Marina Lanzarote IV

Corona beeinträchtigt -noch- unsere weitere Planungen. Seit Beginn der „Phase 3“ am 8.06.20, darf man sich frei auf der Insel bewegen und auch andere Häfen, jedoch nur die auf der Insel, anfahren. Ab dem 19.06. sind die Museen und Naturparks etc. wieder geöffnet und ab Juli darf man mit seinem Schiff wieder dorthin fahren, wohin man möchte. Also können wir langsam wieder weiter planen.

Letzte Woche hatten wir zusammen mit Marie und William, unsere französische Segelnachbarn, ein Auto gemietet und einen Teil der Insel erkundet. Wir sind zunächst in nördlicher Richtung nach Orzola. Von dort geht normalerweise eine Fähre nach La Graciosa, die kleinste (29 Km²) bewohnte Insel der Kanaren. Aufgrund des Lockdowns war der Fährbetrieb noch eingestellt. Wir sind mit dem PKW weiter gefahren zum Aussichtspunkt „Mirador del Rio“, welcher Anfang der  70ger Jahre von dem Künstler und Umweltaktivist César Manrique entworfen wurde. Dieses Mirador war leider auch noch geschlossen, aber von der Straße aus hatte man auch einen tollen Blick auf die Insel La Graciosa. Türkisfarbiges Wasser lädt zum Verweilen ein. Es gibt einen kleinen Hafen auf La Graciosa und schöne Sandstrände, aber -wie gesagt- noch nicht zugänglich.

La Graciosa

Weiter ging es landeinwärts Richtung Nationalpark Timanfaya, rd. 51 km² groß. Hier entstanden in der Zeit von September 1730 bis April 1736   32 Vulkankegel. Die Insel Lanzarote wurde damals zu drei Vierteln mit Lava bedeckt, ausgespien aus mindestens 300 Kratern von rd. 100 Vulkanen. Da der Nationalpark Timanfaya auch noch nicht geöffnet war, haben wir einen in der Nähe liegenden Vulkan im Geopark besichtigt. Man konnte bis in den Krater gehen. Sehr beeindruckend.

Kraterzugang
so weit das Auge reichte, ein Lava -Meer

Danach sind wir wieder westlich zur Küste zum Ort El Golfo. Dort konnten wir einen versunkenen Vulkankrater bewundern, in dem sich eine Lagune gebildet hat. Der Kratersee „Charco Verde“ = grüner See oder Teich, hat seinen Namen aufgrund der Algen, die dort wachsen. Wunderschön….   

der grüne See
Lava in den unterschiedlichsten Farben

El Golfo ist für seine Fischrestaurants bekannt. Viele hatten noch geschlossen, aber wir wurden fündig und hatten einen Tisch mit einem tollen Blick auf den Ozean.

In unmittelbarer Nähe waren „Los Hervideros“, übersetzt Kochen, eine zerklüftete vulkanische Küste. Die Wellen branden in Meeres höhlen. Ein schönes Schauspiel.

bei einem starken Wellengang ist dies natürlich noch imposanter

Auf dem Rückweg nach Arrecife sind wir durch die Weinanbaugebiete gefahren. Kaum zu glauben, dass auf den Lavaböden und den  sehr geringen Regenniederschläge, Weinreben gedeihen können. Die Rebstöcke wachsen jeder für sich in kleinen, mit Mauern gegen den Nordostpassat geschützten Einzelkratern. Die Vulkanasche heizt sich tagsüber auf und die nächtliche Feuchtigkeit sorgt für entsprechende Kondens und wird vom Boden aufgesaugt. Vor allem der Weißwein ist sehr gut.  

traditionelle Weinbaumethode in Weinbaugebiet La Geria

Auch haben wir noch das Städtchen Teguise, frühere Hauptstadt von Lanzarote (jetzt Arrecife)  besucht. Teguise ist bis heute eine kleine wohlhabende Stadt geblieben, wo außerhalb Coronazeiten traditionell sonntags Markttag und aufgrund dessen eine der meistbesuchten Städte der Insel ist.

vor der Kirche „Iglesia Nuestra Senora de Guadalupe“ am Platz „de la Constitiución“, wir waren so gut wie die einzigsten Touristen

