Bretonische Küste von Port-la-Forêt via Lorient zur Insel „Belle Île“

Am 24.03. begann unsere diesjährige Fahrt. Um 9.00 Uhr morgens startete Guus den Motor und wir legten ab. Der Hafen von Port-la-Forêt hatten wir richtig lieb gewonnen und nette Bekanntschaften gemacht. Wir hatten zum ersten Mal einen Gast während einer Fahrt an Bord. Philippe hatte seine Frau Dalida morgens nach Port-la-Forêt gebracht und wird sie in Lorient, unser Zielhafen, wieder abholen. Bei nur 7°C,  jedoch blauem Himmel ging es mit zunächst nur 4 Knoten aus NNO los. 

….. und abgelegt
Nicolas -Nachbar-  und Philippe winken uns „Adieu“

 

 

 

 

 

 

Guus und Dali während der Fahrt

Ab Hafenausfahrt wurde die Genua und das Großsegel gesetzt um den achterlichen Wind zu nutzen, jedoch lief der Motor mit ca. 1200 Umdrehungen mit. Eine Stunde später frischte der Wind auf 12 Knoten auf und zur Mittagszeit erreichten wir bis zu 19 Knoten Wind, sodass wir längere Zeit den Motor  nicht brauchten um mindestens 5 Knoten Fahrt zu machen, das war schön!  Insgesamt benötigten wir gute 7 Stunden für die 32 Sm lange Strecke. Lorient hat mehrere Häfen, eine vorherige Nachfrage ergab, dass für uns ein Platz im Hafen von Kernével frei war.    

Wir verbrachten über eine Woche in Lorient und besuchten u.a. das tolle Museum „Musée Cité de la Voile Éric Tabarly“. Ein modernes, interaktives Segelmuseum mit Simulationen und interaktiven Exponaten und natürlich Filme über den weltberühmten französischen Hochseesegler Éric Tabarly. Er machte sich durch viele Siege in Einhandregatten und verschiedene Rekordfahrten einen großen Namen. Er lehnte es leider stets ab, sich an Bord zu sichern, was ihm in 1998 in der Irischen See, 68-jährig, das Leben kostete, als er bei einer Nachtfahrt über Bord ging und erst mehrere Tage später von Fischern geborgen wurde. Tragisch!

Éric Tabarley

Auch haben wir den U-Boot-Bunker „la Base“ in Lorient besucht, der während des Zweiten Weltkriegs im Auftrag der Deutschen Wehrmacht gebaut wurde und von Juni 1940 bis August 1944 der größte Stützpunkt für die U-Boote der Kriegsmarine war. Insgesamt entstanden in der Zeit 3 Bunker mit Deckenstärken von 7,5 m!

 

 

 

 

Für Donnerstag, 28.3. hatten wir bei der in Lorient ansässigen Firma Plastimo einen Wartungstermin für unsere Rettungsinsel vereinbart. Philippe und Dali haben uns abgeholt und wir sind zusammen zur Firma Plastimo gefahren. Die Insel soll zu eigener Sicherheit und zwecks Erhalts der 18jährigen Garantie alle 3 Jahre gewartet werden. Die Insel wird geöffnet und aufgeblasen um u.a. nachsehen zu können, ob die Kammern keine Luft lassen. Die sich in der Insel befindlichen Gegenstände, wie im letzten Beitrag aufgeführt, werden ebenfalls überprüft und/oder erneuert. Eine Stunde lang konnten wir bei den Arbeiten zuschauen und abends die Insel wieder abholen. Wir haben bei der Öffnung festgestellt, dass die bei dem Kauf der Insel zugesagten Notproviante, wie Wasser und Nahrungsriegel, nicht enthalten waren und mussten diese zusätzlich kaufen. 

der bei PLASTIMO notierte Termin für unsere Insel 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während unsere Insel gewartet wurde, haben wir vier einen Ausflug nach Carnac gemacht. Die Monolithen oder Megalithen, wie sie auch genannt werden, von Carnac gehören zu den spektakulärsten Gräberanordnungen der Welt. Hier befinden sich 3000 Monolithen, die vor 6000 Jahren aufgestellt wurden. Die Gräberfelder erstrecken sich über eine Gesamtlänge von mehr als vier Km und sind in diesem Umfang in Europa einzigartig. Sie stehen bereits seit 1889 unter Denkmalschutz.

