Von San Miguel nach Garachico und den dortigen Aufenthalt

Wie geplant, haben wir am 3.02. um 08.00 Uhr morgens im Hafen San Miguel abgelegt, mit dem Ziel Puerto de Garachico. Insgesamt 42 Sm, somit haben wir rd. 8 Std. Fahrtzeit eingeplant. Der Wind war nicht stark, bis max. 8Kn., aber Welle und Strömung waren günstig, sodass wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,6Kn. hatten. Es wurden das Großsegel zusammen mit Selbstwendefock oder Genua gesetzt, überwiegend mit Motorunterstützung.

unterwegs, vorbei an „Los Gigantes“, bekannt durch die Steilküste, die einen spektakulären Anblick bietet. Die Felsen fallen bis zu 600 Metern senkrecht ins Meer ab.
Auch wieder Mal ein Blick auf El Teide
Route von San Miguel nach Garachico        

Die Hafeneinfahrt in Puerto de Garachico, im Nordwesten von Teneriffa hatte es schon in sich. Man wird bis sehr kurz vor der Einfahrt zunächst von einer starken Brandung begleitet und dann geht es um die Mole herum in den Hafen, wobei man sich lt. Hafenhandbuch und Seekarte mittig der 2 gelben und 2 roten Bojen aufhalten soll. Es war jedoch nur eine gelbe Tonne vorhanden und die 2. Rote war sowohl rot als auch gelb, sodass der Skipper,  soweit durch die Brandung möglich, sich langsam voran tastete um nicht in die mit Steinen und Felsen bestückten Untiefen zu gelangen. Hat alles wieder mal geklappt. An den folgenden Tagen haben wir uns die Hafeneingangssituation von Land aus nochmals angesehen und waren auch da beeindruckt.

Hafeneinfahrt von Land aus fotografiert
Hafeneinfahrt, schwach erkennbar die einzige gelbe Tonne und die rot/gelbe Tonne, Letztere mussten wir backbordseitig passieren.

Garachico ist eine kleine historische Stadt mit heute rd. 5000 Einwohnern und wurde direkt nach der Eroberung Teneriffas durch die Spanier in 1496 gegründet. Bis zum 18. Jh. war es der wichtigste Hafen von Teneriffa.

1645 war ein Schicksalsjahr für den Ort, eine gewaltige Sturmflut tötete Menschen und viele Schiffe wurden versenkt. In 1647 zerstörte Feuer mehr als hundert Häuser. Aufgrund eines Vulkanausbruches verschütteten Lavamassen in 1706 den Hafen von Garachico.

In 2012 wurde ein neuer, kleiner Hafen, dort wo wir jetzt liegen, errichtet, sowohl für Fischerboote als auch für Sportboote. Genau gegenüber dem Dorf erhebt sich das Symbol des Ortes, der Felsen „Roque de Garachico“.

Der Ort ist sehr authentisch und vor allem die Küste mit der starken Brandung spektakulär.

Liegeplatz in Garachico
Iglesia de Santa Ana mit gemütlichem Marktplatz
Teil des „alten Hafens“, rechts sieht man zum Teil das heruntergeströmte Lava. Der alte Hafen ist nur noch eine Sehenswürdigkeit und es gibt mehrere Meerwasserschwimmbäder, die nur bei milder See genutzt werden dürfen
Blick auf Garachico vom Nachbarort „La Guincho“

Vom 12. bis einschl. 14.02.21 hatten wir wieder ein Auto gemietet. Am ersten Tag sind wir Richtung Westen nach Buenavista del Norte und zum Punta de Teno. Das Teno-Gebirge ist von einer Vielzahl von Schluchten durchzogen, die steil zur Küste abfallen. Besonders hübsch war das Bergdorf Masca mit nur knapp 80 Einwohnern.