Von einem österreichischen Segler, Roland, haben wir einen guten Tipp bezüglich einer Werft auf der Insel Gran Canaria bekommen. Diese Adresse wurde uns von einem Stützpunktleiter des Vereins Transocean, hier auf den Kanaren bestätigt. Guus nimmt Kontakt mit der Werft auf. Die Werft, welche wir Anfang März in Puerto Calero, hier auf Lanzarote, besucht hatten, reagierte bislang erst, indem der Inhaber fast zwei Monate später bei uns an Bord erschien, ohne die von uns ihm mitgeteilten Infos und sich danach wiederum seit vier Wochen nicht mehr meldete. Anscheinend hat er -trotz Corona- genug zu tun. Auf alle Fälle erscheint er nicht gerade zuverlässig.                                                                                                                      Sollte es mit der Werft in der Marina Pasito Blanco im Süden von Gran Canaria klappen, werden wir ca. Mitte Juli dorthin segeln.

Die Zeit bis dahin nutzen wir um die Insel Lanzarote weiter zu erkunden, vor allem, wo jetzt die Museen und Nationalparks etc. öffnen.

Allen weiterhin einen schönen Sommer und bleibt Gesund!

   

Kaktusbaum- und Blütengrüße von uns Beiden!

 

 

Marina Lanzarote III

Hallo aus Arrecife, an Bord alles OK. Heute ist bereits der 76. Tag seit Verhängung der Urlaubssperre bzw. des Lockdowns. Seit Montag, dem 25.05.  begann auf den Inseln die sog. Phase 2 der Lockerungen. Restaurants durften öffnen,  jedoch darf nur die Terrasse mit max.  50% Auslastung und Gewährleistung des vorgegeben Abstandes, geöffnet sein. Ab kommenden Montag dürfen Gäste auch innen – ebenfalls mit 50%iger Auslastung- speisen.  Museen und öffentliche Gebäude werden geöffnet. Man darf auch mit dem Boot andere Häfen anfahren, jedoch vorerst nur auf Lanzarote.  Anfang Juli d. J. sollen dann alle Häfen wieder geöffnet werden und ggfs. Flüge möglich werden. Wir genießen die „neuen“ Freiheiten.

während eines Abendspazierganges an dem ersten Tag der Lockerung der Regelungen
Arrecife grüßt jetzt ……………….. etwas mehr

Mal sehen, ob wir erst einige Inseln besuchen oder zunächst für 2 Monate nach Hause fliegen. Letzteres machen wir nur, wenn dies ohne Quarantäne möglich wird.

das erste Terrassenbierchen und -Wein am 18.05. nach gut zwei Monaten
Die Brücke „Las Bolas“ und im Hintergrund das Castillo San Gabriel

 

 

 

 

 

 

Guus hat wieder „Frieden“ mit der hiesigen Polizei geschlossen, nachdem er während der Ausgangssperre als Fußgänger oder auch als Radfahrer des Öfteren verwarnt wurde, natürlich wegen Lappalien. Die Polizei hatte sonst wohl nicht viel zu tun.

Der Eigner eines Nachbarschiffes hatte in der letzten Woche einen Taucher engagiert, um sein Unterwasserschiff kontrollieren zu lassen. Guus nutzte diese Gelegenheit und bat den Taucher auch anschließend unser Schiff zu kontrollieren. Der Algen bewuchs hielt sich im Rahmen, sodass wir in Ruhe entscheiden können, ob wir das Schiff vor oder nach unserer Heimreise aus dem Wasser holen lassen um das Unterwasserschiff  mit einem neuen Anstrich (Antifouling oder Coppercoat) versehen zu lassen.

der Taucher macht sich bereit
Aufnahme des Bugstrahlruders
Aufnahme von einer der „Opfer“Anoden am Rumpf (unsere Anoden sind aus Zink und schützen den Stahlrumpf vor Korrosion, weil das Zink als weicheres Metall von der Elektrolyse -Spannungsunterschiede- im Wasser als Erstes angegriffen wird). Die Spannungsunterschiede entstehen z,B. wenn ein Nachbarschiff aus einem anderen Material besteht.
Aufnahme der Schiffsschraube, hier ist die angebrachte Anode ziemlich angegriffen und muss erneuert werden, obwohl dies nach 3 Jahren geschehen kann

