Merzouga“ gefahren und haben dort in einer Kasbah übernachtet.

Erg Chebbi
Kamele zu einem Wüstenausrit bereit
und nochmals Dünen mit einen Wasserbrunnen
Kasbah Merzouga

Am nächsten Morgen hatten wir uns spontan zu einer 2-Stündigen Fahrt durch die Wüste entschieden. Das Hotel organisierte für uns einen Fahrer  (Berber) mit einem Jeep. Er fuhr mit uns durch die Wüste u.a. zu dort lebenden Berbern, wo für uns und andere Besucher musiziert wurde (Trommeln, Metall-Kastagnetten und Gesang). An einer anderen Stelle lebten 3 Erwachsenen und ein Jugendlicher in Zelten zusammen mit ihren Ziegen, Hühnern und einen kleinen Wüstenfuchs; dort wurde uns Tee serviert. Die Wüste ist auf ihre Art schön und beeindruckend.

zu Besuch bei der Berberfamilie
nach dem Tee zeigte die Dame des „Hauses“ ihre Arbeit am Webstuhl
der kleine -jedoch an einer Kette gelegte – Wüstenfuchs
im Hintergrund Berberzelte, in welchen Touristen übernachten können
kleine Verschnaufpause, beachtet das Freiheitssymbol der Berber auf dem rechten größeren Stein

An dem Tag ging die Fahrt dann via Rissani, eine kleine Wüstenstadt, weiter nach N’Kob, ein kleiner Oasenort am Fuße des Saghro-Gebirges, abseits der Touristenstrecke. N’Kob ist als Dorf der 45 Kasbahs bekannt. Wir haben in dem empfohlenen schönen Hotel „Ait Omar“ übernachtet und zu Abend gegessen. In 2005 wurde die Kasbah von einem Deutschen Ehepaar erworben und wunderschön restauriert, eine Verbindung von Tradition und Moderne, dabei Schlicht und Elegant. Außer uns beiden hat noch ein Deutsches Ehepaar aus Zwickau, Karin und Thomas, dort übernachtet. Abends und morgens war somit ein interessanter Reiseerfahrungsaustausch möglich.

das Stadttor von Rissani
Blick von der Hoteldachterrasse auf N’Kob
Innenhof des Hotels Ait Omar

Weiter ging es durch das „Vallée du Drâa“, auch eine Flussoase mit Dattelpalmen so weit das Auge reicht, nach Tata, eine Oasenstadt südlich des Antiatlas.

Vallée du Drâa mit Blick nach rechts ….
…. und nach links
unterwegs nach Tata
unterwegs, einen Wasserbrunnen als Viehtränke
Verkehrsschilder, wie man sie bei uns nicht kennt
und in echt

Bevor wir am nächsten Tag weiterfahren wollten, musste zunächst noch in Tata getankt werden. Die Zapfsäule war in einer einfachen Garage, aber mit Hilfe von Straßenbauarbeitern haben wir die „Tankstelle“ gefunden.

Die Route führte zurück zur Küste nach „Sidi Ifni„, südlich von Agadir. Dort haben wir nochmals übernachtet, bevor es dann am nächsten Tag zurück nach Agadir ging. Es waren tolle 2.070 Km!!

In Agadir haben wir uns ein wenig von der Reise erholt und Vorbereitungen für die Überfahrt nach Lanzarote, Arrecife, getroffen. Dies war für Anneke bislang die längste Strecke. Wir hatten uns ein gutes Wetterfenster ausgesucht mit NNO-liche Winde um die 20 Knoten und Vollmond! Am Samstag, den 7.03. haben wir nach Ausklarierung und anschließendem Tanken, die Fahrt bei sonnigem Wetter um 12.00 Uhr gestartet. Die Wellen waren ziemlich hoch, ca. 3m, aber dazu kam durch veränderte Windrichtung eine unruhige Dünung. Durch das starke Schaukeln und Rollen des Bootes wurden wir beiden, was bislang sehr selten war, seekrank. Das war dann nicht so lustig.

Guus hatte den Radar so eingestellt, dass für den Fall, Schiffe in unserer Nähe kamen, der Alarm losging, sodass wir beiden, Guus draussen und Anneke drinnen viel gelegen und geruht haben. Auf der ganzen Strecke haben wir zu Beginn 2 – 3 größere trawlende Fischerboote gesehen, die wir ausweichen mussten und am nächsten Tag ein größeres Containerschiff, welches uns achterlich passierte, mehr nicht.

Der zweite Tag war wesentlich angenehmer zu fahren, da die Dünung nunmehr gleichmäßig war. Mit konstantem NNO-Wind (Passatwind) konnten wir die komplette zweite Hälfte der Reise ohne Motor segeln mit einer Fahrt von 5 – 6 Knoten.

Nach 45 Stunden haben wir am Montagfrüh um 08.30 Uhr, Lokalzeit, in der Marina Lanzarote in Arrecife angelegt. Nach einem kurzen Schläfchen ging es uns beiden wieder bestens und wir waren hungrig, weil wir auf der Fahrt so gut wie nichts gegessen hatten, bis auf Salzkekse und Cola.

Wir haben nur an zwei Tagen einen Teil der Insel Lanzarote besichtigen können, denn am Sonntag, 15.03. wurde in Lanzarote wegen des Corona-Virus eine Ausgangssperre verhängt. Sämtliche Museen, öffentliche Gebäude, alle Schulen, Geschäfte, Restaurants etc. bis auf Supermärkte und Apotheken  wurden geschlossen. Man darf sich nur auf die Strasse begeben, wenn man zum Supermarkt oder Apotheke will, dies wird auch kontrolliert und gfs. bestraft. Autofahren darf man nur mit Sondergenehmigung. Das Ganze gilt zunächst bis zum 31.03.20. Danach ??? Also, sind wir zunächst mal „verbannt“ auf unserem Treibenden Domizil. Langeweile wird nicht aufkommen, da es wie bekannt, immer etwas auf einem Boot zu tun gibt, genügend Lektüre vorhanden ist und eine schöne Aussicht genossen werden kann.

