Azoreninseln „Graciosa“ und „Terceira“

Nach 9 Tagen Aufenthalt auf der Insel Sao Jorge ging es am 20.08. weiter zur nächsten Insel, die Zweitkleinste, Graciosa. Auf der kleinen Insel gibt es keine Marina, aber im Hafenhandbuch stand beschrieben, dass man vor dem Fischerhafen von „Praia“ gut ankern kann. Die Fahrt von Sao Jorge nach Graciosa (35 Sm) dauerte gut 7 Stunden, jedoch mit nur wenig Wind, sodass Motorsegeln angsagt war.

die Insel Graciosa im Blick.
Inseln Baixo. Die Fahrt führte an das „Festland“ von Graciosa an der Backbordseite und die Inseln Baixo an der Steuerbordseite vorbei
die „Festland“seite 

Der Fischerhafen Praia bietet auch Platz für 3-4 Segelboote, jedoch waren diese besetzt, sodass wir aussen vor der Mole geankert haben.

Ankerplatz
Auch von der Hafenpromenade aus ist die GusAnne zu sehen
mit dem Dinghy ab zum Hafenbüro zwecks Anmeldung
Guus hatte im Hafen einen Fischer getroffen und ihn gefragt, ob er Fisch verkaufen würde, Das war der Fall und Guus kaufte 3 Stck. Rotbrassen und der Fischer schenkte ihn den langen Spadafisch dazu. Der Fischer meinte, der Spadafisch sei sein Lieblingsfisch. Guus hat den ca. 1m  langen und  ca. 10 cm breiten Fisch ausgenommen und entsprechend proportioniert. Einen Teil haben wir am nächsten Tag nur in Butter gebraten mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt und mit Zitronensaft beträufelt gegessen, war wirklich sehr gut. Vom Geschmack her vergleichbar mit Seezunge.   

Die Nacht zum Samstag war sehr ruhig und bis einschl. Sonntag blieb es auch so. Jedoch in der Nacht zum Montag wurde die See sehr unruhig und auch am Montag schaukelte das Schiff so heftig, als wären wir auf hoher See. Die Kaffeekanne rutschte vom Kombüsenschrank runter und zerbrach. Guus beschloss dann, ca. 3,5 Sm nordwestlicher, zu der noch nicht fertigen Marina „Cais da Barra“ kurz vor Santa Cruz da Graciosa zu fahren und dort zu ankern. Diese Marina war soweit fertiggestellt einschl. der Mole, jedoch fehlten die Stege, die Sanitärräume und die zu einer Marina gehörende Infrastruktur. Man erzählte uns, dass sie dort auf die zugesagten EU-Mitteln warteten um alles fertig zu stellen und die Marina in Betrieb nehmen zu können. Um 15.00 Uhr lagen wir dort wieder vor Anker, und es war sehr ruhig, was ein Genuß!

ruhiger Ankerplatz. Der Boden des Hafens war jedoch neu und nicht griffig, sodass der Anker zunächst nicht hielt und wir uns wiederholt verlegen mussten

Die Insel Graciosa hat eine maximale Länge von 12,5 Km und eine maximale Breite von 7 Km, somit eine Gesamtfläche von nur 50 Km². Der Pico „Caldeira“ mit 402m ist die höchste Erhebung. Der Rest der Insel besteht aus sanften Hügeln, die kaum 100m übersteigen. Der Hauptort ist Santa Cruz da Graciosa.

Im Zentrum von Santa Cruz
dito
ein Fendersammler

Ein Tag mit einem Mietwagen reichte um die Insel komplet zu besichtigen. Im Norden ist eine sehr schöne Bucht, Ponta da Barca. Dort steht auch der Leuchtturm Ponta da Barca, mit 23m Höhe der höchste Leuchtturm des Archipels.

die Bucht Ponta da Barca
und der dazu gehörende Leuchtturm

Besichtigt haben wir auch die Schwefelhöhle „Furna do Enxofre“. Über eine in 1939 erbaute Treppe mit 183  Stufen ist die Höhle erreichbar. Sie hat auch einen See. Wegen der Dimensionen ist die Höhle als „Kathedrale“ der Vulkanhohlräume der Azoren bekannt.

Blick von unten
Blick auf den See

Die typischen Windmühlen, holländischer Bauweise, alle mit rot gestrichenen Dächern, werden am meisten mit der Insel identifiziert. Es gab etwa 30 davon, heute jedoch nur noch eine als solche in Betrieb, als Touristenattraktion. Die Windmühlen erinnern daran, dass hier früher viel Getreide erzeugt wurde, sodass die Insel als die „Kornkammer“ der Azoren galt.

Blick auf Vila da Praia, limks die Insel  da Praia, direkt vor dem Hafeneingang
Blick auf Pico Caldeira

Am Mittwoch 25.08. um 07.45 Uhr wieder „Leinen los“ und es ging weiter zur Azoreninsel Nr. 6 , Terceira zum Hafen Praia da Vitória. Für die 53Sm lange Strecke benötigten wir gute 9 Stunden. Der Wind kam aus NNO mit 15 – 25 Knoten und relativ unruhiger See. Seit unserer letzten Seekrankheit während der Fahrt von der Kanarischen Insel La Palma zu der Azoreninsel Santa Maria haben wir „Stugeron“-Tabletten an Bord. Seit diese in der Schublade liegen, sind wir nicht mehr Seekrank geworden. Trotz der Windstärke musste streckenweise der Motor mitlaufen. Im Hafen hatten wir einen guten Liegeplatz längs an dem 1. Steg mit schönem Blick auf den Strand und Ort.

Blick auf Praia da Vitória
Blick auf Hafeneinfahrt

Terceira ist die drittgrößte Insel der Azoren mit einer Fläche von 402 Km². Die Hauptstadt Angra do Heroísmo haben wir am nächsten Tag besucht. Wir sind mit dem öffentlichen Bus hingefahren. Die Stadt wurde in 1983 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wegen dem gut erhaltenen und gepflegten Stadtkern mit Häusern im traditionellen Baustil.

Blick von der Hafenmole aus auf die Kirche „da Misericórdia“ (Barmherzigkeit)
eines der gut erhaltene Herrenhäuser   
Blick auf Angra vom Aussichtspunkt „Alta da Memória“ im Hintergrund der Monte do Brasil

Auf dem vorgenannten Aussichtspunkt steht ein Obelisk (anno 1856), zum Gedenken an den Aufenthalt von Dom Pedro IV (König von Portugal), welcher während des portugiesischen Zivilkrieges (1828-1834) auf der Insel verweilte.

der Obelisk zum Gedenken an Don Pedro IV

Besonders und einzigartig auf der Azoreninsel Terceira sind die „Impérios“. Es sind kleine dem Heiligen Geist geweihte Kapellen. Die Ältesten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Eigentlich hat jedes Dorf sein Império, das von einer Bruderschaft gepflegt wird. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Versionen, siehe Bilder.

….. in schwarz mit links daneben einen Brunnen

 

….. in Gelbtönen
etwas bunter
mit schönen Malereien versiert
etwas schlichter
und sehr bunt und größer

Besichtigt haben wir während unserer 2 Tage dauernde Autotouren auf der Insel u.a. die Grotte „Gruta do Natal“, ein fast 700m langer Lavatunnel, der zum größten Teil begehbar ist.

der Lavatunnel
Helmpflicht war angesagt

Während des 15-tägigen Aufenthaltes auf der Insel Terceira haben wir zwei größere sehr schöne Wanderungen gemacht. Mit einem Taxi haben wir uns zu dem ca. 14 Km entfernten südlicher gelegenen „Porto Judeo“ fahren lassen. Von dort gab es einen Wanderpfad, zum Teil Trail, zurück nach Praia da Vitória. Es war eine tolle Route, vorbei an schöne Küsten und Naturschwimmbäder. Der Trail hatte mehr Steigungen und Distanzen zu bieten als wir gedacht hatten. Nach rd. 12 Km kamen wir an einen Getränkestand, wo wir uns ein leckeres Getränk gönnten. Da es von dort aus immer noch rd. 12 Km nach Praia waren und wir -vor allem Anneke- nach rd. 6 Stunden wandern ziemlich müde waren, wollten wir ein Taxi bestellen und uns das letzte Stück fahren lassen. Aber der Inhaber des Getränkestandes teilte mit, dass hier in diesem Küstenbereich keine Taxis wären bzw. kämen. Also sind wir wieder losmaschiert. In dem nächsten Ort Porto Martins hofften wir erneut auf ein Taxi, aber dann fuhr der Inhaber des Getränkestandes, welcher mittlerweiler Feierabend gemacht hatte an uns vorbei und bot uns eine Mitfahrgelegenheit an, die wir dankend annahmen. Er brachte uns zum Ortseingang von Praia, sodass es nur noch 2-3 Km bis zum Schiff war. Tolle Geste, obrigada Senhor.

unterwegs
dito
LT Ponto das Contendas

Am vorletzten Tag unseres Terceiraverbleibs haben wir eine vom Touristeninformationsbüro empfohlene Wanderung, mittlerer Schwierigskeitsgrad, gemacht „Passagem das Bestas“  (Durchgang mit Ochsenkarren). Der Trail beginnt bei einem alten Lavafeld, felsig und unregelmäßig. Hier kann man stellenweise die alten Spuren der Ochsenkarren, mit welchen Holz transportiert wurde,  im Lavagestein sehen.

Lavaweg mit Ochsenkarrenspuren
dto.

Danach ging es in einem Waldgebiet mit japanischen Zedern eine Kraterwand hoch. Oben angekommen hatten man einen wunderbaren Blick in den Kraterkessel (Caldeira de Guilherm Moniz) mit einem Durchmesser von 7 Km.

Trail durch den Wald
dto.
Panoramafoto des Caldeiras

Danach ging es wieder runter durch eine Art Schlucht zurück zum Ausgangspunkt.

 

2,5 Std. tolle sehr unterschiedliche Natur und  gute Luft haben wir genossen.

Im Hafen hatten wir Jörn von der SY Eisbär wieder getroffen, jetzt nach Pico und Faial schon zum 3. Mal. Wir haben zusammen geschnackt, getrunken und gegessen. Jörn ist mittlerweile für eine bestimmte Zeit nach Hause geflogen, sein Eisbär liegt in Praia da Vitória an Land.

Neu kennen gelernt haben wir Anne und Xervier (Franzosen) der SY Mojito. Beide werden wir wahrscheinlich auf Madeira wiedersehen.

Am Donnerstag, den 09.09. ging unsere Reise weiter zur größten Insel Sao Miguel, wo wir bis Ende September bleiben werden. Mehr dazu beim nächsten Mal.

Im Park schöne Blüten gesehen, wie Frühjahrsblüten und das in September        Alles Liebe und Gute euch Allen

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufenthalt auf den Azoreninseln Faial und Sao Jorge

Olala, schon wieder drei Wochen vorbei. Müssen uns an den neuen Beitrag rangeben um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Vom 28.07. bis 11.08. waren wir auf der Insel Faial im Hafen von Horta. Der Hafen war ziemlich voll und wir erhielten einen Platz neben einem französischen Segelboot an der Mole. Um auf der Mole zu gelangen war dies bei Niedrigwasser eine ziemliche Kletterpartie, aber dank Guus starkem Arm und Seemannsgriff gelangte auch Anneke sicher an Wall oder wieder zurück zum Schiff.

Liegeplatz. Die Franzosen sind einige Tage später weggefahren, sodass wir danach direkt an der Mole lagen.
die komplette Kaimauern und -Böden sind mit schönen und zum Teil lustigen Malereien dekoriert. Seeleute pflegen damit eine alte Tradition, mit dem Wunsch eine gute Seereise zu haben

Apropos Tradition: direkt in der Nähe vom Hafen liegt das sagenumworbene Peter Café Sport, 1928 eröffnet. An seinen Tischen und Tresen saßen Seemänner aus allen Ländern, Walfänger und man sagt sogar Geheimagenten, das intenational bekannte Café gilt als Treffpunkt der weltweiten Segel-Szene. Man trinkt dort übligerweise Gin/Tonic und das Café ist für seinen Schokaladenkuchen bekannt. Also waren auch wir beiden dort und tranken den berühmten Gin/Tonic mit Eis, schmeckte nach mehr!

Peter Café Sport
innen waren sämtliche Wände und die komplette Decke mit Bannern, Wimpeln etc. dekoriert

Horta hat rd. 2.400 Einwohner. Eines der Sehenswürdigkeiten ist die im 17. Jahrhundert erbaute Kirche „de nossa Senhora das Angústias“. In der Nähe befindet sich der Strand von „Porto Pim“, der größte Sandstrand der Insel. Dieser war jedoch zum Baden bzw. Schwimmen leider wegen irgendeiner Verschmutzung, irgendwelche Bakterien?? gesperrt, Bakterien…. und das mitten im Atlantik!

