El Hierro

40 Tage dauerte unser Aufenthalt auf La Gomera, sehr viel gesehen, bestaunen und erleben dürfen,  aber jetzt wollten wir wieder weiter. Am Sonntag, den 11.04.21 haben wir um 08.00 Uhr zunächst im Hafen getankt und kurz vor halb neun begannen wir die ca. 47 Sm weite Stecke nach El Hierro, Puerto de la Estaca. Insgesamt 9 Stunden hatten wir eingeplant.

markierte mit PKW oder mit E-Bikes gefahrene, bzw. gewanderte Routen auf La Gomera
Letzter Blick auf den Hafen San Sebastián, die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen
letzter Blick auf La Gomera, in der Ferne der Ort Valle Gran Rey
freundlicher Besuch unterwegs, ca. 5 Delfine begleiteten uns längere Zeit
El Hierro kommt näher (noch ca. 2 Stunden Fahrt)
Route von La Gomera nach El Hierro

Bei sonnigem Wetter und ca. 22° C, ruhigem Ozean eine herrlich entspannte „Butterfahrt“. Weil wir mehrmals Delfine gesehen hatten, meinte Guus, dass es hier viel Fisch geben würde und hat prompt die Angel herausgeholt, aber……. leider nichts gefangen. Guus ist halt ein Jäger(s) und kein Fischer.

Gegen 17.00 Uhr erreichten wir den Hafen Puerto de la Estaca, wo wir von einem Hafenpolizist freundlich empfangen wurde und der uns beim Anlegen behilflich war. Der Hafen ist schön gelegen  und bot bis 1972, Fertigstellungsdatum des Flughafens, die einzige Möglichkeit um nach El Hierro zu gelangen. Die Insel wurde im Jahre 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat und in 2014 zum Geopark erklärt. Es ist die kleinste und südwestlichste Insel der Kanaren und es leben auf einer Gesamtfläche von 268 Km² rd. 11.000 Einwohner. El Hierro wird die „Insel mit Seele“ genannt. Die ersten, bekannten Bewohner heißen „Bimbaches“.

Liegeplatz mit Blick auf Hafeneingang….
……. und auf die andere Seite

 

Blick auf Gesamthafen (vor dem rechten Quer Steg legt 1x täglich eine Fähre an)

Im Hafen sind nur wenige Häuser und zum Einkaufen muss man zu der rd. 10 Km weiter entfernten „Haupt“stadt Valverde (rd. 2.000 Einwohner). Da wir das vorher gelesen hatten, wurde in San Sebastián gut eingekauft, sodass wir die ersten Tagen die Zeit nutzen konnten die nähere Umgebung kennen zu lernen.

Ab Mittwoch, 14.04. hatten wir für eine Woche ein PKW gemietet und so die Insel ausgiebig zu erkunden. Die Entfernungen sind zwar nicht groß,aber aufgrund des gebirgigen Reliefs braucht es seine Zeit.

Im Folgenden, was wir besucht, gesehen und erfahren haben.

Valverde (in 1405 gegründet) liegt auf einer Höhe von 600 Metern an einem Hang und ist die einzige kanarische Hauptstadt, die sich nicht an der Küste befindet. Hübsch ist die Pfarrkirche „Nuestra Señora de la Concepción“. Besucht haben wir auch ein kleines ethnographisches Museum in dem Casa de las Quintas. Wir hatten uns einen „Reisepass“ besorgt, mit welchem man zu 8 verschiedenen Museen oder Informationszentren Eintritt erhielt. In dem letztgenannten Museum wurde man über die Handwerkskunst, die hier auf der Insel von je her betrieben wird, informiert, Töpfern, Weben, Schnitzereien, Korbflechten, Schmieden.

die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Concepción
in dem Haus „Casa de las Quintas“ ist das  Museum der Handwerkskunst untergebracht

Der Ort Guarzoca bietet den Aussichtspunkt „Mirador de la Pena„, ein weiteres Werk des Künstlers Cesar Manrique (von dem wir in unseren Beiträgen über Lanzarote einiges erzählt haben), das zum Kulturgut von besonderem Wert erklärt wurde. In dem Gebäude ist ein Restaurant, das Gerichte anbietet, die mit den typischen Produkten der Insel hergestellt werden. Beim Essen im Restaurant oder auf der Terrasse hat man einen tollen Ausblick auf das Tal Valle del Golfo und auf die Felsformation Los Roques de Salmor.

„La Pena“ Dieses Foto stammt aus dem Reiseführer, weil man nicht zu dieser Stelle  hin kommt. Von dort kann man das gesamt Geschaffene  sehen oder fotografieren
Blick auf das Restaurant und Terrasse
Blick vom Restaurant aus auf die Felsformation „Los Roques de Salmor“ im Nordwesten.
Blick auf das Tal „Valle del Golfo“, Das Tal zeigt eine halbrunde Form, die wahrscheinlich durch zwei Bergstürze oder Trümmerlawinen vor 130.000 und 15.000 Jahren entstanden ist. Der Boden im Golfo-Tal ist fruchtbar und wird landwirtschaftlich genutzt

Im Norden der Insel liegt in einer kleinen, von Steilküsten umschlossenen Bucht der Ort Pozo de las Calcosas. Nach alter Tradition werden hier die Häuser mit Roggenstrohbündeln „Colmo“ gedeckt. Bei niedrigem Wellengang kann man in einem natürlichen Becken im offenen Meer schwimmen. Der Ort ist nur im Sommer und an den Wochenenden bewohnt. Ein zehnminütiger, schmaler Pfad führt über die Steilküste bis in den Ort hinunter.

Blick vom Pfad aus auf den kleinen Ort, links in der Mitte sieht man das Naturschwimmbecken
die kleinen einfachen Häuschen vom Nahen

Nur wenige Kilometer weiter, an der Nordspitze der Insel befindet sich ein weiterer Meerwasserpool, Charco Manso, der von einem Felsentor überspannt wird.  Vor einigen Jahrhunderten flossen Lavaströme zur Küste und durch das schnelle Erkalten erstarrte die Lava zu bizarren Formen, das Charco Manso ist ein Beispiel. Mitte in der Klippe entstand ein Becken, welches von Menschen zu einer Bademöglichkeit ausgebaut wurde.

   

La Frontera ist eine der drei Gemeinden der Insel im nordwestlichen Teil.  Zu dieser Gemeinde gehört auch der Ort Las Puntas. Der kleine Ort besteht nur aus wenigen Häusern. Am alten Schiffsanlegeplatz befindet sich ein sehr originelles Hotel, das auf einer Landzunge liegt. Da das Hotel nur 4 Gästezimmer hat, wird es im „Guinness World Records Buch“ als das kleinste Hotel der Welt aufgeführt.

Im Hintergrund der Roque Salmor
das kleinste Hotel der Welt
an der Küste bei Las Puntas, ein weiterer „Charco“ (Lavabrücke), Guus musste natürlich auf die Brücke
farbiges Lavagestein im Wasser

Nicht weit entfernt liegt landeinwärts das Ecomuseo de Guinea, in welchem wir mit unserem „Pasaporte“ Einlass erhielten. Wir hatten einen Rundgang mit einer Guide in einer Lavablase (Höhle) und danach Zugang zu einer Zuchtstation für eine vom Aussterben bedrohte Rieseneidechse. Die Rieseneidechse „Lagarto Gigante de El Hierro“, die bis eineinhalb Meter lang werden konnte ist ausgestorben. In 1975 entdeckte man eine ähnliche Eidechsenart, die bis zu 70 cm groß werden können. Diese werden in der Station gezüchtet um die endemische Tierart der Insel zu retten.

eine der Zuchtexemplare hinter Glas
und die kleine Variante draußen in der Natur

Weiter Richtung Westen kann man zu dem kleinen Bergdorf Sabinosa, angeblich der schönste Ort von El Hierro gelangen. Wir sind mit dem kleinen, jedoch pfiffigen Fiat 500 den Berg hoch, konnten aber diese Feststellung nicht teilen. Anschließend ging es wieder runter ins Tal zu Pozo de la Salud, um dort eine kleine Rast zu machen und einen Kaffee „Cortado“ zu trinken.

der Küstenweg an der Bucht „La Hoya“ entlang
La Sabinosa aus der Ferne
Arenas Blancas

Der Küstenweg führte danach bis in den äußersten Westen mit Blick auf Lavafelder und Steilküsten. Es gibt sogar einen weißen Sandstrand „Arenas Blancas“.

Aussichtspunkt „Lomo Negro“ (schwarze Lende) im Westen der Insel

Der Leuchtturms „Faro de Orchilla“ im Südwesten der Insel, lag bis Ende des 19. Jahrhunderts am „Ende der Welt“. Im 2. Jahrhundert unseres Zeitalters wurde dieser Punkt von Claudius Ptolemäus als den „Nullmeridian“ definiert. Bis zu der Entdeckung von Amerika wurde El Hierro als das westlichste Ende der Welt angesehen. Gegen Ende des 19. Jh wurde der Nullmeridian -wie bekannt- nach Greenwich verlegt.

auf dem Weg zum Leuchtturm
der Faro aus der Ferne
und von Nahem
Erinnerungsmonument des ehem.  Nullmeridians

Im Süden der Insel in der Nähe des Ortes La Restinga befindet sich das Meeresschwimmbad Cala de Tacorón. Der Ort, La Restinga, der nur wenige Kilometer davon entfernt, ist ein kleines Fischerdorf, wo es jedoch auch eine Marina gibt.

La Restinga
ebenfalls
das Meeresschwimmbecken Cala de Tacorón

Als wir uns den Ort La Restinga ansahen, begegneten wir zufällig Brigitte und Jean-Louis, die wir in San Sebatián auf La Gomera kennen gelernt und mit welchen wir zwei schöne Abende verbracht hatten. Die Beiden sind mit Ihrer Segelyacht „Galaad II“ unterwegs. Sie waren mit der Fähre nach El Hierro gekommen und hatten in La Restinga einen Tauchkurs belegt. Wir erhielten eine Einladung zum Abendessen in dem Hotel Parador, nicht weit von Puerto de las Etaca entfernt, wo die beiden übernachteten, bevor es Sonntags wieder zurück nach San Sebastián ging.

danke Brigitte und Jean-Louis, es war lecker und sehr schön mit euch

Sehr schön ist auch die östliche Küste in der Zone von „Las Playas„. In der Bucht erhebt sich der sonderbare „Roque de la Bonanza„. Diesen Küstenbereich haben wir einen Tag später auch von oben bewundern können, als wir auf dem Aussichtspunkt von Isora waren.

