Madeira IV

Funchal ……. Hauptstadt von Madeira, rd.  112.000 Einwohner, mehr als 40% der gesamten Einwohner von Madeira. Funchal wurde früher „Klein-Lissabon“ genannt wegen der historischen Bauwerke und den typischen weißen Häusern entlang der steilen Berghänge. Vom Hafen bzw. vom Wasser aus gleicht die Stadt einem Amphitheater.

Direkt in der Nähe der Marina befindet sich das „Forte de Sao Tiago“ eine historische Festung von 1614 und das „Palácio de Sao Laurenco“, ebenfalls aus dem 16. Jh.

Teilbereich des Fortes de Sao Tiago
Blick vom Forte auf den Ozean
Palacio Sao Laurenco

In dem „Mercado dos Lavradores“ werden eine Vielzahl an Blumen, exotisches Obst und Gemüse angeboten, dem Mercado angeschlossen ist natürlich auch eine Fischhalle. Die Preise sind im Vergleich zu den Straßenobststände und den kleineren Fischgeschäfte jedoch sehr teuer. Die Atmosphäre ist aber besonders.

einer der Obststände im Mercado
Fischhalle -ohne Fisch- aber mit Weihnachtsdeko

In der historischen Zone von Funchal kann man in einer der ältesten Straßen der Stadt, die „Rua de Santa Maria“ Kunstportas bestaunen. 

diese gefiel dem Captain besonders …

 

es gibt sogar etwas für Turner/-innen

Und dann ist da noch der Ikarus in Funchal. Wieso, weshalb und warum diese Statue hier hängt haben wir leider nicht nachvollziehen können.

Die Stadt wurde wegen Weihnachten und der berühmten Sylvesterfeier (Guinness-Buch-Rekord) besonders herausgeputzt und die vielen, vielen Lichter und Leuchten waren schon fast zu viel des Guten.

 

Unser Segelfreund Harald war 14 Tagen mit einem befreundeten Ehepaar Helga und Frank auf Madeira in Canico de Baixo, nicht weit von Funchal. Wir haben einige schöne Tage und Abende miteinander verbracht. Sind zusammen gewandert und haben Sylvester auf der GusAnne gefeiert und dabei das Feuerwerk bestaunen können, welches an mehreren Stellen in der Stadt und auf dem Wasser abgefeuert wurde. Es war ein schöner feuchtfröhlicher Abend bzw. Nacht.

Frank, Harald und Helga am 1. „Kennenlern“tag bei einem Poncha
Sylvester auf der GusAnne
bei der Gelegenheit wünschen wir allen ein Gutes, Gesundes und Glückliches 2022 !!

Die drei haben Madeira schon sehr oft besucht und kennen sich entsprechend gut aus. Schöne Wanderungen nach Camara de Lobos, entlang der Levada do Norte und der Levada Nova wurden unternommen und wir haben zusammen nochmals den tollen Erholungsort Faja dos Padres besucht, nur zum Essen und chillen. Am letzten Tag ihres Urlaubes sind wir zu dem Aussichtspunkt in Portela, leider war es an dem Tag oben in de Bergen regnerisch und somit keine Sicht auf den Ozean. Dafür  haben wir in dortigem Restaurant Miradouro da Portela, Restaurant ist vielleicht etwas viel gesagt, es ist eher eine Kaschemme, den typischen Spiess mit Rindfleischfiletstücken „Espetada de carne“, im offenen Kamin gegrillt, gegessen.

Blick auf Camara de Lobos

 

auf dem Weg nach Camara de Lobos

 

Beginn des Wanderweges „Levada do Norte“ Strecke bis zu einem Restaurant ca. 7,5 Km

 

 

 

 

 

der erste Teil der Strecke führte unter Weinreben, die enlang Holzgestelle wuchsen. Für uns eine unbekannte Anbauart. Die Leveda war hier mit Betonplatten begehbar gemacht worden

 

 

 

 

 

 

 

Leveda do Norte
die nächste Wänderung, Gesamtstrecke 12Km
aus den 12 Km wurde jedoch wegen zu starkem Regen nichts. Nach gut 3/4 Stunde sind wir wieder umgekehrt, leider…..
und kamen plitschnasss wieder zurück zum Auto
Aussichtspunkt „Miradouro do Portela“.  Blick auf den Adlerfelsen „Penha de Águia“ an der Nordküste, nahe Santa Cruz. Diese Aussicht konnten wir an dem Tag, wo wir gemeinsam mit Harald, Helga und Frank dort waren, nicht genießen wegen dem Regenwetter. Wir beiden waren jedoch vorher schon mal da.

 

 

 

 

 

das Restaurant bzw. die Kaschemme (auch bei gutem Wetter)
innen, ziemlich duster. Die Spieße wurden in den offenen Kamin gegrillt
…. und fertig, die Spieße hängen essbereit an einem Haken an der Decke

An drei Tagen, an welchen wir beiden nochmals ein PKW gemietet hatten, sind wir u.a. zum dritthöchsten Gipfel von Madeira, den Pico do Areeiro, 1.816m hoch. Wieder mal faszinierend Blicke in die Berggegend.

Dann waren wir im Süden am „Ponta do Garajou“. Zunächst auf einer Faja-ähnlichem Strand und anschließend zu der auf der Landspitze befindliche Christusfigur, 18m hoch (Rio de Janeiro lässt grüßen).

Blick vom Strand
Cristo Rei

Interessant ist auch die Fläche unterhalb der Landebahn des Flughafens Funchal Airport, Christiano Ronaldo. Dort befindet sich ein Trockendock, wo viele Jachten eine Abstellmöglichkeit oder einen Platz finden um das Unterwasserschiff etc. in Ordnung zu bringen. Es befindet sich dort ferner ein überdecktes Schwimmbad und sogar eine Kirmes.

   

Nennenswert ist auch die Korbflechtkunst auf Madeira. Wir waren in dem Ort Camacha in der Nähe von Santa Cruz, welcher hierfür bekannt ist. Das dortige Museum war wegen Corona leider geschlossen, sodass wir nur von den Schaufenstern aus einige „Kunstwerke“ sehen konnten.

nicht schlecht, oder ……

Wir hatten das Glück, dass wir noch vor Weihnachten hier in Funchal die Booster-Impfung bekamen. Wir wollten uns zunächst nur informieren, ob die Möglichkeit bestände. Aber nach Registrierung unserer Daten erhielten wir noch am gleichen Tag unsere 3. Impfung, auch wieder Biontec/Pfizer. Danke an die gute und unkomplizierte Gesundheitsvorsorge hier auf Madeira!!

Am kommenden Dienstag, 11.01.22 verlassen wir Funchal und fahren zu der östlich von Madeira gelegene Insel Porto Santo. Dies sind rd. 8 Std. Fahrt.

Aber zunächst feiern wir hier in Funchal Guus Geburtstag und bereiten uns danach entsprechend für die weitere Fahrt vor.

Madeira …… eine Reise wert………………   bis bald

Madeira III

Während des letzten zwei Wochen Aufenthalts in Calheta haben wir ein weiteres Mal ein Auto gemietet und einige Fleckchen im Norden und im Südwesten der Insel besucht, die wir noch nicht kannten. Im Norden war die Brandung im Küstenbereich des Städtchens Seixal ungestüm und imposant. Der an dem Tag bewölkte und dunkele Himmel trug zu der ein wenig unheimlichen Stimmung bei.

Küste bei Seixal

Die beiden im Südwesten etwas abgelegenen Fischerdörfer Paul do Mar und Jardim do Mar zählen zu den ältesten Orten der Insel. Im Hafen von Paul do Mar erinnern eine Statue und die bunten Fischerboote daran, daß die Menschen vom Fischfang lebten, manche bis heute.

Blick von einem Aussichtspunkt auf den Ort Paul do Mar
eine Küstenstraße in Paul do Mar
Fischerboote auf dem „Trockenen“, es war aber ein Sonntag, da haben die wenige noch vorhandenen Fischer wohl auch frei
die Statue „O Homem do Mar“, der Fischermann (da unser Blog nicht jugendfrei ist, zeigen wir „Paul“ nicht von vorne  ….grins….)

Das Fajá dos Padres (Fajá ist eine kleine Ebene an der Küste, entstanden durch Abrutschen von Erdflächen oder Lava) im Süden der Insel, nicht weit von Funchal entfernt, erreicht man nur mittels einer Seilbahn, die eine Höhe von 300m überwindet. Unten angekommen wird man von einem kleinem Paradies überrascht. Viele tropisch anhauchende Pflanzen und Bäume bestimmen das Bild. Auch befindet sich an dieser Küste ein Restaurant. Es stimmt, was unser Segelfreund Harald, der sich auf der Insel gut auskennt, behauptet, „man meint, man wäre in der Karibik“.

mit Madeiras neuster Seilbahn schwebt man in vier Minuten 300m steil hinunter
unten geht man entlang eines „Gartens“ oder einem Park zur Küste und zum Restaurant
das kleine Restaurant        

An Bord gab es leider einige Promblemchen zu lösen. Unser Suchlicht im Mast war schon seit längerer Zeit defekt und Segler, die sich mit Elektrik auskennen, haben sich u.a. auf der Insel Santa Maria und auch hier in Calheta bemüht herauszufinden, wo das Problem liegt. Leider vergebens. Guus hat den Strahler demontiert und zur Herstellerfirma in Italien versandt. Diesen haben den Stahler auf Garantiebasis repariert und zurück nach Madeira geschickt. Er befindet sich jetzt in Quinta do Lordo, wo wir Anfang Januar für einige Tage mit der GusAnne hinfahren wollen.

Dann hat die Schmutzwasserpumpe (bereits die 2.) ihren Geist aufgegeben. Reparaturversuche scheiterten nach einem ganz kurzen Erfolg. Es wurde in den Niederlanden eine neue Pumpe bestellt, bereits am 1.12. Wir warten auf die Zusendung, lt. DHL ist sie jetzt in Lissabon. Also weiter abwarten. Wir behelfen uns in der Zwischenzeit mit einer manuellen elektrischen Pumpe, sodass wir den 200L fassenden Schmutzwassertank alle 2 – 3 Tage mittels einem Schlauch, der durch das Fenster des Duschraums direkt nach aussen über den Rumpf gehängt wird, entleeren, funktioniert!

Guus bei dem Versuch die Pumpe zu reparieren

Unser Bemühen in der Marina von Funchal einen Liegeplatz zu bekommen, wurde belohnt. Wir hatten bis zum 08.12. in Calheta gebucht und konnten genau an diesem Tag nach Funchal fahren um dort für einen Monat einen Liegeplatz zu erhalten. Um kurz vor Zwölf haben wir abgelegt, Funchal ist  nur 15 Sm östlicher gelegen.

Es war ruhiges, fast windstilles Wetter, somit eine gemütliche Sprit(z)tour. Gegen 15.00 Uhr haben wir im Hafen angelegt.

unterwegs nach Funchal, vorbei an „Fajá dos Asnos“
Funchal begrüßt uns mit einem Regenbogen!
Hafeneinfahrt von Funchal
Blick auf den Hafen von der Terrasse des Forts de Santiago

In der Marina hier in Funchal ist in Vergleich zu Calheta wesentlich mehr los. Die Marina liegt direkt am Fuß der Altstadt und gerade jetzt in der Vorweihnachszeit brummt hier der Bär. Im nächsten Beitrag werden wir etwas mehr über Funchal berichten können.

mit dieser paradiesvogelähnlichen Blume „Strelizie“, die man auf Madeira an vielen Stellen bewundern kann, wünschen wir allen eine schöne vorweihnachtliche Zeit!

