Aufenthalt in Puerto de Mogán und Überfahrt nach Teneriffa

Zu Zweit sind wir auf der GusAnne in das Neue Jahr gerutscht. Für die Dauer der Feiertage war der Liegeplatz im Hafen Puerto de Mogán -trotz des dortigen Tourismus- nach unserem Geschmack. Wir lagen nicht an einem Steg, sondern direkt an der Kaimaurer, gegenüber einem Hotel. Täglich spazierten viele Menschen dort entlang, sodass wir sehr oft angesprochen wurden, wenn wir draußen in der Plicht saßen und es sind somit sehr nette Gespräche entstanden. War sehr schön.

Am 2.01.21 haben wir ein PKW gemietet und und sind der Panoramastraße im Westen entlang gefahren.  Die kurvenreichen Küstenstraße, die in den Bergen führt, ist gut ausgebaut und bietet viele Aussichtspunkte. Zunächst ging es zu dem Städtchen Mogán, welches knapp 10 Km landeinwärts von Puerto de Mogán liegt. Danach führte die Straße zur Passhöhe Degolada de la Aldea hinauf. In Puerto de la Aldea, ein kleiner Fischerhafen,  haben wir einen Stopp eingelegt.

erster Aussichtspunkt im „Park Natural de Tamadaba“ auf dem Weg nach Puerto de la Aldea
in der Nähe von Gáldar
unterwegs sehen die Bergen teilweise -aufgrund des freigelegten Schwefels-  wie bunt gemalt aus

Danach sind wir via Agaete nach Puerto de las Nieves gefahren. Letzterer Hafen war eigentlich als nächster Liegeplatz für die GusAnne gedacht. Vor Ort erfuhren wir jedoch, dass der Hafen lediglich nur einen Gästeplatz hat und dies auch nur für ein Boot kleiner als 10m. Also nichts für unserer GusAnne. Im Hafenbuch war diesbezüglich nichts vermerkt.  Gut, dass wir den Hafen vorher mit dem PKW besucht haben.

Puerto de las Nieves
und die andere Seite der Mole

Ein schöner Tag, den wir wieder genießen konnten. Die Insel Gran Canaria haben wir nunmehr kreuz und quer befahren. Es zieht uns nun zu der nächsten Insel, Teneriffa.

die Karte von Gran Canaria, die markierten schwarzen Linien zeigen die einzelnen Routen, die wir gefahren sind

Am Dienstag, 05.01.21 führte unsere 2. Fahrt nach Teneriffa, nach Santa Cruz. Einen Tag vorher hatten wir dort angerufen und nachgefragt, ob Platz für uns da ist. Die Wettervorhersage gab einen Wind von bis zu 15 Knoten an, sodass wir für die 48 Sm-Strecke von einer Fahrtdauer von ca. 8 Stunden ausgingen. Zunächst hatten wir den Wind jedoch auf der Nase, sodass wir den Motor anließen und das Großsegel zwecks Stabilisierung setzten. Dann nach ca. 10 Sm hatten wir raumschots Wind von Backbord. Die Genua konnte zusätzlich gesetzt werden und ohne Motor sind wir weitere ca. 15 Sm gesegelt und hatten rd. 5Kn Fahrt.

Etwa auf halber Strecke mussten wir ein Verkehrstrennungsgebiet (eine Art Autobahn) überqueren. Dieses darf man als Sportboot nur im geraden Winkel und zügig überqueren. Damit wir dieses Gebiet, etwa 9 Sm, zügig queren konnten, wollten wir aus Sicherheitsgründen den Motor mitlaufen lassen. Aber, dieser sprang trotz wiederholter Versuche nicht an. Guus hat in dem Maschinenraum nachgeschaut, nochmals Diesel in den Tagestank nachgefüllt, den Dieselfilter gewechselt und dann sprang der Motor tatsächlich an. Jedoch nur für kurze Dauer, nach einer knappen 1/2 Stunde fiel er wieder aus und ließ sich nicht mehr zu einem erneuten Start bewegen. Um sicher zu sein, dass der Diesel sauber ist und evtl. dazu geführt hat, dass der Motor nicht mehr läuft, hat Guus den Generator, der den gleichen Diesel benutzt,  ca. eine 1/2 Stunde laufen lassen. Der lief ohne Probleme, sodass wir unsauberen Diesel ausschließen konnten.

Weil der Wind glücklicher Weise anhielt, haben wir das Verkehrstrennungsgebiet dennoch gut und zügig queren können und sind die weiteren rd. 11 Sm bis Teneriffa gut vorangekommen.

Der Gipfel des höchsten Berges Spanien, Pico del Teide, 3.718m hoch kommt schon in der Ferne in Sicht

Gegen 18.00 Uhr waren wir nur noch knapp eine Sm vom Hafen Santa Cruz entfernt. Der Wind, der jetzt auch auflandig war, hatte nachgelassen, sodass wir die lange Hafeneinfahrt (die Marina für Sportboote liegt am Ende des Hafens) nicht hineinsegeln konnten.