Küstenbereich von Las Playas
der Roque de La Bonanza (Familie Cartwright war nicht da)
Blick vom Aussichtspunkt de Isora auf Las Playas

Im Landesinnern in der Nähe des Ortes San Andres stand der „Garoé“ oder heiliger Baum der Bimbaches (Urbevölkerung). Die Blätter und Zweigen dieses Baumes, wie natürlich auch anderer Bäume, weisen die Eigenschaft auf, dass sie die Luftfeuchtigkeit aus den dort fast ständig tief hängenden Wolken kondensieren. Die Bimbaches haben diese Feuchtigkeit in natürlichen Wassersammelbecken aufgefangen. Der ursprüngliche Baum wurde in 1610 von einem Sturm entwurzelt. In 1945 wurde ein Stinklorbeerbaum gepflanzt, mittlerweile 7m hoch, der die gleiche Aufgabe auch heute noch erfüllt.

der jetzige „heiliger Baum“
eines der Auffangbecken

Eine schöne 7,5 Km lange Wanderung haben wir in der Nähe von Los Lianillos gemacht. Der Pfad führte durch Lavafelder und Lorbeer- und Kiefernwald. Herrliche Luft und Natur pur.

   

Spannend war die Fahrt zu dem höchsten Berg von El Hierro, der „Malpaso“, 1.501m hoch. Es führte zum Gipfel nur über ein Erdstraße bzw. Schotterstraße, welche zum Teil Risse, große Löcher und starke Unebenheiten zu bieten hatte. Der Fiat 500 musste ganze Arbeit leisten. Oben wurden wir wiederum mit einer schönen Aussicht belohnt.

der Malpaso vom Tal aus, sieht unscheinbar aus
auf dem Weg hoch
oben auf 1.501m hohe Aussicht
dito
Guus waren 1.501m nicht hoch genug, also setzte er noch rd. 3m drauf

Die Flora auf El Hierro hat auch ihre Besonderheiten. Das Wacholdergebiet „El Sabinar“ im westlichen Bereich der Insel hat eine besondere Art des Wacholders zu bieten. Es sind die Prügelknaben der Insel. Trotz des fast ständigen NO-Windes (Passatwind), nährarmer Boden (Lava) und der wenigen Flüssigkeit in dieser Gegend halten diese Bäume durch.

1. Phase
2. Phase
und immer noch gibt es grüne Zweige

Straßen führten durch herrliche Kiefernwälder, die wie „aufgeräumt und gekehrt“ aussahen. Wie auf La Gomera, gab es auch hier in den feuchteren Gebieten, Bäume, die mit Moos bewachsen sind. Und -wir hatten das Glück im Frühjahr hier zu sein-  zu gut wie an allen Straßen, die im übrigen max. zwei- aber öfters nur einspurig sind-  waren die schönsten Wildblumen zu sehen. Man hatte das Gefühl, man fährt durch eine Parklandschaft.

mit Moos behängte Bäume

     

Viele tolle Eindrücke, wir können die Insel nur Wärmstens empfehlen. El Hierro ist ein wahres Paradies, wenig Fremdenverkehr, sehr zu Freuden aller derjenigen, die die Insel lieben und sie so erhalten wollen, wie sie ist.

Im Hafen war es ziemlich ruhig, nur wenige Segler waren seit den 2 Wochen, die wir hier waren bzw. noch sind, neu hinzugekommen. Weil es in dem Hafen keine Einkaufsmöglichkeiten gibt, wie eingangs erwähnt, kommt montags ein Gemüsehändler mit eigenen Erzeugnissen hierher und bietet seine Ware an. Alles sehr knackig und frisch.

Anneke beim Einkauf

Eine kleine Anekdote: Guus ist immer sehr behilflich, wenn Boote anlegen wollen und steht immer zur Stelle, wenn er sieht, wenn jemand in den Hafen reinfährt und schaut, wo er anlegen kann. So auch an einem Nachmittag, wo ein kleines Segelschiff in den Hafen hineinfuhr und an unseren Steg an seinen Liegeplatz festmachen wollte. Es war nur ein knapp 8m Boot und leicht. Guus hat die am Steg bereits vorbereitete Leine an der Bugklampe des Bootes festmachen wollen, aber durch sein eigenes Gewicht drückte er das Boot weg vom Steg und er plumpste ins Wasser. Tschja, sowas kann passieren.

da musste der „big Capitan“ das Salzwasser abduschen

Wir sind jetzt 2 Wochen in Puerto de la Estaca und planen am kommenden Montag, 26.04.  zu der Insel La Palma zu segeln. Guus hat  die Seekarte studiert. Es sind knapp 52 Sm bis Tazacorte, im Westen der Insel La Palma, somit benötigen wir rd. 10 Stunden Fahrzeit.

Bis dahin bzw. bis zum nächsten Beitrag eine schöne Frühlingszeit und wir beiden stoßen auf eure Gesundheit an!

                           Proooooost

 

 

 

 

Aufenthalt auf La Gomera

Eine Radtour führte am 15.03. nach La Laja, die Strecke war knapp 13 Km (einfach) aber mit einer Steigung bis auf 460m. Anneke musste 2x schieben oder mit müden Beinen ein Stück laufen. Man fährt an einer Schlucht entlang an Stauseen vorbei. In La Laja war der Weg zu Ende, sodass es die gleiche Strecke, aber jetzt ständig Berg runter, zurückging. Etwa auf der Hälfte des Weges haben wir eine Rast in einem kleinen Cafe in El Atajo eingelegt und dort nette Gomeros und ein deutsches Ehepaar kennen gelernt, die mittlerweile schon 10 Jahre in der Schlucht leben, sogenannte Aussteiger.

unterwegs kamen wir an Bäume vorbei, die Mispelnfrüchte trugen. Da wir beide diese Früchte nicht kannten fragten wir eine Signora, die uns dann spontan eine Handvoll Mispeln schenkte

 

 

 

 

 

 

Mispelnpause

 

 

 

 

 

 

 

einen Eindruck der Schlucht

Am 17.03. sind wir mit dem öffentlichen Bus nach Hermigua gefahren um von dort aus eine ca. 10 Km lange Wanderung zur Küste und weiter nach Agulo zu machen. Am Ortsausgang kamen wir an einer Bananenkooperative vorbei, wo gerade viele Stauden Bananen abgeliefert wurde. Als wir zuschauten schenkte ein Senor Anneke eine Banane und auch eine für ihren „Compagnero“, nette Geste!

die Stauden an dem Transportband, eine Staude wiegt rd. 30Kg
und die kleine geschenkte Stärkung zwischendurch

An der Küste konnte man die historische Sehenswürdigkeit „El Pescante“ von Hermigua sehen. Auf den steinernen Säulen waren früher Laufkräne zum Be- und Entladen von Schiffen errichtet, weil die Beschaffenheit der Küste den Bau von Häfen nicht zuließ.

El Pescante

Weiter ging es zum kleinen Küstendorf Lepe mit einen schönen Blick auf den El Teide auf Teneriffa . Von dort mussten wir ca.  200m hoch steigen um zu der Straße zu gelangen, die zum Ort Agulo führte. Es ging zum Teil durch Bananenplantagen, wo natürlich keine Wanderpfadkennungen zu sehen waren, sodass es auch mal in die Irre führte und wir wieder ein Stück zurück mussten. In Agulo haben wir uns in einem kleinen Restaurant gestärkt und sind dann mit dem Bus wieder zurück nach San Sebastián.

zum Teil führte der Wanderpfad durch Gärten und Plantagen
ein Papayabaum

Vom 19. bis 21. März hatten wir ein PKW gemietet und konnten uns sehr viel von der Insel anschauen. Am 1. Tag haben wir eine Tour durch den westlichen Bereich des Nationalparks „de Garajonay“ gemacht, der in 1986 von der Unesco zum Welterbe erklärt wurde. Es gibt hier eine Vielfalt an Bäumen und Pflanzen, die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit (durch Nebel entstehend) bestens gedeihen. U.a. nimmt der Lorbeerwald eine Fläche von etwa 4.000 ha ein.

Blumen in großen Mengen
auf einer Straße oberhalb des Parks
mit Moos behängten Bäumen

Anschließend ging es weiter zu dem Ort Vallehermoso (übersetzt: schönes Tal). Obwohl nur 2.900 Einwohner dort leben, ist der Ort die zweitgrößte Gemeinde nach San Sebastián.

ein verkommenes Häuschen am Rand des Ortes. Suche die Katze….

An der Küste von Vallehermoso liegt das Kulturzentrum „Castillo del Mar“, dies konnte momentan jedoch nicht besichtigt werden. Aus der früheren Bananenverladestation wurde ein Zentrum für Konzerte, Freiluftkino und Folkloreauftritte
das Castillo del Mar

Über Agulo und Hermigua ging es wieder zurück nach San Sebastián.

Am nächsten Tag sind wir zuerst zu einem kleinen Ort im Südwesten der Insel nach La Dama gefahren, eine kleinere Straße führte durch mehrere Barrancos (Schluchten) zu dem Ort.

auf dem Weg nach La Dama, vorbei an dem Tafelberg „La Fortaleza = 1.241 m hoch.
La Dama, der kleine Ort ist der wichtigste Obstproduzent von La Gomera
Blick auf eine der Bananenplantagen in  La Dama

Anschließend weiter via Chipude, El Cerado und Las Hayas zurück ins Innenland und wieder zur Küste nach Valle Gran Rey. Vor 7 Jahren haben wir beide dort 10 Tage Urlaub verbracht. Es war schön, noch mal dort zu sein.