Im Nachhinein betrachtet sind -wie dies immer der Fall ist- die Wochen, in welchen wir auf unserem Schiff „verbannt“ wurden, schnell vorbei gegangen und sehen wir wieder freiere, angenehmere Zeiten entgegen. Die netten und angenehmen Nachbarn haben dazu beigetragen, dass genug Gesprächsstoff vorhanden war, wir neue Lebensgeschichten erfuhren und vor allem der kulinarische Erfahrungsaustausch seht genüsslich war.

diesmal eine Foto mit Marie (Spanierin) und William (Franzose), ein lustiges Paar, mit einem Katamaran unterwegs und bereits seit November hier im Hafen.
einer der Gegenbesuche auf dem Katamaran „Maowi“. Marie kocht tolle Paella, obwohl wir an diesem Tage gegrillte Dorade gegessen hatten .

Gestern hat uns der Eigentümer der Werft „Catlanza“ (mit Ehefrau) besucht und hat sich unser Schiff angeschaut. Wir haben besprochen, welche Arbeiten wir durchführen lassen möchten. Wir warten jetzt auf sein Angebot und Zeitplan. Danach entscheiden wir unsere weitere Reise vorhaben.

Ein schönes Pfingstwochenende und umsorgt eure Gesundheit!

Bis auf Weiteres

 

 

 

 

 

 

 

 

Marina Lanzarote in Arrecife in Zeiten des Coronavirus (II)

Heute haben wir bereits unseren 46. „Boots-tag“ nach Verhängung der strengen Regelungen in Bezug auf die Ausgangssperre. Wir harren -wie ihr zu Hause ja auch- weiter aus, obwohl es allmählich etwas schwer fällt. Guus hat zwischenzeitlich für sich ein kleines Fitnessprogramm und für Anneke Rückengymnastikübungen erstellt. Man merkt die fehlenden Wanderungen und Radtouren. 

Fitness auf dem Steg

Weiter versüßen wir uns die Zeit mit Ausprobieren von neuen Kochrezepten, die auch gut geschmeckt haben.

Parmigiana di Melazane (italiniescher Auberginenauflauf)
Lachs-Kartoffel Gratin mit Spinat und Champignons
Low Carb Pizza mit einem Boden aus Frischkäse, Käse und Eiern

Die Zweisamkeit, die auf einer längeren Segelreise sowieso vorhanden ist, wird jetzt natürlich durch den Bewegungsmangel und mehr Aufenthalt auf dem Schiff noch mehr auf die Probe gestellt. Aber auch dies „harren“ wir bislang gut aus. 

Im Hafen haben wir nette Bekanntschaften mit anderen Seglern, die auch an unserem Steg liegen, gemacht. Mittlerweile haben uns einige auf unserem Boot besucht und wir haben diesen Besuch gerne erwidert. Zwei Segler, beide mit dem gleichen Namen „Walter“, einer aus der Schweiz und einer aus Deutschland, die jeweils alleine an Bord waren, sind vor Kurzem nach Hause geflogen bzw. einer mit dem PKW gefahren. Dann haben wir uns schon mehrmals mit Melanie und Adrian aus der Schweiz getroffen und zusammen gegessen. Adrian hat Anneke mit der Installation einer neuen Version von WordPress (dieser Blog) geholfen. Die Beiden sind mit einem Katamaran unterwegs und haben einen 18 Jahre alten Kater, einen 3-jährigen Zwergspitz und seit kurzem ein kleines Katzenbaby (Wildkätzchen) mit an Bord.

Adrian, Melanie und „Leon“

Soeben haben wir erfreulicherweise im Radio die Nachricht gehört, dass ab heute die Ausgangssperre etwas entschärft wurde. Ab sofort dürfen wir neben dem Einkauf in einem Supermarkt oder Apotheke täglich morgens in der Zeit von 06.00 bis 10.00 Uhr und abends von 20.00 bis 23.00 Uhr spazieren oder Radfahren oder sonstigen Sport betreiben!! Also, wir gehen langsam wieder bessere, schönere Zeiten entgegen. Da freuen wir uns sehr.