Kirche „de nossa Senhora das Angústias, auch diese Kirche vom Baustil nahezu gleich wie alle -bislang gesehene- Kirchen auf den Azoren
Blick auf den Strand von Porto Pim während einer Wanderung auf einem Vulkankegel „Monta da Guia“. Im Hintergrund der Hafen von Horta
Blick von einer Terrasse an der Küste auf die Nachbarinsel Pico mit dem Ponta do Pico. Die Inseln Faial, Pico und Sao Jorge liegen alle nicht weit auseinander, so dass wir an einigen höheren Aussichtspunkten einen 3-Inseln-Blick hatten

Einen Tipp, den wir bekamen, eine Fahrt mit dem öffentlichen Bus zu machen, welche rundum die 173Km² große Insel führte, sind wir zu Beginn unseres dortigen Aufenthalts nachgekommen. Für die 2 Stunden dauernde Fahrt zahlten wir zusammen nur rd. € 12,- und wir erhielten so einen guten Gesamteindruck der Insel.

stellenweise saßen wir allein mit dem Fahrer im Bus, aber mit Mund/Naseschutz

Wegen der Urlaubszeit der Portugiesen war die Insel Faial gut besucht und es war nicht möglich ein Auto zu mieten. Die Insulaner hatten selber nicht mit der Vielzahl an Touristen gerechnet. Aber kein Wunder, dass die Azoren gut besucht werden, werden der geringen Coronafallzahlen. Wir hatten doch noch das Glück und konnten einen Motorscooter für zwei Tage mieten. Es ist schon einige Jahre her, dass wir so unterwegs waren.

Wir besichtigten das ganz am westlichen Zipfel der Insel gelegene „Ponta dos Capelinhos“,  riesige, trockene Felsen, Ergebnis des letzten Capelinhos-Vulkanausbruches in der Zeit von September 1957 bis Oktober 1958. Man schätzt, dass etwa 30 Mio Tonnen Asche und Lava ausgestossen wurden, die diesen Teil der Insel Faial um 2,4 km² vergrößerte. Der Leuchtturm überstand die Eruption, aber etwa 2000 Einwohner wurden zum Auswandern gezwungen.

einen Teil der neuen, vom Vulkan „ausgespuckte“ Fläche
eine andere Sicht mit dem Leuchtturm
einen der Vulkane konnte man hoch klettern, Blick vom Kraterrand

Beeindruckend war auch der imposante Felsen „Morro de Castelo Branco“, es steht unter Naturschutz und ist Brutstätte für viele Vögel.

Blick auf den Morro do Castelo Branco

Ganz besonders in Erinnerung behalten werden wir die Wanderung um den Krater („Caldeira“), der einen Durchmesser von 2000 Metern hat und eine Tiefe von 400 Metern. In der Nacht zuvor hatte es geregnet, sodass der Trail zum Teil ziemlich schlammig und rutschig war. Zu Beginn war es noch neblig, sodass wir den Krater nur wenig oder gar nicht sehen konnten. Unsere Anstengungen wurden aber nach gut einer Stunde belohnt und hatten einen einzigartigen Blick in die Tiefe. Im Krater gibt es eine Lagune. Der Trail war größtenteils mit großen Hortensiensträucher verziert; ein tolles Bild. Die 4-stündige Wanderung hatte sich wahrlich gelohnt.

zu Beginn ….. Nebel
es wird ein wenig besser
jawohl, jetzt konnte man hinunter schauen
einen Teil des Trails, rechts der Krater, links die Steigung des Vulkans
der Trail, wunderschön garniert…..

Im Hafen haben wir Jolita und Lars der SY „Pich-kin Dim“, die wir auf der Insel Santa Maria kennen gelernt hatten, wieder getroffen und erneut schöne Stunden mit einander verbracht. Neu kennen gelernt haben wir Frauke und Thomas der SY „Walkabout“, ein sehr interessantes Paar. Die Beiden sind seit 2011 unterwegs. Nicht nur bislang viele Seemeilen bis hin zu Neuseeland, Patagonien u.a. gesegelt, sondern auch viele Trails bewandert bzw. erklettert, u.a. den Appalachen Trail und den Continental Divide Trail. Wahnsinn! Sie leben nach ihrem Motta „alles kann, nichts muß“. Thomas hat uns im Hafen mit der Beseitigung von Problemen mit unserer Kurzwelle und dem dazu gehörenden Pactor Modem geholfen. und haben zusammen schöne Abende verbracht. Wir sehen uns wahrscheinlich auf der Insel Sao Miguel wieder, wir freuen uns darauf.

Tschüss, Walkabouts

Am 11.08.21 haben wir in Horta abgelegt und morgens um 11.00 Uhr die nur 22 Sm lange Fahrt zu der Insel Sao Jorge begonnen. Sonniges Wetter, 23°C zu Beginn bis zu 25°C, SW-Wind bis max. 21 Knoten, ermöglichten ein herrliches und entspanntes Segeln mit raumschots bis achterlichem Wind, so lieben wir den Atlantik.

die Karte von Sao Jorge
Blick auf Sao Jorge, knapp noch eine Stunde Fahrt  

In dem kleinen Hafen von Velas waren alle Stegplätze belegt, jedoch der freundliche Hafenmeister ermöglichte uns einen Platz, wieder im Päckchen, wieder an einer französichen Yacht, wieder am Kai. Aber alles gut! Die Franzosen sind 3 Tage später weiter zum nächsten Hafen und wir lagen direkt am Kai. 

Blick auf Velas, der kleine Hafen unten in der Mitte
Blick vom Bug aus
und von der anderen Seite (Hafeneingang)

Der Hafen von Velas ist der Hauptzugangspunkt zur Insel. Das alte Meerestor „Portao de Mar“ verschaftt Zugang zu der Stadt und gehörte bis Ende des 16.Jahrhunderts zu der damaligen Befestigungsanlage.

das Meerestor
der gemütliche, etwas verspielte Dorfplatz, mitten in Velas
in Velas steht die Hauptkirche von Sao Jorge

Die Insel Sao Jorge ist 54 Km lang. knappe 7 Km breit und hat eine Gesamtfläche von 244 Km². Die Insel wird durch imposante und schroffe Steilküsten quasi aus dem Meer gehoben. Die höchste Erhebung, „Pico da Esperanca“ ist 1053m hoch. Erwähnenwert sind die Vielzahl von „Fajas“, dies sind flache Gebiete am Ozean unterhalb von Steilküsten, die durch  Lavaströme entstanden sind und beim Zusammentreffen mit dem Meer abkühlten und erstarrten. Oder enstanden durch Land- und Felsstürze aufgrund von seismischen Erschütterungen oder starken Regenfällen.  Die Böden der Fajas sind sehr fruchtbar.

Faja do Ouvidor im nördlichen Bereich der Insel
Faija dos Cubres im nordöstlichen Bereich
dito, von weitem
auf der Faja dos Vimes gibt es kleinere, private Kaffeeplantagen, In dem Café „Quinta do Cafe“ haben wir den dortigen selbstgebrannten Arabica-Kaffee kosten können. Die jetzige Inhaberin, in 3. Generation, zeigte uns freundlicher Weise ihre Kaffeeplantage und im Café ein Video über die Herkunft der Kaffeepflanzen (Brasilien) und die Kaffeeverarbeitung
Kaffeeblüten, geerntet wird im Sommer in mühsamer Handarbeit
der Vater der Inhaberin beim entkernen der Kaffeebohnen

Zwei Tage sind wir mit einem PKW kreuz und quer über die Insel gefahren und so gut wie alle Sehenswürdgkeiten besucht oder besichtigt. Mit einem Taxi haben wir uns nach Roisas fahren lassen und sind dann auf den zu dem äußersten nordwestlichen Punkt der Insel gewandert, den Ponta dos Raisas. Der dortige Leuchtturm thront auf den steilen Felsklippen, 250m hoch über den Meeresspiegel. Eingeweiht wurde er in 1958, jedoch musste durch Erdbebenschäden in 1964 und Januar 1980 bereits wieder aufgegeben werden.

Ponta dos Roisas

Im Hafen haben wir wieder nette Bekanntschaften gemacht. Vor uns lagen Uschi und Albert mit ihrem Katamaran „Usi“. Die Beiden waren wiederum bekannt bzw. befreundet mit Tom und Hajo der SY „segel-BAR“, die uns in Santa Maria Grüße von Isabel und Eckhart überbracht hatten, die wir wiederum in San Sebastian (La Gomera) kennen gelernt hatten…….. so klein, aber auch sehr kommunikativ ist die Segelwelt.

Neben uns lag die SY „Planckton“, welche Ceceila, Fabio und deren Sohn Igor gehört. Die nette und freundliche brasilianische Familie hat uns bereits gute Tips gegeben, wie wir zu welcher Zeit die Ostküste von Brasilien besegeln könnten. Wir hoffen, dass wir unseren ursprünglichen Plan (vor Corona) im nächsten Jahr umsetzen können. Die Drei sind schon 17 Jahren mit ihrer Yacht unterwegs und der Sohn Igor ist auf dem Schiff geboren. Sie machten sich auf den Weg nach Lissabon, wo Igor einige Zeit wieder zur Schule geht.

Uschi und Albert
die SY Planckton mit Cecilia, Fabio und Igor bei der Hafenausfahrt

Dann wurde es auch für uns wieder Zeit weiterzufahren. Am Freitag, 20.08.21 sind wir um 09.00 Uhr morgens los und zu der zweitkleinesten Insel „Grasioca“ gemotorsegelt. Hierüber erzählen wir beim nächsten Mal. Bis dann!

…… der Sturmtaucher segelt. Diese Vogelart , die übrigens bis zu 40 Jahre alt werden kann, war im Hafen von Velas in größerer Vielzahl vorhanden. Nachts machten sie einen ziemlichen Lärm durch die ständigen „aua aua“ Rufe (konnte einem den Schlaf ein wenig rauben)

 

Überfahrt von Santa Maria zur Insel Pico und Aufenthalt auf Pico

Als wir unseren letzten Beitrag am 09.07. geschrieben hatten und allen einen schönen Sommer wünschten, ahnten wir nicht, dass kurze Zeit später Teilbereiche in NRW und Rheinland Pfalz von einer Hochwasserkatastrophe betroffen wurden. Wir wünschen den betroffenen Familien bzw. Personen viel Kraft und Zuversicht, dieses folgenschwere Unglücksereignis zu meistern. Wären wir zum jetzigen Zeitpunkt zu Hause in Erftstadt, wäre es für uns eine Selbstverständlichkeit den Menschen bei den vielen erforderlichen Arbeiten zu helfen.

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Die letzten Tage auf der Insel Santa Maria haben wir noch mit Wanderungen verbracht und am 15.06. abends zusammen mit Marita und Erik das Festival „Santa Maria Blues“ besucht. Auf einer großen Weide hatte man einen Platz geschaffen, wo rundherum größere Buden aufgebaut waren, die Getränke, Essen und Handarbeitprodukte zum Kauf anboten. An dem Abend spielten zwei portugiesische Bands, die für unsere Ohren zuviel Rock anstatt, wie von uns erwartet, Blues spielten.  Dennoch haben wir das Ganze drumherum genossen.

Eine nette Begegnung hatten wir noch mit dem französischen Seglerpaar Sophie und Alain, „SY Patago“, die bereits seit 19 Jahren auf eigenem Kiel auf Weltreise sind und schon an die 300.000 Sm geschafft haben. Alain, der bereits 74 Jahre jung/alt ist denkt noch lange nicht ans Aufhören. Schön! Wir erhielten eine Einladung und konnten das Schiff, innen bestückt mit zahlreichen Reiseerinnerungen, Fotos und souvenirs, besichtigen.

Henrique, ein sehr freundlicher Marinero im Hafen von Vila do Porto, hatte uns noch mit einem Veja-Fisch, oder Papagaienfisch überrascht, den Guus filitierte und den wir uns abends gut schmecken ließen. Samstag vor unserer Abfahrt hat Henrique uns abends abgeholt und ist nach Maia gefahren, wo ein guter Freund von ihm, Pedro bzw. der Vater von Pedro einige Terrassen besitzt und dort Weinreben angepflanzt hat. Den Wein, welchen sie nur für die Familie und Freunden noch auf traditionelle Weise herstellen (Trauben mit dem Füßen zerdrücken usw.) durften wir probieren. Eine Art Sekt, Pedro nannte es Spumante, war für unseren Geschmack ein wenig „suur“. Anschließend erhielten wir eine Probe eines Weines, welche einem Portwein glich. Das war schon besser für unsere Gaumen. Die ganzen Erklärungen und das Zeigen des Wein“kellers“ und des hübschen Innenhofs wurden von Pedro liebevoll  vermittelt. Anschließend hat Henrique uns noch den nabei gelegenen Wasserfall in Maia gezeigt. Henrique und natürlich auch Pedro vielen Dank!