Glück hatten wir, dass unser Liegeplatz direkt gegenüber dem Segelschiff von Niels ist. Niels ist Niederländer, ein erfahrener Regattasegler, der u.a. Serviceleistungen bietet in Bezug auf elektronische Navigationsgeräte, insbesondere B&G Geräte, die auch wir an Bord haben. Wegen der Komplexität der bei uns installierten Geräte hatten wir sowieso vor, bei unserer nächsten Pause, eine erweiterte Einweisung bzw. Schulung vornehmen zu lassen. Insbesondere in Bezug auf die nunmehr immer länger werdenden Strecken. Dies hat Niels an 2 Nachmittage uns sehr transparent nahe gebracht. Festgestellt hat er auch dass einer der beiden installierten Kompasse kalibriert werden muss. Auch hat Niels uns die Software „Predict-Wind“ empfohlen in Kombination mit einer Satellitentelefon „Iridium-Go“. Dies wollten wir uns eh in diesem Jahr anschaffen und da das Predict-Wind-Programm kompatibel mit unserer B&G-Anlage ist, werden uns für diese Empfehlung entscheiden. Niels wird uns bei der Installation entsprechend begleiten.

Niels bei der Arbeit

Wir hoffen sehr, dass die Corana-Pandemie ein gutes und schnelles Ende findet. Bleibt alle Gesund, liebe Grüße aus Arrecife!! Erste Fotos vor der Ausgangssperre.

Lagune von Arrecife in Abendstimmung
Küstenabschnitt auf der Radtour nach Puerte  Del Carmen                         

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Tanger nach Rabat, dann Mohammedia und Safi

Entschuldigung bitte, dass wir uns erst jetzt wieder melden, aber das WLAN in Marokko ist nicht so dolle oder es gibt gar keins in den Häfen. Auch trotz unser Reservehandy mit Prepaidsimkarte klappt es nicht immer so richtig. Im Moment sitzt Anneke in der Marina von Agadir in einer Poolbar und mit deren W-LAN klappt es. Also, dann  …….

und los gehts

Nach einer Woche Aufenthalt in Tanger stand als Nächstes eine längere Fahrt nach Rabat auf unserem Plan. 126 Sm, d.h. ein Tag und eine Nacht nonstop. Am 20.1. ging es mittags los, nachdem Polizei und Douane unser Schiff kontrolliert hatten und wir den „Sortie“-Stempel in unseren Pässen erhalten hatten. Sie kamen sogar mit einem Hund, der unsere GusAnne auf evtl. vorhandene Drogen erschnüffeln sollte. Trotzdem wir die Fender entfernt hatten und das Schiff somit ganz nah am Steg lag, und dem Hund Leckerlis gegeben wurden, traute er sich nicht an Bord zu springen, sodass Herrchen und Hund nach mehreren Versuchen unverrichteter Dinge wieder gingen. Mit Wind aus Nord, später aus Nord-Ost bis zu 20 Knoten kamen wir gut voran. Um 20.00 Uhr waren wir auf der Höhe von Laroche. Wir konnten einen schönen Sternenhimmel genießen. Ab Sonnenaufgang zeigte sich der Himmel blau und es war angenehm warm. Rabat, Marokkos Hauptstadt, liegt an dem südlichen Ufer des Flusses „Bouregreg“ und an den Atlantischen Ozean. Die stark differierenden Meerestiefen verursachen eine starke Brandung mit überschlagenden Wellen im Bereich der Hafenzufahrt. Der Empfehlung, den Hafen bei Hochwasser und keinem starken NW-Wind hineinzufahren, sind wir nachgekommen, sodass wir problemlos in der Hafenzufahrt hineinfahren konnten. Dienstagmittag um 11.30 Uhr wurde am Visitor-Steg angelegt und die Procedure; Besichtigung des Bootes durch Polizei und Douane, Ausfüllen von vielen Formularen, wiederholte sich. Nach 1 1/2 Stunden lagen wir dann in der Marina an einem Steg im Hafen „Bouregreg“ in der Stadt Salé, direkt gegenüber Rabat an der anderen Flussseite, an. Da war erst mal eine Runde Schlafen angebracht. 

Zufahrt zum Hafen vom Atlantik her
Blick auf Marina „Bouregreg“     

Rabat ist neben Fès, Meknés und Marrakesch eine der vier Königsstädte. Das Wahrzeichen von Rabat ist der „Tour Hassan“ aus dem 12. Jh. Direkt in der Nähe das Mausoleum van Mohammed V. und Hassan II, Großvater und Vater des jetzigen Königs Mohammed VI.  

Tour „Hassan II“ bei Tag ……..

 

 

 

 

 

 

 

….. und bei Nacht
das Mausoleum (ganz links)    

Wenn man in die Hafenzufahrt bzw. in den Fluss Bouregreg hinein fährt, fährt man an der oben auf einem Felsen liegenden „Kasbah Oudaya“ vorbei. Es ist das Altstadtviertel von Rabat. Die Kasbah wurde im 12. Jh. als Wehrburg errichtet.   

die Kasbah des Oudayas
in der Kasbah, einer der vielen Gassen  

Vom 27.01. bis 31.01. hatten wir ein PKW gemietet und sind zunächst über Landstraßen nach Meknès, man nennt es „das einstige Versailles Nordafrikas“, gefahren. Das „Bab Mansour“, Wahrzeichen der Stadt, wurde im 17. Jh. errichtet und soll eines der Schönsten von Marokko sein. Die 3 Bögen sind mit Keramiken und Marmor verziert.

„Bab Mansour“

Von einer Terrasse aus konnte man auf den arabischen Markt „Souk“ schauen, wo es Schlangenbeschwörer, einen Strauß, Affen und jede Menge Verkaufsstände mit Kleidung, Töpfer- und Essenswaren gab. Eine bunte Angelegenheit mit den unterschiedlichsten Gerüchen. 