Bei der Gelegenheit möchten wir uns bei unserem lieben Freund Martin bedanken. Er ist der Grund, dass wir uns auf unserer Reise keine Gedanken machen müssen, ob zu Hause (in unserer Wohnung) etwas erledigt werden muss. Er behält dies alles im Auge, schickt uns unsere Post oder erfüllt sonstige „Dienstleistungen“ für uns. Vielen, vielen Dank hierfür. Ferner verwöhnt er uns immer mit Bildern aus der „Heimat“, vom Bauverein und natürlich von seiner Jenny und Töchterchen Emma. 

 

Jenny, Martin und Emma

Abschließend fügen wir noch ein paar Bilder von Arrecife bei, die wir auf dem Weg zum Supermarkt gemacht haben.

Alter, aber restaurierter, Leuchtturm im Hafen
Castillo de San José in der Nähe vom Hafen, heute ein Internationales Museum für zeitgenössische Kunst, welches wir aber bislang noch nicht besichtigen durften. Die Umwandlung der alten Festung in einem Museum erfolgte auf Initiative von César Manrique,, ein Künstler aus Lanzarote und Umweltschützer

Diesen Beitrag fügen wir noch einen Zeitungsartikel der Kölner Rundschau / Kölner Stadtanzeiger vom 28.04.2020 bei. Die freie Mitarbeiterin, Frau Klose, lebt auch in Erftstadt und erkundigt sich regelmäßig wie es uns geht. Das Covid-19 Geschehen hat sie zum Anlass genommen über unsere jetzige Situation zu berichten. (siehe Link unten Page…)

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Wir wünschen allen einen schönen restlichen 1. Maifeiertag, der hier in Spanien auch ein Feiertag ist.

Bleibt weiterhin Gesund!!

 

Lanzarote, Marina in Arrecife in Zeiten des CoronaVirus

Seit dem 9. März liegen wir jetzt in der Marina Lanzarote in Arrecife und -wie im letzten Beitrag berichtet- gilt seit dem 15.03. eine Ausgangssperre, die gestern bis zu 26.04. verlängert wurde. Das ist nicht schön, aber da kann man nichts ändern, und dies müssen wir -wie ihr zu Hause- durchstehen, uns an die Regeln halten und so versuchen, Gesund zu bleiben.

Wir haben zwar immer wieder etwas zu tun an Bord, sodass mehr oder weniger keine Langweile aufkommt. Dann lesen wir beide sehr gerne und nutzen die Zeit um die von zu Hause mitgebrachten Spanisch Kurse durchzunehmen. Wir nehmen uns gerne die Zeit um leckere Sachen zu kochen und uns kulinarisch zu verwöhnen. Im Hafen an unserem Steg liegen etwa an die 20 Boote unterschiedlicher Nationen, die wie wir, hier „gestrandet“ sind, sodass man sich von Schiff zu Schiff unterhalten kann. Dabei kann man sich austauschen über gemachte Erfahrungen in Bezug auf Service-, Wartung- und Reinigungsarbeiten, die auch wir in diesem Jahr an unserer GusAnne noch ausführen müssen. Wir haben schon Kontakt aufgenommen zu einer Werft in der Marina „Puerto Calero“ nur 8 Sm südlicher. Die GusAnne soll aus dem Wasser, damit das Unterwasserschiff gereinigt und eine neues Antifouling angebracht werden kann. Sobald die Werft wieder arbeiten darf, meldet der Werftinhaber sich bei uns.

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Agadir, Rundreise im südöstlichen Bereich Marokkos und Überfahrt nach Lanzarote

Mittwoch, 19.02. haben wir um die Mittagszeit in Safi die Leinen los gemacht und die 140 Sm lange Fahrt nach Agadir gestartet. Wir hatten einen Tag und eine Nacht an benötigte Zeit einkalkuliert. Zunächst sind wir ca. 10 Sm von der Küste weg gefahren um das Risiko zu umgehen, in Fischernetze zu geraten, die dort ausreichend vorhanden waren. Wind kam aus NNO, somit achterlicher Wind, bis zu 20 Knoten. Die Wellen waren zunächst grob, nachts war der Ozean dann wieder mäßig bewegt und der Wind ließ etwas nach. Um 14.00 Uhr am nächsten Tag haben wir in der Marina von Agadir angelegt.