Pedro zeigt uns dem hinter dem Haus stehenden Anbau, welcher als Weinkeller fungiert.
Die meisten Flaschen waren gar nicht beschriftet, sodass man nicht erkennen konnte, welcher Jahrgang in welcher Flasche war. Pedro roch immer an die Flaschen, schüttelte zum Teil mit dem Kopf und nahm dann eine weitere Flasche

 

 

 

 

 

 

 

 

Henrique
der Wasserfall von Maia, „Cascata de Aveiro“, jetzt im Sommer war nur ein spärliches Rinnsal zu sehen
imposante über 100m Steilwand

Nachdem wir die Insel Santa Maria so gut wie komplett besichtigt hatten, haben wir uns am 19.07. aufgemacht und sind zur nächsten Azoreninsel, Pico, zum Hafen in Lajes do Pico, gesegelt. Für die 182 Sm lange Strecke benötigten wir 38 Std. Der vorhergesagte NO-Wind, welcher uns den größten Teil der Strecke begleiten und einen halben Wind Kurs bringen sollte, kam nicht. Stattdessen eine Nordwind um die 20 Knoten, was einen Hart-am-Wind-Kurs bedeutete und streckenweise bekamen wir den Wind voll auf die Nase. Die Wellen waren gut 2 Meter hoch, an einigen Stellen, wo der Meeresboden von über 2000m Tiefe auf „nur“ 500m anstieg, waren die Wellen entsprechend höher. Man spricht hier auch von einer Grundsee. Da der Meeresboden auf unseren Kurs sich lt. Seekarte stellenweise bis auf  165m anhob, wurden diese Gebiete großzügig umfahren, um eine noch höhere Grundsee zu vermeiden. Guus erinnerte sich an das schwere Unglück in 2015, als er bei einer Segelschulung einen Törn von Casais (Portugal) zu der Azoreninsel Sao Miguel machte. Damals kenterte ein Katamaran südwestlich von der Insel Faial, wobei zwei Menschen ums Leben kamen. Die Crew hatte nicht beachtet, dass der Meeresboden von unter 1.000m auf nur noch 29m Tiefe anhob und der Katamaran wurde durch die hohen Wellen umgekippt.

Wegen den hohen Wellen und starkem Wind hatten wir keine Lust auf zu Kreuzen und wollten möglichst schnell unser Ziel erreichen. Der Deutz Motor leistete dabei gute Unterstützung und die GusAnne machte bis zu 5 Knoten Fahrt. Es war eine anstrengende Überfahrt und am nächsten Tag kamen wir gegen 20.00 Uhr in den kleinen, im übrigen der kleinste Hafen der Azoren, an. Wir wussten, dass es dort nur 3-4 Gästeliegeplätze gibt, aber diese waren belegt. Wir entdeckten in der Nähe der Mole in einer Nische ein längs zum Steg liegendes älteres Segelboot und wir haben an diesem Segelboot festgemacht. Der Hafen kann nur von Booten angefahren werden, die einen niedrigen Tiefgang haben, weil bei Niedrigwasser lediglich nur 2m Wassertiefe vorhanden ist. Mit dem eingezogenen Hubkiel hat die GusAnne einen Tiefgang von 1.60m, also kein Problem.

Hafeneinfahrt

 

Blick von historischer Walverarbeitungsrampe auf den Liegeplatz
Blick vom Liegeplatz auf ein Denkmal für die im Einsatz verstorbenen Walfänger und im Hintergrund der Ponta da Pico

Wiederum hatten wir für zwei Tage einen Mietwagen und die nur 445 Km² große und dennoch zweitgrößte Insel der Azoreninseln besichtigt. In dem Hafenort Sao Roque (die von hier abgehenden Fähren verbinden die Stadt mit den Inseln Sao Jorge und Faial) konnte man in dem Museum der Walfangindustrie die Walfangtradion nachvollziehen.

Blick auf San Roque
Walfängerdenkmal
ehem. Walfangindustriegebäude, das jetzige Museum

Auf dem Weg von Sao Roque nach Madalena hatten wir leider eine Reifenpanne und da kein Ersatzreifen im Auto war, mussten wir ca. 3 Std. warten bis ein neuer Reifen von der Verleihfirma gebracht wurde, shit happens. Glück beim Unglück war, dass dies direkt vor einem kleinen Restaurant mit Terrasse passierte, sodass das Warten nicht schwer viel.

Die bedeutenste Sehenswürdigkeit in Madalena ist die Kirche Santa Maria de Madalena.

Kirche Santa Maria de Madalena aus dem 17. Jahrhundert. Die Kirchen auf den Azoren, zumindest die 3 Inseln, die wir bislang gesehen haben, haben alle annähernd den gleichen Baustil

Sehr schön war auch die Fahrt zum Berg Ponta da Pico. Die in der Karte eingezeichneten weißen Straßen (Nebenwege) waren nicht asphaliert und mit vielen Schlaglöchern, sodass wir hier nur mühsam vorankamen, jedoch die Umgebung war dafür reizvoll.

unterwegs
an einigen Wegen säumten neben den vielen Hortensien eine für uns neue Blumen- oder Blütenart den Weg
eine der Girlandenblüten von Nahem
so sehen die Blüten aus, bevor sie aufgehen
unterwegs, Blick in die Tiefe

Der Berg Ponta da Pico, auf dessen Gipfel im Winter häufig Schnee liegt,  beherrscht die ganze Insel und ist von den Nachbarinseln der zentalen Inselgruppe deutlich erkennbar.

Ponta da Pico, Portugals höchster Berg
Blick vom dem in der Nähe liegenden See „Lagoa do Capitao“
der Ponta da Pico vom Hafen Lajes aus gesehen
und das Gleiche in der Abenddämmerung

Im Hafen hatten wir John und Angelika (SY Maya) getroffen, die ihr Schiff in Horta auf der Insel Faial liegen und einige Tage auf Pico kampiert hatten. Zusammen waren wir abends aus Essen.

Auch haben wir Jörn vn der SY Eisbär kennengelernt und zusammen Bierchen getrunken. Auf Empfehlung von Jörn haben wir im Ort Lajes das Museum der Walfänger besichtigt. Es dokumentiert die frühere intensive Walfangtätigkeit auf der Insel und man kann dort eine vielfältige Sammlung von Gegenständen sehen, die aus Walzähnen und-knochen gefertigt wurden. Anschließend sind wir ca. 3 Km von dem Ort entfernt zu einem Walbeochtungsturm gewandert. Früher wurden nachdem der Beobachter Wale gesichtet hatte,  die Walfänger mittels einer Leuchtrakete informiert, dass Wale, meistens Pottwale in der Nähe sind. Die Walfänger haben dann alles fallen und liegen lassen und haben sich auf den Weg gemacht. Der Turm wird heute weiter zum gleichen Zweck genutzt, nur das es keine Waljagd mehr gibt, sondern die Anbieter von Walewatching wissen so, wohin sie mit ihren Touristen bzw. Kunden müssen um Wale zu sehen.

Walbeobachtungsposten

Nach 8 Tage Aufenthalt in  Pico ging es am 28.07. weiter zur nächsten Insel, Faial, zum Hafen in Horta. Die Fahrt dauerte nur 4 Stunden und war angenehm. Der Ozean war sehr ruhig und der Wind kam nicht über 7 Knoten hinaus, sodass wir den Motor mitlaufen ließen. Nur die Strecke zwischen den beiden Inseln war wegen der Düse windiger und der Wind erreichte dort 14 Knoten. Auch der Hafen in Horta ist ziemlich voll, sodass wir erneut im Päckchen an einem franzöischen Schiff an der Kaimauer anlegen mussten. Aber alles gut!

mit einem Bild der Überfahrt von Pico nach Faial (Faial im Blick) beenden wir den heutigen Beitrag und wünschen allen  ALLES GUTE!

die Azoreninsel Santa Maria

Die rd. 5600 Menschen, die auf der nur 18 Km langen und fast 10 Km breiten Insel Santa Maria wohnen, leben überwiegend von der Landwirtschaft (Wein, Mais, Kartoffeln und Getreide), Viehzucht, Fischfang und kunsthandwerklichen Tätigkeiten wie Keramik.  Die Insel gilt als sonnigste und trockenste Insel der Azoren, obwohl wir seit unserer Ankunft am 08.06. bereits mehrere Regenschauer erlebt haben. Die Temperatur ist um die 20 – 25 Grad, somit immer sehr angenehm.

Der Hauptort der Insel ist „Vila do Porto“, wo auch der Hafen ist. Dem Ort wurde bereits in 1472 Stadtrechte verliehen.

Kirche oben im Ort, die Straße führt hinunter zum Hafen
die „Haupt“-Straße, die zum Hafen führt

 

 

 

 

 

 

eine Einsiedelei des Patrons der Seeleute „Ermida de Sao Pedro Goncalves Telmo“
St. Franzisko Kloster in Vila do Porto

An zwei Tagen, an welchen wir ein PKW gemietet hatten, konnten wir uns einen guten Eindruck über die gesamte Insel machen. Schöne Strände in geschützten Buchten, eine durch Weiden gefärbte grüne Hügellandschaft und eine Farbenvielfalt der Blumen zieren die Insel.

unterwegs (nördlicher Bereich der Insel)
dito
dito
immer wieder Wiesen mit Kühen und Rindern. Das Schöne ist, dass hier die Kälber bei der Mutter auf der Wiese sind und Muttermilch trinken. Auch Senor Bulle ist meistens dabei. Das sieht man bei uns nicht mehr.

Die höchste Erhebung ist der 587m hohe, im Zentrum liegende Pico Alto.

Blick von oben vom Pico Alto
dto.

In der Nähe von Vila do Porto liegt die schöne Bucht Praia Formosa. Am Sonntag, 04.07. war diese Bucht Ziel unserer Wanderung, die wir zusammen mit den Seglerpärchen Marita und Erik von der SY „Marik“, Jolita und Lars der SY „Pich-Kin Dim“ gemacht haben. Der Trail misst lt. Wanderkarte 6,8 Km, tatsächlich gab der Schrittzähler des IPhones hinterher knapp 10 Km an. Der Pfad führte überwiegend an der Küste entlang. Nach gut 2 Km erreicht man eine geologisch interessante Felswand mit vielen Fossilien „Gruta do Figueiral“ eine künstliche Grotte bzw. Höhle, in der früher Ton und Kalkstein abgebaut wurde zur Herstellung von Fliesen und Kalk für den Bau von Häusern. Es war eine schöne aber anspruchsvolle Wanderung, die in der Bucht von Praia endete. Dort genossen wir den verdienten Wein oder Bier sowie sehr leckere und knusprige Chickenwings.

Beginn des Trails

 

 

 

 

 

Lars, Guus, Anneke, Marita und Erik (Jolita machte das Foto)
ein Teil der Höhle „Gruta do Figueiral            jetzt ist Jolita mit dabei

 

unterwegs
unterwegs

In der Bucht Baia de Sao Lourenco im östlichen Bereich der Insel gibt es einen Sandstrand, der zu den wenigen Stränden mit hellem Sand gehört, auch mit einem Naturschwimmbad. Die Bucht ist besonders hübsch, da sie von in Terrassen angebauten Weinreben umgeben ist.

terrassierte Weinfelder
Naturschwimmbad von Sao Lourenco

Auch die Bucht im Südosten der Insel, die Baia de Maia verfügt über ein Naturschwimmbad und direkt in der Nähe an dem Ponta do Castelo steht der Leuchtturm vom Maia.

Blick von oben auf die Bucht „Baia da Maia“
der Leuchtturm von Maia, auch hier im Berg terrassierte Weinfelder

Typisch für die Insel Santa Maria sind die kleine Häuser mit den hohen, weißen Schornsteinen. Der Schornstein wird im Haus als Ofen genutzt.

aus der Ferne aufgenommen…..
die typischen Häuschen

 

Ofen aufgenommen in einer Ruine
Ofen in einem Museum, mit entsprechender Arbeitsplatte

An nahezu allen Straßen oder Wege waren die tollsten Hortensien oder andere bunten Blumen zu sehen. Man hatte das Gefühl, man fährt durch eine riesige Parklandschaft.