 

Madeira II

Schon mehr als 6 Wochen auf Madeira. Die Zeit geht Ruck Zuck vorbei. Noch immer im Hafen von Calheta; wir haben bis zum 8.12. den Liegeplatz gebucht. Wohl haben wir vor 14 Tagen einen anderen Platz bekommen, direkt im Hafeneingang, aber geschützter als vorher. Hier sind die Strömungs- und Tideneinflüsse geringer und die GusAnne liegt ruhiger.

neuer Liegeplatz

 

 

 

 

dito, Blick von der Promenade aus

Der Zufall wollte es, dass eine Nichte von Guus, Adele mit ihrem Freund, Freddy, in Calheta 12 Tage einen Kurzurlaub verbrachten. Sie hatten ein Hotel direkt in der Nähe der Marina gebucht. Wir hatten uns mehrere Jahre nicht gesehen, sodass es viel zu erzählen gab. Zusammen haben wir 3 Tage mit einem PKW verschiedene Orte und Sehenswürdigkeiten auf der Insel besucht.

Freddy und Adele bei einem Besuch des Ortes Porto Moniz

U.a. waren wir in Monte, nicht weit von der Hauptstadt Funchal. Hier gibt es neben den Stadtgarten auch ein alter Park „Quinta Jardins do Imperador“, denen es sich zu besichtigen lohnt. Besonders zu Monte zu erwähnen ist, die dort angebotene Korbschlittenfahrt.  Die 2 km lange Schlittenfahrt, zum Teil steil bergab, ohne Schnee und auf Straßen, wo auch der normale Verkehr sich aufhält, führt nach Livramento. Die Korbschlittenfahrer, eine Art Zunft, tragen eine typische Kluft und Schuhe, die mit Spezialgummi verstärkt sind.

warten auf Kundschaft
scharfe Kurve nach links
und runter gehts

Spektakuläre Aussicht hat man, westlich von Funchal, in Cabo Giraó, 580m hoch, über die Steilküste und das Meer. Man schaut auf die zweithöchste Klippe der Welt und steht dabei auf eine Glasplattform.

von der Glasplattform kann man direkt hinunter schauen
und der Blick auf die Klippe (im Hintergrund Funchal)

An einem Tag waren wir auch zusammen im östlichsten Teil der Insel, „Ponta da Sao Lourenco“. Eine trockene Landschaft mit Bergen, Inseln und natürlich Meer. Dort befindet sich auch die Yachthafensiedlung bzw. das Resort „Quinta do Lorde“. Dort planen wir auch noch einige Tage zu verbringen, bevor wir in Januar nächten Jahres wieder zu der Kanarischen Insel Lanzarote fahren.

Ponta do Lourenco
Quinta do Lorde
bevor es wieder in den Tunnel Richtung Westen geht eine sehenswerte Bucht „Ponta do Bode“ (Blick nach links)

 

… und nach rechts

Adele und Freddy sind am 6.11. wieder nach Hause geflogen; war eine schöne Zeit mit den Beiden. Einen Abend haben wir zusammen auf der Terrasse ihres Hotels in Calheta verbracht mit einem schönen Blick auf den Ozean und den Beginn der Marina.

Blick von der Terrasse aus über das Hotelschwimmbad, (6. Etage) auf den Ozean, bei Abendstimmung

In Calheta ist ein Museum für zeitgenössische Kunst. Das Kunstzentrum „Mudas, Museu de Arte contemporanea“ ist allein aufgrund der Architektur sehr sehenswert. Um von der Marina aus zu Fuß dort hin zu gelangen, muss man zunächst an die 300m Höhenunterschied bewältigen, aber es lohnt sich.

Blick von der Terrasse zwischen den einzelnen Gebäudeteilen auf die Marina

das Treppenhaus im Museum

Was wir bislang noch nicht erwähnt haben, sind die bekannten historischen mit strohgedeckten Häusern in Santana an der Nordküse Madeiras. Bis vor ein paar Jahrzenten haben hier noch Familien in diesen kleinen Häusern, „Casas de colmo“ gelebt, man vermutet, dass die Häuser keltischen Ursprungs sind.

Casas de colmo

Dann gibt es im Westen der Insel noch den Leuchtturm von „Ponta do Pargo“, angeblich der schönste Leuchtturm von Madeira

Leuchtturm und Richtfeuer …….
…… ferner den Zuckerrohr, den man immer wieder sieht

dann einen toll gelegenen Golfplatz im östlichen Teil der Insel

Golfplatz „Santo Serra Golf Club“ (Richtung Machico)
Golfplatz mit Blick auf Ponta Sao de Lourenco

und…..

als Abschied für den heutigen Beitrag ein schönes Kitschfoto von uns beiden. ADEUS!!!

 

Madeira

Bis auf 4 Tagen haben wir insgesamt 4 Monate auf dem Azorenarchipel; die blühenden und immer grünen Inseln, verbracht und genossen. Montag, den 4.10. haben wir in Ponta Delgada, nachdem wir die GusAnne betankt hatten,  abgelegt und die insgesamt 525 sm lange Fahrt zu der Insel Madeira gestartet. Vier 1/2 Tage waren eingeplant, somit ca. 120 sm pro Etmal.

Am 1. Tag erreichte die Windstärke max. 6 Knoten und wir segelten einen Am Wind-Kurs. Mit gesetzter Genua und Großsegel erreichten wir mit Motorunterstützung im  1. Etmal nur 112 sm. In der Nacht zum Dienstag frischte der Wind auf, sodass bis zum Morgen der Motor ruhen konnte. Danach ging es mit Motor und Genua weiter. Wir hielten beide abwechselnd  3 – 4 Stunden Wache. Wegen Probleme mit dem Radar, welcher keine Rückmeldungen mehr brachte und keine Signale bzw. Konturen auf dem Plotter anzeigte, sondern nur noch sendete, galt somit besondere Obacht. Wir konnten nur auf AIS-Signale zurückgreifen.

Das 2. Etmal schafften wir 127 sm. Der Wind blieb auch weiterhin flau (nicht wie vorhergesagt). Da wir jedoch rd. 1.100 Liter Diesel in den Tanks hatten, konnten wir ruhig mit  Motorunterstützung fahren, um die angestrebte Zeitvorgabe einhalten zu können. Der geringe Wind hat natürlich den Vorteil, dass der Ozean sich sehr moderat bzw. schwach bewegt. Dies änderte sich jedoch ca. 10 sm vor Erreichen der Südwestspitze der Insel Madeira. Es kam  zu einer starken Windzunahme, bis zu 25 Knoten, das Phänomen des „Kapeffektes“ machte sich sehr bemerkbar und es ging nochmal richtig zur Sache. Der Skipper bekam am Ruderstand desöferen eine Salzdusche ab.

Gegen 18.00 Uhr, hiesige (Madeira)-Zeit 19.00 Uhr, haben wir am Donnerstag, dem 07.10.  im Hafen Calheta angelegt. Unsere geplante Ankunftzeit (ETA) passte somit. Kurze Zeit später kam ein Hafenangestellter und teilte mit, dass wir vorerst nicht von Bord durften, sondern die Bootspapiere, unsere Personalausweise und die Corona-Zertifikate der EU, der Polizei zumailen sollten. Erst nach Prüfung und entsprechendem Bescheid durften wir am nächsten Morgen von Bord. Da erhielt Guus im Hafenbüro die Mitteilung, dass kein Platz mehr frei wäre und wir max. 1 weitere Nacht dort bleiben könnten. Das war erst mal enttäuschend. Aber Guus  hat wohl seinen ganzen Charme im Hafenbüro bei einer Dame spielen lassen und tatsächlich erhielten wir dann doch einen Liegeplatz und haben zunächst für einen Monat gebucht. Verlängerung war dann auf einmal auch noch möglich. Sieh an, sieh an!

natürlich wurde rechtzeitig vor Erreichen der Insel die Flagge von Madeira gehiest. Das Blaue steht für die Insellage der Region, die goldene Farbe für das milde Klima. Das Kreuz des Christenordens verweist auf die Entdecker der Insel (Joa Goncalves Zarco und Tristao Vaz Teixeira)
unser Liegeplatz
Blick in den nächtlichen Himmel bei unseren ersten Wanderung auf der Strandpromenade

Blick auf Calheta, die Marina ganz hinten

Am 12.10.  gab es ein  Wiedersehen mit unseren Freunden Maria und Jos, die bis zum 19.10.  bei uns an Bord blieben. Zusammen haben wir in der Zeit mit einem Mietwagen den westlichen Teil der Insel besichtigt.

In Nordwesten bei dem Ort Achadas da Cruz gibt es eine Seilbahn, dessen Kabine fast senkrecht gut 300 Höhenmetern hinab zu der Küste führt. Auf diese Küstenfläche leben nur wenige Bauer. Die Seilbahnfahrt war aber spannend.

und es ging runter ….

 

unten im „Dorf“. Viele der kleinen Häuser bzw. Hütten standen leer. Man kann nur mit der Seilbahn dorthin gelangen. Es gab ferner einen Lastenzug für die dort Wohnenden.
Levada, ein künstlicher Wasserlauf, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten geleitet wird. Dieser war zu dem Zeitpunkt unseres Besuches trocken.
warten auf die Seilbahn um wieder nach oben zu „schweben“
dito. Guus hatte es sich auf einen Felsen gemütlich gemacht

Weiter ging es nach Porto Moniz, im nordwestlichen Teil der Insel, das für sein Vulkanbecken berühmt ist. In dem Ort waren wir einige Tage später nochmals zum Schwimmen da.

Blick auf Porto Moniz
Lavaklippen bei Porto Moniz
und rein ins Vergnügen
in unmittelbarer Nähe von Porto Moniz, Küste bei Tebeira da Janela

Eine weitere Fahrt führte nach Ponta do Sol, ein kleiner Ort im Süden, nicht weit von Calheta entfernt.

Blick auf Ponta do Sol
und von Nahem

Von dort sind wir landeinwärts zu der Hochebene Paúl da Serra, über 1000m hoch. Von hier aus wird das im Untergrund gespeicherte Wasser über Levadas in viele Teile der Insel verteilt und auch gezielt in Kraftwerken geleitet. Auch Windgeneratoren sorgen für grünen Strom.

von oben auf der Straße, die von der Hochebene weiter Richtung Süden führte, Blick auf Levadas

 

.

unterwegs über eine kurvenreiche Bergstraße wieder hinab in Richtung Süden , Gegend von „Serra de Água“

Ein Tag wurde gefaulenzt und wir sind mit der GusAnne ca. 10 sm östlicher gefahren. In einer Bucht bei Cámara de Lobos fanden wir eine Mooring, an welcher wir fest machten. Schwimmen in sehr klarem Wasser war angesagt.