Blick auf Valle Gran Rey
Hafen von Valle Gran Rey. Hier können Sportboote nur Ankern oder -wie die kleine Boote- an einer Mooring liegen

 

Blick vom Strand auf den Ort Valle Gran Rey

Am letzten „Auto“-Tag ging es zunächst nochmals zu dem Nationalpark Garajanoy, jetzt im östlichen Teil des Parks  nach El Cedro, ein kleines Dorf am Nordrand des Parks. Der ganzjährig fließende Cedro Bach kommt der Fruchtbarkeit der terrassierten Felder zu Gute.

im Nationalpark auf dem Weg nach El Cedro
dito (das Bild steht nicht Kopf)

Weiter ging es in den Westen der Insel zum Küstenort Alojera.

kleiner Ort mit max. 100 Häusern

Über die uns bekannte aber schöne Strecke Vallehermoso, Agulo und Hermigua wieder zurück zum Hafen San Sebastián.

fast wieder „daheim“, San Sebastián im Blick

In der Marina war auch wieder einiges zu erleben. Nette Bekanntschaften hatten wir direkt kurz nach dem Anlegen. Willi und Johannes vom Katamaran „SY Oktant“ haben uns besucht und wir haben uns mehrmals nett unterhalten. Leider mussten sie knapp 2 Wochen später zurück nach Deutschland, weil die Schule wieder geöffnet war.

Willi und Johannes

Adrian und Melanie mit Ihrem Katamaran „Lujana“ die wir in Arrecife kennen gelernt und die uns in Februar d.J. in Garachico in Teneriffa besucht haben, waren einen Tag später im Hafen und so kam es zu einigen Treffen.

Auch gab es ein Wiedersehen mit der polnischen Familie, die im Hafen von Lagos in Portugal unsere Nachbarn waren. Eltern und 3 Söhne. Der jüngste Sohn, unser Freund Miguel hat sich in dem 1 1/2 Jahr, wo wir uns nicht gesehen haben, zu einem guten Fischer entwickelt. Im Hafen hat er mit Mandarinenschalen als Köder eine Dorade geangelt.

An unserem Steg lagen u.a. 2 größere Motorboote. Eines wurde nur privat benutzt und mit dem Anderen konnte man gegen Bezahlung einen ganzen Tag zum Angeln bzw. Fischen mitfahren. Auf alle Fälle haben beide größere Thunfische gefangen. Wir hatten das Glück, dass man Guus welchen für unseren Verzehr schenkten, sodass wir total frischen Thunfisch genießen konnten. Mal als  Sashimi mit Sojasoße, mal gebraten mit Knobi oder als feines Gehaktes mit Frühlingszwiebeln, Olivenöl, Zitrone und Kräuter und Baguette. Sehr lecker!

der Thunfisch wurde zurecht geschnitten
dieses Teil hat Guus abbekommen, wir konnten für uns beide je 4 Portionen daraus zurecht schneiden
die „Profis“ hatten schon größere Exemplare zu bieten

Ferner haben wir eine sehr nette Bekanntschaft mit Isabel und Eckhard mit Ihrer SY „KeHHrwieder“ aus Hamburg gemacht. Wir haben uns sehr gut verstanden und mehrere schöne Abende mit einander verbracht, wo es nie an leckerem Essen, gutem Wein und schönen, interessanten Gesprächen gefehlt hat. Heute, am Ostersamstag sind die beiden zum Ankern nach Valle Gran Rey gefahren. Wir hoffen, wir sehen uns auf der Insel La Palma wieder.

Isabel und Anneke,  Isabel hatte als Hauptspeise eine sehr leckere Lasagne gekocht
Guus und Eckhard, Eckhard hatte als Vorspeise einen frischen Pulpo selber gekocht und anschließend in der Pfanne gebraten
Auf Wiedersehen Ihr Beiden

Zunächst war geplant am 2.04.21 weiter zu fahren zur nächsten Insel „El Hiero“. Wegen Corona hatte man jedoch für die kanarischen Inseln beschlossen, dass während der Osterferien ein Besuch auf die einzelnen Inseln nur mit einem Negativtest möglich ist, der nur 48 Stunden alt sein darf. Der Einfachheit halber, haben wir uns dazu entschieden, bis zum 09.04. zu bleiben, das Datum, an  dem vorgenannte Bedingungen ablaufen.

Gestern, 02.04. haben wir eine sehr schöne aber total anstrengende Wanderung vom 18 Km gemacht. Mit einem Taxi haben wir uns nach La Laja fahren lassen, 13Km vom San Sebastián entfernt. Von dort sind wir einen Trail zu dem Aussichtspunkt „Degollada de Pereza“ gefolgt. Es ging knapp 3 Km nur bergauf, einen Höhenunterschied von rd. 500m. Von dort führte einen rd. 10Km langen Trail nach San Sebastián. Zwar ging es hier bergrunter, aber der Trail bestand nur aus dicken, runden, kantigen Steinen oder kleinen Felsen, sodass jeder Schritt mit Bedacht begangen werden musste. Dies war noch anstrengender als der Aufstieg. Insgesamt brauchten wir 7 Stunden für die 18Km lange Wanderung. Richtig müde (Anneke hatte Schmerzen im rechten Knie und linke Hüfte) aber mit einer tollen Landschaft belohnt, kamen wir gegen 19.00 Uhr im Hafen an, wo wir von Isabel und Eckhard mit dem vorhin erwähnten leckeren Essen verwöhnt wurden.

einen Eindruck von dem Trail der hoch zum Aussichtspunkt führte
unterwegs, ein toller Fernblick
unterwegs

Ihr Lieben zu Hause, allen ein schönes Osterfest. Macht trotz Corona das Beste daraus. Wir schicken Euch zum Abschluss Frühlingsblumen als Blumengruß aus La Gomera

Über diesen großen Löwenzahn (vergleiche Guus Handgröße) würde sich doch jeder Osterhase freuen!!!

 

 

 

 

 

Auf nach La Gomera

Nachdem wir erfahren hatten, dass die Straßen im Nationalpark Teide nunmehr alle geöffnet waren, haben wir am 26. und 27.02. nochmals ein Auto gemietet und sind über Chio die Höhenstraße TF38 gefolgt um dann in den Nationalpark zu gelangen. Die zum Teide führende Straße TF 21 war tatsächlich zugänglich und wunderschön. Sie führte vorbei an „Los Roques“, eine Felsenformation vor dem Teide. Der Lift „Teleferico“, auf einer Höhe von 2.356 Km gelegen, führt bis zu der Spitze des Teides, war jedoch wegen Corona noch geschlossen. Aber wir waren sehr dicht dran, an den Teide. Man kann sich  an diesen tollen Berg nicht satt gucken.

die „Los Roques“ vor dem Teide
Roque Garcia
dem Teide am nähesten

Dann haben wir zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Garachico noch eine Radtour nach Buenavista del Norte gemacht, die über Los Silos weiter durch Bananenplantagen zu dem Golfplatz in Buenavista führte. Dort haben wir auf der Terrasse des Golfplatzes mit schönem Blick auf die Küste Rast gemacht und uns „una cerveza“ gegönnt.

Trotz E-Bike musste Anneke einmal schieben, die Steigung war ihr zu stark und zu lang

 

Blick auf den Golfplatz

 

 

 

 

 

 

die gefahrenen Strecken auf Teneriffa, rd. 1.000 Km

Nach knapp zwei Monaten,  abwechslungsreicher Aufenthalt auf der Insel Teneriffa waren wir reif für die nächste Insel „La Gomera„. Auf La Gomera befindet sich, neben Ankermöglichkeiten, nur eine Marina, „die Marina La Gomera“ in San Sebastián, wo wir uns vorsorglich angemeldet hatten. Am 2.03.21 sind wir morgens um 09.00 Uhr los. Wir hatten raumschots bis achterlichen bis zu 17 Knoten starken Wind (NNO) und kamen gut voran, auch eine längere Strecke ohne Motorunterstützung. Nach 6 Stunden Fahrt (32 Sm) erreichten wir den Hafen. Eine schöne angenehme Fahrt, aber leider wieder einmal keine Walfische gesehen, obwohl uns sich hier auskennende Segler gesagt hatten, dass wir große Chancen hätten, welche zu sehen.

Fahrroute von Garachico (Teneriffa) nach San Sebastián (La Gomera)
Leuchtturm „San Cristóbal“ kurz vor dem Hafeneingang von San Sebastián
Die Hafensituation, gut umschrieben und dokumentiert, im „Imray“ Hafenhandbuch „Atlantic Islands“. Um den anlegenden Fährschiffe Platz zu gewähren, müssen Sportboote den vorgegebenen Tonnenstrich folgen.

Auf einem dem Hafen gegenüber liegenden Berg steht eine Bank aus Lavagestein. Von dieser Sitzmöglichkeit bietet sich eine schöne Sicht auf die Marina.

von dort schaut man auf …….
…… die Marina (im Hintergrund Teneriffa)
Sicht auf Marina von der anderen Seite
Sicht auf Hafeneingang

Wir haben den Liegeplatz für einen Monat angemietet und werden von hier aus die Insel mittels der guten Busverbindungen und PKW erkunden.

San Sebastián, mit rd. 9.000 Einwohnern, ist die Hauptstadt von La Gomera und liegt im Tal der Schlucht „de la Villa“. Die Stadt wurde im Jahre 1440 durch die Spanier besetzt. Diese ließen den -noch immer gut erhaltenen- 15 Meter hohen, dreigeschossigen Wehrturm „Torre del Conde“(Turm des Grafen) zum Schutz gegen die -aus spanischer Sicht- „aufständischen“ Ureinwohner bauen.

der Torre del Conde,  er gilt als ältestes Bauwerk der Stadt

Auch führen in dieser Stadt viele Spure zu Kolumbus. So soll er auf seiner Entdeckungsreise nach Amerika den hiesigen Hafen hier angefahren und in der Stadt übernachtet haben. Das „Casa de Colón“ (Kolumbushaus) ist jetzt ein Museum.

das Kolumbushaus
der Innenhof des Hauses

……… und in der aus dem Jahre 1490 stammenden Pfarrkirche „Nuestra Senora de la Asunción“ soll er gebetet haben !?!

Guus hat per Rad die nähere Umgebung von San Sebastián bereits erkundet und ist die Schluchten „Barranco de la Villa“ und „Barranco de la Pila“ entlang gefahren. Dort ist er auf  mehrere Stauseen gestoßen,  hübsche Ecke. Die Strecke wollen wir nochmals gemeinsam fahren.

Wir lassen uns weiter vom schönen Wetter, der schönen Umgebung und die netten Menschen verwöhnen und berichten im nächsten Beitrag über die weiteren Erkundungen auf La Gomera.

unsere „Neuanschaffung“, die Flagge der Kanarischen Inseln. Die Flagge wurde erst in 1982 festgelegt. Zum Vorbild wurden die Flaggen von Santa Cruz (Weiss und blau) und Gran Canaria (Blau und Gelb) genommen. Geographisch gesehen kommt Santa Cruz de Teneriffa zuerst, daher die Farbe weiss. Blau ist die gemeinsame Farben (Ozean) und somit die Verbindung zwischen den Inseln und mittig angeordnet. Das Gelb kommt aus der Gran Canaria Flagge

                   In diesem Sinne unser Fahnengruß zum Abschied!