Blick auf Masca und die Schlucht

 

Gesamtblick auf Masca

Weiter ging es zum Hafen von Los Gigantes, den wir schon vom Ozean aus bei der Vorbeifahrt aus der Ferne gesehen hatten. Via El Tanque und Icod de los Vinos sind wir zurück zu unserem Hafen

Marina Los Gigantes

Am Samstag, den 13.02. sind wir nach Puerto de la Cruz gefahren und haben Ilona und Gustel besucht. Die Beiden haben eine sehr schöne Wohnung dort und verbleiben von Ende Januar bis Ende März auf der Insel. Danach fliegen Sie nach Deutschland, nach Erftstadt zurück. Vorher hatten Sie uns in Garachico besucht und da wir eh planen noch bis ca. Ende Februar hier zu bleiben, werden wir uns sicherlich nochmals treffen. Wir hatten uns sehr viel zu erzählen, war schön.

Gustel und Ilona zu Besuch in Garachico
….. und beim gemeinsamen Schmaus im Restaurant „El Monasterio“ in Los Realejos.

Sonntags, am Valentinstag!, sind wir wieder hoch zum El Teide via La Orotava. Wegen Schneefall dort oben einige Tage vorher, war die Straße, die in die Mitte des Nationalparks führt, geschlossen und sind dann eine Straße, die in den Nordosten führt bis La Esperanza gefolgt und danach wieder zurück zur Küste. Die Straßen selber waren zwar schneefrei, aber an den Seiten und in den Bergen lagen noch etwa 10cm Schnee. Die Spanier waren wie aus dem Häuschen und haben kleine Schneemänner gebaut und sind auf Plastiktüten kleinere Hänge herunter gerutscht.

Unser Nachbar in der Marina, backbordseitig, war Günther, der in 2015 hier in Garachico „gestrandet“ war. Zunächst hatte er eine Weltreise mit seinem SY „Tramp“ geplant, hat sich aber in den Ort hier verliebt und wird auch hier bleiben. Er gehört einer Wandergruppe an und hat uns am Freitag, den 19.02. zu einer schönen Stelle in den Bergen von Los Silos zu einem Wasserfall geführt. Entlang dem Wasserlauf führte ein Pfad. Wiederum konnten wir eine schöne Aussicht genießen.

Ende des Wasserlaufs, wo dann der Wasserfall ins Tal fließt
Günther am Wasserlauf (Wasser kommt vom El Teide)
Am Ende der Strecke mit tollem Ausblick auf Punta de Buenavista

Danach sind wir noch mit seinem PKW nach Puenta de Buenavista an der Küste gefahren. Günther, vielen Dank für den schönen Nachmittag!

Puenta de Buenavista

Dann haben wir im Hafen noch das französische Segelpärchen Francis und Sylvie kennen gelernt, die auf ihrer SY „Baia“, eine Jeanneau Odessey 42.2, leben. Auch diese Beide sind in Garachico vernarrt und haben sich vor Kurzem  Eigentum mit Blick auf die schöne, wilde Küste von Garachico, gekauft. Es wird also Zeit, dass wir hier langsam weg kommen, denn es ist wirklich sehr schön hier, nicht, dass auch wir hier noch hängen bleiben. Nächste Woche möchten wir zur Insel La Gomera segeln und uns dort im Hafen San Sebastian und vielleicht auch an Ankerplätze längere Zeit aufhalten.

Mit Sylvie und Francis in einem kleines Restaurant in Garachico

Allen eine schöne Zeit bis zum nächsten Blogeintrag, bleibt gesund und genießt das allmählich kommende Frühjahrswetter.

       Mandelblütengruß von uns Beiden

Teneriffa im Nordosten (Santa Cruz) und Süden (Marina San Miguel)

Insgesamt hatten wir einen 17-tägigen Aufenthalt im Hafen von Santa Cruz. Wir warteten auf das Paket aus den Niederlanden mit dem neuen Solenoid und haben in der Zeit die nähere Umgebung per Rad, die Stadt weiter zu Fuß erkundet und eine 146 Km lange Autofahrt durch den nördlichen Bereich von Teneriffa in das Anaga-Gebirge gemacht.