   

Sehenswert war auch der „Barriero da Faneca“, eine hier auf der Insel nicht erwartete trockene, rötliche und lehmige Halbwüste. Es ist ein Naturschutzgebiet, das sich über ca. 8,5 Km² erstreckt.

   

Wie bereits im letzten Beitrag berichtet, gibt es hier auf der Insel kein Covid19 Infizierten, sodass wir bei dem 2. Schnelltest das Angebot erhielten, sich hier Impfen zu lassen. Per Internet sollte man sich hierfür anmelden. Samstag, den 19.06. erhielten wir beide die 1. Pfizer-Impfung und am Samstag, 10.07. erhalten wir die Zweite. Gerne haben wir das Angebot angenommen, wir versprechen uns hiervon eine weitere unkompliziertere Weiterreise. Ein toller Service und alles kostenlos! Vielen Dank an die soziale Gesundheitsvorsorge hier auf Santa Maria!

Der Zufall wollte, dass wir hier im Hafen eine große Motoryacht mit einem amerikanischen Eigner als Nachbar an unserem Steg hatten. Der angeheuerte Skipper, ein Azore, erfuhr von Guus, dass er den defekten Propeller des Bugstrahlruders austauschen muss. Der Eigner hatte Sauerstoffflaschen an Bord und der Skipper bot sich an, die Reparatur auszuführen. Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr war er zur Stelle und hatte innerhalb einer halben Stunde die Reparatur durchgeführt, wunderbar! Vielen Dank Nuno! Als Dankeschön gab es Tapas bei uns an Bord.

links Tack (Yachteigner) und Nuno

Wir schauen, ob uns die 2.Impfung genau zu gut bekommt, wie die Erste. Am nächsten Wochenende möchten wir am 16. und oder 17.07. die 1x jährlich stattfindende Musikveranstaltung, die Santa Mara Blues, besuchen zusammen mit Marita und Erik. Danach schauen wir nach einem günstigen Wetterfenster um zur nächsten Insel zu fahren, nach Pico. Das sind ca. 2 Tage Fahrt Richtung Westen.

Euch wünschen wir bis zu nächsten Beitrag einen schönen Sommer, hoffentlich mit weniger Regen als zur Zeit!

frische aromatische feste Inselerdbeeren in einem Gläschen Sekt, ein sog. „Erdbeerspritz“

 

 

einen schönen Sommer!

 

Überfahrt zu den Azoren, Insel Santa Maria

Die Zeit, in welcher wir auf ein gutes Wetterfenster für die Überfahrt zu den Azoren warteten, haben wir u.a. noch für eine schöne aber anstrengende Wanderung in dem Nationalpark  „Caldera de Taburiente“ genutzt. Mit einem Mietwagen sind wir zu einem Parkplatz nördlich des Ortes Los LLanos gefahren und von dort konnte man nur mit einem Taxi zu dem Aussichtspunkt „Los Brecitos“, 1.108m hoch, gefahren werden. Dies war der Ausgangspunkt für die Wanderung. Zunächst ging es ca. 4 Km auf fast gleicher Höhe in der Caldera (Kraterkessel) hinein, mit tollen Aussichten.

Ausgangspunkt der Wanderung „Los Brecitos“

Nach rd. 6 Km erreichte man nach Durchqueren des Rios Taburiente einen Campingplatz für Wanderer „Zona Acampada“. Dort haben wir eine Pause eingelegt und unsere Sandwiches gegessen. Der Pfad führte von dort leicht ansteigend weiter. Der Wald wurde dann lichter und führte in das Tal Almendro Reventon. Reventon heisst „der Zermürber“ wegen des steil abfallenden Weges. Man hatte auch hier schöne Aussichten in die Schlucht „Barranco de las Angustian“ in welcher man später hineingelangt und der letztendlich wieder zum Parkplatz führte.  Der Barranco führte zum Teil durch das Flussbett, das mehrmals erforderliche Queren war über geeignete Trittsteine mit trockenen Füßen möglich. Umgehungen führten immer wieder über das Steilufer. 

Ein Blick in den „Barranco des las Angustias“, übersetzt „Schlucht der Todesängste“

Insgesamt sind wir rd. 19 Km gewandert und durch die Steigungen und Abstiege waren wir nach 7 Stunden sehr müde und froh das Endziel erreicht zu haben. Die Strapazen hatten sich aber gelohnt, da wir mit einer der schönsten Naturlandschaften der Insel belohnt wurden.

Wiederum viel von der Insel gesehen. Es ist schwer zu sagen, welche der kanarischen Inseln am Schönste war. Jede Insel hatte ihre Besonderheiten, entscheiden können wir uns nicht. Auf alle Fälle alle lohnenswert!

gefahrene oder gewanderte Routen auf La Palma

Immer wieder haben wir die Wettervorhersagen und die Großwetterlage eingesehen und verfolgt. Das von uns in den Wetter Apps „Windy“, „Windy plus“ u.a. festgestellte Wetterfenster ab dem 3.06. wurde von unserem niederländischen Segelfreund Niels mit „Prediktwind“-Ergebnissen und vom Stützpunktleiter Frederico anhand Analyse- und Prognosekarten Europa, bestätigt. Also stand unser Datum fest.

Morgens und 08.15 Uhr haben wir noch vollgetankt und 08.45 Uhr ging es los. Rob, Skipper der Segelyacht „Savannah“, der mit seiner Frau Jeannet auch im Hafen lag, hat uns beim Ablegen geholfen.

Guus stellte nach kurzer Zeit fest, dass es im Plotter System eine zu große Abweichung zwischen dem eingegebenen Kartenkurs und dem Kurs über Grund gab. Daher haben wir, noch im Windschutz der Insel aus Vorsichtsgründen 2x eine Kalibrierung vorgenommen. Dies ist im Plotter System programmiert und gut zu Händeln.

Als wir die Insel La Palma passiert hatten, nahm der NO-Wind zu bis zu 25 Knoten. Die Wellen waren nicht regelmäßig, der Ozean war unruhig. Dies führte dann nach 2 -3 Stunden dazu, dass wir beide seekrank wurden.

Der Wind war beständig, sodass die Segeln, Genua und Groß, niur ab und zu gerefft werden mussten.  Am nächsten Morgen hatten wir 110 Sm geschafft. Beide immer noch seekrank; wir lebten von Tuc-Crackers, Bananen, Cola und Wasser. Der Wind ging auf 18 Knoten zurück. Die See bliebt jedoch noch unruhig. Das 2. Etmal segelten wir 116 Sm, kamen also gut voran,

Samstag, 5.06. ließ der Wind weiter nach, der NO-Wind fiel bis auf 10 Knoten zurück. Auch die Wellen wurden etwas angenehmer. Uns ging es besser, aber außer Müsliriegel, Bananen und Crackers ging nichts rein. Die ganze Nacht und auch den ganzen Sonntag sind wir nur mit der Genua gesegelt und hatten ständig 5 – 6 Knoten Fahrt., sodass wir am 3. Tag dann auch 140 Sm schafften. Wir erhielten Besuch von einer übermüdeten Schwalbe, die keine Angst kannte und sich auf dem Kopf von Guus ausruhte, bevor sie dann irgendwann wieder weiter flog.

   

 

Montag -uns ging es wieder gut- wurde die See ruhiger, aber auch der Wind ließ nach, nur noch bis zu 8 Knoten. Guus setzte volle Segel, also Groß, Genua und Fock und die GusAnne schaffte so immer noch um die 5 Knoten. Nachts war dann leider fast gar kein Wind mehr vorhanden, der Ozean spiegelglatt, sodass wir den Motor starten mussten, der bis zur Ankunft im Hafen am Dienstag, 08.06. gegen 16.00 Uhr nicht mehr ausgemacht werden konnte.

Wir hatten die ganze Überfahrt den Radar eingeschaltet. Es wurde im Radar eine Sicherheitszone von 4 Sm um unser Schiff herum eingestellt. Wenn ein Schiff in diesen Sektor hineinfuhr ging der Radaralarm an und man hat somit Zeit zu kontrollieren, ob das Schiff für uns eine Gefahr bedeutet.  Außerdem war natürlich das AIS-System (Automatic Icdentification System) eingeschaltet und der Echomax Radarreflektor. Während der ganzen Fahrt haben wir nur 5 größere Schiffe gesehen, wobei jedoch in der letzten Nacht gegen 03.00 Uhr ein Tanker uns nur knapp eine Meile nördlich passierte. Guus hatte vorher für ca. eine Viertelstunde unsere Geschwindigkeit reduziert um auf Nummer Sicher zu gehen.

Radaranzeige. Rechts der obere Pfeil war der Tanker, welcher später nördlich passierte

Unser Nachtlager für die 5 Nächte war nicht unsere normale Koje. Guus hatte sich draußen in der Plicht eingenistet und konnte somit gut auf evtl. Windveränderungen reagieren. Wurde es ihm zu kalt, hatte er die Möglichkeit in die Kajüte oben umzuziehen um es sich dort auf den Boden bequem zu machen.

Nachtlager vorbereitet, fehlt noch der Schlafsack und Guus
innen lag es sich auch gemütlich

Anneke hatte das Glück auf der Bank in der oberen Kajüte liegen zu dürfen und hatte von dort immer einen guten Blick auf den Innenplotter.

Im Übrigen sind wir die ganze Zeit mit Autopilot gefahren, nur beim Aus- und Einfahren aus oder in den Hafen wurde das Steuerrad manuell betätigt.

Wir haben schöne Sonnenuntergänge- und Aufgänge gesehen, Guus draußen einen wunderbaren Sternenhimmel und eine phosphoreszierende Bugwelle. Dienstagmorgen kam dann „Land in Sicht“ und um 09.00 Uhr waren es nur noch rd. 30 Sm bis zum Hafen Vila do Porto.

eine der Sonnenuntergänge
Santa Maria in Sicht

Weil wir vorher mit dem Hafenbüro von Vila do Porto telefoniert hatten, wussten wir, dass wir zunächst an den Steg C = Quarantäne-Steg anlegen mussten um einen Covid-19-Schnelltest zu machen. Seemannschaftsgerecht hatte Guus die gelbe Quarantäne-Flagge -unter der Portugiesischen- gehievt.

Knapp eine Stunde nach Anliegen konnten wir schon den Schnelltest -im Übrigen kostenlos!- machen und am nächsten Mittag erhielten wir per E-Mail das Ergebnis „negativo“. Somit konnten wir zu unserem Liegeplatz an Steg D. Sechs Tage nach dem ersten Test mussten wir im hiesigen Gesundheitszentrum einen zweiten Test machen.

Blick vom Liegeplatz aus

Beim Anlegen an den Quarantänen-Steg hatten wir leider das Pech, dass das Bugstrahlruder im Hafen lose schwimmende Fischerleinen etc. angesogen hatte und dann nicht mehr funktionierte. Guus ist ins Wasser und hat die Leinen weggeschnitten und festgestellt, dass der Propeller des Bugstrahlruders defekt ist. Wir haben zwar Ersatz an Bord, aber es wurde uns mitgeteilt, dass es -ohne offizielle Genehmigung- nicht erlaubt ist, im Hafenbecken zu tauchen, um die Reparatur selbst vornehmen zu können. Guus war bei der Hafencapitaneria in Vila do Porto vorstellig geworden und hat in Erfahrung gebracht, dass er eine Tauchlizenz benötigt, wenn er die Reparatur durchführen will. Vor und nach der Reparatur kommt ein Beamter im Hafen und beobachtet dann den Tauchvorgang und die Reparatur. Ziemlich bürokratisch. Guus hat zwar mehrfach mit Sauerstoffflaschen getaucht, hat aber keine offizielle Lizenz. Kurzerhand hat er sich dazu entschlossen, dies nachzuholen und sich bei einer Tauchschule angemeldet. Am Mittwoch, 16.06. beginnt der Kurs.

da hängt die Misere

 

alles abgeschnitten, eine Windung abgerissen und der Propeller an sich gerissen

 

 

 

 

 

 

 

Wir haben uns Vila do Porto bereits angesehen. Es ist eine Kleinstadt mit rd. 3.200 Einwohnern und die älteste Stadt der Azoren überhaupt.