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Von Tanger nach Rabat, dann Mohammedia und Safi

Entschuldigung bitte, dass wir uns erst jetzt wieder melden, aber das WLAN in Marokko ist nicht so dolle oder es gibt gar keins in den Häfen. Auch trotz unser Reservehandy mit Prepaidsimkarte klappt es nicht immer so richtig. Im Moment sitzt Anneke in der Marina von Agadir in einer Poolbar und mit deren W-LAN klappt es. Also, dann  …….

und los gehts

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Von Gibraltar nach Ceuta und weiter nach Tanger

Am 8.01.20 haben wir uns nach Ceuta, eine spanische Exklave in Marokko, aufgemacht. Dies bedeutete, die Überquerung der Straße von Gibraltar, Abstand rd. 16 Sm. Bevor wir Gibraltar verlassen haben, wurde natürlich zunächst taxfree Diesel getankt. Für umgerechnet € 0,70 je Liter war dies eine lukrative Angelegenheit.

rd. 600 L nachgefüllt

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Gibraltar einschl. Ausflüge nach Tarifa und Ronda

Bevor wir mit dem jetzigen neuen Beitrag anfangen, wünschen wir

allen Lesern und Besuchern unseres Blogs ein schönes, glückliches, erfolgreiches und insbesondere ein gesundes 2020

Den Liegeplatz in der Marina Alcaidesa in der Stadt „La Linea de la Concepción“, direkt an der Grenze zu Gibraltar, hatten wir ab dem 8.12.19 für einen Monat gebucht, um u.a. die Feiertage dort zu verbringen. 

Foto von einer Luftaufnahme, die in dem Büro der Marina hängt. Die Marina „Alcaidesa“ in La Linea de La Concepción direkt vorne rechts
unser Liegeplatz
abends wurde der Felsen von Gibraltar angestrahlt.

Der Monat ist umgeflogen. Die Stadt „La Linea“, wie sie abgekürzt genannt wird, hat aufgrund des Schmuggels von Hasisch, von Marokko in die EU, leider um seinen Ruf zu kämpfen. Es wird berichtet, dass die Polizei davon ausgeht, dass pro Nacht bis zu 10 Schnellboote Drogen an Land bringen und rund 30 clanartig strukturierte Banden hiermit ihr „Geschäft“ machen. Obwohl der Hafenbereich freundlich und modern gestaltet wurde, ein schöne große Strandpromenade bis zu dem nächsten Ort führt, ist der innere Stadtkern und vor allem der -rand renovierungsbedürftig. Ebenso die Strassen. Das Ganze macht zum Teil einen traurigen Eindruck. Sylvester feiern, verstehen die Einwohner aber. Das Zentrum, die Terrassen der Kneipen und Restaurants waren am 31.12. nahezu überfüllt, die Damen bereits nachmittags alle top gestylt. Aufgrund des schönen Wetters konnte auf den Straßen gefeiert werden.

Blick vom Strand „Playa de Levante“ von La Linea aus, auf Gibraltar

Gibaltar haben wir an mehreren Tagen besichtigt. Am Tag nach unserer Ankunft ging es zunächst zu den Häfen von Gibraltar und zu der Mainstreet, wo viele Boutiquen, Tabakwarengeschäfte, Parfümerien, Juweliere und Spirituosengeschäfte ihre MwSt.-freien Waren anbieten. Viele Artilleriestellungen, in den Felsen geschlagene Verteidigungsanlagen, Tunnelanlagen und Geschützstellungen zeugen von den vielen Kriegen und Belagerungen, um die Herrschaft über Gibraltar zu erlangen bzw. zu erhalten. In 1713 wurde das Gebiet formell den Briten zugesprochen (Vertrag von Utrecht). Es heisst in Gibraltar; so lange es Affen auf den Felsen gibt, bleibt Gibraltar in Britischer Hand. Da es momentan rd. 300 Berberaffen auf den Felsen gibt, sind die Voraussichten, dass dies so bleibt, gut.