Töpferware „en masse“, inbesondere „Tajines“ (aus Lehm gebranntes Schmorgefäß“ mit Deckel)
ein Teil des arabischen Markts (Souk)
Kräuter….. Oliven…. toll dekoriert    

Interessant war auch die „Ville Impériale“, das einstige Herrscherzentrum, welches von einem Sultan im 17. Jh. errichtet wurde (im Übrigen im Jahre 1996 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen). Ein riesiges Areal, wo sich auch eines der Paläste des jetzigen Königs befindet, welches jedoch durch hohe Mauern abgeschottet war. Ferner ein „Königlicher Golfplatz“, ein großer Teich, ein Mausoleum, im welchem der Sultan, der dies alles geschaffen hat, ruht. Sehr beeindruckend waren die „Greniers et Ecuriers de Moulay Ismail“. Letzteres ist ein vom bereits erwähnten Sultan geschaffenes Gebäudekomplex, ein riesiger Vorratsspeicher mit anschließenden Stallungen (400 x 400m groß) und einem großen Wasserbecken. In den Stallungen wurden bis zu 12.000 Pferde und Kamele untergebracht. Toll anzuschauen.

endlose Gänge, links und rechts jeweils die Stallungen für die Pferde und Kamele (das Ganze war früher überdacht)

die Getreidespeicher (genau an einer Ecke fotografiert)
das Wasserbecken, direkt an den Stallungen grenzend

In Meknès haben wir zwei Nächte in einem schönen typischen marokkanischen Hotel „Riad“ übernachtet. Wir fühlten uns wie in 1001er Nacht. Am 29.01. sind wir -wieder über kleinere Strassen- via El-Hajeb und Azrou nach Fés, drittgrößte Stadt Marokkos, gefahren. 

unterwegs von Meknès nach Fés
unterwegs von Meknés nach Fès (ausgestreckte Täler)

Auch in Fès wieder eine lebhafte Medina mit engen, verwinkelten Gässchen, tolle alte Stadttore „Babs“ und vielen Moscheen. Vom Königspalast in Fès konnten wir wenigstens einen Blick auf einer der Zugangstore ergattern, der Rest wurde wieder durch hohe Mauern gegen Einblicke „geschützt“.

eines der vielen „Bab“s
der Eingang des königlichen Palastes in Fès

Das Gerberviertel in Fès „La Tannerie“ ist das bekannteste im Land. Die Gerber stehen in bunten Becken und bearbeiten das Leder, eine Knochenarbeit und das stets verbunden mit einem strengen Geruch.

die Tannerie

Nach zwei Übernachtungen ging es am 31.01. zurück nach Rabat via Moulay Jacoub und Volubilis. In Volubilis haben wir die gut erhaltenen römischen Ruinen besichtigt. Der Ort wurde um das Jahr 25 n. Chr. gegründet und erlebte im 3. Jh. seine Blütezeit. 

Die Ausgrabungsstätte liegt am Fuß des Zerhoun-Gebirges
das Kapitol
der Triumphbogen

Wieder an Bord haben wir uns noch 2 Tage in Salé, wo die Marina war, umgeschaut. Im Vergleich zu der gegenüberliegenden Stadt Rabat war dies eine wesentlich weniger betuchte Stadt.

Beginn der alten Stadtmauer und Festung,  zu Beginn des 17. Jh. eine Piratenhochburg, die den Europäern den Dshihad (Kampf) erklärten und auch ausübten.
hinter der schützenden Stadtmauer …
und davor ….

Am 04.02. hatten wir vor, von Rabat nach Mohammedia zu fahren, eine  Strecke von rd. 35 Sm. Viele Häfenalternative gibt es in Marokko nicht. Eigentlich nur 3 richtige Marinas;Tanger, Rabat und Agadir. Mohammedia ist ein Seehafen und hat eine kleine Privatmarina, wie wir im Hafenhandbuch gelesen hatten. Am Tag vor der Abreise aus Rabat hatte Guus im Hafenbüro sowie bei der Douane Bescheid gegeben. Wir sollten uns um 8.00 Uhr morgens  bei der Douane melden, bzw. an deren Steg anlegen, was wir auch pünktlich nachgekommen sind. Aber, erstmal waren die betreffenden Beamten noch nicht da, und der, welcher im Büro war, fragte, für uns unverständlich, ob wir vom Hafenbüro das OK bekommen hätten, um herauszufahren. Das war nicht der Fall, also fuhr der Beamte mit Guus zum Hafenbüro. Dort hieß es, dass die Brandung am Hafeneingang sehr stark war und wir aus Sicherheitsgründen bis zum Hochwasser, 11.00 Uhr, warten sollten. Gegen 10.00 Uhr kam ein Motorboot des Hafenbüros und nahm Guus sowie ein anderer Skipper eines französischen Segelbootes mit, um an der Hafenzufahrt selber feststellen zu können, ob ein Verlassen des Hafens zu verantworten sei. Der französische Skipper und Guus waren beide der Meinung, dass dies möglich wäre, also zurück zum Schiff und kurze Zeit später bekamen wir unseren Ausreisestempel und die Douane nebst Hund kontrollierten unser Schiff. Dann ging es los. Wir wurden von dem Motorboot der Marina begleitet bzw. diese fuhren vorweg und das französische Segelboot fuhr hinter uns her. Die Brandung bzw. der Schwell am Hafeneingang war dann doch noch ziemlich stark. Guus hatte vorsorglich angeordnet, dass wir beide uns neben den angelegten Rettungswesten, auch mit unseren Sicherheitsgurten an die Laufleine anpinnen.  Kurz vor der Ausfahrt des Hafenzuganges kamen dann kurz nacheinander drei mindestens 3m hohe, steile Wellen, die dafür sorgten, dass wir zunächst rd. 45 Grad „den Berg“ hoch fuhren und danach das Gleiche wieder runter, es kam einer Achterbahnfahrt sehr nahe. Die Wellen überschlugen sich am Bug und sorgten dafür, dass das komplette Schiff und wir beide hinten in der Plicht nass wurden. Ansonsten alles gut. Wieder im Ozean meldeten sich die Franzosen über Funk und fragten, ob auch wir so schön nass geworden wären wie sie, und wünschten uns eine gute Weiterfahrt. Und die war auch gut, der Wind war zwar nicht stark genug, sodass wir den Motor mitlaufen lassen mussten. Gute 6 Stunden später wurde in der Privatmarina angelegt. Der Hafenmeister, Douane, Polizei etc. waren natürlich auch in kürzester Zeit da. Die Liegegebühr war für marokkanischen Verhältnisse happig. Sie verlangten umgerechnet über € 50,- pro Tag (zum Vergleich: in Rabat € 9,-), mit der Erklärung, wir müssten sowohl die Liegegebühr für die Privatmarina als auch für den Seehafen bezahlen. Na, ja, dem sei denn so. Die Hafenstadt Mohammedia mit etwa 200.000 Einwohnern lebt überwiegend vom Hafen. Neben der Altstadt war eine ältere Moschee sehenswert, wo es Guus sogar erlaubt wurde, diese von innen zu besichtigen.