Knapp 7 Km nordöstlich von Santa Cruz liegt San Andrés direkt am Meer und der Strand des Fischerdorfes ist künstlich mit goldgelbem Saharastrand aufgeschüttet. Der „Playa de las Teresitas“ ist einer der besten Badestrände Teneriffas. Mit dem Rad sind wir zu dem Örtchen San Andrés gefahren und am Strand, der nur mäßig besucht war, entlang gelaufen.

Santa Cruz hat eine kleine Altstadt, in welcher sich u.a. die „Iglesia Nuestra Senora de la Concepción“ befindet. Alte, aber renovierte Häuser und dicke Palmbäume säumen die Straßen.

In der Nähe der Kirche befindet sich das „Museo de la Naturaleza y el Hombre“, welches auf beeindruckende Weise die Entstehung der Kanarischen Inseln und die Lebensweise der Guanchen (die ersten bekannten Bewohner der Insel Teneriffa) dokumentiert.

unterwegs in die Stadt, eine hübsch bemalte Fußgängerunterführung
das erst in Juni 2017 eröffnete Musuem präsentiert dauerhaft das ganze Jahr das wohl wichtigste Fest der Stadt, leider war es wegen Corona geschlossen.

Am 18.01.21 haben wir ein kleines Auto gemietet und sind in das in den nördlichen Bereich der Insel  befindlichen Anaga-Gebirge gefahren. Von Santa Cruz ging es über San Andrés hoch in die Bergen nach Tanagana und Almaciga, weiter nach Las Mercedes und das alte Örtchen Tejina zur Westküste nach Bajamar. Zurück zum Hafen ging es via Ravelo, La Esperanza,

 

Bucht bei Taganana

Am 21.01.21 war das Paket mit dem Solenoid im Hafen angekommen, nachdem einige Telefonate und Mails mit DHL und dem örtlichen Zollamt erforderlich waren. Ziemlich kompliziert das Ganze und an einer Einfuhrgebühr in Höhe von € 75,- kamen wir nicht vorbei. Also konnte es am nächsten Tag weitergehen und als Ziel hatten wir den Hafen „Marina San Miguel“ im Süden der Insel, wo wir uns vorher telefonisch und per Mail angekündigt hatten.

Morgens um 09.00 Uhr sind wir losgefahren, Wettervorhersage 15 -20 Knoten Wind aus NWN, sonnig bis 20° C. Für die rd. 38 Sm haben wir ca. 7 Std Fahrtzeit kalkuliert, somit ETA gegen 16.00 Uhr.

Der vorhergesagte Wind traf zu und wir kamen gut voran, den größten Teil der Fahrt brauchten wir keinen Motor. Da Guus das neue Solenoid erst in San Miguel einbauen möchte, musste er zwecks Ausschaltung des Motors in den Maschinenraum, um direkt am Motor den manuellen Motorstopp zu betätigen. Hat alles gut geklappt. Im Hafen war beim Anlegen immer noch ein kräftiger Wind und es war schwierig an dem für uns geplanten Liegeplatz zu gelangen. Außerdem fehlte an dem Platz -wie uns ein anderer Skipper mitteilte- eine Mooring (eine im Wasser liegende Kette oder Seil um das Schiff wasserseitig zu befestigen), sodass wir direkt im Hafeneingang einen Kopfstegplatz erhielten mit schöner Aussicht.