Der Monolith „Géant“ Guus übt sich als Obelix

Der Ausflug führte ferner nach Auray, ein hübsches Städtchen mit Fachwerkhäusern und einen kleinen Hafen „Port Saint Goustan“.

 

 

 

 

Wir beiden haben samstags noch eine Radtour nach Port Louis gemacht und die dortige Zitadelle besucht, die auch ein Museum enthält.

Montag, den 01.04.2019 haben wir Lorient verlassen und sind zu der Insel „Belle Île“ zum Hafen „le Palais“ gefahren. Belle Île ist die größte bretonische Insel im Atlantik. Die ca. 25 Sm lange Fahrt begann morgens um 9.45 Uhr, weil wir bei angehendes Hochwasser Bell Île erreichen wollte. Der Hafen von le Palais fällt zum Teil trocken, sodass für uns ein Liegeplatz in dem „Basin flotte“ in Frage kam. Hier ist die erforderliche Wasserhöhe auch bei Niedrigwasser durch eine Schleuse garantiert. Die Schleuse ist bis max. eine Stunde nach Hochwasser geöffnet. Bei der Abfahrt hatten wir 13 Knoten Wind aus NNO, der jedoch gegen Mittag nachließ. Es war eine schöne Überfahrt bei jedoch nur 9 – 11°C, also frisch. Um 14.30 Uhr erreichten wir den Hafen, konnten jedoch noch nicht direkt durch die Schleuse, weil ein großer Frachter kurz vor uns erst an der Reihe war. Um 15.00 Uhr lagen wir am Steg in dem idyllischen Hafen.  

Ob der Kapitän auch den richtigen Kurs fährt? kontrolliert die Matrosin
Hafeneinfahrt, oben die „Zitadelle Vauban“
Blick von der Zitadelle auf den Vorhafen von le  Palais
Blick auf unseren Liegepatz im „Bassin flotte“

 

 

 

 

Das Wetter in den 5 Tagen, die wir auf der Insel verbrachten, war leider weniger prächtig. Wir haben die Zitadelle besucht, die Mitte des 17. Jh errichtet wurde und mittlerweile im Privatbesitz ist und ein Museum und Hotel beinhaltet.

Am Mittwoch, haben wir trotz des Wetters eine Radtour in den nördlichen und westlichen Teil der Insel gemacht. Die Insel ist von Felsen umgeben und reich an fruchtbarem Weide- und Ackerland. Die Insel hat rd. 5000 Einwohner, beherbergt jedoch im Sommer rd. 20.000 Feriengäste. Davon haben wir jetzt in April natürlich nichts gemerkt.

Kleiner Hafen „Sauzon“ in nördlicher Bereich der Insel

 

auch auf Belle Île stehen zwei Monolithen, Anneke und „Jean“ und Guus mit „Jeanne“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Hafen hatten wir am Donnerstag, das „Glück“, dass zum 3. Mal in Frankreich und zum 5. Mal insgesamt die Douane unser Schiff kontrollieren wollte. Guus zeigte die Bescheinigung, die wir bei der Kontrolle im letzten Oktober in Camarêt-sur-Mer bekommen hatten und die Sache war damit erledigt. Die vielen Kontrollen deuten doch darauf hin, dass einige Schiffseigner es mit der nationalen Mehrwertsteuer nicht so Ernst nehmen. Das europäische Land, das feststellt, dass die MwSt. nicht ordnungsgemäß beim Kauf oder Bau eines Schiffes entrichtet wurde, kann die nachzuentrichtende Steuer kassieren, sodass sich Kontrollen wohl lohnen.

Samstag wollen wir weiter zum nächsten Hafen „Quiberon“ (Festland) fahren.