Blick vom Schiff auf das Fort „Sao Brás“, ein Seefort aus dem 17. Jh.   Der Ort liegt oben auf dem Hügel
Blick von oben auf den Hafen
dito

Wir haben zunächst für 3 Wochen den Liegeplatz gebucht und möchten anschließend die übrigen Inseln der Azoren besichtigen. Die beiden Inseln ganz im Westen, Flores und Corvo müssen wir leider abhaken. Die Häfen dort sind in einem Orkan in Oktober 2019 verwüstet worden und sind bis heute für Sportboote nicht anfahrbar. Aber es gibt ja noch 6 weitere Inseln.  Bis Ende September wollen wir uns Zeit lassen, also………

Guus hat soeben die Azoren-Flagge gekauft, diese wird in Kürze unsere Steuerbordseite zieren!

Links das „Azorenblau“. Das Wappen Portugals oben links symbolisiert die politische Zugehörigkeit zu Portugal. Der goldene Habicht, portugiesisch Acor = Name der Inseln. Die neun Sterne stehen für die neun Inseln.

Da gibt es auf den Azoren also noch viel zu entdecken.

Euch allen alles Gute!

 

 

 

 

Kanarische Insel „La Palma“

Am 26.04. haben wir morgens um 07.45 Uhr die Leinen im Hafen Puerto de la Estaca (El Hierro) los und uns auf dem „Weg“ nach Puerto de Tazacorte auf der Insel La Palma  gemacht. Insgesamt 54,6 Sm. Diesmal keine Butterfahrt, sondern eine grobe See mit 3m hohen Wellen begleitete uns während der ganzen  10 1/2 Stunden dauernden Fahrt. Der Wind, bis 15 Knoten, kam aus NNW, sodass wir einen „Am Wind“-  bzw. zum Teil „Hart am Wind“-Kurs fahren mussten. Um 18.30 Uhr erreichten wir den Hafen, wo wir zunächst eine Nacht am dem Rezeptionssteg verbringen mussten, weil das Hafenbüro schon Feierabend hatte. Am nächsten Tag erhielten wir unseren Liegeplatz am Steg 2.

Hafenausgang Puerto de la Estaca
El Hierro verabschiedet uns mit einem Regenbogen
Route von La Estaca nach Tazacorte
Unser Liegeplatz in Tazacorte

Puerto de Tazacorte hat neben der Marina einen größeren durch eine Mole geschützten feinen schwarzen Sandstrand im Bereich des alten Hafens, einige Restaurants und Wohnhäuser. In 2014 wurde -auch mit Mitteln der EU- eine Hafenerweiterung vorgenommen und eine weitere Mole für den Fähr- und Kreuzschifffahrt-Verkehr angelegt, jedoch wird diese nicht genutzt. Es wurde somit viel Geld in den Sand bzw. Beton gesetzt, und weil der Beton beider Molen mittlerweile starke Schäden und Risse aufweist, werden diese weiterhin hohe Sanierungskosten erfordern. Eine ziemliche Fehlplanung.

1. Mole
2. Mole, davor, ein nicht genutzter Parkplatz

eine lustige Betonfigur schaut von der 1. Mole zum Parkplatz und zur 2. größeren Mole 
Strand von Puerto deTazacorte

Der Ort Tazacorte liegt etwa 2,5 Km von der Marina entfernt, 107m hoch im Berg. Seit 1513  wurde im dieser Gegend Zuckerrohr angepflanzt und im Bereich des Hafens entstand eine Zuckerfabrik, deren Ruinenteile noch zu sehen sind.

Lagerhalle und dahinter die Ruinen der Zuckerfabrik

In 1830 wurde die Zuckerfabrik geschlossen und seitdem werden auf einem großen Teil der Insel Bananen angebaut. In Tazacorte gibt es ein Bananenmuseum, in welchem man veranschaulichen kann, wie die Banane ihren Weg nach La Palma gefunden hat.

Kirche San Miguel in Tazacorte mit links daneben Ruhebänke
die Ruhebänke von innen gesehen
ja, und dann haben wir in Tazacorte eine -für uns- neue Palmensorte entdeckt. Es ist eine Riesen-Fischschwanzpalme
Blick auf Tazacorte und im Hintergrund Puerto de Tazacorte

Wie immer haben wir ein PKW gemietet um uns die Insel anzuschauen. Als Erstens sind wir zur Hauptstadt der Insel (rd. 16.000 Einwohner), Santa Cruz de la Palma, an der Ostseite der Insel gefahren. Der Altstadtkern wurde zum „kunsthistorischen Baudenkmal“ erklärt. In der Hauptdurchgangsstraße „Avenida Maritima“ befinden sich Häuser mit kunstvoll verzierten Holzbalkonen. Ein echter Hingucker.

Auch schön war das Maskottchen von Santa Cruz, ein Zwerg, der als Karikatur von Napoleon Bonaparte entstand. Heute führen 24 Tänzer bei Feierlichkeiten, welche nur in den Jahren, die auf 0 oder 5 enden, stattfinden,  einen Tanz auf und tragen große Hüte, alles zu Ehren der „Jungfrau im Schnee“, eine Heiligenfigur aus Terrakotta bestehend, die in der Prozession mitgeführt wird. Die Zwergen heißen „Los Enanos“, was wiederum Zwerge heißt.

   

Blick von einem Aussichtspunkt auf Santa Cruz de la Palma

Schön war auch der Süden der Insel. Eine schmale Straße führte zum südlichen Zipfel der Insel bis zum Leuchtturm „Faro de Fuencaliente“ und den direkt daneben liegenden Salinas (Salzpfannen), die letzte aktiv betriebene Saline. Sie umfasst eine Fläche von ca. 35.000 m². In 1994 erhielt der Betreiber Gelder aus einem Fonds der UNESCO, die zur Renovierung und Erweiterung der Anlage dienten. Die jährlich gewonnene Salzmenge beläuft sich auf ca. 500 Tonnen.

alter und neuer Leuchtturm Fuencaliente
die Saline

Auf dem Weg Richtung Süden haben wir uns den Vulkan „San Antonio“ angesehen. Der Vulkan liegt auf einer Höhe von 632m, hat an der Basis einen Durchmesser von ca. 1 km und ist mehr als 3000 Jahre alt. Ca. die Hälfte des Randes des Kraters ist begehbar.

Blick in den Krater Der Vulkankegel ist ca. 150m hoch
Blick vom Krater auf die Westküste

Bei dem Besuch des Besucherzentrums „Canos de Feugo“ (vulkanische Höhlen) wurden wir über die geologischen Formationen, die sich während und nach einem Vulkanausbruch entwickeln, informiert. Auch konnten wir einen Teilbereich der Höhle besichtigen. Als wir letztes Jahr in Lanzarote waren, hatten wir auch bereits eine Vulkanblase bzw. -Höhle besichtigt, die wesentlich größer war. Aber dennoch war es auch diesmal wieder spannend zu sehen, wozu unsere Erde fähig ist.   

Eine Autofahrt in den nordwestlichen Bereich der Inseln führte zum Aussichtspunkt „Mirador Puerto de Garafía„.

Roque de Santa Domingo

Das absolute Highlight der Insel ist der Nationalpark „Caldera de Taburiente“ (Caldera heißt Kessel). Der Park bildet eine nach Westen offene krater- oder kesselähnliche Vertiefung im Zentrum der Insel. Der Kessel ist etwa 9km im Durchmesser und hat einen Umfang von 28 km. Die tiefste Stelle misst 430m und die höchste 2.426m. Der höchste Punkt ist der Berg „Roque de los Muchachos“. Eine 40km lange Panoramastraße führt an mehreren Aussichtspunkte vorbei bis auf dem Berg Los Muchachos.

…über den Wolken…… auf der Panaramastraße
mannshohe Blumen am Straßenrand. Es ist ein Bergnatternkopf. Die rosa Staude entfaltet sich nur einmal. Die Blüte ist ein La Palma Endemit und einzigartig auf dieser Welt.

 

 

am höchsten Punkt der Insel
Blick vom Berg Los Muchachos in den Kessel Im Hintergrund die Insel La Gomera
noch einen Blick in den Kessel

Direkt in der Nähe des Berges Los Muchachos ist das astrophysische Observatorium gelegen. Eine Ansiedlung von Sternwarten. Mehrere europäische Länder sind an der Anlage beteiligt. Die klimatischen Verhältnisse auf La Palma waren ausschlaggebend für diesen Standort. Leider konnte  eine Besichtigung aufgrund der Corona Situation, die sonst nach Terminvereinbarung möglich ist, nicht erfolgen.

   

Insgesamt sind wir rd. 770 km mit dem PKW gefahren und alle befahrbare Straßen genutzt um die Insel gut kennen zu lernen. Insbesondere die in der Karte eingezeichneten grünen Wege waren sehr schön, Mitte in der Natur mit wiederum tollen Wäldern, Pflanzen und Blumen und sogar Wildhunden, wie wir hinterher im Internet nachgelesen haben.

Der „Podenco Canario“ Die Vorfahren des windhundartige Hundes sind vermeintlich altägyptische Pharaonenhunde
dieses Foto ist aus dem Internet. Wir waren nicht so schnell mit unserer Kamera dabei, als wir einen Hund auf der Straße sahen

Im Hafen haben wir die ersten zwei Wochen neben der „SY Osborn“ (eine Bavaria) gelegen, welche dem dänischen Ehepaar Lars und Pernille gehört. Sehr nette Nachbarn, wir haben zusammen schöne Abende verbracht. Die Beiden sind für ca. 4 Monate nach Hause geflogen und die Osborn blieb hier in Tazacorte, jedoch an Land.

Lars und Pernille bei uns zu Besuch

Einige Boote weiter, am gleichen Steg, lag die „SY Zwerver“. Sie gehört dem niederländischen Pärchen Ellen und Harry. Die Beiden sind schon 19 Jahre auf der ganzen Welt unterwegs und bereits über 72.000 Seemeilen, somit 2x um die Welt, gesegelt. Tolle Leistung.

SY de Zwerver (übersetzt Wanderer, Landstreicher)
Ellen und Harry

An unserer Backbordseite lag das deutsche Ehepaar Sybille und Wolfgang mit einer 43 Fuß große Elan „Impression“ -Segelyacht mit Namen Samji. Die Beiden fahren in dieser Woche nach Madeira.

Sybille und Wolfgang auf Ihrer „Samji“

Und dann haben wir noch „Frederico“ kennen gelernt. Frederico, ein Schweizer, der seit vielen Jahren hier auf der Insel lebt, ist der Stützpunktleiter in Tazacorte für den Seglerverein Trans Ocean e.V. in welchem wir beiden Mitglied sind. Frederico hat uns an Bord besucht und Informationen über die Insel sowie Reiseempfehlungen übermittelt und Seefunkfrequenzen mit Angaben an welchen UTC-Zeiten diese erreicht werden können mitgeteilt, die uns u.a. bei unserer Weiterfahrt sehr hilfreich sind.

Am Nachbarsteg lag die „Freydis III“ der Eheleute Heide und Erich Wilts, in der Segelwelt sehr bekannt. Seit 1981 haben die Beiden schon 8 x die Welt umsegelt, meilenmäßig 320.000 unterm Kiel. Sie bieten Törns zum Mitsegeln an. Selber waren sie zur Zeit nicht an Bord.

die jetzige „Freydis“ III            Freydis II, die letzte Reise mit dieser Yacht endete mit dem Verlust der Yacht 2011 durch den Tsunami in Fukushima

 

 

 

 

 

Unsere Zeit auf La Palma neigt sich dem Ende zu. Der nächste Törn wird gemeinsam bislang unser längster sein. Wir möchten nach Santa Maria, die südlichste Insel der Azoren. Diese ist rd. 620 Sm weit weg und wir benötigen 5 – 6 Etmale um dorthin zu gelangen. Also brauchen wir ein gutes Wetterfenster um diesen Törn zu realisieren. Die Vorbereitungen laufen im Moment. Wann genau es los geht, wissen wir im Moment noch nicht.

zwar einen Tag zu spät, aber noch einen schönen Rest Pfingstmontag

 

 

 

 

 

El Hierro

40 Tage dauerte unser Aufenthalt auf La Gomera, sehr viel gesehen, bestaunen und erleben dürfen,  aber jetzt wollten wir wieder weiter. Am Sonntag, den 11.04.21 haben wir um 08.00 Uhr zunächst im Hafen getankt und kurz vor halb neun begannen wir die ca. 47 Sm weite Stecke nach El Hierro, Puerto de la Estaca. Insgesamt 9 Stunden hatten wir eingeplant.

markierte mit PKW oder mit E-Bikes gefahrene, bzw. gewanderte Routen auf La Gomera
Letzter Blick auf den Hafen San Sebastián, die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen
letzter Blick auf La Gomera, in der Ferne der Ort Valle Gran Rey
freundlicher Besuch unterwegs, ca. 5 Delfine begleiteten uns längere Zeit
El Hierro kommt näher (noch ca. 2 Stunden Fahrt)
Route von La Gomera nach El Hierro

Bei sonnigem Wetter und ca. 22° C, ruhigem Ozean eine herrlich entspannte „Butterfahrt“. Weil wir mehrmals Delfine gesehen hatten, meinte Guus, dass es hier viel Fisch geben würde und hat prompt die Angel herausgeholt, aber……. leider nichts gefangen. Guus ist halt ein Jäger(s) und kein Fischer.