Abschied von Santa Cruz
Route von Santa Cruz nach Marina Sa Miguel
unterwegs nach San Miguel, vorbei am  Leuchtturm „Punta de Abona“
unterwegs, kurz vor dem Hafen San Miguel

 

 

Liegeplatz in San Miguel, mit Blick auf den noch beschneiten Gipfel des „El Teide“            
Blick vom Liegeplatz auf den Hafeneingang in der Abenddämmerung

Die Marina gehört nicht zu einem bestimmten Ort, liegt aber dem kleinen Fischerort Los Abrigos sehr nahe. Im Hafenbereich gibt es viele hübsche Ferienhäuser bzw. -Wohnungen, die jedoch überwiegend aufgrund Corona leer standen. Auf Teneriffa sind, wie auf Gran Canaria, alle Geschäfte, Restaurants und Cafés und auch die meisten Museen etc. geöffnet. Man muss ständig und überall einen Nasen/Mundschutz tragen und in der Zeit von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr darf man sich nicht draußen aufhalten. Also mit entsprechender Vorsicht und Abstand gut auszuhalten.

Guus hat drei Tage nach  Ankunft das Solenoid eingebaut und beim Ausprobieren noch festgestellt, dass ein Kabel, welches vom Außensteuerstand zum Motor führt, angeschmort war. Nach Reinigung des Kabels funktionierte der Motor einwandfrei und konnte am Steuerstand an- und ausgeschaltet werden. Mission erfüllt!

Das Wetter war die ganze Zeit toll, täglich bis zu 24° C, ideal für Spaziergänge und Radtouren. Samstag, 30.01. haben wir nochmals ein Auto gemietet und eine Tour in das Naturpark, Richtung El Teide, gemacht. Wie immer meiden wir größere Straßen und sind via Arona nach Vilaflor gefahren. Das Bergdorf ist mit 1400 m ü.d.M. die höchstgelegene Siedlung der Kanaren. Ein lieblicher Ort, der durch die z.Zt. blühende Mandelbäume noch romantischer wirkte.

Dorfplatz, hübsch und zu einem Rast einladend
kleiner blühender Mandelbaum, einer von sehr vielen

Von Vilaflor führte die Straße quer durch den westlichen Bereich des Nationalpark „Teide“. Der Park ist seit 2007 UNESCO-Weltkulturerbe. Wunderschönes Gebiet. Die östliche Seite werden wir bei einer unserer nächsten Autofahrten besichtigen.

auf der Straße zum Nationalpark, Blick auf die Insel La Palma (rechts) und La Gomera (links)
die Dimension kann man auf Fotos einfach nicht festhalten, aber trotzdem…..
….. und immer wieder der El Teide, diesmal von der westlichen Seite

Über die westliche Küstenstraße sind wir wieder zurück zum Hafen San Miguel. Dieses Mal sind wir rd. 200 Km mit dem PKW gefahren und haben wieder ein schönes Stück Teneriffa gesehen,

Im Hafen lag u.a. die „Antares III“, ein 100 Fuß langes Segelschiff. Der 91-jähriger Besitzer fährt mit seiner Frau und einer Crew von 3 Männern und 2 Frauen in Kürze zu dem Kapverden und dann über den Atlantik nach Antigua. Der Besitzer ist momentan in seinem Heimatland Israel und hat wegen Corona Schwierigkeiten außer Landes zu kommen. Die Crew hatten wir schon in Santa Cruz kennen und hier in San Miguel näher kennen gelernt. Sie waren bei uns an Bord und Sonntag, 31.01. waren wir beide zum BBQ eingeladen. Mike, der Skipper (Neuseeländer), Ana, Deckshand (Portugiesin), Simonette, Köchin (Italienerin), Steve, Ingenieur (Engländer) und John, Deckshand (Südafrikaner)……… es war schön und interessant eure Geschichten zu erfahren.

die „Antares III“

 

 

 

 

 

v.l.n.r. Steve, Simonetta, Mike, Ana und John

Unser Plan mit der GusAnne den nächsten Hafen „Los Gigantes“ an zu fahren, können wir nicht realisieren, weil dieser mindestens noch eine Woche voll belegt ist, Wir haben uns in der Marina  „Puerto de Garachico“ im nordwestlichen Bereich der Insel informiert, die noch  Platz  haben, Mittwoch, 3.02.21 werden wir dorthin fahren. 