 

Von San Miguel nach Garachico und den dortigen Aufenthalt

Wie geplant, haben wir am 3.02. um 08.00 Uhr morgens im Hafen San Miguel abgelegt, mit dem Ziel Puerto de Garachico. Insgesamt 42 Sm, somit haben wir rd. 8 Std. Fahrtzeit eingeplant. Der Wind war nicht stark, bis max. 8Kn., aber Welle und Strömung waren günstig, sodass wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,6Kn. hatten. Es wurden das Großsegel zusammen mit Selbstwendefock oder Genua gesetzt, überwiegend mit Motorunterstützung.

unterwegs, vorbei an „Los Gigantes“, bekannt durch die Steilküste, die einen spektakulären Anblick bietet. Die Felsen fallen bis zu 600 Metern senkrecht ins Meer ab.
Auch wieder Mal ein Blick auf El Teide
Route von San Miguel nach Garachico        

Die Hafeneinfahrt in Puerto de Garachico, im Nordwesten von Teneriffa hatte es schon in sich. Man wird bis sehr kurz vor der Einfahrt zunächst von einer starken Brandung begleitet und dann geht es um die Mole herum in den Hafen, wobei man sich lt. Hafenhandbuch und Seekarte mittig der 2 gelben und 2 roten Bojen aufhalten soll. Es war jedoch nur eine gelbe Tonne vorhanden und die 2. Rote war sowohl rot als auch gelb, sodass der Skipper,  soweit durch die Brandung möglich, sich langsam voran tastete um nicht in die mit Steinen und Felsen bestückten Untiefen zu gelangen. Hat alles wieder mal geklappt. An den folgenden Tagen haben wir uns die Hafeneingangssituation von Land aus nochmals angesehen und waren auch da beeindruckt.

Hafeneinfahrt von Land aus fotografiert
Hafeneinfahrt, schwach erkennbar die einzige gelbe Tonne und die rot/gelbe Tonne, Letztere mussten wir backbordseitig passieren.

Garachico ist eine kleine historische Stadt mit heute rd. 5000 Einwohnern und wurde direkt nach der Eroberung Teneriffas durch die Spanier in 1496 gegründet. Bis zum 18. Jh. war es der wichtigste Hafen von Teneriffa.

1645 war ein Schicksalsjahr für den Ort, eine gewaltige Sturmflut tötete Menschen und viele Schiffe wurden versenkt. In 1647 zerstörte Feuer mehr als hundert Häuser. Aufgrund eines Vulkanausbruches verschütteten Lavamassen in 1706 den Hafen von Garachico.

In 2012 wurde ein neuer, kleiner Hafen, dort wo wir jetzt liegen, errichtet, sowohl für Fischerboote als auch für Sportboote. Genau gegenüber dem Dorf erhebt sich das Symbol des Ortes, der Felsen „Roque de Garachico“.

Der Ort ist sehr authentisch und vor allem die Küste mit der starken Brandung spektakulär.

Liegeplatz in Garachico
Iglesia de Santa Ana mit gemütlichem Marktplatz
Teil des „alten Hafens“, rechts sieht man zum Teil das heruntergeströmte Lava. Der alte Hafen ist nur noch eine Sehenswürdigkeit und es gibt mehrere Meerwasserschwimmbäder, die nur bei milder See genutzt werden dürfen
Blick auf Garachico vom Nachbarort „La Guincho“

Vom 12. bis einschl. 14.02.21 hatten wir wieder ein Auto gemietet. Am ersten Tag sind wir Richtung Westen nach Buenavista del Norte und zum Punta de Teno. Das Teno-Gebirge ist von einer Vielzahl von Schluchten durchzogen, die steil zur Küste abfallen. Besonders hübsch war das Bergdorf Masca mit nur knapp 80 Einwohnern.

Blick auf Masca und die Schlucht

 

Gesamtblick auf Masca

Weiter ging es zum Hafen von Los Gigantes, den wir schon vom Ozean aus bei der Vorbeifahrt aus der Ferne gesehen hatten. Via El Tanque und Icod de los Vinos sind wir zurück zu unserem Hafen

Marina Los Gigantes

Am Samstag, den 13.02. sind wir nach Puerto de la Cruz gefahren und haben Ilona und Gustel besucht. Die Beiden haben eine sehr schöne Wohnung dort und verbleiben von Ende Januar bis Ende März auf der Insel. Danach fliegen Sie nach Deutschland, nach Erftstadt zurück. Vorher hatten Sie uns in Garachico besucht und da wir eh planen noch bis ca. Ende Februar hier zu bleiben, werden wir uns sicherlich nochmals treffen. Wir hatten uns sehr viel zu erzählen, war schön.

Gustel und Ilona zu Besuch in Garachico
….. und beim gemeinsamen Schmaus im Restaurant „El Monasterio“ in Los Realejos.

Sonntags, am Valentinstag!, sind wir wieder hoch zum El Teide via La Orotava. Wegen Schneefall dort oben einige Tage vorher, war die Straße, die in die Mitte des Nationalparks führt, geschlossen und sind dann eine Straße, die in den Nordosten führt bis La Esperanza gefolgt und danach wieder zurück zur Küste. Die Straßen selber waren zwar schneefrei, aber an den Seiten und in den Bergen lagen noch etwa 10cm Schnee. Die Spanier waren wie aus dem Häuschen und haben kleine Schneemänner gebaut und sind auf Plastiktüten kleinere Hänge herunter gerutscht.

Unser Nachbar in der Marina, backbordseitig, war Günther, der in 2015 hier in Garachico „gestrandet“ war. Zunächst hatte er eine Weltreise mit seinem SY „Tramp“ geplant, hat sich aber in den Ort hier verliebt und wird auch hier bleiben. Er gehört einer Wandergruppe an und hat uns am Freitag, den 19.02. zu einer schönen Stelle in den Bergen von Los Silos zu einem Wasserfall geführt. Entlang dem Wasserlauf führte ein Pfad. Wiederum konnten wir eine schöne Aussicht genießen.

Ende des Wasserlaufs, wo dann der Wasserfall ins Tal fließt
Günther am Wasserlauf (Wasser kommt vom El Teide)
Am Ende der Strecke mit tollem Ausblick auf Punta de Buenavista

Danach sind wir noch mit seinem PKW nach Puenta de Buenavista an der Küste gefahren. Günther, vielen Dank für den schönen Nachmittag!

Puenta de Buenavista

Dann haben wir im Hafen noch das französische Segelpärchen Francis und Sylvie kennen gelernt, die auf ihrer SY „Baia“, eine Jeanneau Odessey 42.2, leben. Auch diese Beide sind in Garachico vernarrt und haben sich vor Kurzem  Eigentum mit Blick auf die schöne, wilde Küste von Garachico, gekauft. Es wird also Zeit, dass wir hier langsam weg kommen, denn es ist wirklich sehr schön hier, nicht, dass auch wir hier noch hängen bleiben. Nächste Woche möchten wir zur Insel La Gomera segeln und uns dort im Hafen San Sebastian und vielleicht auch an Ankerplätze längere Zeit aufhalten.

Mit Sylvie und Francis in einem kleines Restaurant in Garachico

Allen eine schöne Zeit bis zum nächsten Blogeintrag, bleibt gesund und genießt das allmählich kommende Frühjahrswetter.

       Mandelblütengruß von uns Beiden

Teneriffa im Nordosten (Santa Cruz) und Süden (Marina San Miguel)

Insgesamt hatten wir einen 17-tägigen Aufenthalt im Hafen von Santa Cruz. Wir warteten auf das Paket aus den Niederlanden mit dem neuen Solenoid und haben in der Zeit die nähere Umgebung per Rad, die Stadt weiter zu Fuß erkundet und eine 146 Km lange Autofahrt durch den nördlichen Bereich von Teneriffa in das Anaga-Gebirge gemacht.

Knapp 7 Km nordöstlich von Santa Cruz liegt San Andrés direkt am Meer und der Strand des Fischerdorfes ist künstlich mit goldgelbem Saharastrand aufgeschüttet. Der „Playa de las Teresitas“ ist einer der besten Badestrände Teneriffas. Mit dem Rad sind wir zu dem Örtchen San Andrés gefahren und am Strand, der nur mäßig besucht war, entlang gelaufen.

Santa Cruz hat eine kleine Altstadt, in welcher sich u.a. die „Iglesia Nuestra Senora de la Concepción“ befindet. Alte, aber renovierte Häuser und dicke Palmbäume säumen die Straßen.

In der Nähe der Kirche befindet sich das „Museo de la Naturaleza y el Hombre“, welches auf beeindruckende Weise die Entstehung der Kanarischen Inseln und die Lebensweise der Guanchen (die ersten bekannten Bewohner der Insel Teneriffa) dokumentiert.

unterwegs in die Stadt, eine hübsch bemalte Fußgängerunterführung
das erst in Juni 2017 eröffnete Musuem präsentiert dauerhaft das ganze Jahr das wohl wichtigste Fest der Stadt, leider war es wegen Corona geschlossen.

Am 18.01.21 haben wir ein kleines Auto gemietet und sind in das in den nördlichen Bereich der Insel  befindlichen Anaga-Gebirge gefahren. Von Santa Cruz ging es über San Andrés hoch in die Bergen nach Tanagana und Almaciga, weiter nach Las Mercedes und das alte Örtchen Tejina zur Westküste nach Bajamar. Zurück zum Hafen ging es via Ravelo, La Esperanza,

 

Bucht bei Taganana

Am 21.01.21 war das Paket mit dem Solenoid im Hafen angekommen, nachdem einige Telefonate und Mails mit DHL und dem örtlichen Zollamt erforderlich waren. Ziemlich kompliziert das Ganze und an einer Einfuhrgebühr in Höhe von € 75,- kamen wir nicht vorbei. Also konnte es am nächsten Tag weitergehen und als Ziel hatten wir den Hafen „Marina San Miguel“ im Süden der Insel, wo wir uns vorher telefonisch und per Mail angekündigt hatten.