Mooringplatz

In Calheta haben wir die dort noch intakte Zuckerrohrmühle besichtigt, welcher einem kleinen Museum mit angeschlossen ist, wo historische Gerätschaften  ausgestellt sind und welches über die Geschichte der Mühle informiert. Dort wird u.a. auch „Poncha“ hergestellt, ein Zuckerrohrschnaps, und nicht zu vergessen ein Honigkuchen, letztere haben wir dort bei einer Tasse Kaffee probiert.

     

Eine sehr schöne, aber auch wieder anstrengende Wanderung haben wir, beginnend auf der Hochebene Paul da Serra gemacht. Zunächst ging es zu dem Wasserfall „Levada do Risco“ und anschließend waren wir so gut drauf, dass wir noch zu den 25 Quellen „Verada das 25 Fontes“ gewandert sind. Beide Strecken führten entlang Levadas, letztere führte jedoch viele Treppenstufen nach unten in einem Tal. Der „Stress“ hat sich auf jeden Fall gelohnt. Insgesamt sind wir 12 km gewandert.

Maria und Anneke bei dem Wasserfall
Jos und Guus dito

 

 

 

 

 

 

 

entlang einer Levada auf dem Weg zu den 25 Brunnen
dto.
alle 25 einzelne kleine und größere Brunnen kann man auf diesem Foto nicht sehen
das Wasser fließt in das Tal

Im Hafen hatten wir das Glück neben einem  Sportfischerboot zu liegen. Der Skipper hatte an einem Tag einen großen Wahoo und einen Mero Moreno geangelt. Guus schlug ein Tauschgeschäft vor und wir erhielten eine dicke Scheibe vom Wahoo gegen den Tausch von zwei Rotweinflaschen. Am nächsten Tag haben wir einen Teil des Fisches gegessen, eine Portion im Backofen mit Olivenöl und eine in der Pfanne, nur in Butter gebraten. Der Fisch braucht nur ganz kurz zubereitet werden, ähnlich wie beim Thunfisch.

Wahoo (links) und Mero Moreno
frischer Wahoo für 2 Flaschen Rotwein, guter Deal

Jos und Maria sind am 19.10. zurück nach Funchal, wo sie noch eine Woche ein Hotel gebucht hatten. Wir sind freitags mit dem öffentlichen Bus auch nach Funchal und haben bis montags darauf  3 Tage im gleichen Hotel verbracht um zusammen mit einem Mietwagen den östlichen Teil der Insel zu bereisen.

Abschied aus Calheta
und wieder vereint (unterwegs in der Nähe von Santo António)

Eine Autotour führte nach Curral das Freiras, das Nonnental. Dorthin gelangt man über eine schmale Bergstraße und kommt vorbei an dem Aussichtspunkt Eira do Serrado (1.095m hoch). Von dort schaut man auf das Nonnental hinab. Ein Kloster gibt es dort nicht. Der Name stammt von den Klarissinnen aus dem Santa-Clara-Kloster in Funchal, die hier Landereien besaßen.

Blick vom Aussichtspunkt Eiro do Serrado Richtung Südküste
Blick ins Nonnental, Curral das Freiras

 

diese Nonne wird wohl keiner richtig Ernst nehmen

Am 26.10. sind Maria und Jos wieder zurück nach Hause und wir beide werden noch bis Anfang Dezember in Calheta bleiben. Wir haben eine Anfrage bei der Marina in Funchal gestartet, ob wir dort von Anfang Dezember für einen Monat einen Liegeplatz bekommen. Über Sylvester soll gerade im Hafen ein tolles Feuerwerk zu sehen sein. Wir hoffen es klappt.

Schlussbild des heutigen Beitrages. Bunte Blumentöpfe mit kleinen Bananenstauden entlang einer Straße in dem Fischerort Cámara de Lobos. Bis demnächst!

 

Azoreninsel Sao Miguel und 5tägiger Ausflug zur Insel Flores

Wie geplant haben wir Donnerstag, den 9.09. um rd. 12.00 Uhr mittags im Hafen von Praia da Vitória (Insel Terceira) abgelegt und die 90 Sm lange Fahrt zur Insel Sao Miguel begonnen. Wir rechneten mit 18 – 20 Stunden Fahrzeit. Der 13 – 15 Knoten starke Wind kam aus SSW, was für unseren Kurs  raumschots-Wind und zum Teil halber-Wind bedeutete. Nur mit der Genua hatten wir eine Geschwindkeit von rd. 6 Knoten und kamen zügig voran. Nahezu die komplette Fahrt konnten wir segeln. In der Nacht gegen 5.00 Uhr ließ der Wind nach, aber da hatten wir unser Ziel, Hafen von Ponta Delgada, schon fast erreicht. Wir waren sogar zu früh, es war noch sehr dunkel und  wollten warten bis kurz vor Sonnenaufgang um bei entsprechender Sicht in den Hafen hinein zu fahren. Da wir Zeit hatten wurden die  letzten Meilen somit in Motor-Standby-Betrieb gefahren. Um 07.30 Uhr hatten wir im Hafen angelegt und die Strecke in nur. 17,5 Std. geschafft. Guten Job gemacht GusAnne!

Im Hafen der Hauptstadt Ponta Delgada war viel Platz und wir konnten uns ein schönes Plätzchen längs an einem Steg aussuchen, direkt gegenüber der Promenade.

In der Hauptstadt sind eine Vielzahl von Herrenhäusern und Kirchen erhalten geblieben. Die drei Bögen der „Porta da Cidade“ sind wohl ihre bekannteste Sehenswürdigkeit.

Portas da Cidade (das Tor zur Stadt), 1783 errichtet
Hauptkirche Sao Sebastiao
Blick in kleine Gasse
die Festung Sao Bràs, heute beinhaltet die Festung ein historisches Militärmuseum
Liegeplatz in Ponta Delgada

In der Stadt waren einige schöne Parks, u.a. der botanische Garten „José do Canto“. José do Canto (1820-1898) war ein wohlhabender Mann und ein Naturliebhaber, er hat diesen Park angelegt und gestaltet. Riesige alte Bäume, wie Ficus, Pinienbäume oder große Bambus konnte man bestaunen. Sehr eindruckweckend.

alter Ficus
haushoher Bambus

An dem ersten Wochenende, welches wir in Ponta Delgada verbrachten, fand die „55. Azoren-Ralley“ statt, welche mit sehr vielen Besuchern und insbesondere Krach verbunden war. Ralleystart und -Ankunft direkt im Hafenbereich.

ein Teilnehmer am Start
eines der Ralleyautos zurück im Hafen, zum Teil lädiert, vorne links

An drei Tagen hatten wir ein Auto gemietet und den westlichen, mittleren und östlichen Teil erkundet. Wiederum schöne Steilküsten, Kraterseen und die immer grünen Weiden und Feldern. Direkt in der Nähe von Ponta Delgada liegt im Westen die berühmte „Caldeira das Sete Cidades“. Der Krater hat einen Durchmesser von 7km und einen Umfang von 12km. Zwei große Lagunen, Lagoa Verde und Lagoa Azul, wie wir erfuhren ökolisch verschieden, obwohl nur von einer Straße getrennt. Sie nehmen den größten Teil des Kraters ein. Eine nette Geschichte besagt, dass die Lagunen aus den Tränen entstanden, die ein Schäfer  und eine Prinzessin vergossen, die eine verbotene  Liebschaft hatten.

Lagoa Verde und Lagoa Azul
Blick auf Caloura
Küste Ponta da Ferraria
Kap Ponta da Ferraria

 

 

 

 

 

 

 

 

dito
Küste im Nordwesten „Ponta do Escalvado“
etwas nördlicher die Insel Mosteiros
unterwegs in der Nähe von Relva, ein grün bewachsenes Aquaduc

Im Norden der Insel besuchten wir das Fischerdorf „Rabo de Peixe„. Hier konnte man viele Männer, die überwiegend vom Fischfang leben, bei der Arbeit beobachten.

Rabo de Peixe,  auf der Straße wurde ein Fischerboot renoviert
aufgehübschtes Fischerhaus
eine der kleinen Strassen
Fischermen bei der Arbeit
der junge Mann präparierte Fischköder

Im Norden der Insel liegt die Stadt Ribeira Grande, klein aber reizvoll. Hier kann man die Brücke mit acht Bögen bewundern. Der gleichnamige Fluß teilt das Stadtgebiet in zwei Teilen (ob es hier auch eine „schäl Sick“ gibt?).

Panaramafoto der Brücke mit den 8 Toren
der Fluß Ribeira Grande
der gleiche Fluß etwas landenwärts

 

 

 

 

 

 

 

 

ebenfalls in Ribeira Grande , Kirche Espirito Santo, im 17. Jahrhundert erstellte Barockkirche

Nicht weit von Ribeira Grande entfernt sind die Teeplantagen von Porto Formoso. Die dortige Teefabrik „Chá do Porto Formosa“ wurde in 2000 mit Hilfe von EU-Geldern wieder eröffnet. Auf 6 Hektar wird schwarzen Tee produziert.

Teeplantage
dto.

 

Blick auf Kirche von Porto Formoso
Küste in der Nähe von Porto Formoso

Von Porto Formoso  führt eine Straße landeinwärts zur „Caldeira Velha„. Dort gibt es größere Pfützen (Fumarolen) mit heißem Wasser und Schlamm, in welchen man -nach Terminabsprache- verweilen kann. Auch ein natürliches Schwimmbad, das von einem Wasserfall mit schweflichem Wasser gespeist wird, Wassertemperatur 38°C.

Caldeira Velha, der Wasserfall führt das warme Wasser……..
…. in das Schwimmbad

Ein schöner Ort war auch Povocao im südöstlichen Bereich der Insel Sao Miguel.

Tor zum Hafen in Povocao mit Abbildungen von wahrscheinlich wichtigen Persönlichkeiten

In der Mitte der Insel liegt der große blaue See eines Kraters, der Lagoa do Fogo. Der See ist von hohen Bergen und üppiger Vegetation umgeben.

Lagoa do Fogo

Sao Miguel ist jetzt die 7. Azoreninsel, die wir besuchen. Gerne wollten wir mit unserem Schiff auch zur Insel Flores fahren. Aufgrund des Orkans „Lorenzo“ im Jahre 2019 wurde der Hafen „Lajes das Flores“ mit der einzigen Marina auf der Insel, komplett verwüstet. Bislang ist der Hafen für Sportboote noch nicht zugänglich. Wir haben uns kurzerhand entschlossen einen Flug nach Flores zu buchen inkl. eines 5-tägigen Aufenthalts in einem Hotel in Santa Cruz das Flores. Am 20.09. war der Hinflug.

unser Flugzeug

Die Insel Flores ist mit der etwas nördlicher gelegenen Insel Corvo die westlichste Insel der Azoren. Der Flug, zwar mit einem Propellerflugzeug, betrug  1 Std. 10 Minuten. Flores ist nur 142 km² groß und hat rd. 4000 Einwohner.

Karte von Flores
ehem. Franziskanerkloster, in welchem jetzt ein Museum volkskundiger Natur untergebracht ist
Leuchtturm vor Santa Cruz
Blick auf Santa Cruz
Küste nahe Santa Cruz, im Hintergrund Corvo. Geplant hatten wir mit einer Fähre für einen Tag nach Corvo zu fahren. Jedoch musste man diesbezüglich reserviert haben und das war nicht der Fall

Auf einer Terrasse in Santa Cruz das Flores lernten wir die Niederländern, Cindy und Lars kennen, die ihren Urlaub auf den Azoren und später eine Woche auf Madeira verbrachten. Beide hatten auch keine Tickets für eine Fähreüberfahrt nach Corvo erhalten und sind stattdessen mit einem Zodiak für einen Tage rüber gefahren. Wir erfuhren, dass die Insel Corvo fast identisch mit Flores ist, sodass wir wahrscheinlich nicht viel verpasst haben.