Bleibt alle Gesund und wir melden uns wieder.

ein Baumblumengruß aus Santa Cruz !

 

 

 

 

 

 

 

Aufenthalt in Puerto de Mogán und Überfahrt nach Teneriffa

Zu Zweit sind wir auf der GusAnne in das Neue Jahr gerutscht. Für die Dauer der Feiertage war der Liegeplatz im Hafen Puerto de Mogán -trotz des dortigen Tourismus- nach unserem Geschmack. Wir lagen nicht an einem Steg, sondern direkt an der Kaimaurer, gegenüber einem Hotel. Täglich spazierten viele Menschen dort entlang, sodass wir sehr oft angesprochen wurden, wenn wir draußen in der Plicht saßen und es sind somit sehr nette Gespräche entstanden. War sehr schön.

Am 2.01.21 haben wir ein PKW gemietet und und sind der Panoramastraße im Westen entlang gefahren.  Die kurvenreichen Küstenstraße, die in den Bergen führt, ist gut ausgebaut und bietet viele Aussichtspunkte. Zunächst ging es zu dem Städtchen Mogán, welches knapp 10 Km landeinwärts von Puerto de Mogán liegt. Danach führte die Straße zur Passhöhe Degolada de la Aldea hinauf. In Puerto de la Aldea, ein kleiner Fischerhafen,  haben wir einen Stopp eingelegt.

erster Aussichtspunkt im „Park Natural de Tamadaba“ auf dem Weg nach Puerto de la Aldea
in der Nähe von Gáldar
unterwegs sehen die Bergen teilweise -aufgrund des freigelegten Schwefels-  wie bunt gemalt aus

Danach sind wir via Agaete nach Puerto de las Nieves gefahren. Letzterer Hafen war eigentlich als nächster Liegeplatz für die GusAnne gedacht. Vor Ort erfuhren wir jedoch, dass der Hafen lediglich nur einen Gästeplatz hat und dies auch nur für ein Boot kleiner als 10m. Also nichts für unserer GusAnne. Im Hafenbuch war diesbezüglich nichts vermerkt.  Gut, dass wir den Hafen vorher mit dem PKW besucht haben.

Puerto de las Nieves
und die andere Seite der Mole

Ein schöner Tag, den wir wieder genießen konnten. Die Insel Gran Canaria haben wir nunmehr kreuz und quer befahren. Es zieht uns nun zu der nächsten Insel, Teneriffa.

die Karte von Gran Canaria, die markierten schwarzen Linien zeigen die einzelnen Routen, die wir gefahren sind

Am Dienstag, 05.01.21 führte unsere 2. Fahrt nach Teneriffa, nach Santa Cruz. Einen Tag vorher hatten wir dort angerufen und nachgefragt, ob Platz für uns da ist. Die Wettervorhersage gab einen Wind von bis zu 15 Knoten an, sodass wir für die 48 Sm-Strecke von einer Fahrtdauer von ca. 8 Stunden ausgingen. Zunächst hatten wir den Wind jedoch auf der Nase, sodass wir den Motor anließen und das Großsegel zwecks Stabilisierung setzten. Dann nach ca. 10 Sm hatten wir raumschots Wind von Backbord. Die Genua konnte zusätzlich gesetzt werden und ohne Motor sind wir weitere ca. 15 Sm gesegelt und hatten rd. 5Kn Fahrt.