Morgens um 09.00 Uhr sind wir losgefahren, Wettervorhersage 15 -20 Knoten Wind aus NWN, sonnig bis 20° C. Für die rd. 38 Sm haben wir ca. 7 Std Fahrtzeit kalkuliert, somit ETA gegen 16.00 Uhr.

Der vorhergesagte Wind traf zu und wir kamen gut voran, den größten Teil der Fahrt brauchten wir keinen Motor. Da Guus das neue Solenoid erst in San Miguel einbauen möchte, musste er zwecks Ausschaltung des Motors in den Maschinenraum, um direkt am Motor den manuellen Motorstopp zu betätigen. Hat alles gut geklappt. Im Hafen war beim Anlegen immer noch ein kräftiger Wind und es war schwierig an dem für uns geplanten Liegeplatz zu gelangen. Außerdem fehlte an dem Platz -wie uns ein anderer Skipper mitteilte- eine Mooring (eine im Wasser liegende Kette oder Seil um das Schiff wasserseitig zu befestigen), sodass wir direkt im Hafeneingang einen Kopfstegplatz erhielten mit schöner Aussicht.

Abschied von Santa Cruz
Route von Santa Cruz nach Marina Sa Miguel
unterwegs nach San Miguel, vorbei am  Leuchtturm „Punta de Abona“
unterwegs, kurz vor dem Hafen San Miguel

 

 

Liegeplatz in San Miguel, mit Blick auf den noch beschneiten Gipfel des „El Teide“            
Blick vom Liegeplatz auf den Hafeneingang in der Abenddämmerung

Die Marina gehört nicht zu einem bestimmten Ort, liegt aber dem kleinen Fischerort Los Abrigos sehr nahe. Im Hafenbereich gibt es viele hübsche Ferienhäuser bzw. -Wohnungen, die jedoch überwiegend aufgrund Corona leer standen. Auf Teneriffa sind, wie auf Gran Canaria, alle Geschäfte, Restaurants und Cafés und auch die meisten Museen etc. geöffnet. Man muss ständig und überall einen Nasen/Mundschutz tragen und in der Zeit von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr darf man sich nicht draußen aufhalten. Also mit entsprechender Vorsicht und Abstand gut auszuhalten.

Guus hat drei Tage nach  Ankunft das Solenoid eingebaut und beim Ausprobieren noch festgestellt, dass ein Kabel, welches vom Außensteuerstand zum Motor führt, angeschmort war. Nach Reinigung des Kabels funktionierte der Motor einwandfrei und konnte am Steuerstand an- und ausgeschaltet werden. Mission erfüllt!

Das Wetter war die ganze Zeit toll, täglich bis zu 24° C, ideal für Spaziergänge und Radtouren. Samstag, 30.01. haben wir nochmals ein Auto gemietet und eine Tour in das Naturpark, Richtung El Teide, gemacht. Wie immer meiden wir größere Straßen und sind via Arona nach Vilaflor gefahren. Das Bergdorf ist mit 1400 m ü.d.M. die höchstgelegene Siedlung der Kanaren. Ein lieblicher Ort, der durch die z.Zt. blühende Mandelbäume noch romantischer wirkte.

Dorfplatz, hübsch und zu einem Rast einladend
kleiner blühender Mandelbaum, einer von sehr vielen

Von Vilaflor führte die Straße quer durch den westlichen Bereich des Nationalpark „Teide“. Der Park ist seit 2007 UNESCO-Weltkulturerbe. Wunderschönes Gebiet. Die östliche Seite werden wir bei einer unserer nächsten Autofahrten besichtigen.

auf der Straße zum Nationalpark, Blick auf die Insel La Palma (rechts) und La Gomera (links)
die Dimension kann man auf Fotos einfach nicht festhalten, aber trotzdem…..
….. und immer wieder der El Teide, diesmal von der westlichen Seite

Über die westliche Küstenstraße sind wir wieder zurück zum Hafen San Miguel. Dieses Mal sind wir rd. 200 Km mit dem PKW gefahren und haben wieder ein schönes Stück Teneriffa gesehen,

Im Hafen lag u.a. die „Antares III“, ein 100 Fuß langes Segelschiff. Der 91-jähriger Besitzer fährt mit seiner Frau und einer Crew von 3 Männern und 2 Frauen in Kürze zu dem Kapverden und dann über den Atlantik nach Antigua. Der Besitzer ist momentan in seinem Heimatland Israel und hat wegen Corona Schwierigkeiten außer Landes zu kommen. Die Crew hatten wir schon in Santa Cruz kennen und hier in San Miguel näher kennen gelernt. Sie waren bei uns an Bord und Sonntag, 31.01. waren wir beide zum BBQ eingeladen. Mike, der Skipper (Neuseeländer), Ana, Deckshand (Portugiesin), Simonette, Köchin (Italienerin), Steve, Ingenieur (Engländer) und John, Deckshand (Südafrikaner)……… es war schön und interessant eure Geschichten zu erfahren.

die „Antares III“

 

 

 

 

 

v.l.n.r. Steve, Simonetta, Mike, Ana und John

Unser Plan mit der GusAnne den nächsten Hafen „Los Gigantes“ an zu fahren, können wir nicht realisieren, weil dieser mindestens noch eine Woche voll belegt ist, Wir haben uns in der Marina  „Puerto de Garachico“ im nordwestlichen Bereich der Insel informiert, die noch  Platz  haben, Mittwoch, 3.02.21 werden wir dorthin fahren. 

Bleibt alle Gesund und wir melden uns wieder.

ein Baumblumengruß aus Santa Cruz !

 

 

 

 

 

 

 

Aufenthalt in Puerto de Mogán und Überfahrt nach Teneriffa

Zu Zweit sind wir auf der GusAnne in das Neue Jahr gerutscht. Für die Dauer der Feiertage war der Liegeplatz im Hafen Puerto de Mogán -trotz des dortigen Tourismus- nach unserem Geschmack. Wir lagen nicht an einem Steg, sondern direkt an der Kaimaurer, gegenüber einem Hotel. Täglich spazierten viele Menschen dort entlang, sodass wir sehr oft angesprochen wurden, wenn wir draußen in der Plicht saßen und es sind somit sehr nette Gespräche entstanden. War sehr schön.

Am 2.01.21 haben wir ein PKW gemietet und und sind der Panoramastraße im Westen entlang gefahren.  Die kurvenreichen Küstenstraße, die in den Bergen führt, ist gut ausgebaut und bietet viele Aussichtspunkte. Zunächst ging es zu dem Städtchen Mogán, welches knapp 10 Km landeinwärts von Puerto de Mogán liegt. Danach führte die Straße zur Passhöhe Degolada de la Aldea hinauf. In Puerto de la Aldea, ein kleiner Fischerhafen,  haben wir einen Stopp eingelegt.

erster Aussichtspunkt im „Park Natural de Tamadaba“ auf dem Weg nach Puerto de la Aldea
in der Nähe von Gáldar
unterwegs sehen die Bergen teilweise -aufgrund des freigelegten Schwefels-  wie bunt gemalt aus

Danach sind wir via Agaete nach Puerto de las Nieves gefahren. Letzterer Hafen war eigentlich als nächster Liegeplatz für die GusAnne gedacht. Vor Ort erfuhren wir jedoch, dass der Hafen lediglich nur einen Gästeplatz hat und dies auch nur für ein Boot kleiner als 10m. Also nichts für unserer GusAnne. Im Hafenbuch war diesbezüglich nichts vermerkt.  Gut, dass wir den Hafen vorher mit dem PKW besucht haben.

Puerto de las Nieves
und die andere Seite der Mole

Ein schöner Tag, den wir wieder genießen konnten. Die Insel Gran Canaria haben wir nunmehr kreuz und quer befahren. Es zieht uns nun zu der nächsten Insel, Teneriffa.

die Karte von Gran Canaria, die markierten schwarzen Linien zeigen die einzelnen Routen, die wir gefahren sind

Am Dienstag, 05.01.21 führte unsere 2. Fahrt nach Teneriffa, nach Santa Cruz. Einen Tag vorher hatten wir dort angerufen und nachgefragt, ob Platz für uns da ist. Die Wettervorhersage gab einen Wind von bis zu 15 Knoten an, sodass wir für die 48 Sm-Strecke von einer Fahrtdauer von ca. 8 Stunden ausgingen. Zunächst hatten wir den Wind jedoch auf der Nase, sodass wir den Motor anließen und das Großsegel zwecks Stabilisierung setzten. Dann nach ca. 10 Sm hatten wir raumschots Wind von Backbord. Die Genua konnte zusätzlich gesetzt werden und ohne Motor sind wir weitere ca. 15 Sm gesegelt und hatten rd. 5Kn Fahrt.

Etwa auf halber Strecke mussten wir ein Verkehrstrennungsgebiet (eine Art Autobahn) überqueren. Dieses darf man als Sportboot nur im geraden Winkel und zügig überqueren. Damit wir dieses Gebiet, etwa 9 Sm, zügig queren konnten, wollten wir aus Sicherheitsgründen den Motor mitlaufen lassen. Aber, dieser sprang trotz wiederholter Versuche nicht an. Guus hat in dem Maschinenraum nachgeschaut, nochmals Diesel in den Tagestank nachgefüllt, den Dieselfilter gewechselt und dann sprang der Motor tatsächlich an. Jedoch nur für kurze Dauer, nach einer knappen 1/2 Stunde fiel er wieder aus und ließ sich nicht mehr zu einem erneuten Start bewegen. Um sicher zu sein, dass der Diesel sauber ist und evtl. dazu geführt hat, dass der Motor nicht mehr läuft, hat Guus den Generator, der den gleichen Diesel benutzt,  ca. eine 1/2 Stunde laufen lassen. Der lief ohne Probleme, sodass wir unsauberen Diesel ausschließen konnten.

Weil der Wind glücklicher Weise anhielt, haben wir das Verkehrstrennungsgebiet dennoch gut und zügig queren können und sind die weiteren rd. 11 Sm bis Teneriffa gut vorangekommen.

Der Gipfel des höchsten Berges Spanien, Pico del Teide, 3.718m hoch kommt schon in der Ferne in Sicht

Gegen 18.00 Uhr waren wir nur noch knapp eine Sm vom Hafen Santa Cruz entfernt. Der Wind, der jetzt auch auflandig war, hatte nachgelassen, sodass wir die lange Hafeneinfahrt (die Marina für Sportboote liegt am Ende des Hafens) nicht hineinsegeln konnten.

