Spanien: von Bermeo – Getxo – Bilbao – Santander nach Gijón

Nach vier Tagen Aufenthalt in Getaria, haben wir uns am 01.07. nach Bermeo aufgemacht, nur 22 Sm weiter. Der Westwind mit zunächst nur 4 Knoten (um 10.00 Uhr morgens), frischte nach 2 Stunden auf und der Wind kam jetzt aus NW mit 10 Knoten. Groß, Genua und Fock wurden gesetzt, Kurs war „hart am Wind“ und Kreuzen angesagt. Um 14.00 Uhr haben wir im Hafen „Puerto de deportivo de Bermeo“ angelegt. Der Gästesteg war nicht im Hafen selber, dieser war hierzu nicht tief genug, sondern direkt vor der Mole. Es war ein ziemlich unruhiger Platz, bei jedem Tidenwechsel und die sich daraus ergebenden Strömungen schaukelte das Schiff ordentlich.

Fahrt von Getaria nach Bermeo
Blick auf den Innenhafen von Bermeo. Das Häusergebilde erinnerte uns an „Hundertwasser“

 

 

 

 

 

 

 

 

Bermeo ist eine kleine Stadt im spanischen Baskenland. Der Hauptgrund, weshalb wir in Bermeo angelegt hatten, war die Nähe zu der Stadt Gernika, nur 20 Km weiter. Als wir vor ein paar Tagen San Sebastian besucht hatten, kamen wir mit Gernika in Berührung, weil wir dort eine Ausstellung besucht hatten, in welcher die Geschichte der Erstellung des Gemäldes „Gernika“ von Pablo Picasso anhand von Filmdokumentationen etc. gezeigt wurde. Auch wurden die ganzen Museen weltweit genannt, wo dieses großes Gemälde überall ausgestellt wurde, bevor es nunmehr dauerhaft in Madrid im „Museo Reina Sofia“ landete. Wir sind mit dem Zug nach Gernika, wo sich das „Museo de la Paz“ (Friendensmuseum) befindet. Hier werden sehr plastisch die Grauen des Spanischen Bürgerkriegs dargestellt. Am 26.04.37 flogen in Abstimmung mit dem spanischen Diktator Franco, deutsche und italienische Kampfflugzeuge den Luftangriff auf Gernika. Bei den darauf folgenden Großfeuern kamen mehrere hundert Menschen zu Tode und die Stadt wurde komplett zerstört. Franco versuchte den von ihm geplanten Angriff den Basken in die Schuhe zu schieben. Noch im selben Jahr erschuf Pablo Picasso das Gemälde „Guernica“ oder „die Schrecken des Krieges“ für die Pariser Weltausstellung. Die Ausstellung in Gernika hat uns sehr beeindruckt, jedoch auch traurig gestimmt.

Ein Foto des Gemäldes „Guernica“

Interessant war auch der „Baum von Gernika“, eine Eiche, welcher als Freiheitssymbol gilt. Gernika ist für die Basken die heilige Stadt. Unter dem Baum, auf dem Foto sieht man nur noch einen Rest des Stammes, schworen Könige, und später deren Stellvertreter den Eid, festgehaltene Sonderrechten zu achten und zu bewahren.

Innen sieht man den Stamm des alten Baumes

Am 4.07. ging es zum 24 Sm weiter westlich gelegenen Hafen, Getxo. Im Almanak wird als Hafen zwar Bilbao angegeben, aber Getxo ist eine eigenständige Stadt und Bilbao liegt rd. 12 Km landeinwärts. Hat zwar auch einen Hafen, aber nur für kleinere Boote oder Boote ohne Mast.

Fahrt von Bermeo nach Getxo

Getxo ist ein Seebad. Im 19. Jahrhundert verlegten reiche Kaufleute und Industrielle ihren Sommersitz dorthin. Viele große, prächtige Villen zeugen noch davon. Eine Besonderheit ist die von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannte Biskaya-Brücke (Puente de Vizcaya), eine Schwebefähre, mit welcher man über die Ria de Bilbao transportiert wird und die somit den Ort Getxo mit dem Ort Portugalete verbindet. Natürlich sind wir mit der Schwebefähre rüber zur anderen Uferseite (2 Personen und 2 Räder insgesamt € 1,50) und nach einer Sangria-Pause wieder zurück.

Biskaya-Brücke. Ca. 8 PKWs passen auf die Fähre und links und rechts von den Fahrzeugen waren Kabinen für Personen, mindestens 50 Personen schätzen wir, können transportiert werden   

 

 

 

 

Auch haben wir in Gexto eine schöne Radfahrt nach La Galeo unternommen, aber der Knaller war Bilbao. Mit der Metro sind wir hin. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Spanien sind total günstig. Für die ca. 20 Minuten dauernde Metrofahrt zahlten wir insgesamt € 3,50!! Bilbao ist die Hauptstadt der Provinz Bizkaia und größte Stadt der Autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien und eine der zehn größten Städte Spaniens. Zunächst haben wir die Altstadt erkundet.