Etwa auf halber Strecke mussten wir ein Verkehrstrennungsgebiet (eine Art Autobahn) überqueren. Dieses darf man als Sportboot nur im geraden Winkel und zügig überqueren. Damit wir dieses Gebiet, etwa 9 Sm, zügig queren konnten, wollten wir aus Sicherheitsgründen den Motor mitlaufen lassen. Aber, dieser sprang trotz wiederholter Versuche nicht an. Guus hat in dem Maschinenraum nachgeschaut, nochmals Diesel in den Tagestank nachgefüllt, den Dieselfilter gewechselt und dann sprang der Motor tatsächlich an. Jedoch nur für kurze Dauer, nach einer knappen 1/2 Stunde fiel er wieder aus und ließ sich nicht mehr zu einem erneuten Start bewegen. Um sicher zu sein, dass der Diesel sauber ist und evtl. dazu geführt hat, dass der Motor nicht mehr läuft, hat Guus den Generator, der den gleichen Diesel benutzt,  ca. eine 1/2 Stunde laufen lassen. Der lief ohne Probleme, sodass wir unsauberen Diesel ausschließen konnten.

Weil der Wind glücklicher Weise anhielt, haben wir das Verkehrstrennungsgebiet dennoch gut und zügig queren können und sind die weiteren rd. 11 Sm bis Teneriffa gut vorangekommen.

Der Gipfel des höchsten Berges Spanien, Pico del Teide, 3.718m hoch kommt schon in der Ferne in Sicht

Gegen 18.00 Uhr waren wir nur noch knapp eine Sm vom Hafen Santa Cruz entfernt. Der Wind, der jetzt auch auflandig war, hatte nachgelassen, sodass wir die lange Hafeneinfahrt (die Marina für Sportboote liegt am Ende des Hafens) nicht hineinsegeln konnten.

Per Funk haben wir versucht die Marina über VHF-Kanal 09 zu erreichen, aber keine Antwort. Auch telefonisch konnten wir das Hafenbüro nicht erreichen. Da bleib uns nur die Möglichkeit über VHF-Kanal 16, die internationale Notfrequenz, Hilfe zu ersuchen. Auch hier meldete sich zunächst niemand, bis Guus dann eine Dringlichkeitsmeldung (Pan-Pan Meldung) herausgab. Daraufhin meldete sich eine Küstenfunkstelle, die sich nach Umschaltung auf Kanal 27 unser Problem anhörte und Sorge dafür trug, dass ein Seenotrettungsschiff uns in den Hafen schleppen konnte. 3/4 Stunde später war das Rettungsboot schon da und schleppte uns in den Hafen, wo zwei Marineros schon am Steg standen und mithalfen das Boot fest zu machen. Geschafft!

Route von Puerto de Mogán GC nach Santa Cruz, Teneriffa. Dort, wo sich die beiden Pfeile befinden, ist das Verkehrstrennungsgebiet
die GusAnne wird zur Abschleppung vorbereitet
die Salvamento Maritimo, unser Rettungsboot,  muchas gracias !
Liegeplatz in der Marina Santa Cruz

Die folgenden Tage hatte Guus telefonische Kontakte mit der Firma Vetus NL, Herrn Koos de Bruin, der uns schon im letzten Jahr zu Fragen bezüglich des Deutz Motors und des Bugstrahlruders Hilfestellung geboten hatte. Guus sollte zunächst prüfen, ob evtl. Luft in den Dieselleitungen wäre. Da der Dieseltagestank höher liegt als der Motor, war dies einfach zu überprüfen und bei allen vier Einspritzdüsen kam bei Öffnung direkt Diesel und keine Luft. Koos de Bruin schloss daraufhin das Dieselproblem aus.  Es müsse sich um ein elektrisches Problem handeln. Er empfahl das Solenoid (eine Magnetspule, die dafür sorgt, dass beim Abschalten des Motors die Dieselzufuhr zu den jeweiligen Düsen gestoppt wird) zu demontieren. Bei der Demontage der Steckverbindung zu dem Solenoid stellte Guus fest, dass diese 1.  nicht richtig montiert und 2. innen verklebt war, wahrscheinlich erfolgt durch einen Kurzschluss. Koos empfahl das Solenoid zu demontieren und die dadurch entstehende Öffnung mit einem Champagnerkorken zu verschließen. Dies hat Guus nachvollzogen, den Korken zusätzlich gesichert und …… unser „Deutzi“ war wieder da. Ohne Solenoid kann man den Motor jedoch nicht mit dem Kontaktschlüssel abstellen, sondern man muss den Stoppschalter am Motorblock manuell betätigen. Also muss man dazu immer in den Maschinenraum. Somit benötigen wir ein neues Solenoid.