Das Besondere an Flores im Vergleich zu den anderen Azoreninseln, ist die Vielzahl an größere und kleinere Wasserfälle. Auch hier wieder wunderschöne Kraterseen und schöne Steilküsten.

   

Wasserfälle „Poco da Ribe do Ferreiro“
Küste bei Ponta Delgada auf Flores
Küste in der Nähevon Cedros
Küste nahe Ponta Delgada auf Flores mit Regenbogen
Kraterseen Lagoa Comprida (links) und Lagoa Negra, die direkt nebeneinander liegen

Den Hafen Lajes das Flores haben wir auch besucht. Hier wurde fleißig an den Wiederaufbau gearbeitet. Man kann sich kaum vorstellen, wieviel Kraft und Stärke hinter Wind und Wellen steckt um so ein starke Zerstörung zu bewirken.

zerstörte, noch nicht wiederhergestelte Mole
Blick auf Hafen von Lajes das Flores, die momentane steglose Marina im Innenbereich des Hafens
unterwegs, Blick auf eine skurile Basaltformation von Weitem
und von Nahem

 

am Wegesrand gab es stellenweise üppige, richtig feste aber samtweiche Moosbewachsung
dto.

Am 25.09. ging es wieder zurück nach Sao Miguel.  Am 27.09. sind unsere Freunde Maria und Jos aus den Niederlanden auf der Insel Sao Miguel angekommen. Sie wollen dort 14 Tagen verbringen und haben uns am 28.09. in Ponta Delgada besucht. Zusammen haben wir einige Tage zusammen mit einem PKW Orte besucht, die wir beiden noch nicht kannten.

Maria und Jos                                                                Jos betitelte das Foto mit „Together again“

Zusammen haben wir u.a. den Ort Furnas besucht. Furnas ist vor allem aufgrund der Thermalquellen einer der bekanntsten Orten auf Sao Miguel. Der letzte Vulkanausbruch war in 1630, doch die Vulkantätigkeit bleibt aktiv, was vor allem an den Fumarolen (vulkanische Dampfaustritte) sichtbar wird. Es gibt Geysire, die 99°C erreichen.

       

Weitere „Caldeiras Thermen“ befanden sich in der Ortschaft selber, verbunden mit entsprechenden, nach faulen Eiern riechenden (Schwefel)-Dämpfen. Kurze Besichtigungen und dann nichts wie weg.

       

Sehr schön, war auch der Grena Park, der direkt in der Nähe der Thermen war. Der Park bietet unberührte Natur, Wasserfälle und Aussichtspunkte. Der Park ist neu angelegt und wurde erst Anfang 2020 eröffnet. Der Weg zum Wasserfall „Salto da Inglesa“ führt ordentlich den Berg hoch, man muss u.a. um die 630 Stufen bewältigen. Aber es lohnte sich.

und hoch gings…….
Guus zeigt Kunststückchen; ist und bleibt halt ein (alter) Turner

 

 

die „grüne“ Mädels Maria und Anneke   
der Wasserfall „Salto da Inglesa“
während des „Aufstiegs“ Blick auf den „Lagoa das Furnas“

 

 

 

die Rentner müssen nach getaner Arbeit erst mal ausruhen

Montag, den 4.10. planen wir die Überfahrt nach Madeira, die sind rd. 525 Sm und wir werden 4-5 Tage hierfür benötigen. Das Schöne ist, dass Jos und Maria am 12.10 ihren Urlaub auf Madeira für knapp 2 Wochen fortsetzen. In der Zeit werden sie auch einige Tage Gäste auf unserem Schiff sein. Wir können somit gemeinsam die Insel erkunden. Wir freuen uns darauf.

Während unseres Aufenthalts auf den Azoren erhielten wir leider die traurige Nachricht von dem Vulkanausbruch auf der Kanarischen Insel La Palma. Dort haben wir in Mai mehrere Wochen verbracht und den Stützpunktleiter der Trans-Ocean e.V. Frederico Ulrich, der dort mit seiner Ehefrau schon Jahrzehnten lebt, kennen und schätzen gelernt. Wie wir von einem anderen Segler erfuhren, wurde das Hab und Gut von Frederico und seiner Frau von dem Lavastrom komplett zerstört. Wir hoffen, evtl. mit Unterstützung des Vereins, dass ihnen einen Neustart gelingt.

Frederico in Mai d.J. bei uns zu Besuch

Diesen Beitrag beenden wir heute mit besonderen Blumengrüßen aus Sao Miguel. Die rosa Blumen waren in September auf einmal da und zierten an vielen Stellen die Wege und Straßen. Sie haben einen lustigen Namen, offiziell „Meninos Vamos Para A Escola“ was soviel heißt wie „Jungs, lass uns zur Schule gehen“.

 

 

Azoreninseln „Graciosa“ und „Terceira“

Nach 9 Tagen Aufenthalt auf der Insel Sao Jorge ging es am 20.08. weiter zur nächsten Insel, die Zweitkleinste, Graciosa. Auf der kleinen Insel gibt es keine Marina, aber im Hafenhandbuch stand beschrieben, dass man vor dem Fischerhafen von „Praia“ gut ankern kann. Die Fahrt von Sao Jorge nach Graciosa (35 Sm) dauerte gut 7 Stunden, jedoch mit nur wenig Wind, sodass Motorsegeln angsagt war.

die Insel Graciosa im Blick.
Inseln Baixo. Die Fahrt führte an das „Festland“ von Graciosa an der Backbordseite und die Inseln Baixo an der Steuerbordseite vorbei
die „Festland“seite 

Der Fischerhafen Praia bietet auch Platz für 3-4 Segelboote, jedoch waren diese besetzt, sodass wir aussen vor der Mole geankert haben.

Ankerplatz
Auch von der Hafenpromenade aus ist die GusAnne zu sehen
mit dem Dinghy ab zum Hafenbüro zwecks Anmeldung
Guus hatte im Hafen einen Fischer getroffen und ihn gefragt, ob er Fisch verkaufen würde, Das war der Fall und Guus kaufte 3 Stck. Rotbrassen und der Fischer schenkte ihn den langen Spadafisch dazu. Der Fischer meinte, der Spadafisch sei sein Lieblingsfisch. Guus hat den ca. 1m  langen und  ca. 10 cm breiten Fisch ausgenommen und entsprechend proportioniert. Einen Teil haben wir am nächsten Tag nur in Butter gebraten mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt und mit Zitronensaft beträufelt gegessen, war wirklich sehr gut. Vom Geschmack her vergleichbar mit Seezunge.   

Die Nacht zum Samstag war sehr ruhig und bis einschl. Sonntag blieb es auch so. Jedoch in der Nacht zum Montag wurde die See sehr unruhig und auch am Montag schaukelte das Schiff so heftig, als wären wir auf hoher See. Die Kaffeekanne rutschte vom Kombüsenschrank runter und zerbrach. Guus beschloss dann, ca. 3,5 Sm nordwestlicher, zu der noch nicht fertigen Marina „Cais da Barra“ kurz vor Santa Cruz da Graciosa zu fahren und dort zu ankern. Diese Marina war soweit fertiggestellt einschl. der Mole, jedoch fehlten die Stege, die Sanitärräume und die zu einer Marina gehörende Infrastruktur. Man erzählte uns, dass sie dort auf die zugesagten EU-Mitteln warteten um alles fertig zu stellen und die Marina in Betrieb nehmen zu können. Um 15.00 Uhr lagen wir dort wieder vor Anker, und es war sehr ruhig, was ein Genuß!

ruhiger Ankerplatz. Der Boden des Hafens war jedoch neu und nicht griffig, sodass der Anker zunächst nicht hielt und wir uns wiederholt verlegen mussten

Die Insel Graciosa hat eine maximale Länge von 12,5 Km und eine maximale Breite von 7 Km, somit eine Gesamtfläche von nur 50 Km². Der Pico „Caldeira“ mit 402m ist die höchste Erhebung. Der Rest der Insel besteht aus sanften Hügeln, die kaum 100m übersteigen. Der Hauptort ist Santa Cruz da Graciosa.

Im Zentrum von Santa Cruz
dito
ein Fendersammler

Ein Tag mit einem Mietwagen reichte um die Insel komplet zu besichtigen. Im Norden ist eine sehr schöne Bucht, Ponta da Barca. Dort steht auch der Leuchtturm Ponta da Barca, mit 23m Höhe der höchste Leuchtturm des Archipels.

 

die Bucht Ponta da Barca
und der dazu gehörende Leuchtturm

Besichtigt haben wir auch die Schwefelhöhle „Furna do Enxofre“. Über eine in 1939 erbaute Treppe mit 183  Stufen ist die Höhle erreichbar. Sie hat auch einen See. Wegen der Dimensionen ist die Höhle als „Kathedrale“ der Vulkanhohlräume der Azoren bekannt.

Blick von unten
Blick auf den See

Die typischen Windmühlen, holländischer Bauweise, alle mit rot gestrichenen Dächern, werden am meisten mit der Insel identifiziert. Es gab etwa 30 davon, heute jedoch nur noch eine als solche in Betrieb, als Touristenattraktion. Die Windmühlen erinnern daran, dass hier früher viel Getreide erzeugt wurde, sodass die Insel als die „Kornkammer“ der Azoren galt.

Blick auf Vila da Praia, links die Insel  da Praia, direkt vor dem Hafeneingang
Blick auf Pico Caldeira

Am Mittwoch 25.08. um 07.45 Uhr wieder „Leinen los“ und es ging weiter zur Azoreninsel Nr. 6 , Terceira zum Hafen Praia da Vitória. Für die 53Sm lange Strecke benötigten wir gute 9 Stunden. Der Wind kam aus NNO mit 15 – 25 Knoten und relativ unruhiger See. Seit unserer letzten Seekrankheit während der Fahrt von der Kanarischen Insel La Palma zu der Azoreninsel Santa Maria haben wir „Stugeron“-Tabletten an Bord. Seit diese in der Schublade liegen, sind wir nicht mehr Seekrank geworden. Trotz der Windstärke musste streckenweise der Motor mitlaufen. Im Hafen hatten wir einen guten Liegeplatz längs an dem 1. Steg mit schönem Blick auf den Strand und Ort.

Blick auf Praia da Vitória
Blick auf Hafeneingang

Terceira ist die drittgrößte Insel der Azoren mit einer Fläche von 402 Km². Die Hauptstadt Angra do Heroísmo haben wir am nächsten Tag besucht. Wir sind mit dem öffentlichen Bus hingefahren. Die Stadt wurde in 1983 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wegen dem gut erhaltenen und gepflegten Stadtkern mit Häusern im traditionellen Baustil.