    

Der Hafen war ziemlich laut, große Frachtschiffe legten an und brachten ihre Ware. Ständig hörte man Motor- und/oder Generatorengeräusche. Drei Tage später sind wir dann auch wieder los mit dem Ziel Safi. Entfernung 150 Sm, somit annähernd 30 Std. Fahrt. Eigentlich wollten wir schon einen Tag früher los. Geplant war abends um 19.00 Uhr. Als wir uns eine Stunde vorher bei der Douane meldeten, teilten diese uns mit, dass diese uns aus „Sicherheitsgründen“ nicht erlauben würden, abends zu fahren. Das Wetter war einwandfrei und die „Sicherheitsgründen“ waren einfach fehlende Beamten, die schon Feierabend hatten. Also blieb uns nichts anderes übrig, als eine weitere Nacht in Mohammedia zu verbringen. Am 7.02., um 10.00 Uhr morgens, wurde abgelegt. Leicht bewölkter Himmel, aber 17° warm. Wind leider nur bis max. 10 Knoten. Gegen 13.00 Uhr sind wir an Casablanca vorbei gefahren. Leider war es im Küstenbereich etwas diesig, sodass wir die „Hassan-II-Moschee“, eines der größten Moscheen der Welt, nicht so ganz deutlich sehen und aufnehmen konnten.

Casablanca

Die Nacht war toll, Vollmond! Samstags erreichten wir um 14.30 Uhr den Hafen von Safi. Wir konnten an einem alten Frachter im Päckchen anlegen, dies bedeutete natürlich Klettern um an Land zu kommen. Die marokkanische Besatzung des Frachters war aber sehr freundlich und behilflich beim Anlegen. 

Hafeneinfahrt
angelegt an dem alten Frachter
Fischerboote, soweit das Auge reicht
auch größere Fischerboote, zu 5 – 6 im Päckchen

Safi ist nach Casablanca wichtigster Hafen und Industriestandort von Marokko. Das Hinterland ist sehr phosphatreich. Dadurch, dass die felsigen Böden großflächig gesprengt und abgebaggert werden um das Phosphat zu gewinnen, und die Verladung der Schiffe, verursachten eine enorme Verschmutzung. So dreckig war unsere GusAnne noch nie! Safi ist auch bekannt für seine Keramik-Industrie und -Märkte. 

Blick von der Stadt auf den Hafen
auch hier eine starke Brandung
links im Bild ein alter Töpferofen, aber noch in Betrieb. Im Hintergrund eine alte Moschee

Vom 12.02. bis zum 16.02. hatten wir einen PKW gemietet und sind zunächst der Küste hoch nach El Jadida. Besonderheit hier war die im Jahre 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobene portugiesischen Altstadt (Cité Portugaise), eine Befestigungsanlage aus dem 15. bis 18. Jh.

Tags darauf sind wir weitergefahren nach Beni Mellal, wo wir übernachtete und danach weiter nach Marrakesch. Der Weg bis dahin führte durch das“Hohe Atlasgebirge“und war wunderschön. Es war Valentinstag und da ließen wir es uns nicht nehmen in das“Tal der Glücklichen“ zu fahren in Demnate. Wenn schon, denn schon.

Blick auf die portugiesische Festung

hier waren wir schon ziemlich hoch im Atlas Gebirge
ein Stausee in Azilal
Blick auf die schneebedeckte 4000er

Marrakesch, bekannt als „rote Stadt“ oder „Perle des Südens“. Marrakesch ist ein Wort aus der Sprache der Berber und bedeutet in etwa „das Land Gottes“. Die größte Moschee von Marrakesch ist die „Koutoubia-Moschee“. 

die Moschee wurde 1158 eingeweiht

Gegen Abend sind wir auf die Hauptattraktion der Stadt, die „Djemaa el Fna„, ein mittelalterlicher Markt- und Henkersplatz. Heute erlebt man dort Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer und Gaukler. Und natürlich jede Menge größere und kleinere Restaurants und Bars. Es ging dort sehr lebendig zu.

hier freute Guus sich zu früh, die Dame wollte eigentlich nur „money“
Strasse in der „Roten Stadt“
in der Medina

Dann haben wir noch den Garten „Jardin Majorelle“ besucht, ein ca. 4000 m² großer botanischer Garten, der in 1980 von dem Modedesigner Yves Saint Laurent und seinem Lebensgefährten gekauft und mittlerweile verwildert,  wiederhergestellt wurde. Auch gibt es dort ein Berbermuseum.

     

 

    

Bevor wir am nächsten Tag wieder Richtung Safi gefahren sind, haben wir noch die „Menara“-Gärten besucht. Es handelt sich um einen etwa 100 ha großen öffentlichen Stadtpark. Die Gärten wurden von den Almohaden, eine Beberdynastie, im 12. Jh. als Olivenplantage mit einem besonderen Bewässerungssystem angelegt. Ein Kanalsystem führt von einem See in die Gartenanlagen. Die Gärten wurden 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Pavillon an den erwähnten See. Dieses Gebäude erfüllt keine Aufgabe mehr, es wurde früher von hohen Stadtbeamten genutzt, wenn sich diese zur Erholung in den Gärten aufhielten.