das Solenoid (links in der Hand von Guus)

Bei diesem einen ganz herzlichen Dank an Koos de Bruin, der uns auch über das Wochenende ständig zur Seite stand. Guus wurde Samstag, 09.01.21        70 Jahre alt und nachdem Koos dies erfahren hatte, rief er montags danach an und teilte mit, dass die Firma Vetus NL Guus ein neues Solenoid, nachträglich zum Geburtstag, schenkt und dass dieses am gleichen Tag zur Marina Santa Cruz verschickt wurde. Den Service der Firma Vetus NL und insbesondere den des Mitarbeiters Koos de Bruin können wir nur wärmstens empfehlen! Nochmals vielen Dank!

Auch unser Schwager Giel (ebenfalls ein Segler) vielen Dank für seine Mithilfe zur Lösung des Problems.

Wir bleiben ca. 2 Wochen in Santa Cruz und möchten den nordöstlichen Bereich „Las Montanas de Anaga“ besichtigen. Wir warten dafür schönes Sonnenwetter ab. Es ist zwar überhaupt nicht kalt, rd. 20Grad, aber seit ein paar Tage werden wir immer wieder von kurzen Schauern überrascht. Januar ist halt der nasse Monat auf den Kanaren. Ab kommenden Sonntag soll es wieder nur schönes Wetter geben.

Santa Cruz de Tenerife ist eine der Hauptstädte der Gemeinschaft Canarias und zählt rd. 208.000 Einwohner. Am südlichen Stadtrand thront direkt am Meer, das Auditorium de Tenerife, eine Kongress- und Konzerthalle, die teilweise als Wahrzeichen der Insel angesehen wird. Das Gebäude erinnert ein wenig an das Opera House von Sidney.

     

Liebe Grüße von uns Beiden und bis demnächst!

 

Es geht bzw. wir fahren weiter ………..

Der Aufenthalt in Pasito Blanco dauerte doch länger als wir gedacht hatten. Guus durfte noch einige -nicht alle geplant- Arbeiten erledigen. Von zu Hause hatten wir neue Treppenkantenprofile mitgebracht. Anstatt der zu schwachen und zum Teil schon gebrochenen Kunststoffprofile, welche die Werft angebracht hatte,  hat Guus Aluminiumprofile angebracht, die auch besser zum Schiffsinnere passen.

Dann haben wir festgestellt, dass der Windsensor, der ganz oben im Mast angebracht ist und der auf dem Plotter angibt, welche Windstärke es zum jeweiligen Zeitpunkt gibt, nicht funktioniert. Guus ist den Mast hoch, den er eh wegen des starken Kalimawindes auf Lanzarote und den damit verbundenen Sand, sauber machen wollte. Und ja, der Windimpeller an den Windsensor fehlte, irgendwie, irgendwann runtergefallen. Und …… wie unsere Wegwerfgesellschaft heute nun mal so ist, kann man nur einen komplett neuen Windsensor kaufen. 

Wir hatten, was sowieso geplant war, zwei Tage einen PKW gemietet und sind nach Las Palmas gefahren und uns dort einen neuen Windsensor besorgt. Nach Montage funktioniert auch dies alles wieder.

der defekte Windsensor, rechts ist normalerweise ein Impeller, welches sich im Wind dreht und so die Windstärke misst
Guus ganz oben in den 19m hohen Mast in einem Bootsstuhl, der über Leinen mit der Winsch verbunden ist, die Anneke bedient hat. Alles gut geklappt!