Blick von der Hafenmole aus auf die Kirche „da Misericórdia“ (Barmherzigkeit)
eines der gut erhaltene Herrenhäuser   
Blick auf Angra vom Aussichtspunkt „Alta da Memória“ im Hintergrund der Monte do Brasil

Auf dem vorgenannten Aussichtspunkt steht ein Obelisk (anno 1856), zum Gedenken an den Aufenthalt von Dom Pedro IV (König von Portugal), welcher während des portugiesischen Zivilkrieges (1828-1834) auf der Insel verweilte.

der Obelisk zum Gedenken an Don Pedro IV

Besonders und einzigartig auf der Azoreninsel Terceira sind die „Impérios“. Es sind kleine dem Heiligen Geist geweihte Kapellen. Die Ältesten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Eigentlich hat jedes Dorf sein Império, das von einer Bruderschaft gepflegt wird. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Versionen, siehe Bilder.

….. in schwarz mit links daneben einen Brunnen

 

….. in Gelbtönen
etwas bunter
mit schönen Malereien versiert
etwas schlichter
und sehr bunt und größer

Besichtigt haben wir während unserer 2 Tage dauernde Autotouren auf der Insel u.a. die Grotte „Gruta do Natal“, ein fast 700m langer Lavatunnel, der zum größten Teil begehbar ist.

der Lavatunnel
Helmpflicht war angesagt

Während des 15-tägigen Aufenthaltes auf der Insel Terceira haben wir zwei größere sehr schöne Wanderungen gemacht. Mit einem Taxi haben wir uns zu dem ca. 14 Km entfernten südlicher gelegenen „Porto Judeo“ fahren lassen. Von dort gab es einen Wanderpfad, zum Teil Trail, zurück nach Praia da Vitória. Es war eine tolle Route, vorbei an schöne Küsten und Naturschwimmbäder. Der Trail hatte mehr Steigungen und Distanzen zu bieten als wir gedacht hatten. Nach rd. 12 Km kamen wir an einen Getränkestand, wo wir uns ein leckeres Getränk gönnten. Da es von dort aus immer noch rd. 12 Km nach Praia waren und wir -vor allem Anneke- nach rd. 6 Stunden wandern ziemlich müde waren, wollten wir ein Taxi bestellen und uns das letzte Stück fahren lassen. Aber der Inhaber des Getränkestandes teilte mit, dass hier in diesem Küstenbereich keine Taxis wären bzw. kämen. Also sind wir wieder losmaschiert. In dem nächsten Ort Porto Martins hofften wir erneut auf ein Taxi, aber dann fuhr der Inhaber des Getränkestandes, welcher mittlerweiler Feierabend gemacht hatte an uns vorbei und bot uns eine Mitfahrgelegenheit an, die wir dankend annahmen. Er brachte uns zum Ortseingang von Praia, sodass es nur noch 2-3 Km bis zum Schiff war. Tolle Geste, obrigada Senhor.

unterwegs
dito
LT Ponto das Contendas

Am vorletzten Tag unseres Terceiraverbleibs haben wir eine vom Touristeninformationsbüro empfohlene Wanderung, mittlerer Schwierigskeitsgrad, gemacht „Passagem das Bestas“  (Durchgang mit Ochsenkarren). Der Trail beginnt bei einem alten Lavafeld, felsig und unregelmäßig. Hier kann man stellenweise die alten Spuren der Ochsenkarren, mit welchen Holz transportiert wurde,  im Lavagestein sehen.

Lavaweg mit Ochsenkarrenspuren
dto.

Danach ging es in einem Waldgebiet mit japanischen Zedern eine Kraterwand hoch. Oben angekommen hatten man einen wunderbaren Blick in den Kraterkessel (Caldeira de Guilherm Moniz) mit einem Durchmesser von 7 Km.

Trail durch den Wald
dto.
Panoramafoto des Caldeiras

Danach ging es wieder runter durch eine Art Schlucht zurück zum Ausgangspunkt.

 

2,5 Std. tolle sehr unterschiedliche Natur und  gute Luft haben wir genossen.

Im Hafen hatten wir Jörn von der SY Eisbär wieder getroffen, jetzt nach Pico und Faial schon zum 3. Mal. Wir haben zusammen geschnackt, getrunken und gegessen. Jörn ist mittlerweile für eine bestimmte Zeit nach Hause geflogen, sein Eisbär liegt in Praia da Vitória an Land.

Neu kennen gelernt haben wir Anne und Xervier (Franzosen) der SY Mojito. Beide werden wir wahrscheinlich auf Madeira wiedersehen.

Am Donnerstag, den 09.09. ging unsere Reise weiter zur größten Insel Sao Miguel, wo wir bis Ende September bleiben werden. Mehr dazu beim nächsten Mal.

Im Park schöne Blüten gesehen, wie Frühjahrsblüten und das in September        Alles Liebe und Gute euch Allen

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufenthalt auf den Azoreninseln Faial und Sao Jorge

Olala, schon wieder drei Wochen vorbei. Müssen uns an den neuen Beitrag rangeben um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Vom 28.07. bis 11.08. waren wir auf der Insel Faial im Hafen von Horta. Der Hafen war ziemlich voll und wir erhielten einen Platz neben einem französischen Segelboot an der Mole. Um auf der Mole zu gelangen war dies bei Niedrigwasser eine ziemliche Kletterpartie, aber dank Guus starkem Arm und Seemannsgriff gelangte auch Anneke sicher an Wall oder wieder zurück zum Schiff.

Liegeplatz. Die Franzosen sind einige Tage später weggefahren, sodass wir danach direkt an der Mole lagen.
die komplette Kaimauern und -Böden sind mit schönen und zum Teil lustigen Malereien dekoriert. Seeleute pflegen damit eine alte Tradition, mit dem Wunsch eine gute Seereise zu haben

Apropos Tradition: direkt in der Nähe vom Hafen liegt das sagenumworbene Peter Café Sport, 1928 eröffnet. An seinen Tischen und Tresen saßen Seemänner aus allen Ländern, Walfänger und man sagt sogar Geheimagenten, das intenational bekannte Café gilt als Treffpunkt der weltweiten Segel-Szene. Man trinkt dort übligerweise Gin/Tonic und das Café ist für seinen Schokaladenkuchen bekannt. Also waren auch wir beiden dort und tranken den berühmten Gin/Tonic mit Eis, schmeckte nach mehr!

Peter Café Sport
innen waren sämtliche Wände und die komplette Decke mit Bannern, Wimpeln etc. dekoriert

Horta hat rd. 2.400 Einwohner. Eines der Sehenswürdigkeiten ist die im 17. Jahrhundert erbaute Kirche „de nossa Senhora das Angústias“. In der Nähe befindet sich der Strand von „Porto Pim“, der größte Sandstrand der Insel. Dieser war jedoch zum Baden bzw. Schwimmen leider wegen irgendeiner Verschmutzung, irgendwelche Bakterien?? gesperrt, Bakterien…. und das mitten im Atlantik!

Kirche „de nossa Senhora das Angústias, auch diese Kirche vom Baustil nahezu gleich wie alle -bislang gesehene- Kirchen auf den Azoren
Blick auf den Strand von Porto Pim während einer Wanderung auf einem Vulkankegel „Monta da Guia“. Im Hintergrund der Hafen von Horta
Blick von einer Terrasse an der Küste auf die Nachbarinsel Pico mit dem Ponta do Pico. Die Inseln Faial, Pico und Sao Jorge liegen alle nicht weit auseinander, so dass wir an einigen höheren Aussichtspunkten einen 3-Inseln-Blick hatten

Einen Tipp, den wir bekamen, eine Fahrt mit dem öffentlichen Bus zu machen, welche rundum die 173Km² große Insel führte, sind wir zu Beginn unseres dortigen Aufenthalts nachgekommen. Für die 2 Stunden dauernde Fahrt zahlten wir zusammen nur rd. € 12,- und wir erhielten so einen guten Gesamteindruck der Insel.

stellenweise saßen wir allein mit dem Fahrer im Bus, aber mit Mund/Naseschutz

Wegen der Urlaubszeit der Portugiesen war die Insel Faial gut besucht und es war nicht möglich ein Auto zu mieten. Die Insulaner hatten selber nicht mit der Vielzahl an Touristen gerechnet. Aber kein Wunder, dass die Azoren gut besucht werden, werden der geringen Coronafallzahlen. Wir hatten doch noch das Glück und konnten einen Motorscooter für zwei Tage mieten. Es ist schon einige Jahre her, dass wir so unterwegs waren.

Wir besichtigten das ganz am westlichen Zipfel der Insel gelegene „Ponta dos Capelinhos“,  riesige, trockene Felsen, Ergebnis des letzten Capelinhos-Vulkanausbruches in der Zeit von September 1957 bis Oktober 1958. Man schätzt, dass etwa 30 Mio Tonnen Asche und Lava ausgestossen wurden, die diesen Teil der Insel Faial um 2,4 km² vergrößerte. Der Leuchtturm überstand die Eruption, aber etwa 2000 Einwohner wurden zum Auswandern gezwungen.

einen Teil der neuen, vom Vulkan „ausgespuckte“ Fläche
eine andere Sicht mit dem Leuchtturm
einen der Vulkane konnte man hoch klettern, Blick vom Kraterrand

Beeindruckend war auch der imposante Felsen „Morro de Castelo Branco“, es steht unter Naturschutz und ist Brutstätte für viele Vögel.

Blick auf den Morro do Castelo Branco

Ganz besonders in Erinnerung behalten werden wir die Wanderung um den Krater („Caldeira“), der einen Durchmesser von 2000 Metern hat und eine Tiefe von 400 Metern. In der Nacht zuvor hatte es geregnet, sodass der Trail zum Teil ziemlich schlammig und rutschig war. Zu Beginn war es noch neblig, sodass wir den Krater nur wenig oder gar nicht sehen konnten. Unsere Anstengungen wurden aber nach gut einer Stunde belohnt und hatten einen einzigartigen Blick in die Tiefe. Im Krater gibt es eine Lagune. Der Trail war größtenteils mit großen Hortensiensträucher verziert; ein tolles Bild. Die 4-stündige Wanderung hatte sich wahrlich gelohnt.

zu Beginn ….. Nebel
es wird ein wenig besser
jawohl, jetzt konnte man hinunter schauen
einen Teil des Trails, rechts der Krater, links die Steigung des Vulkans
der Trail, wunderschön garniert…..

Im Hafen haben wir Jolita und Lars der SY „Pich-kin Dim“, die wir auf der Insel Santa Maria kennen gelernt hatten, wieder getroffen und erneut schöne Stunden mit einander verbracht. Neu kennen gelernt haben wir Frauke und Thomas der SY „Walkabout“, ein sehr interessantes Paar. Die Beiden sind seit 2011 unterwegs. Nicht nur bislang viele Seemeilen bis hin zu Neuseeland, Patagonien u.a. gesegelt, sondern auch viele Trails bewandert bzw. erklettert, u.a. den Appalachen Trail und den Continental Divide Trail. Wahnsinn! Sie leben nach ihrem Motta „alles kann, nichts muß“. Thomas hat uns im Hafen mit der Beseitigung von Problemen mit unserer Kurzwelle und dem dazu gehörenden Pactor Modem geholfen. und haben zusammen schöne Abende verbracht. Wir sehen uns wahrscheinlich auf der Insel Sao Miguel wieder, wir freuen uns darauf.