Arriaga-Theater (anno 1890)
Rathaus

Von der Altstadt sind wir entlang des Flusses „Ria de Bilbao„, der in den Golf von Biscaya mündet, zu dem Guggenheim-Museum Bilboa, Museum für Moderne Kunst. Neben Bilboa gibt es noch ein Guggenheim-Museum in New York und in Venedig. Allein der Weg zum Museum war schon sehr speziell. Zum Beispiel die faszinierende Zubizuri-Brücke.

entlang der Ria de Bilbao mit Blick auf die Zubizuri-Brücke (Weiße Brücke), eine Fußgängerbrücke.

 

   

Auf dem Weg zum Museum bzw. zum Eingang waren mehrere Kunstwerke zu bestaunen, hier: „Maman“, Spinnenskulptur

Das Museumsgebäude besteht aus Glas, Titan und Kalkstein. Neben permanente Ausstellungen sind bis September d.J. u.a. Ausstellungen von Jenny Holzer, Gerhard Richter zu besichtigen. Obwohl wir beiden eigentlich mit Moderner Kunst meistens nicht viel anfangen können, haben uns die gezeigten Werke, die in sehr großen Räumlichkeiten ausgestellt waren, beeindruckt und gefallen. Wenn man in der Nähe eines Guggenheim-Museums ist, unbedingt ansehen!

Tulpenkunstwerk auf der Terasse des Museums
„Puppy“, 12m hohe Blumenskulptur vor dem Museum

 

 

 

 

 

 

 

Am Montag, 8. Juli ging es, morgens um 08.20 Uhr, bei erneut schönem Wetter zum Hafen Santander, 40 Sm westlicher. Es war eine 8Stunden-Fahrt mit Wind aus NNW, drehend auf NW mit max. 7 Knoten Wind, alles an Segel wurde gesetzt. Bei Hochwasser wollten wir den Hafen Santander erreichen. Die große Bucht von Santander hat zwar Tiefe genug aber die direkte Zufahrt zu der Marina  hat zum Teil Untiefen.  Raphael, der Hafenmeister kam uns in seinem Schlauchboot entgegen, führte uns zu unserem Liegeplatz und half sogar beim Anlegen. Gracias Raphael!

Fahrt von Getxo nach Santander
Liegeplatz in der Marina von Santander

 

 

 

 

 

Von der Marina aus, schaut man rüber zur Stadt, jedoch muss die große Bucht umrundet werden, um dort hin zu gelangen. Am 9.07. (Anneke’s 66. Geburtstag) sind wir mit dem Bus zum Zentrum von Santander (ca. 30-minütige Fahrt). Santander, ein Badeort mit zahlreichen Sandstränden,  ist die Hauptstadt der zu Spanien gehörenden autonomen Gemeinschaft Kantabrien.  Die Stadt hat eine kleine Altstadt und eine lange Strandpromenade. Wir haben uns mit Tapas und Vinos verwöhnt und den Abend auf einer Terasse in der Marina ausklingen lassen.

eines der hübschen Häuser in der Altstadt
Kunst auf der Promenade

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotz der vielen Unternehmungen, die wir machen, wird ab und zu ein Pausetag oder ein „Alltag“ eingelegt. Dann wird das Schiff geputzt, es muss eingekauft werden und es wird sich um den Blog gekümmert.

Guus und sein Tagebuch, tägliche Eintragungen
zurück vom Einkauf, Rucksack auf dem Rücken, Rucksack am Lenker, Fahrradtasche seitlich und der Gepäckträger voll …., das reicht wieder für einige Tage

Die nordspanische Küste ist nicht mit so vielen Häfen bestückt wie die Französische. Der nächste Hafen von Santander aus, neben einigen Fischerhäfen, wo man jedoch nicht anlegen darf, war Gijón, der über 90 Sm weit entfernt ist. Weil die spanische Küste sehr schön ist und das Wetter ununterbrochen auch, wollten wir nicht nachts fahren, wir würden zuviel Schönes verpassen. Wir haben entschieden, eine Nacht vor Anker zu liegen. Es wurden im Almanak Ankermöglichkeiten in Zugängen zu einer Ria und einem Rio angegeben. Am 11.07. sind wir morgens um 10.00 Uhr aus Santander weggefahren und haben bei angenehmem Ozean und Windstärken bis 7 Knoten aus SO, später NW bis West die ca. 40 Sm lange Fahrt entlang der Costa de Cantabria genossen. Die Küste zeigt die unterschiedlichen Bergformationen und ist immer wieder faszinierend schön.