die „100 tun gun“ (in der Zeit von 1874 bis 1883 gefertigt) wurde in 1906 außer Dienst gestellt. Reichweite „nur“ 1,6 Km
der östliche Teil des Felsens. Die schwarze Löcher, die man sehen kann, sind fast alle Einblicke in Tunnelgänge

Mit dem Fahrrad zu zweit und später mit dem Leihwagen von Sonja und Wolfgang, unsere Freunde aus Pforzheim, die ab dem 29.12. bei uns an Bord waren, zu viert, haben wir den Felsen komplett umrundet, ca. 17 Km. U.a. waren wir auf dem „Europa Point“, das flache Südende der Landzunge von Gibraltar.

Trinity-Hous Leuchturm am Europa Point, aufgenommen bei der Überfahrt nach Ceuta am 8.01.20
….und vom Nahem….

Was uns verwunderte war die große Moschee „Ibrahim-al-Ibra-him“, die ebenfalls auf dem Europa Point stand, neben dem Leuchtturm hier das markanteste Bauwerk. Lt. Info war dies ein Geschenk von König Fahd von Saudi-Arabien.

An der Seite des Mittelmeeres befinden sich die „Catalan Bay“ und die „Sandy Bay“. An dieser Seite des Felsens leben nur wenige Menschen. 

Catalan Bay, Blick von einer gegenüberliegenden Hotelterrasse

Nachdem wir zusammen Sylvester gefeiert hatten und sowohl das Feuerwerk von Gibraltar als auch von La Linea bestaunen konnten, sind wir am 1. Januartag mit einem Taxi hoch auf den „Upper Rock“. Aufgrund des Feiertages war die Seilbahn geschlossen. Die letzte Steigung sind wir zu Fuß sowie den gesamten Rückweg bis nach La Linea. Oben auf dem Felsen hatte man tolle Ausblicke  auf die Stadt, die Bucht und auf das Mittelmeer.

Blick von Westen (Mittelmeerseite)

 

 

 

 

 

Blick auf den Stadthafen „Queensway Quay Marina“ in Gibraltar
Blick auf den Hafen von La Linea und die Rollbahn des Flughafens. Direkt nach dem Grenzübergang nach Gibraltar muss man die Rollbahn des Flughafens überqueren. Kommt oder geht ein Flugzeug schaltet eine Ampel auf rot und Fußgänger, Autofahrer etc. müssen warten bis die Bahn wieder frei ist. Schon eine beeindruckende Erfahrung.

Lustig und spannend waren die Affen, die Berberaffen (eine Makakenart) auf dem Felsen. Zum Teil waren diese recht angriffslustig. Ein Affen war auf dem Rücksack von Guus gesprungen, in der Hoffnung dort Futter zu finden. Guus hat ihn mit richtig drohenden Gebärden und lauter Stimme vertrieben. Obst unterwegs essen war auch ein heikles Unterfangen, da dies direkt von den Affen registriert wurde und diese versuchten an das Obst heranzukommen. Hungern müssen die Tiere aber nicht, täglich werden an bestimmten Stellen Obst, Nüsse und Gemüse hingelegt. Das Füttern ist außerdem verboten.

      

Am 2.01.20 sind wir zu viert nach Tarifa gefahren. Tarifa ist der südlichste Punkt des Europäischen Festlandes. Die Entfernung nach Marokko ist dort nur 14 Km. Der Altstadtkern wurde zum geschützten Kulturgut erklärt. In der Nähe des Hafens befindet sich die Burg „Castillo de Guzmán“. Die „Puerta de Jerez“ ist aus dem 13. Jahrhundert.

Puerta de Jerez
Castillo de Guzmán
Auf der Landbrücke, von Tarifa zur Insel „Isla de Las Palomas“, die jedoch nicht zugänglich war.  Im Hintergrund sieht man Marokko
gemütliches Rasten mit Sonja und Wolfgang

Am 3.01.  sind wir zusammen zwei Tage nach Ronda gefahren, ca. 120 Km entfernt. Da Sonja und Wolfgang am 4.01. von dort aus nach Malaga fahren wollten, weil sie sonntags wieder nach Hause fliegen, haben wir vorweg ein Abschiedsfoto auf der GusAnne gemacht.