Insgesamt haben wir weitere rd. 900 Km Innenland von Marokko kennengelernt und dies sehr genossen.

auf dem Rückweg nach Safi

Mittwoch, 19.02. geht es mit unserer GusAnne weiter nach Agadir, rd. 140 Sm südlicher. Darüber erzählen wir in unserem nächsten Beitrag.

       Abschiedsgrüße aus Safi

Von Gibraltar nach Ceuta und weiter nach Tanger

Am 8.01.20 haben wir uns nach Ceuta, eine spanische Exklave in Marokko, aufgemacht. Dies bedeutete, die Überquerung der Straße von Gibraltar, Abstand rd. 16 Sm. Bevor wir Gibraltar verlassen haben, wurde natürlich zunächst taxfree Diesel getankt. Für umgerechnet € 0,70 je Liter war dies eine lukrative Angelegenheit.

rd. 600 L nachgefüllt

Vor unserer Abfahrt aus La Linea hatten wir uns am 6.01. noch mit Manuela und Christian aus der Schweiz getroffen. Die Beiden haben eine „Noordkaper“, somit bis auf das Heck, ein ähnliches Schiff wie wir. Wir hatten uns 2018 bereits in Jersey, danach in diesem Jahr in La Coruna und in Cádiz gesehen. Wir wussten, dass sie im Stadthafen von Gibraltar waren und hatten sie kurz nach unserer Ankunft besucht. Am 6.01. erfolgte der Gegenbesuch. Sie bleiben noch bis Ende Februar in Gibraltar und wollen dann bis zu Beginn der Hauptsaison zu den Balearen, danach zu den Kanaren. Vielleicht sehen wir uns dort wieder?

Tschüs, Ihr Beiden und Auf Wiedersehen.

Die Überquerung der Straße von Gibraltar erfolgte problemlos. Durch die permanente starke Strömung Richtung Mittelmeer wurde die GusAnne jedoch leicht versetzt, sodass wir insgesamt 18,4 Sm gefahren sind, anstatt die ausgemessenen 16 Sm. Nach 3 Stunden haben wir in der Marina „Hercules“ in Ceuta festgemacht. Ceuta ist 18,5 Km²groß, liegt auf der Spitze einer Halbinsel, hat rd. 85.000 Einwohner, gehört zur EU und ist vom Zollgebiet der EU ausgenommen. Ceuta hat einen hohen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern.

Überfahrt von Gibraltar nach Ceuta
Liegeplatz in der Marina „Hercules“
Blick auf Hafeneinfahrt aufgenommen während einer Wanderung im  Park „de San Amaro“
bei guter Sicht; Gibraltar in der Ferne

Die wichtigsten Wirtschaftszweige in Ceuta sind die Fischzucht in Aquakulturen und die Fischverarbeitung. Das historische Zentrum wurde als Kulturgut anerkannt. 

eine Befestigungsanlage aus dem 16. Jahrhundert „Fosa de San Felipe“
von innen aufgenommen
auch eine Art „Firewall“

Neben den üblichen vielen Kirchen, Kathedralen etc. sind auch moderne Objekte in der Stadt zu bestaunen.

Wohnhochhaus „Pret a Porter“

 

Casa de los Dragones

Sonntag, den 13.01. haben wir die Stadt Tétouan in Marokko, ca. 40 Km entfernt, besucht. Um 09.00 sind wir mit einem spanischen Taxi zur Grenze. Dort musste man ca. 500 – 600m über einen durch hohe Gitterzäune abgetrennten Weg zur Douane wegen dem Einreisestempel im Reisepass. Insgesamt wurden wir 4x kontrolliert. Ein marokkanisches Taxi brachte uns dann für umgerechnet € 12,- nach Tétouan. Auf dem Weg zur „Medina“ (historische Altstadt) begleitete uns -unaufgefordert- ein älterer Deutsch sprechender Marokkaner. Er war sehr nett und führte uns u.a. zu der Medina, zum Judenviertel, zum königlichen Palast. Irgendwann nach etwa einer Stunde erwähnte er dann, dass er normalerweise für eine derartige Führung umgerechnet € 50,- berechnet, er von uns jedoch nur € 30,- verlange. Guus diskutierte dann kurz mit ihm, dass dies nicht abgemacht wäre und wir uns hintergangen fühlten. Wir könnten den Weg ja auch alleine gehen, dann gab er sich mit € 10,- zufrieden und Guus zahlte schließlich € 15,-. Wir hatten im Reiseführer gelesen, dass man mit diese „Aufdringlichkeiten“ rechnen müsse. Mohammed, so wie er sich nannte, hatte es ganz geschickt eingefädelt. Er hat uns zwar einiges gezeigt und erklärt, aber das Tempo, welches er vorgab, war für uns aufgrund der vielen neuen Eindrücke, zu schnell. Anschließend sind wir dann auf eigene Faust weiter. 

Guus und „Mohammed“ vor dem Zugangstor zur Medina

Die Medina ist seit 1997 als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt. In den engen verwinkelten Gässchen wimmelte es von Straßenverkäufern aller Art. 