Tschüss, Walkabouts

Am 11.08.21 haben wir in Horta abgelegt und morgens um 11.00 Uhr die nur 22 Sm lange Fahrt zu der Insel Sao Jorge begonnen. Sonniges Wetter, 23°C zu Beginn bis zu 25°C, SW-Wind bis max. 21 Knoten, ermöglichten ein herrliches und entspanntes Segeln mit raumschots bis achterlichem Wind, so lieben wir den Atlantik.

die Karte von Sao Jorge
Blick auf Sao Jorge, knapp noch eine Stunde Fahrt  

In dem kleinen Hafen von Velas waren alle Stegplätze belegt, jedoch der freundliche Hafenmeister ermöglichte uns einen Platz, wieder im Päckchen, wieder an einer französichen Yacht, wieder am Kai. Aber alles gut! Die Franzosen sind 3 Tage später weiter zum nächsten Hafen und wir lagen direkt am Kai. 

Blick auf Velas, der kleine Hafen unten in der Mitte
Blick vom Bug aus
und von der anderen Seite (Hafeneingang)

Der Hafen von Velas ist der Hauptzugangspunkt zur Insel. Das alte Meerestor „Portao de Mar“ verschaftt Zugang zu der Stadt und gehörte bis Ende des 16.Jahrhunderts zu der damaligen Befestigungsanlage.

das Meerestor
der gemütliche, etwas verspielte Dorfplatz, mitten in Velas
in Velas steht die Hauptkirche von Sao Jorge

Die Insel Sao Jorge ist 54 Km lang. knappe 7 Km breit und hat eine Gesamtfläche von 244 Km². Die Insel wird durch imposante und schroffe Steilküsten quasi aus dem Meer gehoben. Die höchste Erhebung, „Pico da Esperanca“ ist 1053m hoch. Erwähnenwert sind die Vielzahl von „Fajas“, dies sind flache Gebiete am Ozean unterhalb von Steilküsten, die durch  Lavaströme entstanden sind und beim Zusammentreffen mit dem Meer abkühlten und erstarrten. Oder enstanden durch Land- und Felsstürze aufgrund von seismischen Erschütterungen oder starken Regenfällen.  Die Böden der Fajas sind sehr fruchtbar.

Faja do Ouvidor im nördlichen Bereich der Insel
Faija dos Cubres im nordöstlichen Bereich
dito, von weitem
auf der Faja dos Vimes gibt es kleinere, private Kaffeeplantagen, In dem Café „Quinta do Cafe“ haben wir den dortigen selbstgebrannten Arabica-Kaffee kosten können. Die jetzige Inhaberin, in 3. Generation, zeigte uns freundlicher Weise ihre Kaffeeplantage und im Café ein Video über die Herkunft der Kaffeepflanzen (Brasilien) und die Kaffeeverarbeitung
Kaffeeblüten, geerntet wird im Sommer in mühsamer Handarbeit
der Vater der Inhaberin beim entkernen der Kaffeebohnen

Zwei Tage sind wir mit einem PKW kreuz und quer über die Insel gefahren und so gut wie alle Sehenswürdgkeiten besucht oder besichtigt. Mit einem Taxi haben wir uns nach Roisas fahren lassen und sind dann auf den zu dem äußersten nordwestlichen Punkt der Insel gewandert, den Ponta dos Raisas. Der dortige Leuchtturm thront auf den steilen Felsklippen, 250m hoch über den Meeresspiegel. Eingeweiht wurde er in 1958, jedoch musste durch Erdbebenschäden in 1964 und Januar 1980 bereits wieder aufgegeben werden.

Ponta dos Roisas

Im Hafen haben wir wieder nette Bekanntschaften gemacht. Vor uns lagen Uschi und Albert mit ihrem Katamaran „Usi“. Die Beiden waren wiederum bekannt bzw. befreundet mit Tom und Hajo der SY „segel-BAR“, die uns in Santa Maria Grüße von Isabel und Eckhart überbracht hatten, die wir wiederum in San Sebastian (La Gomera) kennen gelernt hatten…….. so klein, aber auch sehr kommunikativ ist die Segelwelt.

Neben uns lag die SY „Planckton“, welche Ceceila, Fabio und deren Sohn Igor gehört. Die nette und freundliche brasilianische Familie hat uns bereits gute Tips gegeben, wie wir zu welcher Zeit die Ostküste von Brasilien besegeln könnten. Wir hoffen, dass wir unseren ursprünglichen Plan (vor Corona) im nächsten Jahr umsetzen können. Die Drei sind schon 17 Jahren mit ihrer Yacht unterwegs und der Sohn Igor ist auf dem Schiff geboren. Sie machten sich auf den Weg nach Lissabon, wo Igor einige Zeit wieder zur Schule geht.

Uschi und Albert
die SY Planckton mit Cecilia, Fabio und Igor bei der Hafenausfahrt

Dann wurde es auch für uns wieder Zeit weiterzufahren. Am Freitag, 20.08.21 sind wir um 09.00 Uhr morgens los und zu der zweitkleinesten Insel „Grasioca“ gemotorsegelt. Hierüber erzählen wir beim nächsten Mal. Bis dann!

…… der Sturmtaucher segelt. Diese Vogelart , die übrigens bis zu 40 Jahre alt werden kann, war im Hafen von Velas in größerer Vielzahl vorhanden. Nachts machten sie einen ziemlichen Lärm durch die ständigen „aua aua“ Rufe (konnte einem den Schlaf ein wenig rauben)

 

Überfahrt von Santa Maria zur Insel Pico und Aufenthalt auf Pico

Als wir unseren letzten Beitrag am 09.07. geschrieben hatten und allen einen schönen Sommer wünschten, ahnten wir nicht, dass kurze Zeit später Teilbereiche in NRW und Rheinland Pfalz von einer Hochwasserkatastrophe betroffen wurden. Wir wünschen den betroffenen Familien bzw. Personen viel Kraft und Zuversicht, dieses folgenschwere Unglücksereignis zu meistern. Wären wir zum jetzigen Zeitpunkt zu Hause in Erftstadt, wäre es für uns eine Selbstverständlichkeit den Menschen bei den vielen erforderlichen Arbeiten zu helfen.

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Die letzten Tage auf der Insel Santa Maria haben wir noch mit Wanderungen verbracht und am 15.06. abends zusammen mit Marita und Erik das Festival „Santa Maria Blues“ besucht. Auf einer großen Weide hatte man einen Platz geschaffen, wo rundherum größere Buden aufgebaut waren, die Getränke, Essen und Handarbeitprodukte zum Kauf anboten. An dem Abend spielten zwei portugiesische Bands, die für unsere Ohren zuviel Rock anstatt, wie von uns erwartet, Blues spielten.  Dennoch haben wir das Ganze drumherum genossen.

Eine nette Begegnung hatten wir noch mit dem französischen Seglerpaar Sophie und Alain, „SY Patago“, die bereits seit 19 Jahren auf eigenem Kiel auf Weltreise sind und schon an die 300.000 Sm geschafft haben. Alain, der bereits 74 Jahre jung/alt ist denkt noch lange nicht ans Aufhören. Schön! Wir erhielten eine Einladung und konnten das Schiff, innen bestückt mit zahlreichen Reiseerinnerungen, Fotos und souvenirs, besichtigen.

Henrique, ein sehr freundlicher Marinero im Hafen von Vila do Porto, hatte uns noch mit einem Veja-Fisch, oder Papagaienfisch überrascht, den Guus filitierte und den wir uns abends gut schmecken ließen. Samstag vor unserer Abfahrt hat Henrique uns abends abgeholt und ist nach Maia gefahren, wo ein guter Freund von ihm, Pedro bzw. der Vater von Pedro einige Terrassen besitzt und dort Weinreben angepflanzt hat. Den Wein, welchen sie nur für die Familie und Freunden noch auf traditionelle Weise herstellen (Trauben mit dem Füßen zerdrücken usw.) durften wir probieren. Eine Art Sekt, Pedro nannte es Spumante, war für unseren Geschmack ein wenig „suur“. Anschließend erhielten wir eine Probe eines Weines, welche einem Portwein glich. Das war schon besser für unsere Gaumen. Die ganzen Erklärungen und das Zeigen des Wein“kellers“ und des hübschen Innenhofs wurden von Pedro liebevoll  vermittelt. Anschließend hat Henrique uns noch den nabei gelegenen Wasserfall in Maia gezeigt. Henrique und natürlich auch Pedro vielen Dank!

Pedro zeigt uns dem hinter dem Haus stehenden Anbau, welcher als Weinkeller fungiert.
Die meisten Flaschen waren gar nicht beschriftet, sodass man nicht erkennen konnte, welcher Jahrgang in welcher Flasche war. Pedro roch immer an die Flaschen, schüttelte zum Teil mit dem Kopf und nahm dann eine weitere Flasche

 

 

 

 

 

 

 

 

Henrique
der Wasserfall von Maia, „Cascata de Aveiro“, jetzt im Sommer war nur ein spärliches Rinnsal zu sehen
imposante über 100m Steilwand

Nachdem wir die Insel Santa Maria so gut wie komplett besichtigt hatten, haben wir uns am 19.07. aufgemacht und sind zur nächsten Azoreninsel, Pico, zum Hafen in Lajes do Pico, gesegelt. Für die 182 Sm lange Strecke benötigten wir 38 Std. Der vorhergesagte NO-Wind, welcher uns den größten Teil der Strecke begleiten und einen halben Wind Kurs bringen sollte, kam nicht. Stattdessen eine Nordwind um die 20 Knoten, was einen Hart-am-Wind-Kurs bedeutete und streckenweise bekamen wir den Wind voll auf die Nase. Die Wellen waren gut 2 Meter hoch, an einigen Stellen, wo der Meeresboden von über 2000m Tiefe auf „nur“ 500m anstieg, waren die Wellen entsprechend höher. Man spricht hier auch von einer Grundsee. Da der Meeresboden auf unseren Kurs sich lt. Seekarte stellenweise bis auf  165m anhob, wurden diese Gebiete großzügig umfahren, um eine noch höhere Grundsee zu vermeiden. Guus erinnerte sich an das schwere Unglück in 2015, als er bei einer Segelschulung einen Törn von Casais (Portugal) zu der Azoreninsel Sao Miguel machte. Damals kenterte ein Katamaran südwestlich von der Insel Faial, wobei zwei Menschen ums Leben kamen. Die Crew hatte nicht beachtet, dass der Meeresboden von unter 1.000m auf nur noch 29m Tiefe anhob und der Katamaran wurde durch die hohen Wellen umgekippt.

Wegen den hohen Wellen und starkem Wind hatten wir keine Lust auf zu Kreuzen und wollten möglichst schnell unser Ziel erreichen. Der Deutz Motor leistete dabei gute Unterstützung und die GusAnne machte bis zu 5 Knoten Fahrt. Es war eine anstrengende Überfahrt und am nächsten Tag kamen wir gegen 20.00 Uhr in den kleinen, im übrigen der kleinste Hafen der Azoren, an. Wir wussten, dass es dort nur 3-4 Gästeliegeplätze gibt, aber diese waren belegt. Wir entdeckten in der Nähe der Mole in einer Nische ein längs zum Steg liegendes älteres Segelboot und wir haben an diesem Segelboot festgemacht. Der Hafen kann nur von Booten angefahren werden, die einen niedrigen Tiefgang haben, weil bei Niedrigwasser lediglich nur 2m Wassertiefe vorhanden ist. Mit dem eingezogenen Hubkiel hat die GusAnne einen Tiefgang von 1.60m, also kein Problem.