                  

Gegen 19.00 Uhr haben wir einen Ankerplatz westlich des Eingangs zu der Ria de Tina Mayor, nördlich der Stadt Unquera, ausgewählt. Zunächst sind wir einen Radius von 50 bis 100 m gefahren um zu sehen, ob die Tiefen in diesem Bereich in Ordnung waren. Man konnte nicht bis auf den Boden schauen um sicher zu sein, dass es auch ein Sandboden war und keine Felsen oder größere Steine dort sind. In der Seekarte war nur ein Ankerzeichen zu sehen, aber nichts über die Beschaffenheit des Bodens. Aufgrund der Mündung der Ria in den Ozean ging Guus jedoch davon aus, dass dies Sand sein müsste. Nach entsprechender Wassertiefenprüfung haben wir dann bei einer Wassertiefe von 8 Metern (bei Niedrigwasser) den Anker fallen lassen, Ankerkettenlänge bis 45m. Mittels dem Rückwärtsgang haben wir kontrolliert, ob der Anker sich verschiebt, die Koordinaten wurden notiert. Nach einigen Minuten haben wir nachgeschaut, ob Letztere sich verändert hatten. Dies war nicht der Fall, also lagen wir fest. Im System wurde der Ankeralarm eingestellt. Dennoch ist Guus noch ins Wasser getaucht, er wollte sich davon überzeugen, dass die Bodenbeschaffenheit in Ordnung war.

Daumen hoch… Sandboden!

 

Blick auf den Ria-Eingang
mit einem schönen Sonnenuntergang wurden wir belohnt

Trotz dem milden Wetter und der geringen Windstärken schaukelte das Schiff ziemlich stark aufgrund der Dünung; dennoch gut geschlafen.  Am nächsten Morgen sind wir um 5.00 Uhr aufgestanden und um 5.50 Uhr wurde der Anker gelichtet und in der Morgendämmerung sind wir losgefahren. Wir waren über die angegebenen 10 Knoten Wind verwundert, jedoch sobald wir etwas von der Küste entfernt waren, war der Wind weg, es hatte sich um Fallwinde gehandelt. Das Wetter war an dem Tag, 12.07. wieder sehr schön, jedoch hätten wir gerne etwas mehr Wind gehabt. Aber da kann man nichts machen, das Groß wurde gesetzt und der 114 PS starke Deutz-Motor, unser „Deutzi“ musste arbeiten. Wir hatten eine Strecke von 52 Sm, also eine 10-stündige Fahrt, vor uns bis zum Hafen Gijón. Wiederum eine tolle Küste,  diesmal die „Costa Verde“ vor der Provinz Asturien. Während der Fahrt hat Guus mittels eines Schleppangels versucht dicke Fische zu angeln, ist jedoch nicht gelungen.

Ergebnis…. ein Stück von einem Fischernetz ;;

Um 16.15 Uhr haben wir im Hafen angelegt, zwischen Franzosen, Belgier, Engländer, Norweger, Kanadier und Niederländer. Man merkt, dass in einigen europäischen Ländern die Sommerferien begonnen haben, die Häfen füllen sich mehr.

Fahrt vom Ankerplatz nach Gijón

Gijón ist eine Universitäts-, Hafen- und Industriestadt (Schwerindustrie mit Hüttenwerken, Werften und Maschinenbau) in der Provinz Asturien. Wenn man in die Bucht hinein fährt, sieht man oben auf einem Hügel die Skulptur „Lob des Horizonts“ von dem Künstler Eduardo Chillida.

unser Liegeplatz in Gijón

Die „Universidad Laboral de Gijón“ befindet sich ca. 3 Km vom Stadzentrum entfernt. Der Uni-Komplex wurde in der Franco-Zeit in monumentalem Stil erbaut. Es ist das wichtigste architektonische Bauwerk des 20. Jahrhunderts in Asturien. Die alte Universitätsanlage ist mit 270.000 m² das größte Gebäude in Spanien.

vom Innenhof aus fotografiert (Panoramafoto) um die beeindruckende Dimensionen wiedergeben zu können
die Rundkirche im Innenhof
der alte Zugang zum Universitätsgelände

Samstag, 13.07. wurde  die spanische Jet-Ski-Meisterschaft in Gijón ausgetragen. Insgesamt 22 Teilnehmer kämpften um den „Copa Espanola“. Guus hat sich die zwei Wettkämpfe verschiedener Kategorien angeschaut.

Am Dienstag, 16.07. nehmen wir Abschied von Gijón und fahren nach Ribadeo, 62 Sm weiter westlich, also früh aufstehen, weil wir eine 12-stündige Fahrt vor uns haben. Hasta luego!