Zugänge zu den höher gelegenen Wohnungen oder Häuschen
manche Zugänge waren sehr liebevoll hergerichtet

 

 

 

 

 

die Bogengänge sowie die Überdachungen der Gassen, wo die Straßenverkäufer sind, werden momentan restauriert mit Geldern von der Unesco           
Blick vom Marktplatz aus auf die Häuser im Hang

Im Übrigen haben wir am 09.01. in Ceuta den 69. Geburtstag von Guus gefeiert.     

na, denn Prost….. auf den captain

Die mittlerweile 48. Fahrt führte am 296. Reisetag nach Tanger, knapp 30 Sm westlich, also komplett durch die Straße von Gibraltar. Zunächst hatten wir einen stärkeren Gegenstrom bis 2 Knoten. Der Ostwind, für uns somit achterlich und natürlich unser „Deutzi“ (Deutz Motor) kamen jedoch gut dagegen an. Nach 2 1/2 Std. sah die Welt anders aus, wir hatten Strömung mit, bis zu 5 Knoten, und einen Speed von bis zu  12 Knoten! Um 14.15 Uhr haben wir in der „Tanja Marina Bay International“ angelegt und wurden sehr freundlich begrüßt. Die Einklarierung ging schnell von statten, es kamen jedoch 4 Douane- und Polizeibeamten an Bord und inspizierten sämtliche Schränkchen und Bilgen. Es wurde insbesondere gefragt, ob wir Drohnen, Waffen oder Spirituosen an Bord hatten. Dies war natürlich nicht der Fall, sodass die „Durchsuchung“ auch schnell erledigt war.

Strecke von Ceuta nach Tanger
direkt an der Grenze von Ceuta nach Marokko wurde die marokkanische Flagge gehievt
unterwegs nach Tanger
Liegeplatz in der Tanja Marina, wir konnten an den langen Rezeption-Steg liegen bleiben
…und von einem anderen Blickwinkel. Hinter uns lag das Segelboot „Persephone“ von Karen und Nigel aus der UK, wir haben zwei nette Abende miteinander verbracht

Tanger, eine Millionenstadt, ist eine Hafen- und Handelsstadt. Aber die Menschen leben dort auch von Handwerk, Dienstleistungen aller Art, Tourismus und das Pulen von Nordseekrabben. (Nordseekrabben pulen in Marokko, stimmt hier die Öko-Bilanz??)

alte Stadtmauer von Tanger
Am „Grand Socco“, großer Marktplatz befindet sich die Moschee „Sidi Bouabaid“ mit ihrem bunten Minarett
Großzügige Grünflächen zwischen der Avenue Mohammed VI (links) und die Strandpromenade (rechts) mit Blick auf die moderne Stadt

Mit den Rädern sind wir zu der 20 km westlich von Tanger an der Küste gelegene „Herkules-Grotte“. Mythen gemäß, hat in dieser Grotte Herkules übernachtet, nach getaner Arbeit, und zwar hat er mittels seiner Kraft die Strasse von Gibraltar geschaffen, indem er die Erdteile auseinander schob…….. 

Wenn man in der Grotte ist und zum Ozean hinausschaut gleicht die Öffnung die Konturen von Afrika.

man kann sagen, dass dies stimmt…

Der Weg zur Grotte ging Berg hoch und runter, vorbei an oben im Berg gelegenen Prachtvillen mit riesigen Gärten bzw. Parks. Man kann sehen, und dies wurde uns auch von einigen Marokkanern bestätigt, mit denen wir ins Gespräch kamen, dass es in Marokko sehr reichen und sehr armen Menschen gibt. Eine Zwischenschicht ist unter repräsentiert.

auf dem Weg zur Herkules-Grotte

Am 18.01. sind wir mit dem Zug nach Asilah gefahren, etwas mehr als 40 Km von Tanger entfernt. Asilah ist einer der wichtigsten Touristenorte von Marokko. Die Attraktion ist die gut erhaltene Altstadt mit Häusern südeuropäischen Charakters. Eine Stadtmauer mit Wehrtürmen umgibt die Altstadt bzw. Medina.

einer der Türme der Stadtmauer
Häuserreihe in der Medina
Schmucker geht fast nicht mehr…
… Teppiche im Angebot ……

Natürlich sind wir auch zum Hafen. In einem Segelartikel berichteten Segler darüber, dass sie mit einem Katamaran in den Fischerhafen  gefahren wären und dort geankert hätten. In der Marina von Tanger hatte man uns jedoch davon abgeraten, da das Wasser im Hafen dort sehr untief sei. Dies war auch der Fall, und wir waren froh, dass wir das nicht ausprobiert hatten.

Blick von der Mole aus. Nur kleinere Fischerboote lagen im Hafen vor Anker.

Asilah hat uns sehr gut gefallen. Als wir wieder an Bord waren, sind wir an dem Tag insgesamt 18 km gewandert. 

Am 20.01. sind wir nach einer Woche Tanger weiter nach Rabat, eine Fahrstrecke von rd. 120 Sm, d.h. 24 Stunden. Hierüber erzählen wir im nächsten Beitrag.

      „Salâm“ und bis zum nächsten Mal….

 

Gibraltar einschl. Ausflüge nach Tarifa und Ronda

Bevor wir mit dem jetzigen neuen Beitrag anfangen, wünschen wir

allen Lesern und Besuchern unseres Blogs ein schönes, glückliches, erfolgreiches und insbesondere ein gesundes 2020

Den Liegeplatz in der Marina Alcaidesa in der Stadt „La Linea de la Concepción“, direkt an der Grenze zu Gibraltar, hatten wir ab dem 8.12.19 für einen Monat gebucht, um u.a. die Feiertage dort zu verbringen. 

Foto von einer Luftaufnahme, die in dem Büro der Marina hängt. Die Marina „Alcaidesa“ in La Linea de La Concepción direkt vorne rechts
unser Liegeplatz
abends wurde der Felsen von Gibraltar angestrahlt.

Der Monat ist umgeflogen. Die Stadt „La Linea“, wie sie abgekürzt genannt wird, hat aufgrund des Schmuggels von Hasisch, von Marokko in die EU, leider um seinen Ruf zu kämpfen. Es wird berichtet, dass die Polizei davon ausgeht, dass pro Nacht bis zu 10 Schnellboote Drogen an Land bringen und rund 30 clanartig strukturierte Banden hiermit ihr „Geschäft“ machen. Obwohl der Hafenbereich freundlich und modern gestaltet wurde, ein schöne große Strandpromenade bis zu dem nächsten Ort führt, ist der innere Stadtkern und vor allem der -rand renovierungsbedürftig. Ebenso die Strassen. Das Ganze macht zum Teil einen traurigen Eindruck. Sylvester feiern, verstehen die Einwohner aber. Das Zentrum, die Terrassen der Kneipen und Restaurants waren am 31.12. nahezu überfüllt, die Damen bereits nachmittags alle top gestylt. Aufgrund des schönen Wetters konnte auf den Straßen gefeiert werden.