Gegen 17.00 Uhr erreichten wir den Hafen Puerto de la Estaca, wo wir von einem Hafenpolizist freundlich empfangen wurde und der uns beim Anlegen behilflich war. Der Hafen ist schön gelegen  und bot bis 1972, Fertigstellungsdatum des Flughafens, die einzige Möglichkeit um nach El Hierro zu gelangen. Die Insel wurde im Jahre 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat und in 2014 zum Geopark erklärt. Es ist die kleinste und südwestlichste Insel der Kanaren und es leben auf einer Gesamtfläche von 268 Km² rd. 11.000 Einwohner. El Hierro wird die „Insel mit Seele“ genannt. Die ersten, bekannten Bewohner heißen „Bimbaches“.

Liegeplatz mit Blick auf Hafeneingang….
……. und auf die andere Seite

 

Blick auf Gesamthafen (vor dem rechten Quer Steg legt 1x täglich eine Fähre an)

Im Hafen sind nur wenige Häuser und zum Einkaufen muss man zu der rd. 10 Km weiter entfernten „Haupt“stadt Valverde (rd. 2.000 Einwohner). Da wir das vorher gelesen hatten, wurde in San Sebastián gut eingekauft, sodass wir die ersten Tagen die Zeit nutzen konnten die nähere Umgebung kennen zu lernen.

Ab Mittwoch, 14.04. hatten wir für eine Woche ein PKW gemietet und so die Insel ausgiebig zu erkunden. Die Entfernungen sind zwar nicht groß,aber aufgrund des gebirgigen Reliefs braucht es seine Zeit.

Im Folgenden, was wir besucht, gesehen und erfahren haben.

Valverde (in 1405 gegründet) liegt auf einer Höhe von 600 Metern an einem Hang und ist die einzige kanarische Hauptstadt, die sich nicht an der Küste befindet. Hübsch ist die Pfarrkirche „Nuestra Señora de la Concepción“. Besucht haben wir auch ein kleines ethnographisches Museum in dem Casa de las Quintas. Wir hatten uns einen „Reisepass“ besorgt, mit welchem man zu 8 verschiedenen Museen oder Informationszentren Eintritt erhielt. In dem letztgenannten Museum wurde man über die Handwerkskunst, die hier auf der Insel von je her betrieben wird, informiert, Töpfern, Weben, Schnitzereien, Korbflechten, Schmieden.

die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Concepción
in dem Haus „Casa de las Quintas“ ist das  Museum der Handwerkskunst untergebracht

Der Ort Guarzoca bietet den Aussichtspunkt „Mirador de la Pena„, ein weiteres Werk des Künstlers Cesar Manrique (von dem wir in unseren Beiträgen über Lanzarote einiges erzählt haben), das zum Kulturgut von besonderem Wert erklärt wurde. In dem Gebäude ist ein Restaurant, das Gerichte anbietet, die mit den typischen Produkten der Insel hergestellt werden. Beim Essen im Restaurant oder auf der Terrasse hat man einen tollen Ausblick auf das Tal Valle del Golfo und auf die Felsformation Los Roques de Salmor.

„La Pena“ Dieses Foto stammt aus dem Reiseführer, weil man nicht zu dieser Stelle  hin kommt. Von dort kann man das gesamt Geschaffene  sehen oder fotografieren
Blick auf das Restaurant und Terrasse
Blick vom Restaurant aus auf die Felsformation „Los Roques de Salmor“ im Nordwesten.
Blick auf das Tal „Valle del Golfo“, Das Tal zeigt eine halbrunde Form, die wahrscheinlich durch zwei Bergstürze oder Trümmerlawinen vor 130.000 und 15.000 Jahren entstanden ist. Der Boden im Golfo-Tal ist fruchtbar und wird landwirtschaftlich genutzt

Im Norden der Insel liegt in einer kleinen, von Steilküsten umschlossenen Bucht der Ort Pozo de las Calcosas. Nach alter Tradition werden hier die Häuser mit Roggenstrohbündeln „Colmo“ gedeckt. Bei niedrigem Wellengang kann man in einem natürlichen Becken im offenen Meer schwimmen. Der Ort ist nur im Sommer und an den Wochenenden bewohnt. Ein zehnminütiger, schmaler Pfad führt über die Steilküste bis in den Ort hinunter.

Blick vom Pfad aus auf den kleinen Ort, links in der Mitte sieht man das Naturschwimmbecken
die kleinen einfachen Häuschen vom Nahen

Nur wenige Kilometer weiter, an der Nordspitze der Insel befindet sich ein weiterer Meerwasserpool, Charco Manso, der von einem Felsentor überspannt wird.  Vor einigen Jahrhunderten flossen Lavaströme zur Küste und durch das schnelle Erkalten erstarrte die Lava zu bizarren Formen, das Charco Manso ist ein Beispiel. Mitte in der Klippe entstand ein Becken, welches von Menschen zu einer Bademöglichkeit ausgebaut wurde.

   

La Frontera ist eine der drei Gemeinden der Insel im nordwestlichen Teil.  Zu dieser Gemeinde gehört auch der Ort Las Puntas. Der kleine Ort besteht nur aus wenigen Häusern. Am alten Schiffsanlegeplatz befindet sich ein sehr originelles Hotel, das auf einer Landzunge liegt. Da das Hotel nur 4 Gästezimmer hat, wird es im „Guinness World Records Buch“ als das kleinste Hotel der Welt aufgeführt.

Im Hintergrund der Roque Salmor
das kleinste Hotel der Welt
an der Küste bei Las Puntas, ein weiterer „Charco“ (Lavabrücke), Guus musste natürlich auf die Brücke
farbiges Lavagestein im Wasser

Nicht weit entfernt liegt landeinwärts das Ecomuseo de Guinea, in welchem wir mit unserem „Pasaporte“ Einlass erhielten. Wir hatten einen Rundgang mit einer Guide in einer Lavablase (Höhle) und danach Zugang zu einer Zuchtstation für eine vom Aussterben bedrohte Rieseneidechse. Die Rieseneidechse „Lagarto Gigante de El Hierro“, die bis eineinhalb Meter lang werden konnte ist ausgestorben. In 1975 entdeckte man eine ähnliche Eidechsenart, die bis zu 70 cm groß werden können. Diese werden in der Station gezüchtet um die endemische Tierart der Insel zu retten.

eine der Zuchtexemplare hinter Glas
und die kleine Variante draußen in der Natur

Weiter Richtung Westen kann man zu dem kleinen Bergdorf Sabinosa, angeblich der schönste Ort von El Hierro gelangen. Wir sind mit dem kleinen, jedoch pfiffigen Fiat 500 den Berg hoch, konnten aber diese Feststellung nicht teilen. Anschließend ging es wieder runter ins Tal zu Pozo de la Salud, um dort eine kleine Rast zu machen und einen Kaffee „Cortado“ zu trinken.

der Küstenweg an der Bucht „La Hoya“ entlang
La Sabinosa aus der Ferne
Arenas Blancas

Der Küstenweg führte danach bis in den äußersten Westen mit Blick auf Lavafelder und Steilküsten. Es gibt sogar einen weißen Sandstrand „Arenas Blancas“.

Aussichtspunkt „Lomo Negro“ (schwarze Lende) im Westen der Insel

Der Leuchtturms „Faro de Orchilla“ im Südwesten der Insel, lag bis Ende des 19. Jahrhunderts am „Ende der Welt“. Im 2. Jahrhundert unseres Zeitalters wurde dieser Punkt von Claudius Ptolemäus als den „Nullmeridian“ definiert. Bis zu der Entdeckung von Amerika wurde El Hierro als das westlichste Ende der Welt angesehen. Gegen Ende des 19. Jh wurde der Nullmeridian -wie bekannt- nach Greenwich verlegt.

auf dem Weg zum Leuchtturm
der Faro aus der Ferne
und von Nahem
Erinnerungsmonument des ehem.  Nullmeridians

Im Süden der Insel in der Nähe des Ortes La Restinga befindet sich das Meeresschwimmbad Cala de Tacorón. Der Ort, La Restinga, der nur wenige Kilometer davon entfernt, ist ein kleines Fischerdorf, wo es jedoch auch eine Marina gibt.

La Restinga
ebenfalls
das Meeresschwimmbecken Cala de Tacorón

Als wir uns den Ort La Restinga ansahen, begegneten wir zufällig Brigitte und Jean-Louis, die wir in San Sebatián auf La Gomera kennen gelernt und mit welchen wir zwei schöne Abende verbracht hatten. Die Beiden sind mit Ihrer Segelyacht „Galaad II“ unterwegs. Sie waren mit der Fähre nach El Hierro gekommen und hatten in La Restinga einen Tauchkurs belegt. Wir erhielten eine Einladung zum Abendessen in dem Hotel Parador, nicht weit von Puerto de las Etaca entfernt, wo die beiden übernachteten, bevor es Sonntags wieder zurück nach San Sebastián ging.

danke Brigitte und Jean-Louis, es war lecker und sehr schön mit euch

Sehr schön ist auch die östliche Küste in der Zone von „Las Playas„. In der Bucht erhebt sich der sonderbare „Roque de la Bonanza„. Diesen Küstenbereich haben wir einen Tag später auch von oben bewundern können, als wir auf dem Aussichtspunkt von Isora waren.

Küstenbereich von Las Playas
der Roque de La Bonanza (Familie Cartwright war nicht da)
Blick vom Aussichtspunkt de Isora auf Las Playas

Im Landesinnern in der Nähe des Ortes San Andres stand der „Garoé“ oder heiliger Baum der Bimbaches (Urbevölkerung). Die Blätter und Zweigen dieses Baumes, wie natürlich auch anderer Bäume, weisen die Eigenschaft auf, dass sie die Luftfeuchtigkeit aus den dort fast ständig tief hängenden Wolken kondensieren. Die Bimbaches haben diese Feuchtigkeit in natürlichen Wassersammelbecken aufgefangen. Der ursprüngliche Baum wurde in 1610 von einem Sturm entwurzelt. In 1945 wurde ein Stinklorbeerbaum gepflanzt, mittlerweile 7m hoch, der die gleiche Aufgabe auch heute noch erfüllt.

der jetzige „heiliger Baum“
eines der Auffangbecken

Eine schöne 7,5 Km lange Wanderung haben wir in der Nähe von Los Lianillos gemacht. Der Pfad führte durch Lavafelder und Lorbeer- und Kiefernwald. Herrliche Luft und Natur pur.

   

Spannend war die Fahrt zu dem höchsten Berg von El Hierro, der „Malpaso“, 1.501m hoch. Es führte zum Gipfel nur über ein Erdstraße bzw. Schotterstraße, welche zum Teil Risse, große Löcher und starke Unebenheiten zu bieten hatte. Der Fiat 500 musste ganze Arbeit leisten. Oben wurden wir wiederum mit einer schönen Aussicht belohnt.

der Malpaso vom Tal aus, sieht unscheinbar aus
auf dem Weg hoch
oben auf 1.501m hohe Aussicht
dito
Guus waren 1.501m nicht hoch genug, also setzte er noch rd. 3m drauf

Die Flora auf El Hierro hat auch ihre Besonderheiten. Das Wacholdergebiet „El Sabinar“ im westlichen Bereich der Insel hat eine besondere Art des Wacholders zu bieten. Es sind die Prügelknaben der Insel. Trotz des fast ständigen NO-Windes (Passatwind), nährarmer Boden (Lava) und der wenigen Flüssigkeit in dieser Gegend halten diese Bäume durch.

1. Phase
2. Phase
und immer noch gibt es grüne Zweige

Straßen führten durch herrliche Kiefernwälder, die wie „aufgeräumt und gekehrt“ aussahen. Wie auf La Gomera, gab es auch hier in den feuchteren Gebieten, Bäume, die mit Moos bewachsen sind. Und -wir hatten das Glück im Frühjahr hier zu sein-  zu gut wie an allen Straßen, die im übrigen max. zwei- aber öfters nur einspurig sind-  waren die schönsten Wildblumen zu sehen. Man hatte das Gefühl, man fährt durch eine Parklandschaft.

mit Moos behängte Bäume

     

Viele tolle Eindrücke, wir können die Insel nur Wärmstens empfehlen. El Hierro ist ein wahres Paradies, wenig Fremdenverkehr, sehr zu Freuden aller derjenigen, die die Insel lieben und sie so erhalten wollen, wie sie ist.