Per Funk haben wir versucht die Marina über VHF-Kanal 09 zu erreichen, aber keine Antwort. Auch telefonisch konnten wir das Hafenbüro nicht erreichen. Da bleib uns nur die Möglichkeit über VHF-Kanal 16, die internationale Notfrequenz, Hilfe zu ersuchen. Auch hier meldete sich zunächst niemand, bis Guus dann eine Dringlichkeitsmeldung (Pan-Pan Meldung) herausgab. Daraufhin meldete sich eine Küstenfunkstelle, die sich nach Umschaltung auf Kanal 27 unser Problem anhörte und Sorge dafür trug, dass ein Seenotrettungsschiff uns in den Hafen schleppen konnte. 3/4 Stunde später war das Rettungsboot schon da und schleppte uns in den Hafen, wo zwei Marineros schon am Steg standen und mithalfen das Boot fest zu machen. Geschafft!

Route von Puerto de Mogán GC nach Santa Cruz, Teneriffa. Dort, wo sich die beiden Pfeile befinden, ist das Verkehrstrennungsgebiet
die GusAnne wird zur Abschleppung vorbereitet
die Salvamento Maritimo, unser Rettungsboot,  muchas gracias !
Liegeplatz in der Marina Santa Cruz

Die folgenden Tage hatte Guus telefonische Kontakte mit der Firma Vetus NL, Herrn Koos de Bruin, der uns schon im letzten Jahr zu Fragen bezüglich des Deutz Motors und des Bugstrahlruders Hilfestellung geboten hatte. Guus sollte zunächst prüfen, ob evtl. Luft in den Dieselleitungen wäre. Da der Dieseltagestank höher liegt als der Motor, war dies einfach zu überprüfen und bei allen vier Einspritzdüsen kam bei Öffnung direkt Diesel und keine Luft. Koos de Bruin schloss daraufhin das Dieselproblem aus.  Es müsse sich um ein elektrisches Problem handeln. Er empfahl das Solenoid (eine Magnetspule, die dafür sorgt, dass beim Abschalten des Motors die Dieselzufuhr zu den jeweiligen Düsen gestoppt wird) zu demontieren. Bei der Demontage der Steckverbindung zu dem Solenoid stellte Guus fest, dass diese 1.  nicht richtig montiert und 2. innen verklebt war, wahrscheinlich erfolgt durch einen Kurzschluss. Koos empfahl das Solenoid zu demontieren und die dadurch entstehende Öffnung mit einem Champagnerkorken zu verschließen. Dies hat Guus nachvollzogen, den Korken zusätzlich gesichert und …… unser „Deutzi“ war wieder da. Ohne Solenoid kann man den Motor jedoch nicht mit dem Kontaktschlüssel abstellen, sondern man muss den Stoppschalter am Motorblock manuell betätigen. Also muss man dazu immer in den Maschinenraum. Somit benötigen wir ein neues Solenoid.

das Solenoid (links in der Hand von Guus)

Bei diesem einen ganz herzlichen Dank an Koos de Bruin, der uns auch über das Wochenende ständig zur Seite stand. Guus wurde Samstag, 09.01.21        70 Jahre alt und nachdem Koos dies erfahren hatte, rief er montags danach an und teilte mit, dass die Firma Vetus NL Guus ein neues Solenoid, nachträglich zum Geburtstag, schenkt und dass dieses am gleichen Tag zur Marina Santa Cruz verschickt wurde. Den Service der Firma Vetus NL und insbesondere den des Mitarbeiters Koos de Bruin können wir nur wärmstens empfehlen! Nochmals vielen Dank!

Auch unser Schwager Giel (ebenfalls ein Segler) vielen Dank für seine Mithilfe zur Lösung des Problems.

Wir bleiben ca. 2 Wochen in Santa Cruz und möchten den nordöstlichen Bereich „Las Montanas de Anaga“ besichtigen. Wir warten dafür schönes Sonnenwetter ab. Es ist zwar überhaupt nicht kalt, rd. 20Grad, aber seit ein paar Tage werden wir immer wieder von kurzen Schauern überrascht. Januar ist halt der nasse Monat auf den Kanaren. Ab kommenden Sonntag soll es wieder nur schönes Wetter geben.

Santa Cruz de Tenerife ist eine der Hauptstädte der Gemeinschaft Canarias und zählt rd. 208.000 Einwohner. Am südlichen Stadtrand thront direkt am Meer, das Auditorium de Tenerife, eine Kongress- und Konzerthalle, die teilweise als Wahrzeichen der Insel angesehen wird. Das Gebäude erinnert ein wenig an das Opera House von Sidney.

     

Liebe Grüße von uns Beiden und bis demnächst!