Hafeneinfahrt

 

Blick von historischer Walverarbeitungsrampe auf den Liegeplatz
Blick vom Liegeplatz auf ein Denkmal für die im Einsatz verstorbenen Walfänger und im Hintergrund der Ponta da Pico

Wiederum hatten wir für zwei Tage einen Mietwagen und die nur 445 Km² große und dennoch zweitgrößte Insel der Azoreninseln besichtigt. In dem Hafenort Sao Roque (die von hier abgehenden Fähren verbinden die Stadt mit den Inseln Sao Jorge und Faial) konnte man in dem Museum der Walfangindustrie die Walfangtradion nachvollziehen.

Blick auf San Roque
Walfängerdenkmal
ehem. Walfangindustriegebäude, das jetzige Museum

Auf dem Weg von Sao Roque nach Madalena hatten wir leider eine Reifenpanne und da kein Ersatzreifen im Auto war, mussten wir ca. 3 Std. warten bis ein neuer Reifen von der Verleihfirma gebracht wurde, shit happens. Glück beim Unglück war, dass dies direkt vor einem kleinen Restaurant mit Terrasse passierte, sodass das Warten nicht schwer viel.

Die bedeutenste Sehenswürdigkeit in Madalena ist die Kirche Santa Maria de Madalena.

Kirche Santa Maria de Madalena aus dem 17. Jahrhundert. Die Kirchen auf den Azoren, zumindest die 3 Inseln, die wir bislang gesehen haben, haben alle annähernd den gleichen Baustil

Sehr schön war auch die Fahrt zum Berg Ponta da Pico. Die in der Karte eingezeichneten weißen Straßen (Nebenwege) waren nicht asphaliert und mit vielen Schlaglöchern, sodass wir hier nur mühsam vorankamen, jedoch die Umgebung war dafür reizvoll.

unterwegs
an einigen Wegen säumten neben den vielen Hortensien eine für uns neue Blumen- oder Blütenart den Weg
eine der Girlandenblüten von Nahem
so sehen die Blüten aus, bevor sie aufgehen
unterwegs, Blick in die Tiefe

Der Berg Ponta da Pico, auf dessen Gipfel im Winter häufig Schnee liegt,  beherrscht die ganze Insel und ist von den Nachbarinseln der zentalen Inselgruppe deutlich erkennbar.

Ponta da Pico, Portugals höchster Berg
Blick vom dem in der Nähe liegenden See „Lagoa do Capitao“
der Ponta da Pico vom Hafen Lajes aus gesehen
und das Gleiche in der Abenddämmerung

Im Hafen hatten wir John und Angelika (SY Maya) getroffen, die ihr Schiff in Horta auf der Insel Faial liegen und einige Tage auf Pico kampiert hatten. Zusammen waren wir abends aus Essen.

Auch haben wir Jörn vn der SY Eisbär kennengelernt und zusammen Bierchen getrunken. Auf Empfehlung von Jörn haben wir im Ort Lajes das Museum der Walfänger besichtigt. Es dokumentiert die frühere intensive Walfangtätigkeit auf der Insel und man kann dort eine vielfältige Sammlung von Gegenständen sehen, die aus Walzähnen und-knochen gefertigt wurden. Anschließend sind wir ca. 3 Km von dem Ort entfernt zu einem Walbeochtungsturm gewandert. Früher wurden nachdem der Beobachter Wale gesichtet hatte,  die Walfänger mittels einer Leuchtrakete informiert, dass Wale, meistens Pottwale in der Nähe sind. Die Walfänger haben dann alles fallen und liegen lassen und haben sich auf den Weg gemacht. Der Turm wird heute weiter zum gleichen Zweck genutzt, nur das es keine Waljagd mehr gibt, sondern die Anbieter von Walewatching wissen so, wohin sie mit ihren Touristen bzw. Kunden müssen um Wale zu sehen.

Walbeobachtungsposten

Nach 8 Tage Aufenthalt in  Pico ging es am 28.07. weiter zur nächsten Insel, Faial, zum Hafen in Horta. Die Fahrt dauerte nur 4 Stunden und war angenehm. Der Ozean war sehr ruhig und der Wind kam nicht über 7 Knoten hinaus, sodass wir den Motor mitlaufen ließen. Nur die Strecke zwischen den beiden Inseln war wegen der Düse windiger und der Wind erreichte dort 14 Knoten. Auch der Hafen in Horta ist ziemlich voll, sodass wir erneut im Päckchen an einem franzöischen Schiff an der Kaimauer anlegen mussten. Aber alles gut!

mit einem Bild der Überfahrt von Pico nach Faial (Faial im Blick) beenden wir den heutigen Beitrag und wünschen allen  ALLES GUTE!

die Azoreninsel Santa Maria

Die rd. 5600 Menschen, die auf der nur 18 Km langen und fast 10 Km breiten Insel Santa Maria wohnen, leben überwiegend von der Landwirtschaft (Wein, Mais, Kartoffeln und Getreide), Viehzucht, Fischfang und kunsthandwerklichen Tätigkeiten wie Keramik.  Die Insel gilt als sonnigste und trockenste Insel der Azoren, obwohl wir seit unserer Ankunft am 08.06. bereits mehrere Regenschauer erlebt haben. Die Temperatur ist um die 20 – 25 Grad, somit immer sehr angenehm.

Der Hauptort der Insel ist „Vila do Porto“, wo auch der Hafen ist. Dem Ort wurde bereits in 1472 Stadtrechte verliehen.

Kirche oben im Ort, die Straße führt hinunter zum Hafen
die „Haupt“-Straße, die zum Hafen führt

 

 

 

 

 

 

eine Einsiedelei des Patrons der Seeleute „Ermida de Sao Pedro Goncalves Telmo“
St. Franzisko Kloster in Vila do Porto

An zwei Tagen, an welchen wir ein PKW gemietet hatten, konnten wir uns einen guten Eindruck über die gesamte Insel machen. Schöne Strände in geschützten Buchten, eine durch Weiden gefärbte grüne Hügellandschaft und eine Farbenvielfalt der Blumen zieren die Insel.

unterwegs (nördlicher Bereich der Insel)
dito
dito
immer wieder Wiesen mit Kühen und Rindern. Das Schöne ist, dass hier die Kälber bei der Mutter auf der Wiese sind und Muttermilch trinken. Auch Senor Bulle ist meistens dabei. Das sieht man bei uns nicht mehr.

Die höchste Erhebung ist der 587m hohe, im Zentrum liegende Pico Alto.

Blick von oben vom Pico Alto
dto.

In der Nähe von Vila do Porto liegt die schöne Bucht Praia Formosa. Am Sonntag, 04.07. war diese Bucht Ziel unserer Wanderung, die wir zusammen mit den Seglerpärchen Marita und Erik von der SY „Marik“, Jolita und Lars der SY „Pich-Kin Dim“ gemacht haben. Der Trail misst lt. Wanderkarte 6,8 Km, tatsächlich gab der Schrittzähler des IPhones hinterher knapp 10 Km an. Der Pfad führte überwiegend an der Küste entlang. Nach gut 2 Km erreicht man eine geologisch interessante Felswand mit vielen Fossilien „Gruta do Figueiral“ eine künstliche Grotte bzw. Höhle, in der früher Ton und Kalkstein abgebaut wurde zur Herstellung von Fliesen und Kalk für den Bau von Häusern. Es war eine schöne aber anspruchsvolle Wanderung, die in der Bucht von Praia endete. Dort genossen wir den verdienten Wein oder Bier sowie sehr leckere und knusprige Chickenwings.

Beginn des Trails

 

 

 

 

 

Lars, Guus, Anneke, Marita und Erik (Jolita machte das Foto)
ein Teil der Höhle „Gruta do Figueiral            jetzt ist Jolita mit dabei

 

unterwegs
unterwegs

In der Bucht Baia de Sao Lourenco im östlichen Bereich der Insel gibt es einen Sandstrand, der zu den wenigen Stränden mit hellem Sand gehört, auch mit einem Naturschwimmbad. Die Bucht ist besonders hübsch, da sie von in Terrassen angebauten Weinreben umgeben ist.

terrassierte Weinfelder
Naturschwimmbad von Sao Lourenco

Auch die Bucht im Südosten der Insel, die Baia de Maia verfügt über ein Naturschwimmbad und direkt in der Nähe an dem Ponta do Castelo steht der Leuchtturm vom Maia.

Blick von oben auf die Bucht „Baia da Maia“
der Leuchtturm von Maia, auch hier im Berg terrassierte Weinfelder

Typisch für die Insel Santa Maria sind die kleine Häuser mit den hohen, weißen Schornsteinen. Der Schornstein wird im Haus als Ofen genutzt.

aus der Ferne aufgenommen…..
die typischen Häuschen

 

Ofen aufgenommen in einer Ruine
Ofen in einem Museum, mit entsprechender Arbeitsplatte

An nahezu allen Straßen oder Wege waren die tollsten Hortensien oder andere bunten Blumen zu sehen. Man hatte das Gefühl, man fährt durch eine riesige Parklandschaft.

   

Sehenswert war auch der „Barriero da Faneca“, eine hier auf der Insel nicht erwartete trockene, rötliche und lehmige Halbwüste. Es ist ein Naturschutzgebiet, das sich über ca. 8,5 Km² erstreckt.

   

Wie bereits im letzten Beitrag berichtet, gibt es hier auf der Insel kein Covid19 Infizierten, sodass wir bei dem 2. Schnelltest das Angebot erhielten, sich hier Impfen zu lassen. Per Internet sollte man sich hierfür anmelden. Samstag, den 19.06. erhielten wir beide die 1. Pfizer-Impfung und am Samstag, 10.07. erhalten wir die Zweite. Gerne haben wir das Angebot angenommen, wir versprechen uns hiervon eine weitere unkompliziertere Weiterreise. Ein toller Service und alles kostenlos! Vielen Dank an die soziale Gesundheitsvorsorge hier auf Santa Maria!

Der Zufall wollte, dass wir hier im Hafen eine große Motoryacht mit einem amerikanischen Eigner als Nachbar an unserem Steg hatten. Der angeheuerte Skipper, ein Azore, erfuhr von Guus, dass er den defekten Propeller des Bugstrahlruders austauschen muss. Der Eigner hatte Sauerstoffflaschen an Bord und der Skipper bot sich an, die Reparatur auszuführen. Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr war er zur Stelle und hatte innerhalb einer halben Stunde die Reparatur durchgeführt, wunderbar! Vielen Dank Nuno! Als Dankeschön gab es Tapas bei uns an Bord.

links Tack (Yachteigner) und Nuno

Wir schauen, ob uns die 2.Impfung genau zu gut bekommt, wie die Erste. Am nächsten Wochenende möchten wir am 16. und oder 17.07. die 1x jährlich stattfindende Musikveranstaltung, die Santa Mara Blues, besuchen zusammen mit Marita und Erik. Danach schauen wir nach einem günstigen Wetterfenster um zur nächsten Insel zu fahren, nach Pico. Das sind ca. 2 Tage Fahrt Richtung Westen.