Per Funk haben wir versucht die Marina über VHF-Kanal 09 zu erreichen, aber keine Antwort. Auch telefonisch konnten wir das Hafenbüro nicht erreichen. Da bleib uns nur die Möglichkeit über VHF-Kanal 16, die internationale Notfrequenz, Hilfe zu ersuchen. Auch hier meldete sich zunächst niemand, bis Guus dann eine Dringlichkeitsmeldung (Pan-Pan Meldung) herausgab. Daraufhin meldete sich eine Küstenfunkstelle, die sich nach Umschaltung auf Kanal 27 unser Problem anhörte und Sorge dafür trug, dass ein Seenotrettungsschiff uns in den Hafen schleppen konnte. 3/4 Stunde später war das Rettungsboot schon da und schleppte uns in den Hafen, wo zwei Marineros schon am Steg standen und mithalfen das Boot fest zu machen. Geschafft!

Route von Puerto de Mogán GC nach Santa Cruz, Teneriffa. Dort, wo sich die beiden Pfeile befinden, ist das Verkehrstrennungsgebiet
die GusAnne wird zur Abschleppung vorbereitet
die Salvamento Maritimo, unser Rettungsboot,  muchas gracias !
Liegeplatz in der Marina Santa Cruz

Die folgenden Tage hatte Guus telefonische Kontakte mit der Firma Vetus NL, Herrn Koos de Bruin, der uns schon im letzten Jahr zu Fragen bezüglich des Deutz Motors und des Bugstrahlruders Hilfestellung geboten hatte. Guus sollte zunächst prüfen, ob evtl. Luft in den Dieselleitungen wäre. Da der Dieseltagestank höher liegt als der Motor, war dies einfach zu überprüfen und bei allen vier Einspritzdüsen kam bei Öffnung direkt Diesel und keine Luft. Koos de Bruin schloss daraufhin das Dieselproblem aus.  Es müsse sich um ein elektrisches Problem handeln. Er empfahl das Solenoid (eine Magnetspule, die dafür sorgt, dass beim Abschalten des Motors die Dieselzufuhr zu den jeweiligen Düsen gestoppt wird) zu demontieren. Bei der Demontage der Steckverbindung zu dem Solenoid stellte Guus fest, dass diese 1.  nicht richtig montiert und 2. innen verklebt war, wahrscheinlich erfolgt durch einen Kurzschluss. Koos empfahl das Solenoid zu demontieren und die dadurch entstehende Öffnung mit einem Champagnerkorken zu verschließen. Dies hat Guus nachvollzogen, den Korken zusätzlich gesichert und …… unser „Deutzi“ war wieder da. Ohne Solenoid kann man den Motor jedoch nicht mit dem Kontaktschlüssel abstellen, sondern man muss den Stoppschalter am Motorblock manuell betätigen. Also muss man dazu immer in den Maschinenraum. Somit benötigen wir ein neues Solenoid.

das Solenoid (links in der Hand von Guus)

Bei diesem einen ganz herzlichen Dank an Koos de Bruin, der uns auch über das Wochenende ständig zur Seite stand. Guus wurde Samstag, 09.01.21        70 Jahre alt und nachdem Koos dies erfahren hatte, rief er montags danach an und teilte mit, dass die Firma Vetus NL Guus ein neues Solenoid, nachträglich zum Geburtstag, schenkt und dass dieses am gleichen Tag zur Marina Santa Cruz verschickt wurde. Den Service der Firma Vetus NL und insbesondere den des Mitarbeiters Koos de Bruin können wir nur wärmstens empfehlen! Nochmals vielen Dank!

Auch unser Schwager Giel (ebenfalls ein Segler) vielen Dank für seine Mithilfe zur Lösung des Problems.

Wir bleiben ca. 2 Wochen in Santa Cruz und möchten den nordöstlichen Bereich „Las Montanas de Anaga“ besichtigen. Wir warten dafür schönes Sonnenwetter ab. Es ist zwar überhaupt nicht kalt, rd. 20Grad, aber seit ein paar Tage werden wir immer wieder von kurzen Schauern überrascht. Januar ist halt der nasse Monat auf den Kanaren. Ab kommenden Sonntag soll es wieder nur schönes Wetter geben.

Santa Cruz de Tenerife ist eine der Hauptstädte der Gemeinschaft Canarias und zählt rd. 208.000 Einwohner. Am südlichen Stadtrand thront direkt am Meer, das Auditorium de Tenerife, eine Kongress- und Konzerthalle, die teilweise als Wahrzeichen der Insel angesehen wird. Das Gebäude erinnert ein wenig an das Opera House von Sidney.

     

Liebe Grüße von uns Beiden und bis demnächst!

 

Es geht bzw. wir fahren weiter ………..

Der Aufenthalt in Pasito Blanco dauerte doch länger als wir gedacht hatten. Guus durfte noch einige -nicht alle geplant- Arbeiten erledigen. Von zu Hause hatten wir neue Treppenkantenprofile mitgebracht. Anstatt der zu schwachen und zum Teil schon gebrochenen Kunststoffprofile, welche die Werft angebracht hatte,  hat Guus Aluminiumprofile angebracht, die auch besser zum Schiffsinnere passen.

Dann haben wir festgestellt, dass der Windsensor, der ganz oben im Mast angebracht ist und der auf dem Plotter angibt, welche Windstärke es zum jeweiligen Zeitpunkt gibt, nicht funktioniert. Guus ist den Mast hoch, den er eh wegen des starken Kalimawindes auf Lanzarote und den damit verbundenen Sand, sauber machen wollte. Und ja, der Windimpeller an den Windsensor fehlte, irgendwie, irgendwann runtergefallen. Und …… wie unsere Wegwerfgesellschaft heute nun mal so ist, kann man nur einen komplett neuen Windsensor kaufen. 

Wir hatten, was sowieso geplant war, zwei Tage einen PKW gemietet und sind nach Las Palmas gefahren und uns dort einen neuen Windsensor besorgt. Nach Montage funktioniert auch dies alles wieder.

der defekte Windsensor, rechts ist normalerweise ein Impeller, welches sich im Wind dreht und so die Windstärke misst
Guus ganz oben in den 19m hohen Mast in einem Bootsstuhl, der über Leinen mit der Winsch verbunden ist, die Anneke bedient hat. Alles gut geklappt!

In den zwei Tagen, an welchen wir ein PKW gemietet hatten, haben wir die nordwestliche Küste gesehen und am zweiten Tag sind wir ins Landesinnere bzw. in das zentrale Bergland. Letztere Tour war wesentlich interessanter. Von Maspalomas aus ging es zunächst in das Freilichtmuseum „Mundo Aborigen“, einen Wiederaufbau eines alten kanarischen Dorfes, welches sich ausschließlich mit den Ureinwohner der Kanaren befasst. Sehr interessant und umgeben von der Schönheit der Aussicht auf die Schlucht von Fagata, die größte und spektakulärste Schlucht der Insel.

Beispiel einer der früheren Behausungen, hier wurde insbesondere die Dachkonstruktion gezeigt
Blick von dem ehem. Dorf auf einen Teil der Schlucht

 

Die Route GN-60 ist insgesamt 60 Km lang und einfach nur toll. Vorbei an das nette Städtchen Fagata und San Bartolomé de Tirajana auf ca. 900m Höhe am Talausgang. Weiter ging es zu dem Roque Nublo auf 1813m Höhe. Die markante Felsnadel, gleicht einer geballten Faust, liegt genau im Zentrum der Insel und ist ein besonderes Wahrzeichen Gran Canarias.

der Roque Nublo
und die schöne Aussicht von dort oben

Weiter ging es zu dem Pico de las Nieves, dem höchsten Berg der Insel (1949m). Die Aussicht dort war ebenso atemberaubend.

Blick auf den Roque Nublo und im Hintergrund Teneriffa

Insgesamt zwei schöne Tage und da hatte Guus auch wieder die Muße um als vorerst letzten Akt, das noch fehlende Leesegel anzubringen. Im Hafen hatten wir ein schwedischer Seglerpärchen kennengelernt, Sanna und Svante auf Ihrer „Black Pearl“. Svante ist u.a. Seglermacher und hat das Leesegel für uns gefertigt. Ein Leesegel ist ein Segeltuch, welches verhindert, dass man bei einer starken Krängung aus einer Koje fällt. Dies benötigen wir für Nachtfahrten, in welchen wir nicht in unserem Bett in der Eignerkabine übernachten, sondern abwechselnd in der Deckskajüte. Das Tuch wurde an einer Seite unter der Sitzbank fixiert und kann mittels Karabiner an den am Tisch befestigten Ösen angebracht werden. So kann man auch bei starker Krängung im Schlaf nicht von der Bank herunter rutschen oder fallen. Danke Svante!

Svante und sein Hund Cocos
wenn das Leesegel nicht benötigt wird, können wir dies zusammenrollen und in einem Hohlraum unter der Sitzbank verstauen.

Am 1. Weihnachtstag hatte der Hafen Puerto de Mogán, rd. 10 Seemeilen südwestlich, Platz für unsere GusAnne. Nach insgesamt 6-monatigen Aufenthalt, zumindest für unser Schiff, sind wir gegen 11.30 Uhr los aus Pasito Blanco und die Strecke bei schönem Sonnenwetter und rd. 24°C bei mäßigen Wellen nach Mogán gesegelt. Eine herrliche entspannte Segelfahrt.

Ausfahrt Hafen Pasito Blanco
Kurz vor der Hafeneinfahrt in Puerto de Mogán
gesegelte Strecke von Pasito Blanco nach Puerto de Mogán
Liegeplatz ins Puerto de Mogán
Blick von der Kaimauer auf die Hafeneinfahrt
dito

Puerto de Mogán ist ein ehem. Fischerdorf, jetzt Hafen- und Ferienort. Die Stadt Mogán liegt 12 Km landeinwärts. Wir planen 2 – 3 Wochen hierzubleiben um feststellen zu können, was der südwestlichen Bereich der Insel zu bieten hat.

Allen nochmals schöne Feiertage und kommt gut in das Neue Jahr, was in Bezug auf die Bekämpfung von Covid-19 aufgrund der Vakzine hoffen lässt.

Bis zum nächsten Mal!!

 

Wieder an Bord!