In den zwei Tagen, an welchen wir ein PKW gemietet hatten, haben wir die nordwestliche Küste gesehen und am zweiten Tag sind wir ins Landesinnere bzw. in das zentrale Bergland. Letztere Tour war wesentlich interessanter. Von Maspalomas aus ging es zunächst in das Freilichtmuseum „Mundo Aborigen“, einen Wiederaufbau eines alten kanarischen Dorfes, welches sich ausschließlich mit den Ureinwohner der Kanaren befasst. Sehr interessant und umgeben von der Schönheit der Aussicht auf die Schlucht von Fagata, die größte und spektakulärste Schlucht der Insel.

Beispiel einer der früheren Behausungen, hier wurde insbesondere die Dachkonstruktion gezeigt
Blick von dem ehem. Dorf auf einen Teil der Schlucht

 

Die Route GN-60 ist insgesamt 60 Km lang und einfach nur toll. Vorbei an das nette Städtchen Fagata und San Bartolomé de Tirajana auf ca. 900m Höhe am Talausgang. Weiter ging es zu dem Roque Nublo auf 1813m Höhe. Die markante Felsnadel, gleicht einer geballten Faust, liegt genau im Zentrum der Insel und ist ein besonderes Wahrzeichen Gran Canarias.

der Roque Nublo
und die schöne Aussicht von dort oben

Weiter ging es zu dem Pico de las Nieves, dem höchsten Berg der Insel (1949m). Die Aussicht dort war ebenso atemberaubend.

Blick auf den Roque Nublo und im Hintergrund Teneriffa

Insgesamt zwei schöne Tage und da hatte Guus auch wieder die Muße um als vorerst letzten Akt, das noch fehlende Leesegel anzubringen. Im Hafen hatten wir ein schwedischer Seglerpärchen kennengelernt, Sanna und Svante auf Ihrer „Black Pearl“. Svante ist u.a. Seglermacher und hat das Leesegel für uns gefertigt. Ein Leesegel ist ein Segeltuch, welches verhindert, dass man bei einer starken Krängung aus einer Koje fällt. Dies benötigen wir für Nachtfahrten, in welchen wir nicht in unserem Bett in der Eignerkabine übernachten, sondern abwechselnd in der Deckskajüte. Das Tuch wurde an einer Seite unter der Sitzbank fixiert und kann mittels Karabiner an den am Tisch befestigten Ösen angebracht werden. So kann man auch bei starker Krängung im Schlaf nicht von der Bank herunter rutschen oder fallen. Danke Svante!

Svante und sein Hund Cocos
wenn das Leesegel nicht benötigt wird, können wir dies zusammenrollen und in einem Hohlraum unter der Sitzbank verstauen.

Am 1. Weihnachtstag hatte der Hafen Puerto de Mogán, rd. 10 Seemeilen südwestlich, Platz für unsere GusAnne. Nach insgesamt 6-monatigen Aufenthalt, zumindest für unser Schiff, sind wir gegen 11.30 Uhr los aus Pasito Blanco und die Strecke bei schönem Sonnenwetter und rd. 24°C bei mäßigen Wellen nach Mogán gesegelt. Eine herrliche entspannte Segelfahrt.

Ausfahrt Hafen Pasito Blanco
Kurz vor der Hafeneinfahrt in Puerto de Mogán
gesegelte Strecke von Pasito Blanco nach Puerto de Mogán
Liegeplatz ins Puerto de Mogán
Blick von der Kaimauer auf die Hafeneinfahrt
dito

Puerto de Mogán ist ein ehem. Fischerdorf, jetzt Hafen- und Ferienort. Die Stadt Mogán liegt 12 Km landeinwärts. Wir planen 2 – 3 Wochen hierzubleiben um feststellen zu können, was der südwestlichen Bereich der Insel zu bieten hat.

Allen nochmals schöne Feiertage und kommt gut in das Neue Jahr, was in Bezug auf die Bekämpfung von Covid-19 aufgrund der Vakzine hoffen lässt.

Bis zum nächsten Mal!!