Blick vom Strand „Playa de Levante“ von La Linea aus, auf Gibraltar

Gibaltar haben wir an mehreren Tagen besichtigt. Am Tag nach unserer Ankunft ging es zunächst zu den Häfen von Gibraltar und zu der Mainstreet, wo viele Boutiquen, Tabakwarengeschäfte, Parfümerien, Juweliere und Spirituosengeschäfte ihre MwSt.-freien Waren anbieten. Viele Artilleriestellungen, in den Felsen geschlagene Verteidigungsanlagen, Tunnelanlagen und Geschützstellungen zeugen von den vielen Kriegen und Belagerungen, um die Herrschaft über Gibraltar zu erlangen bzw. zu erhalten. In 1713 wurde das Gebiet formell den Briten zugesprochen (Vertrag von Utrecht). Es heisst in Gibraltar; so lange es Affen auf den Felsen gibt, bleibt Gibraltar in Britischer Hand. Da es momentan rd. 300 Berberaffen auf den Felsen gibt, sind die Voraussichten, dass dies so bleibt, gut.

die „100 tun gun“ (in der Zeit von 1874 bis 1883 gefertigt) wurde in 1906 außer Dienst gestellt. Reichweite „nur“ 1,6 Km
der östliche Teil des Felsens. Die schwarze Löcher, die man sehen kann, sind fast alle Einblicke in Tunnelgänge

Mit dem Fahrrad zu zweit und später mit dem Leihwagen von Sonja und Wolfgang, unsere Freunde aus Pforzheim, die ab dem 29.12. bei uns an Bord waren, zu viert, haben wir den Felsen komplett umrundet, ca. 17 Km. U.a. waren wir auf dem „Europa Point“, das flache Südende der Landzunge von Gibraltar.

Trinity-Hous Leuchturm am Europa Point, aufgenommen bei der Überfahrt nach Ceuta am 8.01.20
….und vom Nahem….

Was uns verwunderte war die große Moschee „Ibrahim-al-Ibra-him“, die ebenfalls auf dem Europa Point stand, neben dem Leuchtturm hier das markanteste Bauwerk. Lt. Info war dies ein Geschenk von König Fahd von Saudi-Arabien.

An der Seite des Mittelmeeres befinden sich die „Catalan Bay“ und die „Sandy Bay“. An dieser Seite des Felsens leben nur wenige Menschen. 

Catalan Bay, Blick von einer gegenüberliegenden Hotelterrasse

Nachdem wir zusammen Sylvester gefeiert hatten und sowohl das Feuerwerk von Gibraltar als auch von La Linea bestaunen konnten, sind wir am 1. Januartag mit einem Taxi hoch auf den „Upper Rock“. Aufgrund des Feiertages war die Seilbahn geschlossen. Die letzte Steigung sind wir zu Fuß sowie den gesamten Rückweg bis nach La Linea. Oben auf dem Felsen hatte man tolle Ausblicke  auf die Stadt, die Bucht und auf das Mittelmeer.

Blick von Westen (Mittelmeerseite)

 

 

 

 

 

Blick auf den Stadthafen „Queensway Quay Marina“ in Gibraltar
Blick auf den Hafen von La Linea und die Rollbahn des Flughafens. Direkt nach dem Grenzübergang nach Gibraltar muss man die Rollbahn des Flughafens überqueren. Kommt oder geht ein Flugzeug schaltet eine Ampel auf rot und Fußgänger, Autofahrer etc. müssen warten bis die Bahn wieder frei ist. Schon eine beeindruckende Erfahrung.

Lustig und spannend waren die Affen, die Berberaffen (eine Makakenart) auf dem Felsen. Zum Teil waren diese recht angriffslustig. Ein Affen war auf dem Rücksack von Guus gesprungen, in der Hoffnung dort Futter zu finden. Guus hat ihn mit richtig drohenden Gebärden und lauter Stimme vertrieben. Obst unterwegs essen war auch ein heikles Unterfangen, da dies direkt von den Affen registriert wurde und diese versuchten an das Obst heranzukommen. Hungern müssen die Tiere aber nicht, täglich werden an bestimmten Stellen Obst, Nüsse und Gemüse hingelegt. Das Füttern ist außerdem verboten.

      

Am 2.01.20 sind wir zu viert nach Tarifa gefahren. Tarifa ist der südlichste Punkt des Europäischen Festlandes. Die Entfernung nach Marokko ist dort nur 14 Km. Der Altstadtkern wurde zum geschützten Kulturgut erklärt. In der Nähe des Hafens befindet sich die Burg „Castillo de Guzmán“. Die „Puerta de Jerez“ ist aus dem 13. Jahrhundert.

Puerta de Jerez
Castillo de Guzmán
Auf der Landbrücke, von Tarifa zur Insel „Isla de Las Palomas“, die jedoch nicht zugänglich war.  Im Hintergrund sieht man Marokko
gemütliches Rasten mit Sonja und Wolfgang

Am 3.01.  sind wir zusammen zwei Tage nach Ronda gefahren, ca. 120 Km entfernt. Da Sonja und Wolfgang am 4.01. von dort aus nach Malaga fahren wollten, weil sie sonntags wieder nach Hause fliegen, haben wir vorweg ein Abschiedsfoto auf der GusAnne gemacht.

Ronda, eine ganz besondere Stadt, liegt auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau. Die Sicht ist einfach atemberaubend. Oben von der Brücke „Puente Nuevo“ schaut man in eine tiefe Schlucht und auf einer großen breiten Tallandschaft.