Im Hafen war es ziemlich ruhig, nur wenige Segler waren seit den 2 Wochen, die wir hier waren bzw. noch sind, neu hinzugekommen. Weil es in dem Hafen keine Einkaufsmöglichkeiten gibt, wie eingangs erwähnt, kommt montags ein Gemüsehändler mit eigenen Erzeugnissen hierher und bietet seine Ware an. Alles sehr knackig und frisch.

Anneke beim Einkauf

Eine kleine Anekdote: Guus ist immer sehr behilflich, wenn Boote anlegen wollen und steht immer zur Stelle, wenn er sieht, wenn jemand in den Hafen reinfährt und schaut, wo er anlegen kann. So auch an einem Nachmittag, wo ein kleines Segelschiff in den Hafen hineinfuhr und an unseren Steg an seinen Liegeplatz festmachen wollte. Es war nur ein knapp 8m Boot und leicht. Guus hat die am Steg bereits vorbereitete Leine an der Bugklampe des Bootes festmachen wollen, aber durch sein eigenes Gewicht drückte er das Boot weg vom Steg und er plumpste ins Wasser. Tschja, sowas kann passieren.

da musste der „big Capitan“ das Salzwasser abduschen

Wir sind jetzt 2 Wochen in Puerto de la Estaca und planen am kommenden Montag, 26.04.  zu der Insel La Palma zu segeln. Guus hat  die Seekarte studiert. Es sind knapp 52 Sm bis Tazacorte, im Westen der Insel La Palma, somit benötigen wir rd. 10 Stunden Fahrzeit.

Bis dahin bzw. bis zum nächsten Beitrag eine schöne Frühlingszeit und wir beiden stoßen auf eure Gesundheit an!

                           Proooooost

 

 

 

 

Aufenthalt auf La Gomera

Eine Radtour führte am 15.03. nach La Laja, die Strecke war knapp 13 Km (einfach) aber mit einer Steigung bis auf 460m. Anneke musste 2x schieben oder mit müden Beinen ein Stück laufen. Man fährt an einer Schlucht entlang an Stauseen vorbei. In La Laja war der Weg zu Ende, sodass es die gleiche Strecke, aber jetzt ständig Berg runter, zurückging. Etwa auf der Hälfte des Weges haben wir eine Rast in einem kleinen Cafe in El Atajo eingelegt und dort nette Gomeros und ein deutsches Ehepaar kennen gelernt, die mittlerweile schon 10 Jahre in der Schlucht leben, sogenannte Aussteiger.

unterwegs kamen wir an Bäume vorbei, die Mispelnfrüchte trugen. Da wir beide diese Früchte nicht kannten fragten wir eine Signora, die uns dann spontan eine Handvoll Mispeln schenkte

 

 

 

 

 

 

Mispelnpause

 

 

 

 

 

 

 

einen Eindruck der Schlucht

Am 17.03. sind wir mit dem öffentlichen Bus nach Hermigua gefahren um von dort aus eine ca. 10 Km lange Wanderung zur Küste und weiter nach Agulo zu machen. Am Ortsausgang kamen wir an einer Bananenkooperative vorbei, wo gerade viele Stauden Bananen abgeliefert wurde. Als wir zuschauten schenkte ein Senor Anneke eine Banane und auch eine für ihren „Compagnero“, nette Geste!

die Stauden an dem Transportband, eine Staude wiegt rd. 30Kg
und die kleine geschenkte Stärkung zwischendurch

An der Küste konnte man die historische Sehenswürdigkeit „El Pescante“ von Hermigua sehen. Auf den steinernen Säulen waren früher Laufkräne zum Be- und Entladen von Schiffen errichtet, weil die Beschaffenheit der Küste den Bau von Häfen nicht zuließ.

El Pescante

Weiter ging es zum kleinen Küstendorf Lepe mit einen schönen Blick auf den El Teide auf Teneriffa . Von dort mussten wir ca.  200m hoch steigen um zu der Straße zu gelangen, die zum Ort Agulo führte. Es ging zum Teil durch Bananenplantagen, wo natürlich keine Wanderpfadkennungen zu sehen waren, sodass es auch mal in die Irre führte und wir wieder ein Stück zurück mussten. In Agulo haben wir uns in einem kleinen Restaurant gestärkt und sind dann mit dem Bus wieder zurück nach San Sebastián.

zum Teil führte der Wanderpfad durch Gärten und Plantagen
ein Papayabaum

Vom 19. bis 21. März hatten wir ein PKW gemietet und konnten uns sehr viel von der Insel anschauen. Am 1. Tag haben wir eine Tour durch den westlichen Bereich des Nationalparks „de Garajonay“ gemacht, der in 1986 von der Unesco zum Welterbe erklärt wurde. Es gibt hier eine Vielfalt an Bäumen und Pflanzen, die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit (durch Nebel entstehend) bestens gedeihen. U.a. nimmt der Lorbeerwald eine Fläche von etwa 4.000 ha ein.

Blumen in großen Mengen
auf einer Straße oberhalb des Parks
mit Moos behängten Bäumen

Anschließend ging es weiter zu dem Ort Vallehermoso (übersetzt: schönes Tal). Obwohl nur 2.900 Einwohner dort leben, ist der Ort die zweitgrößte Gemeinde nach San Sebastián.

ein verkommenes Häuschen am Rand des Ortes. Suche die Katze….

An der Küste von Vallehermoso liegt das Kulturzentrum „Castillo del Mar“, dies konnte momentan jedoch nicht besichtigt werden. Aus der früheren Bananenverladestation wurde ein Zentrum für Konzerte, Freiluftkino und Folkloreauftritte
das Castillo del Mar

Über Agulo und Hermigua ging es wieder zurück nach San Sebastián.

Am nächsten Tag sind wir zuerst zu einem kleinen Ort im Südwesten der Insel nach La Dama gefahren, eine kleinere Straße führte durch mehrere Barrancos (Schluchten) zu dem Ort.

auf dem Weg nach La Dama, vorbei an dem Tafelberg „La Fortaleza = 1.241 m hoch.
La Dama, der kleine Ort ist der wichtigste Obstproduzent von La Gomera
Blick auf eine der Bananenplantagen in  La Dama

Anschließend weiter via Chipude, El Cerado und Las Hayas zurück ins Innenland und wieder zur Küste nach Valle Gran Rey. Vor 7 Jahren haben wir beide dort 10 Tage Urlaub verbracht. Es war schön, noch mal dort zu sein.

Blick auf Valle Gran Rey
Hafen von Valle Gran Rey. Hier können Sportboote nur Ankern oder -wie die kleine Boote- an einer Mooring liegen

 

Blick vom Strand auf den Ort Valle Gran Rey

Am letzten „Auto“-Tag ging es zunächst nochmals zu dem Nationalpark Garajanoy, jetzt im östlichen Teil des Parks  nach El Cedro, ein kleines Dorf am Nordrand des Parks. Der ganzjährig fließende Cedro Bach kommt der Fruchtbarkeit der terrassierten Felder zu Gute.

im Nationalpark auf dem Weg nach El Cedro
dito (das Bild steht nicht Kopf)

Weiter ging es in den Westen der Insel zum Küstenort Alojera.

kleiner Ort mit max. 100 Häusern

Über die uns bekannte aber schöne Strecke Vallehermoso, Agulo und Hermigua wieder zurück zum Hafen San Sebastián.

fast wieder „daheim“, San Sebastián im Blick

In der Marina war auch wieder einiges zu erleben. Nette Bekanntschaften hatten wir direkt kurz nach dem Anlegen. Willi und Johannes vom Katamaran „SY Oktant“ haben uns besucht und wir haben uns mehrmals nett unterhalten. Leider mussten sie knapp 2 Wochen später zurück nach Deutschland, weil die Schule wieder geöffnet war.

Willi und Johannes

Adrian und Melanie mit Ihrem Katamaran „Lujana“ die wir in Arrecife kennen gelernt und die uns in Februar d.J. in Garachico in Teneriffa besucht haben, waren einen Tag später im Hafen und so kam es zu einigen Treffen.

Auch gab es ein Wiedersehen mit der polnischen Familie, die im Hafen von Lagos in Portugal unsere Nachbarn waren. Eltern und 3 Söhne. Der jüngste Sohn, unser Freund Miguel hat sich in dem 1 1/2 Jahr, wo wir uns nicht gesehen haben, zu einem guten Fischer entwickelt. Im Hafen hat er mit Mandarinenschalen als Köder eine Dorade geangelt.

An unserem Steg lagen u.a. 2 größere Motorboote. Eines wurde nur privat benutzt und mit dem Anderen konnte man gegen Bezahlung einen ganzen Tag zum Angeln bzw. Fischen mitfahren. Auf alle Fälle haben beide größere Thunfische gefangen. Wir hatten das Glück, dass man Guus welchen für unseren Verzehr schenkten, sodass wir total frischen Thunfisch genießen konnten. Mal als  Sashimi mit Sojasoße, mal gebraten mit Knobi oder als feines Gehaktes mit Frühlingszwiebeln, Olivenöl, Zitrone und Kräuter und Baguette. Sehr lecker!

der Thunfisch wurde zurecht geschnitten
dieses Teil hat Guus abbekommen, wir konnten für uns beide je 4 Portionen daraus zurecht schneiden
die „Profis“ hatten schon größere Exemplare zu bieten

Ferner haben wir eine sehr nette Bekanntschaft mit Isabel und Eckhard mit Ihrer SY „KeHHrwieder“ aus Hamburg gemacht. Wir haben uns sehr gut verstanden und mehrere schöne Abende mit einander verbracht, wo es nie an leckerem Essen, gutem Wein und schönen, interessanten Gesprächen gefehlt hat. Heute, am Ostersamstag sind die beiden zum Ankern nach Valle Gran Rey gefahren. Wir hoffen, wir sehen uns auf der Insel La Palma wieder.

Isabel und Anneke,  Isabel hatte als Hauptspeise eine sehr leckere Lasagne gekocht
Guus und Eckhard, Eckhard hatte als Vorspeise einen frischen Pulpo selber gekocht und anschließend in der Pfanne gebraten
Auf Wiedersehen Ihr Beiden

Zunächst war geplant am 2.04.21 weiter zu fahren zur nächsten Insel „El Hiero“. Wegen Corona hatte man jedoch für die kanarischen Inseln beschlossen, dass während der Osterferien ein Besuch auf die einzelnen Inseln nur mit einem Negativtest möglich ist, der nur 48 Stunden alt sein darf. Der Einfachheit halber, haben wir uns dazu entschieden, bis zum 09.04. zu bleiben, das Datum, an  dem vorgenannte Bedingungen ablaufen.

Gestern, 02.04. haben wir eine sehr schöne aber total anstrengende Wanderung vom 18 Km gemacht. Mit einem Taxi haben wir uns nach La Laja fahren lassen, 13Km vom San Sebastián entfernt. Von dort sind wir einen Trail zu dem Aussichtspunkt „Degollada de Pereza“ gefolgt. Es ging knapp 3 Km nur bergauf, einen Höhenunterschied von rd. 500m. Von dort führte einen rd. 10Km langen Trail nach San Sebastián. Zwar ging es hier bergrunter, aber der Trail bestand nur aus dicken, runden, kantigen Steinen oder kleinen Felsen, sodass jeder Schritt mit Bedacht begangen werden musste. Dies war noch anstrengender als der Aufstieg. Insgesamt brauchten wir 7 Stunden für die 18Km lange Wanderung. Richtig müde (Anneke hatte Schmerzen im rechten Knie und linke Hüfte) aber mit einer tollen Landschaft belohnt, kamen wir gegen 19.00 Uhr im Hafen an, wo wir von Isabel und Eckhard mit dem vorhin erwähnten leckeren Essen verwöhnt wurden.

einen Eindruck von dem Trail der hoch zum Aussichtspunkt führte
unterwegs, ein toller Fernblick
unterwegs

Ihr Lieben zu Hause, allen ein schönes Osterfest. Macht trotz Corona das Beste daraus. Wir schicken Euch zum Abschluss Frühlingsblumen als Blumengruß aus La Gomera

Über diesen großen Löwenzahn (vergleiche Guus Handgröße) würde sich doch jeder Osterhase freuen!!!