Euch wünschen wir bis zu nächsten Beitrag einen schönen Sommer, hoffentlich mit weniger Regen als zur Zeit!

frische aromatische feste Inselerdbeeren in einem Gläschen Sekt, ein sog. „Erdbeerspritz“

 

 

einen schönen Sommer!

 

Überfahrt zu den Azoren, Insel Santa Maria

Die Zeit, in welcher wir auf ein gutes Wetterfenster für die Überfahrt zu den Azoren warteten, haben wir u.a. noch für eine schöne aber anstrengende Wanderung in dem Nationalpark  „Caldera de Taburiente“ genutzt. Mit einem Mietwagen sind wir zu einem Parkplatz nördlich des Ortes Los LLanos gefahren und von dort konnte man nur mit einem Taxi zu dem Aussichtspunkt „Los Brecitos“, 1.108m hoch, gefahren werden. Dies war der Ausgangspunkt für die Wanderung. Zunächst ging es ca. 4 Km auf fast gleicher Höhe in der Caldera (Kraterkessel) hinein, mit tollen Aussichten.

Ausgangspunkt der Wanderung „Los Brecitos“

Nach rd. 6 Km erreichte man nach Durchqueren des Rios Taburiente einen Campingplatz für Wanderer „Zona Acampada“. Dort haben wir eine Pause eingelegt und unsere Sandwiches gegessen. Der Pfad führte von dort leicht ansteigend weiter. Der Wald wurde dann lichter und führte in das Tal Almendro Reventon. Reventon heisst „der Zermürber“ wegen des steil abfallenden Weges. Man hatte auch hier schöne Aussichten in die Schlucht „Barranco de las Angustian“ in welcher man später hineingelangt und der letztendlich wieder zum Parkplatz führte.  Der Barranco führte zum Teil durch das Flussbett, das mehrmals erforderliche Queren war über geeignete Trittsteine mit trockenen Füßen möglich. Umgehungen führten immer wieder über das Steilufer. 

Ein Blick in den „Barranco des las Angustias“, übersetzt „Schlucht der Todesängste“

Insgesamt sind wir rd. 19 Km gewandert und durch die Steigungen und Abstiege waren wir nach 7 Stunden sehr müde und froh das Endziel erreicht zu haben. Die Strapazen hatten sich aber gelohnt, da wir mit einer der schönsten Naturlandschaften der Insel belohnt wurden.

Wiederum viel von der Insel gesehen. Es ist schwer zu sagen, welche der kanarischen Inseln am Schönste war. Jede Insel hatte ihre Besonderheiten, entscheiden können wir uns nicht. Auf alle Fälle alle lohnenswert!

gefahrene oder gewanderte Routen auf La Palma

Immer wieder haben wir die Wettervorhersagen und die Großwetterlage eingesehen und verfolgt. Das von uns in den Wetter Apps „Windy“, „Windy plus“ u.a. festgestellte Wetterfenster ab dem 3.06. wurde von unserem niederländischen Segelfreund Niels mit „Prediktwind“-Ergebnissen und vom Stützpunktleiter Frederico anhand Analyse- und Prognosekarten Europa, bestätigt. Also stand unser Datum fest.

Morgens und 08.15 Uhr haben wir noch vollgetankt und 08.45 Uhr ging es los. Rob, Skipper der Segelyacht „Savannah“, der mit seiner Frau Jeannet auch im Hafen lag, hat uns beim Ablegen geholfen.

Guus stellte nach kurzer Zeit fest, dass es im Plotter System eine zu große Abweichung zwischen dem eingegebenen Kartenkurs und dem Kurs über Grund gab. Daher haben wir, noch im Windschutz der Insel aus Vorsichtsgründen 2x eine Kalibrierung vorgenommen. Dies ist im Plotter System programmiert und gut zu Händeln.

Als wir die Insel La Palma passiert hatten, nahm der NO-Wind zu bis zu 25 Knoten. Die Wellen waren nicht regelmäßig, der Ozean war unruhig. Dies führte dann nach 2 -3 Stunden dazu, dass wir beide seekrank wurden.

Der Wind war beständig, sodass die Segeln, Genua und Groß, niur ab und zu gerefft werden mussten.  Am nächsten Morgen hatten wir 110 Sm geschafft. Beide immer noch seekrank; wir lebten von Tuc-Crackers, Bananen, Cola und Wasser. Der Wind ging auf 18 Knoten zurück. Die See bliebt jedoch noch unruhig. Das 2. Etmal segelten wir 116 Sm, kamen also gut voran,

Samstag, 5.06. ließ der Wind weiter nach, der NO-Wind fiel bis auf 10 Knoten zurück. Auch die Wellen wurden etwas angenehmer. Uns ging es besser, aber außer Müsliriegel, Bananen und Crackers ging nichts rein. Die ganze Nacht und auch den ganzen Sonntag sind wir nur mit der Genua gesegelt und hatten ständig 5 – 6 Knoten Fahrt., sodass wir am 3. Tag dann auch 140 Sm schafften. Wir erhielten Besuch von einer übermüdeten Schwalbe, die keine Angst kannte und sich auf dem Kopf von Guus ausruhte, bevor sie dann irgendwann wieder weiter flog.

   

 

Montag -uns ging es wieder gut- wurde die See ruhiger, aber auch der Wind ließ nach, nur noch bis zu 8 Knoten. Guus setzte volle Segel, also Groß, Genua und Fock und die GusAnne schaffte so immer noch um die 5 Knoten. Nachts war dann leider fast gar kein Wind mehr vorhanden, der Ozean spiegelglatt, sodass wir den Motor starten mussten, der bis zur Ankunft im Hafen am Dienstag, 08.06. gegen 16.00 Uhr nicht mehr ausgemacht werden konnte.

Wir hatten die ganze Überfahrt den Radar eingeschaltet. Es wurde im Radar eine Sicherheitszone von 4 Sm um unser Schiff herum eingestellt. Wenn ein Schiff in diesen Sektor hineinfuhr ging der Radaralarm an und man hat somit Zeit zu kontrollieren, ob das Schiff für uns eine Gefahr bedeutet.  Außerdem war natürlich das AIS-System (Automatic Icdentification System) eingeschaltet und der Echomax Radarreflektor. Während der ganzen Fahrt haben wir nur 5 größere Schiffe gesehen, wobei jedoch in der letzten Nacht gegen 03.00 Uhr ein Tanker uns nur knapp eine Meile nördlich passierte. Guus hatte vorher für ca. eine Viertelstunde unsere Geschwindigkeit reduziert um auf Nummer Sicher zu gehen.

Radaranzeige. Rechts der obere Pfeil war der Tanker, welcher später nördlich passierte

Unser Nachtlager für die 5 Nächte war nicht unsere normale Koje. Guus hatte sich draußen in der Plicht eingenistet und konnte somit gut auf evtl. Windveränderungen reagieren. Wurde es ihm zu kalt, hatte er die Möglichkeit in die Kajüte oben umzuziehen um es sich dort auf den Boden bequem zu machen.

Nachtlager vorbereitet, fehlt noch der Schlafsack und Guus
innen lag es sich auch gemütlich

Anneke hatte das Glück auf der Bank in der oberen Kajüte liegen zu dürfen und hatte von dort immer einen guten Blick auf den Innenplotter.

Im Übrigen sind wir die ganze Zeit mit Autopilot gefahren, nur beim Aus- und Einfahren aus oder in den Hafen wurde das Steuerrad manuell betätigt.

Wir haben schöne Sonnenuntergänge- und Aufgänge gesehen, Guus draußen einen wunderbaren Sternenhimmel und eine phosphoreszierende Bugwelle. Dienstagmorgen kam dann „Land in Sicht“ und um 09.00 Uhr waren es nur noch rd. 30 Sm bis zum Hafen Vila do Porto.

eine der Sonnenuntergänge
Santa Maria in Sicht

Weil wir vorher mit dem Hafenbüro von Vila do Porto telefoniert hatten, wussten wir, dass wir zunächst an den Steg C = Quarantäne-Steg anlegen mussten um einen Covid-19-Schnelltest zu machen. Seemannschaftsgerecht hatte Guus die gelbe Quarantäne-Flagge -unter der Portugiesischen- gehievt.

Knapp eine Stunde nach Anliegen konnten wir schon den Schnelltest -im Übrigen kostenlos!- machen und am nächsten Mittag erhielten wir per E-Mail das Ergebnis „negativo“. Somit konnten wir zu unserem Liegeplatz an Steg D. Sechs Tage nach dem ersten Test mussten wir im hiesigen Gesundheitszentrum einen zweiten Test machen.

Blick vom Liegeplatz aus

Beim Anlegen an den Quarantänen-Steg hatten wir leider das Pech, dass das Bugstrahlruder im Hafen lose schwimmende Fischerleinen etc. angesogen hatte und dann nicht mehr funktionierte. Guus ist ins Wasser und hat die Leinen weggeschnitten und festgestellt, dass der Propeller des Bugstrahlruders defekt ist. Wir haben zwar Ersatz an Bord, aber es wurde uns mitgeteilt, dass es -ohne offizielle Genehmigung- nicht erlaubt ist, im Hafenbecken zu tauchen, um die Reparatur selbst vornehmen zu können. Guus war bei der Hafencapitaneria in Vila do Porto vorstellig geworden und hat in Erfahrung gebracht, dass er eine Tauchlizenz benötigt, wenn er die Reparatur durchführen will. Vor und nach der Reparatur kommt ein Beamter im Hafen und beobachtet dann den Tauchvorgang und die Reparatur. Ziemlich bürokratisch. Guus hat zwar mehrfach mit Sauerstoffflaschen getaucht, hat aber keine offizielle Lizenz. Kurzerhand hat er sich dazu entschlossen, dies nachzuholen und sich bei einer Tauchschule angemeldet. Am Mittwoch, 16.06. beginnt der Kurs.

da hängt die Misere

 

alles abgeschnitten, eine Windung abgerissen und der Propeller an sich gerissen

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben uns Vila do Porto bereits angesehen. Es ist eine Kleinstadt mit rd. 3.200 Einwohnern und die älteste Stadt der Azoren überhaupt.

Blick vom Schiff auf das Fort „Sao Brás“, ein Seefort aus dem 17. Jh.   Der Ort liegt oben auf dem Hügel
Blick von oben auf den Hafen
dito

Wir haben zunächst für 3 Wochen den Liegeplatz gebucht und möchten anschließend die übrigen Inseln der Azoren besichtigen. Die beiden Inseln ganz im Westen, Flores und Corvo müssen wir leider abhaken. Die Häfen dort sind in einem Orkan in Oktober 2019 verwüstet worden und sind bis heute für Sportboote nicht anfahrbar. Aber es gibt ja noch 6 weitere Inseln.  Bis Ende September wollen wir uns Zeit lassen, also………

Guus hat soeben die Azoren-Flagge gekauft, diese wird in Kürze unsere Steuerbordseite zieren!

Links das „Azorenblau“. Das Wappen Portugals oben links symbolisiert die politische Zugehörigkeit zu Portugal. Der goldene Habicht, portugiesisch Acor = Name der Inseln. Die neun Sterne stehen für die neun Inseln.

Da gibt es auf den Azoren also noch viel zu entdecken.

Euch allen alles Gute!