Aufnahme von der Puente Nuevo
… und von der anderen Brückenseite
Aufnahme unten vom Tal, Blick auf die Puente Nuevo
ein altes Stadttor „Arco o puerta de Felipe V“
Blick von einer gegenüberliegenden Terrasse auf die Puente Nuevo

Mittags und abends haben wir es uns in einer netten Bodega, die wir zufällig entdeckt hatten, gut gehen lassen.

dieser Vino tinto hat uns abends sehr gut geschmeckt

Wir beiden sind noch eine Nacht länger geblieben und Sonntag, den 5.01. mit dem Zug zurück nach La Linea gefahren. Mittwoch, den 8.01. geht unsere Bootsreise weiter. Wir möchten nach Ceuta fahren, genau an der anderen Seite der Straße von Gibraltar. Ceuta ist eine spanische Exlave in Marokko. Hierüber berichten wir in unserem nächsten Blog.

Die Reise bzw. Fahrten, die wir in 2019 gemacht haben, waren sehr schön. Wir haben wieder viele schöne, neue Erfahrungen gemacht und tolle Menschen kennen gelernt. Wir sind beide froh, dass wir von unserer zunächst geplanten Fahrten, z.B. direkt von Brest nach La Coruna, anstatt die ganze französische und norspanische Küste abzufahren -was wir nunmehr gemacht haben- Abstand genommen haben. Der ganze Küstenbereich war so schön und das Alles hätten wir nicht gesehen und erlebt, wenn wir weitere und größere Schläge gemacht hätten. Auch in 2020 werden wir uns gemäß unserem Leitmotto:

tragen und leiten lassen. Denn es kommt nicht darauf an, irgendwo schnell zu sein, sondern, wie schon Konfuzius meinte:

 In diesem Sinne liebe Grüße von uns Beiden!

Von Cádiz über Barbate nach Gibraltar

Nach 22 Tage Aufenthalt in dem schönen Cádiz, ging es, nachdem der neue Akku von Anneke’s Rad geliefert wurde, am Dienstag, 3.12. weiter zum 45 Sm weiter gelegenen Barbate. Morgens um 9.00 Uhr sind wir los bei wiederum sonnigem Wetter, aber nur bis 14° C warm, also hatten wir die Offshorekleidung an, die schön warm war. Wind kam aus NNO, somit achterlicher Wind mit Böen bis zu 13 Knoten. Ca. 5 Sm von Cádiz entfernt führte die Route durch eine „Firing Practice Area“, also ein Schießübungsgebiet. Und tatsächlich, in regelmäßigen Abständen hörte man Schüsse und spürte man auch die Detonationen. Woher, ob vom Land oder unter Wasser,  geschossen wurde, konnte man nicht erkennen. Auf allen Fällen war dies nicht angenehm, und wir waren froh als wir das Gebiet hinter uns lassen konnten.  Nicht dass wir in Gefahr gewesen wären, denn falls wir denen in die Quere gekommen wären, hätten sie uns sicherlich angefunkt.

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Chipiona und Cádiz einschl. Besuch Sevilla

Freitag, 8.11.19 ging die 30Sm weite Fahrt von Mazagón nach Chipiona um 09.15 Uhr los. Wir hatten sonniges Wetter, jedoch zu Beginn nur 14° „warm“ und von Anfang an guten, überwiegend achterlichen Wind. Trotzdem die Wellen relativ hoch waren, nannte Guus es eine „Rauschfahrt“. Um 14.45 Uhr waren wir schon im Hafen von Chipiona am Meldesteg. Es war tatsächlich eine Rauschfahrt gewesen, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 6,4 Knoten und einem max. Speed von 8,6 Knoten.

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Von Albufeira, Olhao (nahe Faro) in Portugal nach Ayamonte und Magazón in Spanien

Am 26.10 fuhren wir von Lagos nach Albufeira, lediglich 24 Sm weiter. Bei sonnigem Wetter und mildem Ozean konnten wir wiederum die schöne Algarveküste genießen. Nach knappen 5 Stunden legten wir um 16.15 Uhr -nach vorheriger Anmeldung an dem sehr wackligen Rezeptionssteg- im Hafe, Steg G, an.

Strecke von Lagos nach Albufeira
immer wieder faszinierend
….. und von Nahem
Zufahrt zum Hafen
Liegeplatz im Hafen von Albufeira mit seinen modernen bunten Häusern ringsum

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Von Sines nach Lagos an der Algarve

Fünf Tage haben wir in Oeiras verbracht und sind am Freitag,  11.10. weiter nach Sines, dies war eine Fahrstrecke von 51,5 Sm. Leider gab es an diesem Tag ständig wechselnde Winde, sodass wir zwar zum Teil die Genua und/oder das Großsegel setzen konnten, jedoch der Motor ständig mitlaufen musste.

morgens um 08.20 Uhr vorbei am „Torre de Bugio“, welcher sich in der Mitte der Flussmündung des Teja in der Nähe von Lissabon befindet. Früher ein Fort jetzt lediglich noch Leuchtturmfunktion.

 

 

 

unterwegs waren wieder Delfine zu sehen, die uns eine ganze Weile begleiteten und vorne am Bug mitschwammen

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nazaré, Peniche, Oeiras einschl. des tollen Ausfluges nach Sintra

Nach 4 Tagen Aufenthalt in Figueira Da Foz machten wir uns am 30.09. auf dem Weg (bzw. Wasser) nach Nazaré, 37 Sm südlicher. Dreiviertelstunde vor Niedrigwasser in Figueira sind wir um 10.10 Uhr los bei bewölktem Himmel. Der Wind drehte von Ost nach SW, war aber schwach, der Ozean mäßig bewegt. Der Himmel klarte während der Fahrt immer mehr auf und gegen 14.00 Uhr haben wir sogar einige Delfine gesehen, schön! Um 16.30 Uhr hatten wir angelegt und genossen unseren „Anleger“, Guus ein Bierchen und Anneke ein Gläschen Sekt.

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