 

 

 

 

 

Auf nach La Gomera

Nachdem wir erfahren hatten, dass die Straßen im Nationalpark Teide nunmehr alle geöffnet waren, haben wir am 26. und 27.02. nochmals ein Auto gemietet und sind über Chio die Höhenstraße TF38 gefolgt um dann in den Nationalpark zu gelangen. Die zum Teide führende Straße TF 21 war tatsächlich zugänglich und wunderschön. Sie führte vorbei an „Los Roques“, eine Felsenformation vor dem Teide. Der Lift „Teleferico“, auf einer Höhe von 2.356 Km gelegen, führt bis zu der Spitze des Teides, war jedoch wegen Corona noch geschlossen. Aber wir waren sehr dicht dran, an den Teide. Man kann sich  an diesen tollen Berg nicht satt gucken.

die „Los Roques“ vor dem Teide
Roque Garcia
dem Teide am nähesten

Dann haben wir zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Garachico noch eine Radtour nach Buenavista del Norte gemacht, die über Los Silos weiter durch Bananenplantagen zu dem Golfplatz in Buenavista führte. Dort haben wir auf der Terrasse des Golfplatzes mit schönem Blick auf die Küste Rast gemacht und uns „una cerveza“ gegönnt.

Trotz E-Bike musste Anneke einmal schieben, die Steigung war ihr zu stark und zu lang

 

Blick auf den Golfplatz

 

 

 

 

 

 

die gefahrenen Strecken auf Teneriffa, rd. 1.000 Km

Nach knapp zwei Monaten,  abwechslungsreicher Aufenthalt auf der Insel Teneriffa waren wir reif für die nächste Insel „La Gomera„. Auf La Gomera befindet sich, neben Ankermöglichkeiten, nur eine Marina, „die Marina La Gomera“ in San Sebastián, wo wir uns vorsorglich angemeldet hatten. Am 2.03.21 sind wir morgens um 09.00 Uhr los. Wir hatten raumschots bis achterlichen bis zu 17 Knoten starken Wind (NNO) und kamen gut voran, auch eine längere Strecke ohne Motorunterstützung. Nach 6 Stunden Fahrt (32 Sm) erreichten wir den Hafen. Eine schöne angenehme Fahrt, aber leider wieder einmal keine Walfische gesehen, obwohl uns sich hier auskennende Segler gesagt hatten, dass wir große Chancen hätten, welche zu sehen.

Fahrroute von Garachico (Teneriffa) nach San Sebastián (La Gomera)
Leuchtturm „San Cristóbal“ kurz vor dem Hafeneingang von San Sebastián
Die Hafensituation, gut umschrieben und dokumentiert, im „Imray“ Hafenhandbuch „Atlantic Islands“. Um den anlegenden Fährschiffe Platz zu gewähren, müssen Sportboote den vorgegebenen Tonnenstrich folgen.

Auf einem dem Hafen gegenüber liegenden Berg steht eine Bank aus Lavagestein. Von dieser Sitzmöglichkeit bietet sich eine schöne Sicht auf die Marina.

von dort schaut man auf …….
…… die Marina (im Hintergrund Teneriffa)
Sicht auf Marina von der anderen Seite
Sicht auf Hafeneingang

Wir haben den Liegeplatz für einen Monat angemietet und werden von hier aus die Insel mittels der guten Busverbindungen und PKW erkunden.

San Sebastián, mit rd. 9.000 Einwohnern, ist die Hauptstadt von La Gomera und liegt im Tal der Schlucht „de la Villa“. Die Stadt wurde im Jahre 1440 durch die Spanier besetzt. Diese ließen den -noch immer gut erhaltenen- 15 Meter hohen, dreigeschossigen Wehrturm „Torre del Conde“(Turm des Grafen) zum Schutz gegen die -aus spanischer Sicht- „aufständischen“ Ureinwohner bauen.

der Torre del Conde,  er gilt als ältestes Bauwerk der Stadt

Auch führen in dieser Stadt viele Spure zu Kolumbus. So soll er auf seiner Entdeckungsreise nach Amerika den hiesigen Hafen hier angefahren und in der Stadt übernachtet haben. Das „Casa de Colón“ (Kolumbushaus) ist jetzt ein Museum.

das Kolumbushaus
der Innenhof des Hauses

……… und in der aus dem Jahre 1490 stammenden Pfarrkirche „Nuestra Senora de la Asunción“ soll er gebetet haben !?!

Guus hat per Rad die nähere Umgebung von San Sebastián bereits erkundet und ist die Schluchten „Barranco de la Villa“ und „Barranco de la Pila“ entlang gefahren. Dort ist er auf  mehrere Stauseen gestoßen,  hübsche Ecke. Die Strecke wollen wir nochmals gemeinsam fahren.

Wir lassen uns weiter vom schönen Wetter, der schönen Umgebung und die netten Menschen verwöhnen und berichten im nächsten Beitrag über die weiteren Erkundungen auf La Gomera.

unsere „Neuanschaffung“, die Flagge der Kanarischen Inseln. Die Flagge wurde erst in 1982 festgelegt. Zum Vorbild wurden die Flaggen von Santa Cruz (Weiss und blau) und Gran Canaria (Blau und Gelb) genommen. Geographisch gesehen kommt Santa Cruz de Teneriffa zuerst, daher die Farbe weiss. Blau ist die gemeinsame Farben (Ozean) und somit die Verbindung zwischen den Inseln und mittig angeordnet. Das Gelb kommt aus der Gran Canaria Flagge

                   In diesem Sinne unser Fahnengruß zum Abschied!

 

Von San Miguel nach Garachico und den dortigen Aufenthalt

Wie geplant, haben wir am 3.02. um 08.00 Uhr morgens im Hafen San Miguel abgelegt, mit dem Ziel Puerto de Garachico. Insgesamt 42 Sm, somit haben wir rd. 8 Std. Fahrtzeit eingeplant. Der Wind war nicht stark, bis max. 8Kn., aber Welle und Strömung waren günstig, sodass wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,6Kn. hatten. Es wurden das Großsegel zusammen mit Selbstwendefock oder Genua gesetzt, überwiegend mit Motorunterstützung.

unterwegs, vorbei an „Los Gigantes“, bekannt durch die Steilküste, die einen spektakulären Anblick bietet. Die Felsen fallen bis zu 600 Metern senkrecht ins Meer ab.
Auch wieder Mal ein Blick auf El Teide
Route von San Miguel nach Garachico        

Die Hafeneinfahrt in Puerto de Garachico, im Nordwesten von Teneriffa hatte es schon in sich. Man wird bis sehr kurz vor der Einfahrt zunächst von einer starken Brandung begleitet und dann geht es um die Mole herum in den Hafen, wobei man sich lt. Hafenhandbuch und Seekarte mittig der 2 gelben und 2 roten Bojen aufhalten soll. Es war jedoch nur eine gelbe Tonne vorhanden und die 2. Rote war sowohl rot als auch gelb, sodass der Skipper,  soweit durch die Brandung möglich, sich langsam voran tastete um nicht in die mit Steinen und Felsen bestückten Untiefen zu gelangen. Hat alles wieder mal geklappt. An den folgenden Tagen haben wir uns die Hafeneingangssituation von Land aus nochmals angesehen und waren auch da beeindruckt.

Hafeneinfahrt von Land aus fotografiert
Hafeneinfahrt, schwach erkennbar die einzige gelbe Tonne und die rot/gelbe Tonne, Letztere mussten wir backbordseitig passieren.

Garachico ist eine kleine historische Stadt mit heute rd. 5000 Einwohnern und wurde direkt nach der Eroberung Teneriffas durch die Spanier in 1496 gegründet. Bis zum 18. Jh. war es der wichtigste Hafen von Teneriffa.

1645 war ein Schicksalsjahr für den Ort, eine gewaltige Sturmflut tötete Menschen und viele Schiffe wurden versenkt. In 1647 zerstörte Feuer mehr als hundert Häuser. Aufgrund eines Vulkanausbruches verschütteten Lavamassen in 1706 den Hafen von Garachico.

In 2012 wurde ein neuer, kleiner Hafen, dort wo wir jetzt liegen, errichtet, sowohl für Fischerboote als auch für Sportboote. Genau gegenüber dem Dorf erhebt sich das Symbol des Ortes, der Felsen „Roque de Garachico“.

Der Ort ist sehr authentisch und vor allem die Küste mit der starken Brandung spektakulär.

Liegeplatz in Garachico
Iglesia de Santa Ana mit gemütlichem Marktplatz
Teil des „alten Hafens“, rechts sieht man zum Teil das heruntergeströmte Lava. Der alte Hafen ist nur noch eine Sehenswürdigkeit und es gibt mehrere Meerwasserschwimmbäder, die nur bei milder See genutzt werden dürfen
Blick auf Garachico vom Nachbarort „La Guincho“

Vom 12. bis einschl. 14.02.21 hatten wir wieder ein Auto gemietet. Am ersten Tag sind wir Richtung Westen nach Buenavista del Norte und zum Punta de Teno. Das Teno-Gebirge ist von einer Vielzahl von Schluchten durchzogen, die steil zur Küste abfallen. Besonders hübsch war das Bergdorf Masca mit nur knapp 80 Einwohnern.

Blick auf Masca und die Schlucht

 

Gesamtblick auf Masca

Weiter ging es zum Hafen von Los Gigantes, den wir schon vom Ozean aus bei der Vorbeifahrt aus der Ferne gesehen hatten. Via El Tanque und Icod de los Vinos sind wir zurück zu unserem Hafen

Marina Los Gigantes

Am Samstag, den 13.02. sind wir nach Puerto de la Cruz gefahren und haben Ilona und Gustel besucht. Die Beiden haben eine sehr schöne Wohnung dort und verbleiben von Ende Januar bis Ende März auf der Insel. Danach fliegen Sie nach Deutschland, nach Erftstadt zurück. Vorher hatten Sie uns in Garachico besucht und da wir eh planen noch bis ca. Ende Februar hier zu bleiben, werden wir uns sicherlich nochmals treffen. Wir hatten uns sehr viel zu erzählen, war schön.

Gustel und Ilona zu Besuch in Garachico
….. und beim gemeinsamen Schmaus im Restaurant „El Monasterio“ in Los Realejos.

Sonntags, am Valentinstag!, sind wir wieder hoch zum El Teide via La Orotava. Wegen Schneefall dort oben einige Tage vorher, war die Straße, die in die Mitte des Nationalparks führt, geschlossen und sind dann eine Straße, die in den Nordosten führt bis La Esperanza gefolgt und danach wieder zurück zur Küste. Die Straßen selber waren zwar schneefrei, aber an den Seiten und in den Bergen lagen noch etwa 10cm Schnee. Die Spanier waren wie aus dem Häuschen und haben kleine Schneemänner gebaut und sind auf Plastiktüten kleinere Hänge herunter gerutscht.

Unser Nachbar in der Marina, backbordseitig, war Günther, der in 2015 hier in Garachico „gestrandet“ war. Zunächst hatte er eine Weltreise mit seinem SY „Tramp“ geplant, hat sich aber in den Ort hier verliebt und wird auch hier bleiben. Er gehört einer Wandergruppe an und hat uns am Freitag, den 19.02. zu einer schönen Stelle in den Bergen von Los Silos zu einem Wasserfall geführt. Entlang dem Wasserlauf führte ein Pfad. Wiederum konnten wir eine schöne Aussicht genießen.

Ende des Wasserlaufs, wo dann der Wasserfall ins Tal fließt
Günther am Wasserlauf (Wasser kommt vom El Teide)
Am Ende der Strecke mit tollem Ausblick auf Punta de Buenavista

Danach sind wir noch mit seinem PKW nach Puenta de Buenavista an der Küste gefahren. Günther, vielen Dank für den schönen Nachmittag!

Puenta de Buenavista

Dann haben wir im Hafen noch das französische Segelpärchen Francis und Sylvie kennen gelernt, die auf ihrer SY „Baia“, eine Jeanneau Odessey 42.2, leben. Auch diese Beide sind in Garachico vernarrt und haben sich vor Kurzem  Eigentum mit Blick auf die schöne, wilde Küste von Garachico, gekauft. Es wird also Zeit, dass wir hier langsam weg kommen, denn es ist wirklich sehr schön hier, nicht, dass auch wir hier noch hängen bleiben. Nächste Woche möchten wir zur Insel La Gomera segeln und uns dort im Hafen San Sebastian und vielleicht auch an Ankerplätze längere Zeit aufhalten.

Mit Sylvie und Francis in einem kleines Restaurant in Garachico

Allen eine schöne Zeit bis zum nächsten Blogeintrag, bleibt gesund und genießt das allmählich kommende Frühjahrswetter.

       Mandelblütengruß von uns Beiden