Ronda, eine ganz besondere Stadt, liegt auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau. Die Sicht ist einfach atemberaubend. Oben von der Brücke „Puente Nuevo“ schaut man in eine tiefe Schlucht und auf einer großen breiten Tallandschaft.

Aufnahme von der Puente Nuevo
… und von der anderen Brückenseite
Aufnahme unten vom Tal, Blick auf die Puente Nuevo
ein altes Stadttor „Arco o puerta de Felipe V“
Blick von einer gegenüberliegenden Terrasse auf die Puente Nuevo

Mittags und abends haben wir es uns in einer netten Bodega, die wir zufällig entdeckt hatten, gut gehen lassen.

dieser Vino tinto hat uns abends sehr gut geschmeckt

Wir beiden sind noch eine Nacht länger geblieben und Sonntag, den 5.01. mit dem Zug zurück nach La Linea gefahren. Mittwoch, den 8.01. geht unsere Bootsreise weiter. Wir möchten nach Ceuta fahren, genau an der anderen Seite der Straße von Gibraltar. Ceuta ist eine spanische Exlave in Marokko. Hierüber berichten wir in unserem nächsten Blog.

Die Reise bzw. Fahrten, die wir in 2019 gemacht haben, waren sehr schön. Wir haben wieder viele schöne, neue Erfahrungen gemacht und tolle Menschen kennen gelernt. Wir sind beide froh, dass wir von unserer zunächst geplanten Fahrten, z.B. direkt von Brest nach La Coruna, anstatt die ganze französische und norspanische Küste abzufahren -was wir nunmehr gemacht haben- Abstand genommen haben. Der ganze Küstenbereich war so schön und das Alles hätten wir nicht gesehen und erlebt, wenn wir weitere und größere Schläge gemacht hätten. Auch in 2020 werden wir uns gemäß unserem Leitmotto:

tragen und leiten lassen. Denn es kommt nicht darauf an, irgendwo schnell zu sein, sondern, wie schon Konfuzius meinte:

 In diesem Sinne liebe Grüße von uns Beiden!

Von Cádiz über Barbate nach Gibraltar

Nach 22 Tage Aufenthalt in dem schönen Cádiz, ging es, nachdem der neue Akku von Anneke’s Rad geliefert wurde, am Dienstag, 3.12. weiter zum 45 Sm weiter gelegenen Barbate. Morgens um 9.00 Uhr sind wir los bei wiederum sonnigem Wetter, aber nur bis 14° C warm, also hatten wir die Offshorekleidung an, die schön warm war. Wind kam aus NNO, somit achterlicher Wind mit Böen bis zu 13 Knoten. Ca. 5 Sm von Cádiz entfernt führte die Route durch eine „Firing Practice Area“, also ein Schießübungsgebiet. Und tatsächlich, in regelmäßigen Abständen hörte man Schüsse und spürte man auch die Detonationen. Woher, ob vom Land oder unter Wasser,  geschossen wurde, konnte man nicht erkennen. Auf allen Fällen war dies nicht angenehm, und wir waren froh als wir das Gebiet hinter uns lassen konnten.  Nicht dass wir in Gefahr gewesen wären, denn falls wir denen in die Quere gekommen wären, hätten sie uns sicherlich angefunkt.

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Chipiona und Cádiz einschl. Besuch Sevilla

Freitag, 8.11.19 ging die 30Sm weite Fahrt von Mazagón nach Chipiona um 09.15 Uhr los. Wir hatten sonniges Wetter, jedoch zu Beginn nur 14° „warm“ und von Anfang an guten, überwiegend achterlichen Wind. Trotzdem die Wellen relativ hoch waren, nannte Guus es eine „Rauschfahrt“. Um 14.45 Uhr waren wir schon im Hafen von Chipiona am Meldesteg. Es war tatsächlich eine Rauschfahrt gewesen, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 6,4 Knoten und einem max. Speed von 8,6 Knoten.

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