Nach drei Monaten zu Hause verbracht zu haben, sind wir am 18.11.20 früh morgens wieder zurück nach Gran Canaria geflogen und waren gegen Mittag an Bord, jedoch noch auf dem Trocknen, in der Werft in Pasito Blanco,

Die Monaten zu Hause waren schön und wir haben, natürlich unter Corona Bedingungen, Familie, Freunden und Bekannten nach 1 1/2 Jahr wiedergesehen. Medizinisch haben wir uns checken lassen und konnten einen grünen Haken hinter den Ergebnissen bzw. Befunden machen.  Für den Flug mussten wir einen negativen Corona Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden alt sein durfte.  Momentan ist die Zahl der an Corona infizierten Menschen auf Gran Canaria  wesentlich geringer in Vergleich zu Deutschland. Restaurants und Bars haben geöffnet, aber ein Mund/ Nasenschutz ist in der Öffentlichkeit zu jeder Zeit Pflicht. 

Zunächst hat, vor allen Dingen Guus, einige Arbeiten an Bord durchzuführen bzw. Probleme zu lösen. Nachdem wir 4 Wochen zu Hause waren, teilte uns Christian, ein Mitarbeiter der Werft in Pasito Blanco, der von uns beauftragt wurde, unser Schiff im Auge zu behalten, mit, dass der Generator ständig an- und wieder ausging.  Da das Schiff ja auf dem Trocknen lag und somit kein Kühlwasser den Generator kühlen konnte, ging dieser nach kurzer Zeit automatisch aufgrund des eingebauten Hitzeschutzes wieder aus und das Ganze wiederholte sich ständig. Guus hat Christian gebeten, die Batterie des Generators abzuklemmen, um dies vorerst zu lösen.  Obwohl wir, bevor wir nach Hause flogen, alle an Bord befindliche Geräte vom Strom abgeschaltet hatten und darüber hinaus den Inverter bzw. den Stromumwandler ausgeschaltet hatten, hat ein Stromverbrauch stattgefunden, der dazu führte ,dass die Batterien der Hausbank tiefentladet wurden. Wieder an Bord,  hatten wir somit nur Landstrom, was bedeutet das lediglich das 230V System funktionierte, jedoch nicht das 24V System, wie Wasserpumpen, Beleuchtung etc. Wir haben uns so eine knappe Woche behelfen müssen, bis ein über die niederländische Firma Whisperpower organisierte Monteur nachschauen kam. Helfen konnte dieser uns jedoch nicht, weil er was den Inverter anging, keine Ahnung hatte, sondern lediglich feststellte, was uns bereits bekannt war, dass die 4 Hausbatterien so gut wie leer waren und dass deshalb der Inverter nicht reagieren konnte. Da kam uns die Idee den Motor laufen zu lassen, um so zu versuchen,  die Batterien wieder aufzuladen. Dazu hat Guus einen Wasserschlauch in der Seewasserzufuhr des Motors gesteckt und den Motor drei Stunden laufen lassen und ……… die Batterien hatten sich wieder aufgeladen. Ein Resett des Inverters ergab, dass danach der Inverter wieder funktionierte und somit auch das komplette 230 und 24V-System. Es geschehen noch Wunder!!

Getreu dem Motto unseres Gedankenmotivkalenders „Schaffensfreude“ hat Guus sich weiter an die Arbeit gemacht.

Er hat den Frischwassertank von innen mit einer neuen Zementschicht versehen, die Wasserpumpe der Toilette erneuert und den Impeller des Generators erneuert. Der Impeller war durch das ständige Ein- und Ausschalten des Generators -wie oben geschildert- komplett abgenutzt.

Neubeschichtung des Frischwassertanks
Pumpe des WC’s erneuert
Erneuerung des Impellers des Generators     
der alte, total abgenutzte  Impeller nach Ausbau

Ferner hat er das Öl des Motors erneuert, und auch hier den Impeller erneuert sowie sämtliche Fender gesäubert und aufgepumpt. Zwei Fender müssen erneuert werden.

Abpumpen des alten Motoröls
Erneuerung des Impellers des Motors
Reinigung der Fender      

Am Freitag, den 4.12. konnte die GusAnne wieder ins Wasser und wir bekamen einen Liegeplatz im Hafen von Pasito Blanco. Unsere GusAnne schaukelt uns wieder.

unser aktueller Liegeplatz

Jedoch hatte und hat Guus immer noch einiges zu erledigen. Bevor wir nach Hause fuhren, wurden sämtliche Leinen, das Sonnendeck, das Dinghy u.a. demontiert und an Land in einem angemietet Abstellraum gelagert, die jetzt wieder montiert und angebracht werden müssen. Und es existiert noch ein Problemchen mit dem Hebekiel, den wir elektrisch aus- oder einfahren können. Wenn das alles erledigt ist, wollen wir uns nach Mogán im Südwesten von der Insel Gran Canaria aufmachen. Von unserer Idee direkt nach Madeira zu segeln sind wir zunächst abgekommen. Aufgrund des besseren Wetters in den Wintermonaten hier auf den Kanaren, verbleiben wir bis ca. Anfang März 2021 auf den Kanaren und segeln dann nach Madeira und nach einigen Monaten dort, wollen wir zu den Azoren, d.h. wenn Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht.

Es wurde in den 17 Tagen, die wir jetzt wieder zurück sind aber nicht nur gearbeitet, ab und zu haben wir einen kleinen Break und z.B. Spaziergänge gemacht und die schöne Umgebung von Pasito Blanco nochmals genossen.

Blick auf den Hafen Pasito Blanco, ganz oben links die Werft
Küste in unmittelbarer Nähe von Pasito Blanco
Allen einen schönen 2. Advent !!

 

 

 

Gran Canaria, Hafen Pasito Blanco

Seit Montag, dem 27.07. sind wir jetzt schon in der Werft von Pasito Blanco, auf dem Trocknen, in ca. 3 M Höhe. 

zunächst 5 Tage im Hafen, bevor wir aus dem Wasser kamen
der Kran hat die GusAnne schon aus dem Wasser gehievt und an ihrem Platz gebracht

Wir haben einen kleinen Lagerraum vom Hafen angemietet, wo wir unser Beiboot nebst Motor, sämtliche Leinen, Reserveanker, Badeleiter, Gennaker, Fenderbrett, Notleiter u.a. und bevor wir nach Hause fliegen auch unsere E-Bikes lagern. Sehr praktisch.

Für das neue Antifouling des Unterwasserschiffes haben wir uns für CopperCoat entschieden. Dies ist zwar teurer als das normale Antifouling, aber es gibt eine 10-jährige Garantie und das CopperCoat ist auf diese Zeit gerechnet dann doch günstiger und umweltfreundlicher. Diese Arbeiten führt die Werft selber nicht aus, es wurde aber eine Firma über die Werft vermittelt, die direkt am nächsten Tag loslegte. Zunächst wurde das Unterwasserschiff sandgestrahlt, sodass der Stahl wieder zum Vorschein kam. Dann wurden anstatt 3, 5 Lagen Epoxy (oder Primer) angebracht für einen besseren Stahlschutz. Etwas kompliziert war der Niveau ausgleich zwischen der Wasserlinie und das Sand gestrahlte. Dieser Übergang musste ringsum neu gespachtelt und geschliffen werden. Wir warten jetzt darauf, dass das CopperCoat angebracht wird. Die Firma will Ende nächste Woche fertig werden und wir haben uns Dienstag nach Flüge erkundet und einen Flug für Mittwoch, 19.08. nach Köln gebucht. Wir planen bis Ende Oktober d.J. zu Hause zu bleiben und hoffen, dass Corona uns erlaubt dann wieder zurück nach Gran Canaria zu fliegen.

Sands Strahlung fertig 
5 Lagen Epoxy angebracht, Übergang zur Wasserlinie gespachtelt
die Wasserlinie sieht schon wieder sehr sauber aus, fehlt jetzt nur noch das CopperCoat

Guus hat die Zeit genutzt und die Ankerkette und den Ankerkasten kontrolliert und gesäubert, auch sämtliche Backskisten und Bilgen sowie den Schmutzwassertank (letzteres, „gut“ riechende, weniger angenehme Arbeit). Aber wat mutt, dat mutt !

Reinigung der Ankerkette (80 M) sowie den Ankerkasten. Dies geschah bevor wir aus dem Wasser waren
Reinigung des Schmutzwassertanks (dieser umfasst insgesamt 200 L)

Auch haben wir uns schon ein wenig in Maspalomas, etwa 4 Km vom Hafen Pasito entfernt, umgeschaut. Mit dem Rad waren wir dort. Maspalomas ist ein reiner Ferienort und sehr touristisch, es waren schon viele Deutsche, Holländische, Französische und natürliche Spanische Gäste dort. Die Briten, und dies sind normalerweise die Meisten, wie man uns erzählte, fehlen aufgrund Corona. 

Der Leuchtturm „Faro de Maspalomas, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Insel Gran Canaria (Anno 1861, 56 M hoch)
die Alexandra- oder Königspalme, (lat. Archontophoenix-aleandrae oder die Herrscherpalme) Guus Lieblingspalme
Blick von der Terrasse des Golfclubs in Meloneras mit Blick auf Maspalomas, auch hier jede Menge Alexandrapalmen

Die Entscheidung auf der Werft auf unserem Boot zu bleiben und nicht in einem Hotel oder Apartment zu ziehen, war eine gute Entscheidung. Wasser und Strom ist vorhanden und saubere Duschen und Toiletten sind in direkter Nähe. Guus ist so auch immer vor Ort, wenn die Arbeiten an unserem Schiff durchgeführt werden. Tagsüber ist es auch interessant die Betriebsamkeiten auf der Werft zu beobachten.

Abends, wenn die Werftmitarbeiter Feierabend gemacht haben, ist es hier sehr ruhig und wir machen es uns dann auf de Vordeck gemütlich und genießen die schöne Aussicht auf die Bucht, den Golfplatz, den Strand sowie den Blick auf Maspalomas.

Blick auf die Bucht vor dem Hafen und Maspalomas
Blick auf den Strand. Oben ist der Golfplatz

Noch 14 Tage, dann geht es nach 1 1/2 Jahr wieder für gute zwei Monate heim, wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Rast in der Nähe des Hafens bzw. der Werft. Wegen des Kraches während der Sand- Strahlarbeiten waren wir „geflüchtet“

Bis bald!

Marina Lanzarote V ………. und weiter gehts…..

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, wurde der Lockdown auf den Kanaren weitestgehend aufgehoben, bis auf Mund- und Nasenschutzpflicht in öffentlichen Einrichtungen, Supermärkten etc. und entsprechenden Abstand zu anderen Personen.

Wir haben nochmals für drei Tage einen PKW gemietet und sind überwiegend die Spuren von César Manrique gefolgt. Zusammen mit Marie und William haben wir zunächst den „Jardin de Cactus“ besichtigt, ein toll angelegter Kakteengarten, in  welchem über 1400 verschiedene Arten aus aller Welt bestaunt werden können.Panoramaufnahme

riesiger Kaktus mit mindestens 1 m Umfang …… und es gibt natürlich Blüten

 

Besucht haben wir auch das „Mirador del Rio„, ein toller Aussichtspunkt im Nordöstlichen Bereich der Insel Lanzarote mit Blick auf die Inseln La Graciosa, Montana Clara und Alegranza. Dort wurde in/auf einem Vulkan in einem ehem. Militärposten ein kleines Museum und ein Restaurant gebaut. Vom Meer/Ozean aus ist dies kaum zu erkennen, weil Cäsar Manrique das Gebäude komplett dem Lavageschehen angepasst hat. 

rechts die Verglasung des Restaurants
Eingang zum Mirador, dem Ozean abgewandte Seite
Im Restaurant des Aussichtspunktes, riesige Fensterglasanlagen machen eine tolle Aussicht möglich

Weiter ging es  zu den Lavagrotten „Jameos del Aqua“. Eine teilweise eingestürzte Lavaröhre wurde hier erschlossen und mit einem Pool, Restaurants und und einem unterirdischen See ausgestattet. In dem See lebt eine weiße Krebsart, die sonst nur in ozeanischen Tiefen von über 2000 Metern vorkommt.

man muss schon genau hinschauen, um die kleinen weißen Krebse im Wasser zu erkennen
der Pool, in welchem jedoch nicht geschwommen wird, in Jameos del Aqua

Dann gab es in direkter Nähe die „Cueva de los Verdes“, (grüne Höhle), auch eine Lavaröhre bzw. Tunnel. Ein insgesamt 7 Km langes Höhlensystem, dass der längste Lavatunnel der Erde bildet. Ca. einen Kilometer wurde in 1964 dem Publikum zugänglich gemacht. Sehr beeindruckend.

       

Die Insel „La Graciosa“, die wir ja schon von Lanzarote aus bewundert hatten, haben wir auch besucht. Ab Phase 4 der Lockerung des Lockdowns waren die Fähren wieder aktiv, sodass wir einen Tag auf La Graciosa verbrachten und von dieser Insel aus auf Lanzarote schauen konnten,  La Graciosa ist sehr klein, aber sehr natürlich. PKW’s sind dort verboten. Wir haben eine schöne Strandwanderung gemacht, waren ca. 10 Km unterwegs und haben anschließend bei einem kleinen Fischrestaurant lecker gegessen. Marie, William und Guus Pulpo à la Plancha (gegrillter Oktopus) und Anneke gegrillte Sardinen. Hmmmm!

Küstenwanderung auf La Graciosa mit Blick auf Lanzarote -schwer zu erkennen WillIam und Guus-
kleine Rast -Marie hatte Sandwiches für uns alle mitgebracht-

Schließlich haben wir beide den Nationalpark, die „Montanas del Fuego“ (Feuerberge) = Timanfaya besichtigt. Dort kommt man aus dem Staunen nicht mehr hinaus, wenn man bedenkt, was Mutter Erde -zuletzt im Jahre 1824- ausspucken kann. Man kann mit dem PKW hoch fahren und mit einem Bus eine 14 Km lange Rundfahrt unternehmen und erhält so einen Überblick über den größten Teil des Nationalparks.

Wahrzeichen vom Timanfaya-Nationalpark
während der Busfahrt
höchster Aussichtspunkt, mit dem Bus erreichbar

 

 

 

 

 

die unterirdische Hitze des Vulkans reicht noch heute aus, um einen Heuballen in kürzester Zeit zu entzünden

Anfang Juli kam Niels, ein niederländischer Segler, der seine Yacht auch im gleichen Hafen liegen hat und den wir direkt bei unserer Ankunft Anfang März in Hafen kennen gelernt hatten, wieder zurück nach Arrecife. Er war während des Lockdowns noch rechtzeitig nach Hause geflogen. Niels war so freundlich und hat einige Ersatzteile für uns mitgebracht. Zusammen mit Guus hat er ein Teil ausgewechselt, welches die Meereswassertemperatur auf dem Plotter wiedergibt. Das sollte zwar von Anfang an der Fall sein, jedoch war dieses Item anscheinend nicht in Ordnung. Jetzt funktioniert’s!! 

Auch hatte Guus während unseren Fahrten festgestellt, dass der elektronischer Kompass nicht exakt die von uns im Plotter eingegebenen Wegepunkte abfuhr. Niels hat dies überprüft und stellte ebenfalls eine Abweichung von rd. 10 Grad fest. Also musste eine Kalibrierung vorgenommen werden. Am 11.07. haben wir dies zusammen mit Niels etwas außerhalb des Hafens durchgeführt. Melanie und Adrian von dem Katamaran „Luana“ waren mit von der Partie. Das Ganze war innerhalb kürzester Zeit erledigt. Unsere Software enthält ein Kalibrierungsprogramm, welches vorgibt, welchen Kurs man mit welcher Geschwindigkeit fahren muss, damit die Kalibrierung vorgenommen wird. Im Grunde fährt man einen größeren Kreis. Auf alle Fälle war das Ganze erfolgreich.

Adrian, Anneke, Guus und Niels während der Kalibrierungsfahrt
Melanie war auch zeitweise am Steuer

Nachdem nunmehr -aufgrund Wegfall des Lockdowns und Erledigung der vorzunehmenden Arbeiten- der Weg zur Weiterfahrt gegeben war, haben wir Samstag, 18.07.20 Arrecife verlassen und uns auf dem Weg nach Gran Canaria gemacht. Die Segler, die wir kennen gelernt hatten, waren Samstags früh um 09.00 Uhr auf unserem Steg und haben uns aus gewunken und eine Gute Fahrt gewünscht. Dies war sehr schön! Vielleicht sehen wir den einen oder anderen nochmals wieder. Unser Kurs ging nach Fuerteventura, Ostküste, bis zum Hafen „Puerto del Castillo“ in „Caleta de Fuste„. Wir hatten uns vorher angekündigt, was gut war, weil es nur noch 2 Plätze in dem sehr kleinen, aber sehr idyllisch gelegenen und sehr sportlich aktiven Hafen gab. Wir sind 2 Nächte geblieben und haben die Aktivität im Hafen und das schöne, zum Schwimmen einladende Wetter und Wasser, genossen. Guus hat das sehr klare und saubere Seewasser genutzt um das Unterwasserschiff, d.h. die Anoden und insbesondere die Schiffsschraube von Pocken, Muscheln etc, zu befreien. Während der Fahrt hatte Guus gemerkt, dass trotz entsprechender Motordrehzahl nicht die übliche Geschwindigkeit erreicht wurde. Dies war nach der Reinigung entsprechend besser.

Liegeplatz direkt im Eingang des Hafens „Puerto des Castillo“

Danach ging es weiter zum Süden der Insel Fuerteventura, geplant war der Hafen Morro Jable. Auf der knapp 8 stündigen Fahrt wurden wir unterwegs von einem -nicht vorhergesagten- starken Wind, Windstärke 7 = 35 Knoten, überrascht. Reffen der Segel war angesagt. Die GusAnne und natürlich der Skipper haben das Ganze souverän gemeistert. In Morro Jable angekommen, stellte sich heraus, dass dieser -eigentlich keine direkte Marina für Gäste- belegt war. Wir meldeten uns per Funk, aber keine Antwort. Nach einiger Zeit ein paar spanische Sätze. Unsere Frage, ob englisch gesprochen wird, ebenfalls ohne Reaktion. Also haben wir nach einem Ankerplatz Ausschau gehalten, den wir in direkter Nähe des Hafens fanden. Das azurblaue Wasser und die schöne Aussicht haben uns dazu veranlasst auch hier 2 Nächte zu verweilen.

Ankerplatz in der Nähe von Morro Jable

Am 22.07. wollten wir eigentlich zur Ostküste von Gran Canaria um auch dort eine Nacht zu ankern, bevor wir zu unserem Ziel, den Hafen Pasito Blanco im Süden der Insel weiterfahren wollten. Während der Überfahrt von Fuerteventura nach Gran Canaria, ca. 13 Stunden, frischte der Wind erneut bis zu 35 Knoten auf. Als wir den geplanten Ankerplatz erreichten, gab die dortige Betonnung zu erkennen, dass kein Ankern erlaubt war. Das „Imray“ Hafenhandbuch, Edition 2016, war diesbezüglich nicht aktuell. Aufgrund des Windes und den ansonsten sehr raren Ankermöglichkeiten beschlossen wir kurzerhand direkt zum Hafen Pasito Blanco zu fahren. Dies waren nochmals 25 Seemeilen, sodass wir erst gegen 21.30 Uhr dort ankamen. Da wir einen Tag zu früh als abgesprochen dort ankamen, haben wir zunächst am Tankponton angelegt. Die Hafenboys haben uns nach 1 – stündigem Hin und Her- einen Liegeplatz zuweisen können.  Nachdem das Schiff klar gemacht wurde, sind wir nach einer erfrischenden Dusche müde ab ins Bett.

Fahrt von Fuerteventura nach Gran Canaria, Puerto Pasito Blanco.

Montag, 27.07. kommt das Schiff aus dem Wasser und ab Dienstag wird das Unterwasserschiff, d.h. das Antifouling erneuert. Wir informieren uns nach Flügen nach Deutschland und werden voraussichtlich Mitte August für zwei Monate nach Hause kommen. Mal schauen, ob dies klappt.

Hafen Puerto Pasito Blanco. Dies wird für unsere GusAnne, mindestens die nächsten zwei Monate, ein sicheres zu Hause sein

Bevor wir nach Hause fliegen, melden wir uns nochmal kurz. Bis dahin allen einen schönen Restsommer und weiterhin Gesund bleiben!

ADIOS !!!